Dänemark

Dänisches Fjordland: Deshalb lohnt sich ein Ausflug rund um Roskilde

Dänemark ist nicht nur Kopenhagen. Eine unterschätzte Region bei unseren nördlichen Nachbarn hört auf den Namen Dänisches Fjordland. Warum du ruhig mal einen Ausflug Richtung Roskilde unternehmen könntest, erfährst du hier.

Foto: Daniel Overbeck/Visit Denmark

Ob mit dem eigenen Auto über die Große-Belt-Brücke oder 45 Minuten mit der Fähre ab Puttgarden: Viele Wege führen nach Roskilde. Wer etwa mit dem Flieger in der dänischen Hauptstadt landet, der steigt direkt beim Flughafen in den Zug, wechselt einmal am Kopenhagener Hauptbahnhof Zug und Gleis und hat schon das Ziel Roskilde erreicht. Auch von Norddeutschland ist eine Zugreise ins Nachbarland eine relaxte Angelegenheit. Und ab 2031 kommt sogar der Fehmarnbelt-Tunnel dazu. So oder so: Willkommen im dänischen Fjordland!

Sonnenuntergang im Roskilde Fjord in Dänemark

Foto: Visit Fjordlandet/Søren Wesseltoft

Wer auf sonnige Stunden in der Natur hofft, der kommt am besten in den Sommermonaten Juni bis September und erfreut sich an den warmen Temperaturen. Aber natürlich hat auch jede andere Jahreszeit in Dänemark ihren Reiz. Spaziergänge entlang des nebelverhangenen Fjords im Spätherbst können mindestens so schön sein wie erste Frühlingsknospen im April.

Übernachten im Fjordland: Zwei Adressen mit Designanspruch

Wo aber unterkommen? Zentral in Nordseeland liegt das Skjalm Hvide Hotel. Es bietet neben 64 modernen Zimmern – darunter zwei Suiten und eine Ferienwohnung – die Möglichkeit, im hauseigenen Restaurant vorzüglich zu speisen. Die Küche lässt sich von saisonalen und lokalen Produkten inspirieren. Freitags und samstags können Gäste sich mit einem Drei-Gänge-Menü verwöhnen lassen.

Dessert im Skjalm Hvide Hotel im Fjorlandet Dänemark

Foto: Skjalm Hvide Hotel

Direkt am Roskilde-Fjord mit Blick auf die Förde und die Natur der Umgebung ist wiederum das Comwell Hotel Roskilde zu finden. In einigen der 159 stylishen Zimmer mit Blick in den Garten oder auch auf den Fjord kommen Design-Fans auf ihre Kosten. Beispiel gefällig? Ein Stingray mit dekorativ gemütlichem Fellbelag hat am Fenster den perfekten Platz bezogen. Der weiße Hartplastikschaukelstuhl von Thomas Pedersen für Fredericia mag auf den ersten Blick durch die harte Schale nicht besonders sitzkomfortabel erscheinen. Aber der Schein trügt. Hineingelegt in das breite Sitzgerät – und dann einfach nur leicht schaukeln. Da mag man gar nicht mehr aufstehen. Bester Platz!

Dom zu Roskilde: Letzte Ruhestätte von 37 dänischen Monarchen

Jetzt aber ins Getümmel. Der 1280 fertiggestellte Dom zu Roskilde, 1995 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt, gilt auch heute noch als eines der bedeutendsten Bauwerke des Landes. Die evangelisch-lutherische Volkskirche ist der erste gotische Dom Skandinaviens aus Backstein. Mehrere Millionen Backsteine, so heißt es, fanden Verwendung beim Bau. Das Gotteshaus ist außerdem der letzte Ruheort von 20 dänischen Königen und 17 Königinnen. Unter dem Motto »1.000 Jahre in einer Stunde« werden geführte Touren angeboten. Während der Touren wird klar, warum die jahrhundertealten roten Backsteine so fantastisch sind, wie die Kathedrale in katholischer Zeit war und was gotische Architektur eigentlich bedeutet. Natürlich wird darüber hinaus noch allerlei Wissenswertes über die dänische Monarchie vermittelt. Die Touren kosten etwa 950 Kronen, zuzüglich des regulären Eintritts von 80 Kronen für Erwachsene, und müssen unbedingt einen Monat im Voraus gebucht werden. Mehr unter roskildedomkirke.dk.

