Der Herbst ist da und damit startet auch die beste Zeit zum Radfahren. Wir haben da ein paar ganz besondere Orte zur Auswahl – vom Donaubergland bis nach Italien.
Donaubergland: Radeln zwischen Donau und Schwäbischer Alb
Geisingen liegt dort, wo die Donau auf die Landschaft der Schwäbischen Alb trifft. Ein guter Ausgangspunkt für Touren durch das Donaubergland ist die 1280 Krone, ein Boutiquehotel in einem historischen Gebäude im Zentrum der kleinen Stadt. Rund um Geisingen stehen vor allem Genussradler und E-Biker vor einer großen Auswahl. Acht thematische Touren führen durch die Region.
Bei der sogenannten Maultaschen-Tour geht es ins Donautal mit seinen markanten Kalkfelsen und hinauf auf die Hochflächen des Heubergs. Naturkundlich besonders interessant ist eine Tour zur Donauversickerung zwischen Immendingen und Möhringen. Dort verschwindet das Wasser der jungen Donau zeitweise im porösen Kalkgestein. Unterirdisch legt es seinen Weg Richtung Aachtopf zurück und gelangt damit letztlich in den Rhein. Ein Teil des Donauwassers wechselt auf diese Weise sogar die europäische Wasserscheide.

Foto: 1280 Krone/Franzi Stegemann
Wer sportlicher fahren möchte, findet rund um die Schwäbische Alb genügend Höhenmeter. Nach der Tour bietet die 1280 Krone mit zwei Restaurants einen angenehm komfortablen Gegenpol zum Tag im Sattel.
Preis: Doppelzimmer ab 203 Euro inklusive Frühstück.
Kalterer See: Mit dem Rad durch Südtirols Weinlandschaft
Ganz anders sieht Radurlaub am Kalterer See aus. Weinberge, Obstgärten und mediterrane Vegetation prägen hier die Landschaft südlich von Bozen. Direkt am See liegt die Pension Leuchtenburg, ein kleines Haus mit nur zwölf Zimmern und privatem Seezugang.

Foto: Pension Leuchtenburg/@hartmann.fabi
Wer entspannt unterwegs sein möchte, kann direkt am Haus auf den Radweg rund um den Kalterer See starten. Rennradfahrer finden mit Mendelpass und Gampenpass dagegen zwei deutlich anspruchsvollere Ziele.
Auch Gravel-Fans finden rund um den Kalterer See und im Südtiroler Unterland zahlreiche Möglichkeiten. Ein interessantes Ziel für eine längere Tour ist die ehemalige Fleimstalbahn. Ihre alte Trasse beginnt in Auer und führt von dort hinauf in Richtung Fleimstal. Abschnitte der ehemaligen Bahnstrecke lassen sich heute mit dem Rad erkunden und verbinden Schotterpassagen mit weiten Ausblicken über das Südtiroler Unterland. Nach der Tour geht es zurück an den Kalterer See. Die Leuchtenburg besitzt einen eigenen Seezugang und eine Seesauna. Leihräder und E-Bikes können zur Unterkunft geliefert werden.
Preis: ab 185 Euro pro Person inklusive Frühstück und Abendessen.
Fieberbrunn: Vom Hotel direkt auf den Trail
Wer beim Radurlaub vor allem Trails und Höhenmeter sucht, landet schnell in den Kitzbüheler Alpen. Fieberbrunn gehört zum Verbund Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn und damit zu einem der bekanntesten Mountainbike-Reviere Österreichs.

