Ob mit dem eigenen Auto über die Große-Belt-Brücke oder 45 Minuten mit der Fähre ab Puttgarden: Viele Wege führen nach Roskilde. Wer etwa mit dem Flieger in der dänischen Hauptstadt landet, der steigt direkt beim Flughafen in den Zug, wechselt einmal am Kopenhagener Hauptbahnhof Zug und Gleis und hat schon das Ziel Roskilde erreicht. Auch von Norddeutschland ist eine Zugreise ins Nachbarland eine relaxte Angelegenheit. Und ab 2031 kommt sogar der Fehmarnbelt-Tunnel dazu. So oder so: Willkommen im dänischen Fjordland!

Foto: Visit Fjordlandet/Søren Wesseltoft
Wer auf sonnige Stunden in der Natur hofft, der kommt am besten in den Sommermonaten Juni bis September und erfreut sich an den warmen Temperaturen. Aber natürlich hat auch jede andere Jahreszeit in Dänemark ihren Reiz. Spaziergänge entlang des nebelverhangenen Fjords im Spätherbst können mindestens so schön sein wie erste Frühlingsknospen im April.
Übernachten im Fjordland: Zwei Adressen mit Designanspruch
Wo aber unterkommen? Zentral in Nordseeland liegt das Skjalm Hvide Hotel. Es bietet neben 64 modernen Zimmern – darunter zwei Suiten und eine Ferienwohnung – die Möglichkeit, im hauseigenen Restaurant vorzüglich zu speisen. Die Küche lässt sich von saisonalen und lokalen Produkten inspirieren. Freitags und samstags können Gäste sich mit einem Drei-Gänge-Menü verwöhnen lassen.

Foto: Skjalm Hvide Hotel
Direkt am Roskilde-Fjord mit Blick auf die Förde und die Natur der Umgebung ist wiederum das Comwell Hotel Roskilde zu finden. In einigen der 159 stylishen Zimmer mit Blick in den Garten oder auch auf den Fjord kommen Design-Fans auf ihre Kosten. Beispiel gefällig? Ein Stingray mit dekorativ gemütlichem Fellbelag hat am Fenster den perfekten Platz bezogen. Der weiße Hartplastikschaukelstuhl von Thomas Pedersen für Fredericia mag auf den ersten Blick durch die harte Schale nicht besonders sitzkomfortabel erscheinen. Aber der Schein trügt. Hineingelegt in das breite Sitzgerät – und dann einfach nur leicht schaukeln. Da mag man gar nicht mehr aufstehen. Bester Platz!
Dom zu Roskilde: Letzte Ruhestätte von 37 dänischen Monarchen
Jetzt aber ins Getümmel. Der 1280 fertiggestellte Dom zu Roskilde, 1995 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt, gilt auch heute noch als eines der bedeutendsten Bauwerke des Landes. Die evangelisch-lutherische Volkskirche ist der erste gotische Dom Skandinaviens aus Backstein. Mehrere Millionen Backsteine, so heißt es, fanden Verwendung beim Bau. Das Gotteshaus ist außerdem der letzte Ruheort von 20 dänischen Königen und 17 Königinnen. Unter dem Motto »1.000 Jahre in einer Stunde« werden geführte Touren angeboten. Während der Touren wird klar, warum die jahrhundertealten roten Backsteine so fantastisch sind, wie die Kathedrale in katholischer Zeit war und was gotische Architektur eigentlich bedeutet. Natürlich wird darüber hinaus noch allerlei Wissenswertes über die dänische Monarchie vermittelt. Die Touren kosten etwa 950 Kronen, zuzüglich des regulären Eintritts von 80 Kronen für Erwachsene, und müssen unbedingt einen Monat im Voraus gebucht werden. Mehr unter roskildedomkirke.dk.

Foto: Frida Gregersen
Wer keine geführte Tour bucht, sollte unbedingt Zeit mitbringen und die zahlreichen Seitenkapellen anschauen. In einer der Seitenkapellen findet sich die sogenannte Königssäule. Auf dieser Säule sind die Körpergrößen diverser gekrönter Häupter markiert. Glaubt man dem Messverfahren, so wäre der dänische König Christian I. mit der überragenden Größe von 2,19 Metern durchs Leben geschritten. Der russische Zar Peter der Große mit immerhin zwei Metern. Die vormalige Königin Margarete II. ist mit 1,82 Metern auf der Säule verewigt.
Wikinger bis zum Umfallen: Königshalle und Wikingermuseum
Riesig ist auch der gut 600 Quadratmeter große Nachbau der Königshalle im »Sagnlandet Lejre«, dem Land der Legenden; gefunden wurden deren Überreste im drei Kilometer entfernten Gammel Lejre. Sie sieht ein bisschen so aus, als würde ein Wikingerschiff kopfüber an Land liegen. Wer das Fjordlandet in Dänemark besucht, sollte hier unbedingt vorbeischauen. In der Halle, die aus massiven dänischen Eichenstämmen gebaut wurde und die mit üppigen Holzbildhauereien geschmückt ist, wird die Vorstellung der Wikinger geradezu lebendig.