Frau steht im Dom zu Riskilde vor einem aus weißem Marmor gearbeiteten Grab

Foto: Frida Gregersen

Wer keine geführte Tour bucht, sollte unbedingt Zeit mitbringen und die zahlreichen Seitenkapellen anschauen. In einer der Seitenkapellen findet sich die sogenannte Königssäule. Auf dieser Säule sind die Körpergrößen diverser gekrönter Häupter markiert. Glaubt man dem Messverfahren, so wäre der dänische König Christian I. mit der überragenden Größe von 2,19 Metern durchs Leben geschritten. Der russische Zar Peter der Große mit immerhin zwei Metern. Die vormalige Königin Margarete II. ist mit 1,82 Metern auf der Säule verewigt.

Wikinger bis zum Umfallen: Königshalle und Wikingermuseum

Riesig ist auch der gut 600 Quadratmeter große Nachbau der Königshalle im »Sagnlandet Lejre«, dem Land der Legenden; gefunden wurden deren Überreste im drei Kilometer entfernten Gammel Lejre. Sie sieht ein bisschen so aus, als würde ein Wikingerschiff kopfüber an Land liegen. Wer das Fjordlandet in Dänemark besucht, sollte hier unbedingt vorbeischauen. In der Halle, die aus massiven dänischen Eichenstämmen gebaut wurde und die mit üppigen Holzbildhauereien geschmückt ist, wird die Vorstellung der Wikinger geradezu lebendig.

Königshalle im Land der Legenden in Gammel Lejre

Foto: Kongehallen/Visit Fjordlandet

Noch mehr Kultur? Aber klar! »Hej, hej Wicki«, mag man beim Besuch des Wikingerschiffsmuseums in Roskilde singen. Hier dreht sich alles um Schiffe, Seefahrt, Bootsbaukultur und maritime Handwerke in Altertum und Mittelalter. In der reizvollen Atmosphäre des Hafenmilieus finden sich auch Rekonstruktionen von Wikingerschiffen, mit denen auch Fahrten unternommen werden können. Also ran an die Riemen und im Gleichschlag rudern!



Altes Wikingerschiff auf Fahrt vor dem Wikingerschiffsmuseum Roskilde

Foto: Visit Fjordlandet

Im brutalistischen Betonbau – für Architektur-Fans übrigens eine wahre Augenweide – werden Filme über die Wikingerzeit vorgeführt und kostenlose Führungen in Dänisch und Englisch angeboten. Im Museums-Shop können Besucher herrliche kleine Mitbringsel für Daheimgebliebene entdecken. Wie wäre es mit einem Wikingerhelm für die Jüngsten oder einem Stück schwarz-weiße Birkenseife? Aber Achtung: Momentan wird im Museum umgebaut. Dennoch bleibt es für Besucher geöffnet, bis der Neubau planmäßig 2030 fertiggestellt ist.

Wikingerschiffe im Wikingerschiffsmuseum Roskilde im dänischen Fjordland

Foto: Simone Sever

Willumsens Museum: Nach zwei Jahren Umbau wieder geöffnet

Zwei Jahre hat der Umbau gedauert, doch seit Anfang September ist das Willumsens Museum wieder geöffnet. Besucher können sich über modernisierte Einrichtungen und ein schniekes Café freuen. Und natürlich über das Lebenswerk des Malers J. F. Willumsen.

Der neue Eingangsbereich des Willumsens Museums in Dänemark

Foto: Willumsens Museum

Seine Werke polarisieren noch heute. Für die einen ist er der wohl bedeutendste Künstler, den Dänemark in dieser Zeit hervorbrachte. Andere stehen vor seinen Werken und fragen sich: Ist das Kunst oder kann das weg? Die Kunst liegt wie so häufig auch bei Willumsens Werken ganz klar im Auge des Betrachters. Also nichts wie hin, um sich ein eigenes Urteil zu bilden!

Werk von J.F. Willumsen im Museum

Foto: Simone Sever

Wer wiederum auf sportliche Aktionen steht, schaut bei Roskilde-Camping vorbei. Und wer immer schon mal in den Alltag eines Großkollektivs hineinspähen wollte, der stattet dem Großkollektiv Svanholm einen Besuch ab. Seit dem Jahr 1978 haben sich hier Menschen zusammengetan, die den Traum eines nachhaltigen Lebens verwirklichen möchten. Auf einer Fläche von 420 Hektar wohnen heute 70 Erwachsene und 30 Kinder. Die Inhaber betreiben neben der Biolandwirtschaft auch noch weitere Unternehmen. Unbedingt im ökologischen Café vorbeischauen und das selbstgemachte Eis mit Milch von glücklichen Kühen probieren.

