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Es muss nicht immer die legendäre Costa Smeralda oder der Golfo Aranci im Nordosten Sardiniens sein. Denn Italiens zweitgrößte Insel lockt an ihrer Westküste mit wunderschönen Stränden mit tiefblauem Wasser. Während sich an der Costa Smeralda Yachten und Beachclubs aneinanderreihen, zeigt sich die Westküste Sardiniens vielerorts noch wunderbar unaufgeregt – rauer, leerer und ein kleines bisschen wilder. Karibikfeeling garantiert! Wir zeigen dir fünf Traumstrände an der Westküste Sardiniens, für die du aber dringend einen Mietwagen brauchst.

Spiaggia di Is Arutas: ein Rausch der Farben

Auf der Sinis-Halbinsel nordwestlich von Oristano glitzert der Sand in tausend Pastelltönen. Zusammen mit dem türkisblauen Meer erinnert die Szenerie fast an die märchenhaft bunte Kulisse eines Disneyfilms. Da der rund 500 Meter lange Strand aus unzähligen kleinen Quarzkörnern besteht, wird er auch Spiaggia di Riso, also Reisstrand, genannt. An windigen Tagen türmen sich hier beachtliche Wellen, was Surfer und Wellenfans freut, Familien mit kleineren Kindern aber eher zu einem Besuch an ruhigeren Tagen oder zu den geschützteren Nachbarbuchten Mari Ermi und Maimoni motiviert.

Surfer an der Westküste Sardiniens.

Foto: Mohamed Hamdi

Zwei kleine hölzerne Buden bieten am weitgehend naturbelassenen Strand Erfrischungen und Snacks an. Übrigens: Is Arutas ist ein beliebtes Surferrevier und auch Vierbeiner sind hier herzlich willkommen. Parkplätze liegen praktischerweise direkt oberhalb des Strandes, in der Hochsaison sind sie jedoch früh belegt. Wer vor zehn Uhr kommt, spart sich das Kreisen.

Arutas Beach in Sardinien

Foto: gevision/Shutterstock.com

La Pelosa: ein Traum in Weiß

Kommt dir La Pelosa irgendwie bekannt vor? Kein Wunder, denn vor dieser Traumkulisse werden regelmäßig Werbespots gedreht. Der 350 Meter lange Küstenabschnitt liegt, umgeben von wilder Macchia, nur zwei Kilometer vom verschlafenen Örtchen Stintino entfernt und ist ein idealer Familienstrand.

Um den feinen Sand zu schützen, ist die Besucherzahl inzwischen begrenzt; in der Hauptsaison fällt eine kleine Gebühr an, und Handtücher sollen auf Matten liegen, damit der Pudersand nicht nach und nach in Taschen und Rucksäcken verschwindet. Man erreicht ihn problemlos mit dem Auto und der schneeweiße Sandstrand fällt besonders flach ins Meer ab. Hier können also auch die Kleinsten gefahrlos plantschen. Das glasklare Wasser bietet zudem Schnorchlern und Tauchern ideale Bedingungen. Wer mehr als nur im Meer planschen möchte, kombiniert den Strandtag mit einem Ausflug in den Nationalpark Asinara – Boote legen in der Umgebung ab und zeigen die wilde Schwesterküste von ihrer schönsten Seite.

Postkartenidylle am Pelosa Beach

Foto: Matej Kastelic/Shutterstock.com

S’Abba Truche: Strandvergnügen hoch drei

Schon die Anfahrt auf der gewundenen Küstenstraße von Alghero nach Bosa fasziniert mit spektakulären Ausblicken auf die wildromantische Landschaft. Die Strecke gilt als eine der spektakulärsten Panoramarouten Sardiniens. Hier ist schon die Anfahrt zum kleinen Fotostopp-Marathon. Der Strand von S’Abba Truche selbst teilt sich in drei windgeschützte Buchten, von denen flache Felsformationen ins azurblaue Meer ragen. Ein paar Felsen gehören hier zum Weg ins Wasser dazu, Badeschuhe sind deshalb kein Stilbruch, sondern eine ziemlich gute Idee.

Ein fröhliches Paar unter einem Sonnenschirm.

Foto: Renato Lelal

Selbst im August finden sich hier nur wenige bunte Sonnenschirme, die man an der charmanten Strandbar mieten kann. Im Schatten der Pergola kann man entspannt bei einem kühlen Glas Vermentino die milde Abendsonne genießen.

Strand an der Westküste von Sardinien

Foto: Gabriele Maltinti/ Shutterstock.com


Hier liest du außerdem, warum wir Sardinien sonst noch lieben.


Santa Caterina di Pittinuro: filmreifer Sonnenuntergang

Von der Punta Cagaragas bis zur Landzunge von Torre Pittinuri erstreckt sich zwischen steil aufragenden Kalksteinfelsen der beschauliche Strand von Santa Caterina. Im gleichnamigen Dorf geht es ausgesprochen gemächlich zu: ein paar Bars, eine Handvoll Trattorien, viel Meerblick – mehr braucht es hier nicht für den Aperitivo vor dem Sonnenuntergang. Mit seinem feinen gelben bis rötlichen Sand, der immer wieder von bizarren Steinformationen und bunten Kiesabschnitten unterbrochen wird, zählt er zu den berühmtesten am Golf von Oristano. Der breite Strand und das tiefblaue ruhige Meer sind auch für kleinere Badefans bestens geeignet.

