Herbst ist die perfekte Zeit für einen Besuch in Lissabon. Denn: Die große Hitze und der Trubel des Sommers sind vorüber, gleichzeitig ist das Wetter oft noch richtig schön mit Temperaturen um die 25 Grad Celsius. Hier hat reisen-EXCLUSIV-Redakteurin Marie fünf gute Gründe für eine Reise nach Lissabon im Herbst zusammengestellt. Naturliebhaber sollten bei ihrem Besuch in Lissabon im Herbst unbedingt auch einen Ausflug ins Umland unternehmen. Denn hier wartet einzigartige Natur mit reichlich frischer Meeresluft und der ein oder anderen Tierbeobachtung. Übrigens: Rund um Lissabon kommst du mit den Taxi-Apps »Bolt« und »Uber« oft sehr günstig an dein Ziel. Manche Strecken kannst du auch mit dem Zug zurücklegen.
Sintra-Cascais: Küstenlandschaft mit Kulturerbe
Der Naturpark »Sintra-Cascais« rund um die beiden gleichnamigen Städte vereint raue Klippen, Pinienwälder, romantische Gärten, Schlösser und windige Strände. Im Herbst ist die waldreiche Region nordwestlich von Lissabon besonders hübsch und lockt mit vielen verschiedenen Aktivitäten. Berühmt ist Sintra für den Palácio Nacional da Pena, die zauberhafte, gelb-rote Schlossanlage über den grünen Hügeln von Sintra. Wesentlich weniger überlaufen, aber sehr sehenswert ist der Botanische Park von Monserrate mit exotischen Pflanzen aus aller Welt.
Für alle Eisenbahnfans haben wir noch diesen Geheimtipp: Von Ribeira de Sintra, nur einen kurzen Spaziergang vom Bahnhof entfernt (von Lissabon schnell mit dem Zug erreichbar), fährt eine historische Straßenbahn in 45 Minuten bis zur Praia das Maçãs. Da die Tram nur an bestimmten Tagen verkehrt, lohnt sich vorher ein Blick auf die aktuellen Fahrzeiten. Am Ziel kannst du in der kleinen Markthalle saisonale Köstlichkeiten kaufen und den Strand genießen. Denn auch im Herbst ist es rund um Lissabon oft noch warm genug für einen Nachmittag am Meer.
Wer es lieber aktiv mag, kann von der Praia das Maçãs entlang der Küste bis nach Azenhas do Mar spazieren. Dieses weiße Küstendorf ist eine absolute Augenweide. Wie wäre es zum Abschluss mit einer deftigen Fischsuppe in einem der Restaurants hier?

Blick auf Azenhas do Mar im wunderschönen Herbstlicht. I Foto: Dmitry Rukhlenko/Shutterstock.com
Auch das Städtchen Cascais mit seiner hübschen Promenade und den kleinen Badebuchten lohnt einen Bummel. Wer von Cascais dann gen Norden mit dem Auto fährt, passiert unterwegs den »Cabo da Roca«, den westlichsten Punkt des europäischen Festlands, und kann am Leuchtturm über den rauen Klippen einen Stopp einlegen. Von hier führt auch ein wunderschöner Wanderweg über die Praia da Ursa nach Norden bis zur Praia Grande. Festes Schuhwerk ist ein Muss, denn der Weg hinunter zur Praia da Ursa ist steil.
In Sintra warten noch viele weitere wunderschöne Strände. Hier verraten wir dir die schönsten Strände rund um Lissabon.
Tapada Nacional de Mafra: Ruhe und Artenvielfalt
Nur rund 30 Minuten nordwestlich von Lissabon liegt die »Tapada Nacional de Mafra«, ein geschütztes Naturgebiet mit jahrhundertealten Eichen, offenen Weiden und klaren Wasserläufen. Besucher entdecken hier Wildtiere wie Rehe, Wildschweine oder den seltenen Bonelli-Adler. Angeboten werden geführte Wanderungen, Fahrradtouren und pädagogische Aktivitäten für alle Altersgruppen. Die Anlage eignet sich auch besonders für Familien und ist im Herbst ein schönes Ausflugsziel rund um Lissabon.

