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Mehr als 200 Badeseen, Temperaturen bis 28 Grad und eine Kulisse, die teils fast karibisch wirkt – aber in den Alpen liegt. Kärnten macht im Sommer vieles richtig. Die Frage ist nur: Welcher See ist der richtige?

Das österreichische Bundesland Kärnten ist kein Geheimtipp. Die dortigen Seen auch nicht. Aber Kärnten im Sommer lässt sich trotzdem schwer in Worte fassen. Denn da ist dieses spätnachmittägliche Glitzern auf dem Wasser, die Wärme, die der Badesteg auch am Abend noch abstrahlt und die Momente, in denen sich der Plan für den nächsten Tag ganz von selbst erledigt. Fotos fangen das nicht ein. Wer noch nie dort war, glaubt es vermutlich erst, wenn er selbst barfuß am Ufer steht.

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Zwei Mädchen auf einem pinken Bade-Flamingo auf dem Wörthersee, der auf diesem Bild unglaublich türkis leuchtet. Im Hintergrund grün bewachsene Berge und am Himmel ein paar weiße Wolken.

Der Wörthersee. | Foto: Gert Perauer

Warum leuchten die Kärntner Seen so türkisblau?

Die Antwort ist Chemie, keine Romantik: Kalkpartikel im Wasser streuen das Licht in einem Spektrum, das je nach Tiefe und Sonnenstand zwischen hellem Türkis und sattem Blau changiert. Der Klopeiner See gilt dabei als wärmster Badesee Europas – ein Titel, den er nicht nur aus PR-Gründen trägt. Wer einmal im August die Füsse ins Wasser baumeln lässt und dabei die Landschaft genießt, zweifelt nicht mehr.

Wörthersee oder Millstätter See?

Der Wörthersee ist für alle, die den Sommer mit einer gewissen Inszenierung mögen. Beach Clubs, exklusive Adressen am Wasser und einen schicken Aperitivo zum Sonnenuntergang – hier ist das keine Ausnahme, sondern der Grundton.

Wen das nervt, der fährt besser an den Millstätter See. Morgens liegt der noch im Dunst, mittags glitzert er smaragdgrün und insgesamt schafft er es, gleichzeitig viel Raum und wenig Erwartungsdruck zu erzeugen. Wandern, Radfahren, Schwimmen, aber ohne das Gefühl, dabei etwas leisten oder darstellen zu müssen.

Zwei Wanderer blicken auf den Millstätter See vom Ufer aus. Im Vordergrund drei Bäume, die das Foto einrahmen. Vor den Wanderern ist ein kleiner Steg mit einem Holzliegestuhl, auf dem See sind drei Botte und im Hintergrund die Berge. Die Sonne scheint und es ist ein schöner Sommertag im Urlaub.

Millstätter See. | Foto: Franz Gerdl

Welcher Kärntner See ist der ruhigste – und welcher der ursprünglichste?

Der Weissensee liegt auf 930 Metern Höhe und ist eingebettet in den gleichnamigen Naturpark. Er gehört zur ersten Slow Food Travel Destination der Welt – was nicht nur ein Label ist, sondern wirklich beschreibt, wie sich dieser Ort anfühlt. Das Wasser, bis zu 99 Meter tief und bis zu 26 Grad warm, ist von einer Klarheit, die ganz plötzlich ganz still macht.

Der Faaker See dagegen punktet mit der Karawanken-Kulisse im Rücken und türkisblauem Wasser. Weiches Schilf am Ufer und richtig viel frische Luft, perfekt für entspannte Badetage. Wer hier noch was zum Meckern findet, der tut das schon pathologisch.

Zwei Radfahrer, die auf einem Steg am Faaker See eine Pause einlegen. Die Frau sitzt in der Sonne, der Mann springt kopfüber in den See. Der See schimmert türkisgrün, im an seinem Rand dichter Wald und im Hintergrund die Berge mit blauem Himmel und vereinzelten Schäfchenwolken.

