Ob Profi-Musiker mit Grammy im Gepäck oder Hobby-DJ mit Vinylleidenschaft – wer unterwegs nicht auf Beats, Bässe oder brillante Akustik verzichten möchte, findet in diesen Hotels nicht nur ein Bett, sondern einen ganzen Klangkosmos.
Six Senses Ibiza: Ein Tonstudio hinter einer Geheimtür
Ibiza ist nicht nur Sonnenuntergang und elektronisches Chillout à la Café del Mar. Auf Ibiza versteckt sich in der Cave Royale Suite des »Six Senses Ibiza« ein echtes Wunderwerk perfekt für Musikreisen: ein professionelles Tonstudio hinter einer geheimen Tür. Ja, wirklich. Mit Klavier, Soundingenieur, Studiomanager und allem Drum und Dran. Hier haben schon Singer-Songwriter ihre Demos aufgenommen, andere haben einfach nur mit Blick auf die Bucht von Cala Xarraca das Hi-Fi-System aufgedreht und sich in die freistehende Badewanne gelegt.
Die Suite selbst ist fast schon ein Kunstwerk: 300 Quadratmeter mit Naturmaterialien, einem überdimensionalen Bett, einer privaten Bar und einer Terrasse, die fast selbst ein Konzert wert wäre. Wer sagt, kreative Prozesse brauchen chaotische Garagen, war noch nie hier. Und auch das restliche Hotel ist wirklich fein!

Tonstudio in der Cave Royale Suite des »Six Senses Ibiza« I Foto: Fernando Marroquin
nhow Berlin: Zwei Tonstudios in 36 Metern Höhe über der Spree
Berlin rockt, und »nhow Berlin« macht es hörbar. In zwei Tonstudios in 36 Metern Höhe mit Panoramablick über die Spree produzieren Musiker ganze Alben oder Podcast-Folgen mit Anspruch. Die Studios sind direkt mit den Suiten verbunden, falls man nachts um zwei die zündende Idee hat und direkt aufnehmen will.
Das Hotel selbst ist ein Pop-Art-Tempel mit knalligen Farben, Gitarren-Room-Service (Gibson!) und Event-Flair – perfekt für Musikreisen. Wer also schon immer mal ein Interview mit sich selbst führen oder seine eigene Record-Release-Party feiern wollte: Bühne frei. Und Ton ab.
Hier geht es zur Webseite des »nhow Berlin«.

Im nhow Berlin gibt es einen Gitarren-Room-Service – Gibson bringt dann gerne die gewünschte Gitarre | Foto: nhow/Milano Artist
Il Sereno: Eine Suite, die allein dem Zuhören gewidmet ist
Das »Il Sereno Lago di Como« hat das vielleicht persönlichste Sound-Erlebnis Europas geschaffen: eine Suite, die nur einem gewidmet ist – dem Zuhören. Die Darsena Listening Suite ist kein Raum, sondern eine Atmosphäre. Entworfen vom audiophilen Hotelier Luis Contreras und Designerin Patricia Urquiola, trifft hier High-Fidelity auf Interieur-Träume.
Mit Klipsch-La-Scala-Lautsprechern, einem McIntosh-Röhrenverstärker, Thorens-Plattenspieler und einem legendären Revox-Tonbandgerät klingt Musik hier nicht einfach gut – sie klingt richtig. Gäste dürfen ihre Lieblingsplatten im Voraus der Musikreisen wünschen. Diese werden dann nicht nur abgespielt, sondern in die hoteleigene Sammlung aufgenommen. Begleitet wird das Ganze von Degustationsmenüs, die wie musikalische Sätze komponiert sind. Zitrusnoten plus Streicher? Trüffel plus Jazz? Willkommen in der Symphonie des guten Lebens.
Hier geht es zur Webseite des »Il Sereno Lago di Como«.

