Der Gardasee zieht im Sommer Millionen Besucher an. Garda Trentino, der nördliche Zipfel des Sees im Trentino, gehört zu den am wenigsten überlaufenen Teilen davon. Und wer sich ein paar Kilometer ins Hinterland begibt, findet dort auch noch eine ganz besondere Wasserwelt: türkisfarbene Bergseen, kühle Wasserfälle und stille Schluchten, die ein echter Geheimtipp für heiße Tage sind!

Wer im Sommer einen Parkplatz am Gardasee finden will, hat zwei Optionen: früh aufstehen oder woanders hinfahren. Im Ledro-Tal, nur 20 Minuten von der Gemeinde Riva del Garda am Gardasee entfernt, gibt es dieses Problem nicht. Das Wasser hat bis zu 24 Grad, die Wiesen am Ufer sind grün – und am frühen Morgen gehören die Gewässer dort einem fast allein.

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Der Ledrosee gehört gemeinsam mit dem Tennosee zum Unesco-Biosphärenreservat Alpi Ledrensi e Judicaria. Beide tragen die Blaue Flagge der Foundation for Environmental Education, vergeben für hohe Standards bei Wasserqualität, Umweltmanagement und Sicherheit. Auch der Terlago- und der Lamarsee halten diese Auszeichnung.

Ledrosee aus der Vogelperspektive mit türkisblauem Wasser, Garda Trentino

Foto: Garda Dolomiti AG

Der Tennosee beeindruckt mit seiner türkisblauen Farbe Der See liegt still zwischen Wäldern, das Ufer ist weitgehend unverbaut. Am Ledrosee geht es lebhafter zu. SUP-Paddler, Segler, Windsurfer und Wakeboarder flitzen über das Wasser, und in den Wildbächen des Tals findet sich Gelände für Canyoning.

Kajakfahren auf dem Ledrosee vor dem Bergpanorama in Garda Trentino

Foto: Garda Dolomiti AG

Kein Wassersportler? Kein Problem. Garda Trentino hat genug für alle, die ihren Urlaub lieber auf trockenen Pfaden verbringen.

Wasserfälle in Garda Trentino: 3 Wanderungen, die kaum jemand kennt

Die meisten Wanderer suchen Routen nach Höhenmetern und Aussichtspunkten aus. Ob am Ende etwas Abkühlung wartet, steht selten in der Beschreibung. Beim Rundweg entlang der alten römischen Straße nach Croina ist das anders. Fast durchgehend am Wasser entlang führt der Weg vorbei am Bach Massangla und der alten Bugatini-Wassermühle bis zum Gorg d’Abiss oberhalb von Tiarno di Sotto. Das in den Felsen eingelassene Naturbecken am Fuß des Wasserfalls ist im Hochsommer das eigentliche Ziel.

Familie am Wasserfall Gorg d'Abiss bei Tiarno di Sotto, Garda Trentino

Foto: Garda Dolomiti AG

Gemächlich geht es auf dem Wanderweg Roggia di Calavino in der Valle dei Laghi zu. Historische Bewässerungsgräben führen durch ruhiges Gelände, mehrere kleine Wasserfälle säumen den Weg, größere Anstiege bleiben aus.

Etwas aus der Reihe fällt die Tour rund um den Wasserfall Rio Bianco bei Stenico, denn sie verbindet zwei Dinge, die hier kaum jemand zusammen erwartet: Natur und Freilichtkunst. Ein unbefestigter Weg führt vom Ort zum Wasserfall und einem botanischen Garten mit Naturlehrpfad. Wer danach noch Lust hat, erreicht das Freilichtkunstprojekt Bosco Arte Stenico, das Skulpturen und Installationen in den Wald des Naturparks Adamello-Brenta einbettet.

Wanderer an einem Wasserfall am Gardasee im Trentino

Foto: Garda Dolomiti AG

Klettersteig am Wasserfall: Was steckt hinter dem Rio Ruzza bei Ballino?

Anspruchsvolle Wanderer sind auf dem Klettersteig »Signora delle Acque« am Rio Ruzza bei Ballino richtig aufgehoben. Der Wasserfall stürzt 100 Meter in die Tiefe, die gesicherte Route klettert abwechselnd links und rechts davon hoch, immer im nassen Sprühnebel. Technische Klettersteig-Erfahrung ist Voraussetzung, der Ausblick auf das fallende Wasser aus nächster Nähe die Belohnung.

Kletterer am Wasserfall Rio Ruzza bei Ballino, Klettersteig Gardasee

Foto: Garda Dolomiti AG

Cascata del Ponale: Wie kommt man zum versteckten Wasserfall in Riva del Garda?

Der wohl versteckteste Wasserfall der Region lässt sich weder zu Fuß noch mit dem Auto erreichen. Der Cascata del Ponale in Riva del Garda öffnet sich nur vom Wasser aus. Auf der Karte taucht er nicht auf, von der Straße aus ist er nicht zu sehen. Vom Strand in Purfina geht es mit dem SUP an der Felswand der Rocchetta entlang, vorbei an kleinen türkisblauen Buchten, bis zum alten Ponale-Hafen, wo der Wasserfall in einer Felsspalte auftaucht. Einmal gesehen, versteht man, warum er sich so hartnäckig als Geheimtipp hält.

Cascata del Ponale in Riva del Garda, per SUP erreichbarer Wasserfall am Gardasee

Foto: Garda Dolomiti AG

Alle Touren und Wanderhinweise gibt es auf der Touristeninformationsseite.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Reisezeit für Garda Trentino?

Mai bis Oktober ist die Hauptsaison. Wer Wassersport bevorzugt, ist im Hochsommer richtig, Frühling und Herbst sind ruhiger und angenehmer zum Wandern.

Wie reist man am besten nach Garda Trentino an?

Mit dem Auto über den Brenner oder Reschenpass. Die nächsten Flughäfen sind Verona und Innsbruck, von beiden ist Riva del Garda in rund einer Stunde erreichbar.

Braucht man für den Klettersteig »Signora delle Acque« eine Ausrüstung?

Klettersteigset mit Bandschlinge und Karabiner, Helm und festes Schuhwerk sind Pflicht. Leihausrüstung ist vor Ort verfügbar.

Sind die Seen in Garda Trentino familienfreundlich?

Ledrosee und Tenno-See eignen sich gut für Familien: flache Ufer, ruhiges Wasser und eine gute Infrastruktur am Ufer.

Gibt es geführte SUP-Touren zum Cascata del Ponale?

Lokale Anbieter in Riva del Garda organisieren geführte SUP-Touren zum Cascata del Ponale. Buchung vor Ort oder über die Touristeninformation empfohlen.