Foto: Jungfraubahnen
Schweiz

Jungfraujoch: So erlebst du das Top of Europe auf 3.454 Metern

Das Jungfraujoch, ein mit der Bahn erreichbarer Hochgebirgspass, ist ein Ort, an dem sich die Schönheit der Alpen und ihr stetiger Wandel ganz unmittelbar zeigen. reisen EXCLUSIV stellt dir diesen wundersamen Ort in den Schweizer Alpen vor und verrät, wie du am schnellsten hinaufkommst.

Diesen Artikel vorlesen
5:17

Wie hoch liegt das Jungfraujoch?

Der Bahnhof Jungfraujoch liegt auf 3.454 Metern Höhe und ist damit der höchstgelegene Bahnhof Europas. Daher stammt auch der Beiname »Top of Europe«, mit dem die Jungfraubahnen für ihr Ausflugsziel werben. Der Sattel selbst liegt mit 3.463 Metern noch ein Stück höher. Weiter hinauf geht es mit dem Lift: In 25 Sekunden fährst du zur Sphinx-Aussichtsplattform auf 3.571 Metern Höhe.

Sphinx-Observatorium auf dem Jungfraujoch mit Blick über den Grossen Aletschgletscher

Foto: Jungfraubahnen

Die Geschichte der Jungfraubahn

Die Geschichte des Jungfraujochs ist untrennbar mit einer kühnen Vision verbunden. Der Zürcher Industrielle Adolf Guyer-Zeller plante eine elektrische Zahnradbahn, die sich durch das Innere von Eiger und Mönch bis hinauf ins ewige Eis erstrecken sollte. Das Vorhaben galt als ebenso wagemutig wie zukunftsweisend. 1896 fiel der Spatenstich, am 1. August 1912 fuhr die Jungfraubahn erstmals bis aufs Jungfraujoch. Ihr Initiator erlebte das nicht mehr: Guyer-Zeller starb bereits 1899. Rund sieben der gut neun Streckenkilometer verlaufen im Tunnel.

Historische Aufnahme der Station Jungfraujoch

Foto: Jungfraubahnen

Extreme Arbeitsbedingungen, Sprengungen im massiven Fels und neuartige technische Lösungen machten den Bau zu einem Meilenstein bei der Erschließung alpiner Hochlagen. Von Anfang an war das Jungfraujoch jedoch mehr als nur ein Ausflugsziel. 1931 eröffnete hier die hochalpine Forschungsstation, 1937 kam das Sphinx-Observatorium hinzu. Bis heute betreiben Forschende auf dem Jungfraujoch Atmosphären- und Klimaforschung. Diese enge Verbindung von Entdeckergeist, Technik und Natur prägt den Charakter des Ortes.

Mit Eiger Express und Jungfraubahn aufs Jungfraujoch

Los geht es für die meisten Besucher heute in Grindelwald. Am Grindelwald Terminal steigst du in den Eiger Express, eine Dreiseilumlaufbahn, die dich seit Dezember 2020 in 15 Minuten zur Station Eigergletscher bringt. Schon in der Gondel rückt der Alltag in die Ferne: Unten bleibt Grindelwald als kleine Insel der Ruhe zurück, oben öffnet sich eine Welt aus Schnee, Fels und Weite. An der Station Eigergletscher steigst du in die Jungfraubahn um. Ab Grindelwald Terminal bist du insgesamt rund 45 Minuten unterwegs.

Alternativ startest du an der Kleinen Scheidegg auf 2.061 Metern, von wo aus die Jungfraubahn ihre Fahrt beginnt. Von hier dauert die Fahrt rund 35 Minuten, inklusive Fotostopp an der Station Eismeer. Dort blickst du durch Fenster im Fels direkt aufs Eis.

Aussicht auf den Aletschgletscher und ein Spaziergang durch den Eispalast

Oben angekommen, ist die Sphinx-Aussichtsplattform ein Muss. Der Blick reicht über das UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch, das Panorama wirkt roh und eindrucksvoll zugleich. Vor dir liegt der Jungfraufirn. Am Konkordiaplatz fließt er mit zwei weiteren Firnen zum Grossen Aletschgletscher zusammen, dem längsten Gletscher der Alpen. Auf der Nordseite von Eiger und Mönch liegen dagegen der Obere und der Untere Grindelwaldgletscher: zwei Systeme, die vom selben Hochgebirge ausgehen und doch unterschiedliche Wege nehmen.

Eisskulpturen im Eispalast auf dem Jungfraujoch

Foto: David Birri/Jungfraubahnen

Unbedingt solltest du auch den Eispalast besuchen, der tatsächlich ein wenig an »Frozen« erinnert. Er liegt mitten im Jungfraufirn. Bergführer schufen ihn in den 1930er Jahren mit Pickel und Säge, heute formen Künstlerinnen und Künstler die Skulpturen im Inneren immer wieder neu. Sie erinnern daran, wie vergänglich und zugleich beständig Eis und Schnee in dieser Höhe sind.