Kajaker fahren im Fjordlandet Dänemark in den Sonnenuntergang

Foto: Visit Fjordlandet

Schokolade und Bier: Zehnmal Weltmeister und ein Schokoladenbier

Jetzt aber was für den Magen: Flødeboller – das sind real gewordene Versuchungen, denen echte Naschkater und -katzen kaum widerstehen können. Bei Friis Holm Schokolade schmecken die wolkenweichen Verführungen gleich nochmal so gut. Aber auch die weltmeisterlich prämierte Schokolade, die in der Schokoladenfabrik von Mikkel Friis-Holm hergestellt wird, ist ein Seelenverführer. Kein Wunder, dass er bereits zehnmal bei den International Chocolate Awards, der Weltmeisterschaft der Schokoladenhersteller, als Sieger hervorgegangen ist. Also, wer gern ein Stück der besten Schokolade der Welt probieren möchte, der besucht Friis-Holm Chocolate.

Eine Hand hält mehrere Probierstücke dänischer Schokolade, jedes in eine andere Farbe eingewickelt

Foto: Simone Sever

Gleich nebenan lockt die Verführung in flüssigem Zustand. Bei Herslevs wird Bier aus frischen Zutaten von den lokalen Feldern und Gärten gebraut. Am besten schmeckt das Bier in der hauseigenen Gastronomie. Dort fließt das gelbe Gold aus 16 verschiedenen Zapfhähnen; von Pilsner bis IPA, von alkoholfrei bis Vinter Morke mit neun Prozent Alkoholanteil. Das ist ein traditionsreiches »Landöl«, wobei Öl auf Dänisch Bier bedeutet. Und manchmal hecken die Macher der Schokoladenfabrik mit den Brauern von Herslevs auch ein Schokoladenbier aus. Skol! Auf das dänische Fjordland!

Eine Gruppe von Freunden sitzt vor der Herslev Brauerei und prostet sich zu

Foto: Visit Fjorlandet

Wer durch Geschäfte bummeln möchte, der sollte die Einkaufsstraßen Algade und Skomagergade in Roskilde aufsuchen. Diese eignen sich ganz hervorragend für ausdauernde Shopping-Stunden. Auch der Markt auf dem Platz »Stændertorvet« unweit des Doms von Roskilde ist einen Besuch wert. Mittwochs und samstags können Besucher hier frisches Obst und Gemüse, Blumen, Käse, frischen Fisch und Spezialitäten erstehen. Auch Stände mit Kunst, Antiquitäten, Kinderkleidung, Schmuck und anderem Nippes sind dabei.

Mehr Informationen

Auf der Website von Visit Fjordlandet gibt es weitere Informationen und Tipps für einen Aufenthalt.

Häufige Fragen

Wo liegt das Dänische Fjordland?
Auf Seeland, nordwestlich von Kopenhagen, rund um Roskilde Fjord und Isefjord. Die Region umfasst die drei Gebiete Roskilde, Lejre und Frederikssund, dazu die Halbinsel Hornsherred und den Nationalpark Skjoldungernes Land.
Wie ist die Anreise?
Von Kopenhagen fährt der Zug in rund 25 Minuten nach Roskilde, Lejre liegt an derselben Strecke, Frederikssund erreicht die S-Bahn. Vom Flughafen Kastrup geht es mit einem Umstieg am Hauptbahnhof weiter. Mit dem Auto führt der Weg über die Fähre Puttgarden-Rødby oder über Jütland und die Große-Belt-Brücke.
Was sind typische Spezialitäten im Dänischen Fjordland?
Fisch aus dem Fjord und Produkte vom Hof. In Lejre braut Herslev Bryghus Biersorten aus eigenem Bio-Getreide, in Roskilde stellt Snoremark Met und Cider aus einer Bio-Apfelplantage her. Dazu kommen Schokolade von Frellsen, Wein vom Gut LangeLinie bei Frederikssund und Hofläden wie Hegnsholt.
Simone Sever
Vor allem Big City Lights und Traumhotels locken Simone zu jeder Jahreszeit aus ihrem Hamburger Heimathafen hinaus in die weite Welt. Ob Orient oder Okzident, Nord- oder Südhalbkugel, Ost oder West, kalt oder warm … Wetter ist Nebensache, weiß die Hamburgerin mit Flugangst, denn jeder Ort der Welt hat seine eigene Schönheit. Simones Lieblingsspiel: Ich packe meinen Koffer. Ihr Erkennungszeichen: stets tip top manikürte Nägel. Ihr Motto besonders für Flugreisetage: Vor dem nächsten Traumziel liegt der Weg!