Tipp für Romantiker: Mit Picknickkorb den unvergleichlichen Sonnenuntergang zu zweit genießen. Im Juli und August ist die Bucht gut besucht, doch im späten Frühling und frühen Herbst wirkt Santa Caterina fast wie eine private Filmkulisse, in der die Statisten gerade Pause machen.

Santa Caterina Strand in Sardinien

Foto: JohnKruger/Shutterstock.com

Punta Foghe: auf Schusters Rappen

Zwar ist der Fußmarsch zum Strand von Punta Foghe ganz schön schweißtreibend, doch dafür wird man mit einer der spektakulärsten Badebuchten an der Westküste von Sardinien belohnt. Von einem alten aragonesischen Wehrturm führen nur zwei schmale Trampelpfade durch duftende Macchia hinab in die Mündungsbucht von Mar di Sardegna und Riu Mannu. Der schmale Pfad hinunter ist steil und sonnig, Trittsicherheit ist also genauso gefragt wie eine gut gefüllte Wasserflasche, denn Schatten gibt es unten kaum.

Frau schwimmt im Pool

Foto: Drew Dau

Hier erwarten Badenixen und Sonnenanbeter einen einsamen Kiesstrand mit natürlichen Höhlen, überragt von schroffen Felsvorsprüngen. Die außerordentlich vielfältige Unterwasserwelt lockt auch Taucher und Schnorchler an. Wer an der Westküste Sardiniens eher Einsamkeit als Beach-Bar-Beschallung sucht, wird hier eher fündig als an den perfekten Postkartenstränden der Insel.

Punta Foghe aus der Vogelperspektive

Foto: Gabriele Maltinti/ Shutterstock.com

Weitere Informationen über die Mittelmeer-Insel findet ihr auf der Website von Sardegna Turismo.

FAQ zur Westküste Sardiniens

Wann ist die beste Reisezeit für die Westküste Sardiniens?

Für Strandhopping entlang der Westküste eignen sich besonders Mai und Juni sowie September und der frühe Oktober. Es ist sommerlich warm, das Meer hat angenehme Badetemperaturen und an den Stränden bleibt noch genügend Platz für das eigene Handtuch. Im Juli und August klettern dagegen nicht nur die Temperaturen, sondern auch Preise und Besucherzahlen in die Höhe.

Brauche ich einen Mietwagen, um diese Strände zu erreichen?

Kurz gesagt: ja. Viele der schönsten Buchten liegen abseits größerer Orte, und Busse fahren selten so, wie man sich das wünscht. Mit Mietwagen bist du flexibel, kannst spontan auf Wind, Wellen und Stimmung reagieren und mehrere Strände bequem an einem Tag kombinieren.

Welche Orte eignen sich als Ausgangspunkt für eine Reise an die Westküste?

Für den nördlichen Teil mit La Pelosa und der Traumstraße Richtung Bosa bieten sich Stintino, Alghero oder Bosa als Ausgangspunkte an. Rund um den Golf von Oristano – etwa in und um Oristano oder in kleineren Küstenorten auf der Sinis-Halbinsel – bist du gut aufgehoben, wenn du Is Arutas, Santa Caterina oder Punta Foghe entdecken möchtest.

Sind die Strände an der Westküste kinderfreundlich?

Viele Buchten punkten mit flach abfallendem Wasser und feinem Sand, sodass auch kleinere Wasserratten auf ihre Kosten kommen – allen voran familienfreundliche Klassiker wie La Pelosa oder Santa Caterina. An exponierteren Abschnitten kann der Wellengang allerdings kräftiger sein; mit Kindern lohnt es sich, auf windärmere Tage und geschütztere Buchten zu setzen.

Wie unterscheidet sich die Westküste von der Costa Smeralda?

Während an der Costa Smeralda Yachten, Beachclubs und mondäne Adressen den Ton angeben, wirkt die Westküste ursprünglicher und entspannter. Hier dominieren Steilküsten, kleine Orte und naturbelassene Buchten. Perfekt für alle, die lieber »Dolce far niente« als »Sehen und gesehen werden« auf dem Programm haben.

Was sollte ich in puncto Umweltschutz und Regeln beachten?

Viele Strände, etwa die legendären »Reisstrände«, stehen unter besonderem Schutz; Sand und Kies als Souvenir mitzunehmen ist tabu und kann mit hohen Strafen geahndet werden. Generell gilt: Beschilderung beachten, Dünen nicht betreten, Müll wieder mitnehmen und auf ein dezentes Strandleben achten – so bleibt das Paradies auch für die nächsten Sommer erhalten.

Eignen sich die Strände für Schnorcheln und Wassersport?

Ja! In den felsigeren Abschnitten lohnt sich eine einfache Schnorchelausrüstung im Gepäck.  Je nach Wind und Lage finden auch Surf- und Bodyboard-Fans ihre Spots. In den geschützteren Buchten macht auch Stand-up-Paddling Spaß.