Alpine Sensation: der Erlebnisrundgang im Berg

Zwischen Sphinxhalle und Eispalast führt die Alpine Sensation hindurch, ein multimedialer Erlebnisrundgang von rund 250 Metern. Installationen, Lichtinszenierungen und Informationstafeln erzählen von der Geschichte der Jungfraubahn, der harten Arbeit der Bergarbeiter im Fels, den Gletschern und vom Jungfraujoch als Forschungsstandort. Der Tipp von reisen EXCLUSIV: Nimm dir für den Rundgang Zeit, bevor du hinaus aufs Gletscherplateau gehst. Wer die Geschichte des Baus kennt, sieht die Landschaft draußen mit anderen Augen.

Schneekugel im Erlebnisrundgang Alpine Sensation auf dem Jungfraujoch

Foto: David Birri/Jungfraubahnen

Hier geht es zur Website der »Alpine Sensation«.

Abstecher zur Gletscherschlucht Grindelwald

Unten im Tal lohnt sich ein Abstecher zur Gletscherschlucht Grindelwald. Der Untere Grindelwaldgletscher hat hier bis zu 300 Meter hohe Felswände geformt, die rund einen Kilometer lange Schlucht erkundest du bei einer kleinen Wanderung. So erlebst du die Kraft des Eises zweimal: erst oben am Gletscher, dann unten im Fels. So nah wie hier kommst du den Bergen selten! Beachte: Die Schlucht öffnet nur in der warmen Jahreszeit, im Winter bleibt sie geschlossen.

Eine fragile Natur, die berührt

Doch der Grindelwaldgletscher ist, wie viele andere Gletscher auf der Welt, in Gefahr. Sommer für Sommer wird das Eis weniger. Deswegen ist es wichtig, dass der Tourismus am Jungfraujoch nachhaltig gedacht wird. Und Grindelwald Tourismus und die Jungfraubahnen möchten genau das: Besucher dazu inspirieren, auf unsere wunderschöne Natur Acht zu geben!

Zug der Jungfraubahn im Berner Oberland

Foto: alpinetrail/Shutterstock.com

Wenn das Winterlicht über den Aletschgletscher zieht und das Eis in feinen Schattierungen aufleuchtet, zeigt sich die besondere Kraft dieses Ortes. Der erste Blick aus dem Tunnel, der Weg durch den Eispalast, der Wind auf dem offenen Plateau verbinden die Zeitachsen der Alpen miteinander. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft rücken nah zusammen. Wer hier oben am Jungfraujoch steht, sieht mehr als ein großes Panorama. Es ist der Moment, in dem Landschaft zur Erinnerung wird und Verantwortung spürbar bleibt.


Hier stellen wir dir schöne Wellnesshotels in der Schweiz vor.

Für die besten Fototipps für deine Fahrt mit der Jungfraubahn, einmal hier entlang.

Häufige Fragen

Ist das Jungfraujoch das ganze Jahr erreichbar?
Ja, die Jungfraubahn fährt an 365 Tagen im Jahr zum Jungfraujoch.
Liegt auf dem Jungfraujoch immer Schnee?
Ja, die Jungfraubahnen garantieren an 365 Tagen im Jahr Schnee und Eis auf dem Gletscherplateau. Bei Sturm kann das Plateau allerdings wetterbedingt gesperrt sein.
Brauche ich für die Jungfraubahn eine Sitzplatzreservierung?
In der Sommersaison ist sie Pflicht, 2026 galt das vom 1. Mai bis 31. Oktober für die Strecke ab Eigergletscher bzw. Kleine Scheidegg. Außerhalb dieser Zeit empfehlen die Jungfraubahnen sie dringend.
Gibt es mit dem Swiss Travel Pass oder dem Halbtax eine Ermäßigung?
Ja. Swiss Travel Pass, Swiss Travel Pass Flex und Berner Oberland Pass bringen 25 Prozent Rabatt auf die Fahrt zum Jungfraujoch, das Halbtax 50 Prozent auf die Bahnstrecke.
Kostet die Alpine Sensation extra?
Nein, der Erlebnisrundgang ist im Ticket zum Jungfraujoch inbegriffen und ganzjährig geöffnet.
Wie lange dauert die Fahrt ab Interlaken?
Ab Interlaken Ost bist du über die Kleine Scheidegg rund zwei Stunden unterwegs.
Wie sehe ich vor der Fahrt, ob oben gute Sicht herrscht?
Auf jungfrau.ch zeigen die Jungfraubahnen unter »Live« Webcams, Wetter und aktuelle Betriebsinfos. Ein Blick darauf lohnt sich vor dem Ticketkauf.
Marie Tysiak
Ihren ersten Gipfel erklomm Marie im Himalaya in Nepal, weitestgehend ungeplant. Seither sind einige Berge hinzugekommen, besonders Vulkane haben es ihr angetan. Je abenteuerlicher der Aufstieg, je mehr Adrenalin involviert, je zerklüfteter der Weg erscheint, desto besser! Hoch über den Wolken, aus eigener Kraft hinaufgeschleppt, das ist für Marie Urlaub.