Foto: Kongehallen/Visit Fjordlandet
Noch mehr Kultur? Aber klar! »Hej, hej Wicki«, mag man beim Besuch des Wikingerschiffsmuseums in Roskilde singen. Hier dreht sich alles um Schiffe, Seefahrt, Bootsbaukultur und maritime Handwerke in Altertum und Mittelalter. In der reizvollen Atmosphäre des Hafenmilieus finden sich auch Rekonstruktionen von Wikingerschiffen, mit denen auch Fahrten unternommen werden können. Also ran an die Riemen und im Gleichschlag rudern!

Foto: Visit Fjordlandet
Im brutalistischen Betonbau – für Architektur-Fans übrigens eine wahre Augenweide – werden Filme über die Wikingerzeit vorgeführt und kostenlose Führungen in Dänisch und Englisch angeboten. Im Museums-Shop können Besucher herrliche kleine Mitbringsel für Daheimgebliebene entdecken. Wie wäre es mit einem Wikingerhelm für die Jüngsten oder einem Stück schwarz-weiße Birkenseife? Aber Achtung: Momentan wird im Museum umgebaut. Dennoch bleibt es für Besucher geöffnet, bis der Neubau planmäßig 2030 fertiggestellt ist.

Foto: Simone Sever
Willumsens Museum: Nach zwei Jahren Umbau wieder geöffnet
Zwei Jahre hat der Umbau gedauert, doch seit Anfang September ist das Willumsens Museum wieder geöffnet. Besucher können sich über modernisierte Einrichtungen und ein schniekes Café freuen. Und natürlich über das Lebenswerk des Malers J. F. Willumsen.

Foto: Willumsens Museum
Seine Werke polarisieren noch heute. Für die einen ist er der wohl bedeutendste Künstler, den Dänemark in dieser Zeit hervorbrachte. Andere stehen vor seinen Werken und fragen sich: Ist das Kunst oder kann das weg? Die Kunst liegt wie so häufig auch bei Willumsens Werken ganz klar im Auge des Betrachters. Also nichts wie hin, um sich ein eigenes Urteil zu bilden!

Foto: Simone Sever
Wer wiederum auf sportliche Aktionen steht, schaut bei Roskilde-Camping vorbei. Und wer immer schon mal in den Alltag eines Großkollektivs hineinspähen wollte, der stattet dem Großkollektiv Svanholm einen Besuch ab. Seit dem Jahr 1978 haben sich hier Menschen zusammengetan, die den Traum eines nachhaltigen Lebens verwirklichen möchten. Auf einer Fläche von 420 Hektar wohnen heute 70 Erwachsene und 30 Kinder. Die Inhaber betreiben neben der Biolandwirtschaft auch noch weitere Unternehmen. Unbedingt im ökologischen Café vorbeischauen und das selbstgemachte Eis mit Milch von glücklichen Kühen probieren.

Foto: Visit Fjordlandet
Schokolade und Bier: Zehnmal Weltmeister und ein Schokoladenbier
Jetzt aber was für den Magen: Flødeboller – das sind real gewordene Versuchungen, denen echte Naschkater und -katzen kaum widerstehen können. Bei Friis Holm Schokolade schmecken die wolkenweichen Verführungen gleich nochmal so gut. Aber auch die weltmeisterlich prämierte Schokolade, die in der Schokoladenfabrik von Mikkel Friis-Holm hergestellt wird, ist ein Seelenverführer. Kein Wunder, dass er bereits zehnmal bei den International Chocolate Awards, der Weltmeisterschaft der Schokoladenhersteller, als Sieger hervorgegangen ist. Also, wer gern ein Stück der besten Schokolade der Welt probieren möchte, der besucht Friis-Holm Chocolate.

Foto: Simone Sever
Gleich nebenan lockt die Verführung in flüssigem Zustand. Bei Herslevs wird Bier aus frischen Zutaten von den lokalen Feldern und Gärten gebraut. Am besten schmeckt das Bier in der hauseigenen Gastronomie. Dort fließt das gelbe Gold aus 16 verschiedenen Zapfhähnen; von Pilsner bis IPA, von alkoholfrei bis Vinter Morke mit neun Prozent Alkoholanteil. Das ist ein traditionsreiches »Landöl«, wobei Öl auf Dänisch Bier bedeutet. Und manchmal hecken die Macher der Schokoladenfabrik mit den Brauern von Herslevs auch ein Schokoladenbier aus. Skol! Auf das dänische Fjordland!

Foto: Visit Fjorlandet
Wer durch Geschäfte bummeln möchte, der sollte die Einkaufsstraßen Algade und Skomagergade in Roskilde aufsuchen. Diese eignen sich ganz hervorragend für ausdauernde Shopping-Stunden. Auch der Markt auf dem Platz »Stændertorvet« unweit des Doms von Roskilde ist einen Besuch wert. Mittwochs und samstags können Besucher hier frisches Obst und Gemüse, Blumen, Käse, frischen Fisch und Spezialitäten erstehen. Auch Stände mit Kunst, Antiquitäten, Kinderkleidung, Schmuck und anderem Nippes sind dabei.
Mehr Informationen
Auf der Website von Visit Fjordlandet gibt es weitere Informationen und Tipps für einen Aufenthalt.