Foto: odecam/Shutterstock.com
Serra da Arrábida: Zwischen Bergen und Meer
Südlich von Lissabon liegt eine Halbinsel, die zu einem der schönsten Fleckchen in Portugal gehört und bei ausländischen Touristen noch ein echter Geheimtipp bleibt: das Naturschutzgebiet der »Serra da Arrábida«. Eine beeindruckende Naturkulisse aus mediterraner Vegetation trifft hier auf wunderschöne Strände. Während die Westseite von rauer Küste mit steilen Klippen und teils eindrucksvollen Wellen geprägt ist, lockt die Südküste von Arrábida mit türkisblauem, ruhigem Wasser. An manchen Buchten erinnert das Meer an die Karibik, wie beispielsweise an der Praia do Ribeiro do Cavalo (aber Achtung, hier ist eine kurze Wanderung zum Strand erforderlich). Oft ist das Wetter in Arrábida etwas wärmer als in Lissabon – und hier kannst du meist bis weit in den Oktober hinein richtig schön die Natur genießen. Wanderwege führen durch Hügel voller Pinien, Dutzende Strände laden zum Baden, andere zum Surfen oder Kajakfahren ein.
Und noch ein weiterer Geheimtipp: Das Sado-Flussdelta östlich von Setúbal ist der perfekte Ort, um Delfine zu beobachten. Das ganze Jahr über lebt hier eine Population Großer Tümmler, die Besucher bei Bootstouren beobachten können. Für Fotografie-Fans: Im Herbst ist das Licht in Arrábida dabei besonders schön und auch hier leben unzählige Flamingos und viele weitere Vögel! Und auf dem Rückweg nach Lissabon lohnt ein Stopp bei einer der Austern-Farmen im Sado-Delta.
Wer in der wunderschönen Naturkulisse von Arrábida übernachten möchte, dem empfehlen wir die »Quinta da Arrábida« (hier geht es zur Website). Für die schönsten Strände einmal hier entlang.

In Arrábida südlich von Lissabon trifft ein wunderschönes Naturschutzgebiet auf den Atlantik. I Foto: LifeCollectionPhotography/Shutterstock.com
Tejo-Mündung – Europas Hotspot für Vogelbeobachtung
Der Tejo ist vor der Stadt Lissabon so breit, dass er hier schon fast an das Meer erinnert. Doch nur wenige Kilometer nördlich ist er noch ein schmaler Fluss mit einigen der bedeutendsten Feuchtgebiete Europas an seinen Ufern. In Sacavém (gut auch mit dem Zug erreichbar) führt ein moderner Holzpfad auf Stelzen durch dieses Sumpfgebiet am Ufer – ein Paradies für Tierbeobachtungen. Im Herbst machen hier über 120.000 Zugvögel Rast. Flamingos, Reiher und viele andere Arten lassen sich gut von extra dafür errichteten Plattformen beobachten.

Foto: Turismo de Lisboa
Samouco und Seixal: Natur trifft Handwerk
Natur und Kultur verschmelzen in den beiden Ortschaften Samouco und Seixal, die gegenüber von Lissabon auf der anderen Seite des Tejo liegen und mit der Fähre erreichbar sind. Die alten Salinen und Gezeitenmühlen erzählen vom jahrhundertealten Zusammenspiel zwischen Menschen und Wasser. Besonders sehenswert ist die Gezeitenmühle von Corroios (Moinho de Maré de Corroios) in Seixal, rund 14 Kilometer südlich von Lissabon. Erbaut wurde sie bereits 1403 von Nuno Álvares Pereira, und von den einst zehn Gezeitenmühlen der Gegend ist sie heute die einzige, die noch funktioniert. Das Prinzip ist ebenso simpel wie genial: Bei Flut füllt das Wasser des Tejo ein großes Becken, bei Ebbe strömt es durch Kanäle zurück und treibt dabei die Mühlsteine an. Heute gehört die Mühle zum Ökomuseum von Seixal. Der Eintritt ist in der Regel kostenlos; geöffnet ist dienstags bis sonntags, montags bleibt die Mühle geschlossen.

Foto: dabyki.nadya/Shutterstock.com
Auf der Webseite des Fremdenverkehrsamtes von Lissabon gibt es weitere Tipps!