Die Darsena Listening Suite im Il Sereno Como | Foto: Ted Gushue
Memphis: Eine Suite im Zeichen von Stax Records
Einst ein Bahnhof, heute ein musikalisches Denkmal: Das »Central Station Hotel« in Memphis ist so tief in Musikgeschichte verwurzelt, dass selbst der Teppich groovt. Vinylplatten an den Wänden, ein DJ, der in der Lounge fast täglich Klassiker und Raritäten spielt, und eine Suite, die »Stax Records« lebt.
Die Stax Suite ist ein bi-level-Raum mit DJ-Set, ausgewählten LPs und Souvenirs aus der goldenen Ära des Souls. Wer mag, kann selbst zur Vinyl-Selectorin werden. Oder einfach bei einem Drink der Musik lauschen, die Memphis zur Legende gemacht hat. Und als Bonus: Frühstück direkt gegenüber im legendären Arcade Restaurant, wo auch Elvis regelmäßig seinen Morgenkaffee nahm.
Hier geht es zur Webseite des Central Station Hotel Memphis.

Foto: Central Station Hotel Memphis
San Antonio: Hier nahm Robert Johnson 1936 seine Klassiker auf
Hier wurde Musikgeschichte geschrieben. Oder besser gesagt: aufgenommen. Denn 1936 nahm Blues-Legende Robert Johnson im damals schon mehr als 25 Jahre alten »The Gunter Hotel« in San Antonio einige zeitlose Klassiker wie »Sweet Home Chicago« oder »Cross Road Blues« auf. Und noch heute finden Besucher auf ihren Zimmern sein erstes Album auf Platte, nebst dafür nötigem Plattenspieler.
Und nicht nur in den Zimmern und Suiten des 2025 nach umfassender Renovierung wiedereröffneten Hotels: Zum Haus gehören unter anderem ein eigenes Studio sowie eine mehr als 900 Platten umfassende Musikbibliothek, in der Gäste sich den Soundtrack für ihren Tag aussuchen können. Die im Stile des Beaux-Arts neu gestalteten Innenräume tun ihr Übriges, dass jeder Gast sich wie ein echter Musikstar fühlen kann.
Hier geht es zur Website des The Gunter Hotel.

Die Vinyl Library | Foto: The Gunter Hotel, San Antonio Riverwalk, a Tribute Portfolio Hotel
Mallorca: Clueso hat ein Tonstudio ins Schwimmbecken gebaut
Wo früher Hotelgäste ihre Bahnen zogen, entsteht heute Musik: Im ehemaligen Schwimmbecken des »Bikini Island & Mountain Hotel Es Trenc« an der Südküste Mallorcas steckt das Studio C, ein vollwertiges Tonstudio samt Regie und Studio-Lounge. Eingerichtet hat es Clueso gemeinsam mit den Machern des Hauses. Der Erfurter Popstar arbeitet hier am zweiten Teil seines Doppelalbums »Déjà Vué« und hat das Hotel zu seiner zweiten Heimat für die kommenden Jahre erklärt. Sein Rezept gegen Albumdruck klingt simpel: vormittags an Texten feilen, nachmittags nach einem Sprung ins Meer zurück ans Mischpult.
Perspektivisch soll das Studio auch anderen Musikerinnen und Musikern offenstehen und irgendwann sogar Hotelgästen. Wer also schon immer einen Song im Pool aufnehmen wollte: Badehose an, Mikro an. Das Haus liegt in Colònia de Sant Jordi, ein paar Schritte vom Naturstrand Es Trenc entfernt, und zeigt sich im Sixties-Boho-Look mit Rattan und viel Pflanzengrün. Die rund 130 Zimmer sind Erwachsenen vorbehalten, auf der Poolterrasse kocht Haya Molchos Neni. Zum einjährigen Jubiläum stand Clueso hier übrigens selbst auf der Bühne. Vielleicht klingt das neue Album am Ende ein wenig nach Salzwasser.
Hier geht es zur Website des Bikini Island.

Foto: BIKINI ISLAND & MOUNTAIN HOTELS