Foto: ADEA Lifestyle Suites/Daniel Ritzberger
Die ADEA Lifestyle Suites Fieberbrunn liegen unmittelbar an der Talstation. Das ist vor allem für Mountainbiker praktisch: Statt den ersten langen Anstieg selbst zu bewältigen, geht es mit der Bergbahn hinauf in die Bike Area Streuböden. Von dort führen unterschiedliche Touren und Trails durch die Bergwelt rund um den Wildseeloder. Das Hotel verfügt über ein abschließbares Fahrraddepot; die direkte Lage an der Talstation bestätigt auch der örtliche Tourismusverband.
Für Einsteiger interessant ist ein Angebot mit privatem Bike-Guide. Zwei Übernachtungen, Frühstück und drei Stunden mit einem Guide sind darin kombiniert.
Preis: Bike-Auszeit ab 289 Euro pro Person.
Zugspitz Region: Drei Tage auf Schotter
Gravelbikes haben die Lücke zwischen Rennrad und Mountainbike längst erobert. Besonders gut lässt sich das in der Zugspitz Region ausprobieren. Zwischen Wetterstein, Ammergauer Alpen und Alpenvorland wechseln breite Schotterwege, Waldpassagen, Seen und alpine Anstiege einander ab.
Wer daraus eine kleine Radreise machen möchte, kann die dreitägige Südvariante »Gravelbiken mit Zugspitzblick« fahren. Sie ist rund 161 Kilometer lang und summiert sich auf etwa 1.750 Höhenmeter. Die offizielle Einstufung lautet »schwer«.

Foto: Zugspitz Region GmbH/Jens Scheibe
Die erste Etappe führt beispielsweise von Murnau durch das Murnauer Moos, weiter über Oberammergau und das Graswangtal bis in Richtung Schloss Linderhof. Insgesamt verbindet die Route Murnau, das Werdenfelser Land und Mittenwald. Praktisch für alle, die ohne Auto anreisen: Die Start- und Zielorte der einzelnen Etappen sind ans Bahnnetz angeschlossen. Dadurch lässt sich die Tour auch flexibel kürzen oder anders zusammenstellen.
Pfaffenwinkel: Bikepacking vor Alpenkulisse
Etwas weniger bekannt als die klassischen Bike-Reviere der Alpen ist der Pfaffenwinkel südwestlich von München. Für Gravelbiker bietet die Region Schotterwege, Wälder, Flusstäler und die hügelige Landschaft des Alpenvorlands.
Wer mehrere Tage unterwegs sein möchte, kann die »Gravelbiken mit Zugspitzblick – 3 Tage Nordvariante« fahren. Die Rundtour führt auf rund 182 Kilometern und 1.720 Höhenmetern durch die nördliche Zugspitz Region und den Pfaffenwinkel. Je nach gewähltem Einstieg lassen sich unter anderem Murnau, Schongau und Weilheim miteinander verbinden.

Foto: Tourismusverband Pfaffenwinkel/Tobias Köhler
Zu den Höhepunkten gehört die Passage über den Hohen Peißenberg. Von dort reicht der Blick bei guter Sicht über den Pfaffenwinkel bis zu den Alpen und zum Starnberger See. Wer keine drei Tage Zeit hat, kann einzelne Etappen fahren. Die Strecke zwischen Weilheim und Schongau beispielsweise misst rund 68 Kilometer und führt ebenfalls über den Hohen Peißenberg.
Praktisch für die Anreise ohne Auto: Die Start- und Zielorte der einzelnen Etappen sind an das Bahnnetz angeschlossen
München: Vom Marienplatz direkt ins Grüne
Eine Großstadt als Ausgangspunkt für einen Radurlaub? In München funktioniert das erstaunlich gut. Schon innerhalb der Stadt lässt sich entlang der Isar kilometerweit durchs Grüne fahren. Besonders beliebt sind die Isarauen und der Flaucher im Süden.

Foto: Julian Rohn
Wer weiter hinaus möchte, kann auf die Wasser-Radlwege Oberbayern wechseln. Das Streckennetz umfasst rund 1.200 Kilometer und besteht aus drei großen thematischen Schleifen. Im Norden dreht sich alles um Hopfen und Bier, im Südosten um Salz und im Südwesten um Kunst und Kultur. München bildet jeweils den zentralen Ausgangspunkt.
Die Strecken führen unter anderem durch die Hallertau, zum Chiemsee, ins Alpenvorland und in Richtung Garmisch-Partenkirchen. Insgesamt verbinden die Wasser-Radlwege 42 Badeseen und weitere Wassererlebnispunkte. Für einen wesentlich kürzeren Ausflug reicht bereits eine Tour entlang der Isar. Vom Zentrum geht es flussaufwärts durch die Isarauen zum Flaucher und wieder zurück. Damit lässt sich selbst ein klassischer München-Städtetrip problemlos um einen Radtag ergänzen.