Faaker See. | Foto: Gert Perauer

Der Ossiacher See ist der See für alle, die morgens segeln und nachmittags nichts tun wollen. Die Brise, die von der Gerlitzen Alpe herunterkommt, sorgt dafür, dass die Bedingungen auf dem Wasser fast täglich perfekt sind. Das Bleistätter Moor am Ende des Sees lohnt sich außerdem der frühe Morgen, denn wer gerne Vögel beobachtet, ist hier goldrichtig.

Welche Kärntner Seen kennt noch niemand?

Abseits der bekannten Namen lohnt sich das Abbiegen. Am Pressegger See geht es familiär zu, der Keutschacher See ist Camping-Territorium, am Afritzer See geht es ruhig zu. Der Maltschacher See liegt inmitten von Weinreben, der Pirkdorfer See ist wie gemacht für Glamping, und der Längsee hat eine fast meditative Stimmung. Für alle, die dachten, sie kennen Kärnten bereits.

Panorama des Faaker Sees in Kärnten in Österreich im Sommer. Im Vordergrund ein Baum, Wiesen und Wälder, dahinter der See vor hohen Bergen.

Faaker See. | Foto: Martin Dworschak / Shutterstock.com

Welche Aktivitäten gibt es für Bewegungsfans?

Die Gail, ein Wildfluss im Westen Kärntens, hat genug Gefälle, um Rafting-Enthusiasten glücklich zu machen. Wer es ruhiger mag, nimmt den Drau Paddelweg, einen ausgeschilderten Wasserweg entlang der Drau, der sich durch die Kärntner Landschaft zieht und auch für Einsteiger gut funktioniert.

Auf den Seen selbst gibt es Stand-up-Paddling, Bootfahren und Schifffahrten. Wer zu Fuß unterwegs ist, findet Wanderungen zu Wasserfällen, Schluchten und Almseen. Zu Fuß geht es zu Wasserfällen, Schluchten und Almseen. Es gibt jedenfalls genug, um nicht zweimal dasselbe zu tun, es sei denn, es ist so gewollt.

Wildwasser-Rafting, ein Boot mit 11 Menschen, die auf einem sprudelnden Fluss paddeln. Im Hintergrund lugt zwischen dichten Bäumen ein Kirchturm auf, darum herum Berge mit dichten Bäumen und einer Albwiese.

Foto: Franz Gerdl

Wann und wie reist man am besten nach Kärnten?

Direktflüge von Köln nach Klagenfurt gibt es mehrmals pro Woche, über Wien täglich. Wer lieber Zug fährt: Die Koralmbahn bringt von Wien aus in rund drei Stunden nach Klagenfurt – ohne Stau, ohne Gepäckabtransport-Theater am Flughafen. Für alle, die im Juli oder August anreisen: Frühzeitig buchen! Kärnten hat sich herumgesprochen.

Wer nun Lust bekommen hat, direkt kopfüber in einen Kärntner Badesee zu springen, der findet auf dieser Website noch weitere Informationen.

Häufige Fragen

Was ist im Kärntner Sommer abends los?

Nach dem Baden ist nicht Schluss. In Klagenfurt und Villach beleben Straßencafés und Seepromenaden den Abend, dazu kommen Open-Air-Konzerte, Kulturfestivals und kulinarische Formate.

Lohnt sich eine Gästekarte wie die Kärnten Card?

Wer mehrere Ausflüge plant, sollte die Kärnten Card im Blick haben. Bergbahnen, Strandbäder, Museen und Panoramastraßen sind damit vergünstigt oder sogar kostenlos. Die Karte gibt gleichzeitig einen guten Überblick, was in der Umgebung geboten wird.

Was kommt in Kärnten auf den Teller?

Österreichische, italienische und slowenische Einflüsse treffen hier aufeinander – die sogenannte Alpen-Adria-Küche. Kärntner Kasnudeln und Ritschert, frischer Fisch aus den Seen oder Gailtaler Speck und Almkäse. Und wer Glück hat, findet das alles in einer modernen Interpretation auf der Karte.

Wie kommt man vor Ort ohne Auto zurecht?

Rund um die großen Seen fahren im Sommer Linienbusse, Regionalzüge und Urlauber-Shuttles. Wer flexibel bleiben möchte, kombiniert Rad und Bahn – Leihräder und E-Bikes gibt es in den meisten Orten und bei vielen Hotels.