Besteht München wirklich nur aus Tradition, Gemütlichkeit und ein bisschen Schickimicki? Wer tiefer blickt, entdeckt schnell: Die Viertel in München stecken voller Charakter und Geschichte, besonderer und liebenswerter Menschen und einem ganz eigenen Lebensgefühl.

Ob Straßenkunst und ein altes Passagierschiff auf einer Brücke als Kult-Location im Schlachthofviertel, Jugendstil- und Münchner Bohème-Flair in Schwabing oder aber 5.000 Jahre Kunstgeschichte in der Maxvorstadt: Jede Ecke, jede Straße und jede Gasse versprüht einen ganz eigenen Charme. Die Münchner Viertelliebe lädt dazu ein, tiefer in die Stadt einzutauchen und sie ganz neu zu entdecken. Ausgebildete Guides nehmen Gäste ebenso wie Einheimische mit auf Touren durch die bekannten und unbekannten Ecken, Gassen und Prachtstraßen der Stadt und zeigen Orte, die oft im Schatten der großen Highlights stehen.

Silhouetten von Menschen, die auf dem Geländer der Hackerbrücke in München sitzen und den Sonnenuntergang beobachten, der den Himmel in Orange taucht; im Vordergrund Radfahrende und Fußgänger.

Foto: Jan Saurer / München Tourismus

Kultviertel mit Ecken und Kanten: Münchens Schlachthofviertel

Mitten in der bayerischen Landeshauptstadt thront auf einer Brücke die Alte Utting, ein ausgedienter Passagierdampfer, auf dem man heute wunderbar einen Sundowner nach Feierabend genießen und Münchens coole Seite mit Graffitis und Straßenkunst kennenlernen kann. In einem bunten Containerdorf befindet sich das Kulturprojekt Bahnwärter Thiel mit seinem breiten Angebot von Clubnächten und Konzerten bis hin zu Tanzkursen und Theater. Bei der Führung durch dieses Viertel erfährt man auch, dass dort, wo bis 2007 noch Schlachtvieh gehandelt wurde, jetzt das neue Volkstheater steht. Auch die Münchner Philharmoniker haben in diesem eher kantigen, aber inspirierenden Umfeld mit der Isarphilharmonie ein Zuhause auf Zeit gefunden.

Mondäne Vibes in Neuhausen-Nymphenburg

Neuhausen-Nymphenburg vereint auf harmonische Weise Geschichte und aktuelles Stadtteil-Leben. Der Rotkreuzplatz bildet das lebendige Zentrum des Viertels, das mit gemütlichen Cafés und Restaurants lockt. Ein Stück Geschichte wartet im ehemaligen Dorfkern, wo sich wie früher noch Wirtshaus und Kirche finden. Dort liegt auch der Winthir-Friedhof, ein Ort der Stille und Besinnung, der eine eindrucksvolle Verbindung zur Vergangenheit schafft. Die moderne Herz-Jesu-Kirche beeindruckt mit ihrer Architektur – insbesondere mit den 14 Meter hohen Eingangstoren, die als eines der größten Kirchenportale der Welt gelten. Als besonderes Highlight bietet die Gerner Brücke am Kanal einen malerischen Ausblick auf Schloss Nymphenburg, die einstige Sommerresidenz der Wittelsbacher.

Brücke über den Nymphenburger Kanal in frühmorgendlichem Gegenlicht; auf der Balustrade sitzen und stehen Menschen, im Hintergrund zeichnet sich das Schloss Nymphenburg im Dunst ab.

Foto: Dietmar Denger / München Tourismus

Münchner Bohème, Jugendstil-Chic und die bekannte Münchner Schickeria in Schwabing

Als ebenso sehenswertes wie bekanntes Viertel gilt Schwabing, das besonders für seinen Jugendstil-Flair, die Münchner Bohème und die sogenannte Schickeria steht. Seit der Eingemeindung im Jahr 1890 hat es sich im frühen 20. Jahrhundert weltweit einen Namen gemacht. Hier trafen sich berühmte Kunstschaffende wie Thomas Mann und Ludwig Thoma, und es wurden legendäre Partys gefeiert.

Szenelokale, ruhige Hinterhöfe und kultige Läden im Glockenbachviertel

Das Glockenbachviertel hingegen, das meist in einem Atemzug mit dem Gärtnerplatzviertel genannt wird, hat sich vor allem aufgrund seines Nachtlebens und der queeren Community einen Namen gemacht. Deren Wurzeln gehen auf die ersten Kneipen der Schwulenszene und Initiativen für sexuelle Gleichberechtigung der 1960er-Jahre zurück. Während seiner Zeit in München ist auch Queen-Sänger Freddie Mercury hier ein und aus gegangen. Tagsüber lassen sich rund um den Ausgangspunkt der Viertelliebe-Führung, dem Gärtnerplatz, versteckte Hinterhöfe, inhabergeführte Cafés und charmante Boutiquen entdecken.

5.000 Jahre Kunstgeschichte auf 5.000 Quadratmetern

Das Kunstareal in der Münchner Maxvorstadt mit den drei Pinakotheken, der Glyptothek und dem Lenbachhaus sowie zahlreichen weiteren Museen, Hochschulen und Galerien, ist eines der bedeutendsten Kunstquartiere in ganz Europa. So zeigt beispielsweise die Alte Pinakothek als einziges Museum in Deutschland ein Gemälde von Leonardo da Vinci. Drumherum spielt sich seit jeher das studentische Leben im Umfeld der renommierten Münchner Universitäten ab. In einigen der Cafés der Maxvorstadt verkehrten bereits Bertolt Brecht, Rainer Maria Rilke und Wassily Kandinsky.

Das futuristische Futuro-Haus auf blauen Stelzen steht auf der Wiese vor der Alten Pinakothek in München; im Sonnenlicht sitzen und liegen Menschen auf dem Rasen.

Foto: Andreas Heddergott / München Tourismus

Ehemaliges Herbergsviertel und heutiges »Franzosenviertel«

Vor etwa 150 Jahren war Haidhausen ein klassisches Herbergsviertel. Die Menschen strömten damals aufgrund der aufkommenden Industrialisierung von ländlichen Gebieten in der Hoffnung auf sichere Arbeitsplätze in die Stadt und brauchten Wohnraum. Heute trägt ein Teil Haidhausens die Bezeichnung »Franzosenviertel«: Viele Straßen und Plätze sind nach französischen Städten und Regionen benannt, wie Balan, Sedan, Bordeaux und Belfort. Die dortigen Altbauwohnungen sind ausgesprochen begehrt, da das Viertel einen ganz besonderen Charme versprüht. Umgeben von Cafés, Restaurants und Lokalen, die zum Verweilen einladen, wird ein Nachmittag in Haidhausen schnell zu einer wohltuenden Auszeit.

Kleiner Stand mit Brunnen und Bronzestatue auf dem Wiener Platz in Haidhausen, daneben die Holzfassade der Bäckerei und Konditorei Margot's Boulangerie mit Außentischen auf dem Kopfsteinpflaster.

Foto: Sigi Müller / München Tourismus

Heimelige Dorf-Atmosphäre in Giesing

Wieso man sich in einer Großstadt mit mehr als 1,5 Millionen Menschen dennoch wie in einem Dorf fühlen kann, wird in Giesing erlebbar. Die Menschen im Viertel identifizieren sich sehr mit ihrem »Giasing« und leben teilweise schon jahrzehntelang dort. Eine große Rolle spielen vor allem der Fußball und die ausgeprägte Kneipenszene. Das Grünwalder Stadion, Heimat des TSV 1860 München und früher auch des FC Bayern, wird immer noch regelmäßig von Fußballfans aufgesucht und ist zu einer Ikone des Viertels geworden. Die zahlreichen »Boazn«, wie die Kneipen in München genannt werden, sind zudem ein Aushängeschild des Viertels mit ganz besonderem Charakter.

Blick von oben auf historische Häuser mit roten Dächern und blauen Fensterläden am Auer Mühlbach in Giesing, im Hintergrund der neugotische Turm der Mariahilfkirche.

Foto: Dietmar Denger / München Tourismus

The Spirit of ’72 – ein Stadtviertel mit olympischem Charme

1972 war München Gastgeber der XX. Olympischen Sommerspiele und stand im Fokus der internationalen Sportwelt. Eigens für die Spiele entstand der Olympiapark mit seinen Sportstätten und das Olympische Dorf mit den Unterkünften für die Athletinnen und Athleten. Beide sind heute Paradebeispiele für die gelungene Nachnutzung einer olympischen Sportstätte: Im Olympischen Dorf leben heute rund 6.000 Menschen. Studierende wohnen in den kleinen Bungalows – oft mit kreativen Graffitis an den Fassaden. Der Park ist mit seinen grünen Hügeln und dem Olympiasee bis heute ein beliebter Ort für Sport und Erholung. Daneben ziehen Sportveranstaltungen, Konzerte mit internationalen Top-Acts und zahlreiche weitere Attraktionen Millionen von Menschen in den Park mit seiner einzigartigen Zeltdach-Silhouette.

Luftaufnahme des Münchner Olympiageländes mit dem charakteristischen Zeltdach des Olympiastadions, dem Olympiaturm und dem Olympiasee sowie dem BMW-Vierzylinder-Hochhaus im Hintergrund.

Foto: Jan Saurer / München Tourismus

Das macht Münchens Stadtteile aus

Auf einem Streifzug durch München zeigt sich vor allem eines: Die bayerische Landeshauptstadt hat so viel mehr zu bieten als Schickeria, Oktoberfest und Brezn. Immer samstags und donnerstags geht es bei den Viertelliebe-Führungen auf Entdeckungsreise. Zur Wahl stehen Schwabing, die Maxvorstadt mit dem Kunstareal, Haidhausen, Neuhausen-Nymphenburg, Giesing, das Schlachthof- und das Bahnhofsviertel sowie der Olympiapark mit dem Olympischen Dorf. Von Juli bis September wird beim Viertelliebe-Sommerspecial ganz neu auch das Westend vorgestellt, bevor die Tour ab 2027 in den regulären Führungsturnus aufgenommen wird. München begegnet einem hier mit all seinen liebenswerten Gegensätzen: Boomtown und Millionendorf, altehrwürdig, aber auch familiär, zuweilen wild, laut – und immer bunt und liebenswert.
Mehr Informationen zu München und der Viertelliebe gibt’s auf www.einfach-muenchen.de.

Stadtpanorama der Münchner Innenstadt im goldenen Abendlicht mit den Türmen von Peterskirche, Frauenkirche, Neuem Rathaus und Heilig-Geist-Kirche über den roten Dächern der Altstadt.

Foto: Jörg Lutz / München Tourismus

Häufige Fragen zu Münchner Vierteln nach Jahreszeit

Welches Münchner Stadtviertel passt im Frühling besonders gut?

Im Frühling lädt Haidhausen mit seinen Altbauten, Cafés und ruhigen Plätzen zu entspannten Spaziergängen ein. Auch der Englische Garten und die Isar sind dann besonders schön für lange, leichte Tage in der Stadt.

Wo lohnt sich München im Sommer am meisten?

Im Sommer sind das Glockenbachviertel, der Gärtnerplatz und das Werksviertel besonders lebendig. Dort treffen sonnige Plätze, Terrassen, Rooftop-Spots und ein entspanntes Stadtgefühl aufeinander.

Welche Viertel in München eignen sich für einen Herbstbesuch?

Im Herbst machen Schwabing, das Schlachthofviertel und die Gegend rund um den Viktualienmarkt viel Freude. Dann passen gemütliche Cafés, Kultur und ein goldener Stadtspaziergang besonders gut zusammen.

Welche Viertel in München sind im Winter besonders attraktiv?

Im Winter entfalten die Altstadt, Maxvorstadt und das Glockenbachviertel ihren eigenen Charme. Museen, schöne Innenräume, gute Gastronomie und kurze Wege machen die Stadt in der kühleren Jahreszeit angenehm erlebbar. Als Winterviertel ist auch Neuhausen-Nymphenburg schön, da man, wenn es richtig kalt ist, auf dem Nymphenburger Kanal Eislaufen und Eisstockschießen kann.