Glamp Sandridge - Alison Cosker

– Campen de Luxe

Ein Zelt, ein Schlafsack und das Zirpen der Grillen zur Unterhaltung? Camping ist nicht jedermanns Sache. Gut, dass sich der Faktor Glamour dazu geschlichen hat – und aus Camping Glamping geworden ist. Auch an entlegenen Fleckchen in Tasmanien lässt es sich wunderbar in Luxus-Zelten übernachten.

Zelten, aber gleichzeitig auf den morgendlichen Cappuccino und eine warme Dusche nicht verzichten müssen, das ist das sogenannte Glamping. Hinzu kommt, dass man sich auf bequeme Matratzen und weiche Kissen bettet. In manchen Camps gibt es sogar einen eigenen Koch, der aus den frischen Zutaten der Insel erstklassige Menüs zubereitet.

Zum Glück: Kaffee am Morgen – Clem Onojeghuo

Glamp Sandridge

Glamp Sandridge im Norden Tasmaniens etwa ist weit mehr als ein Campingplatz – in einer Lichtung inmitten von rund zwei Quadratkilometern privatem Wald stehen hier acht luxuriöse Zelte, die keine Wünsche offenlassen.

Queen-Size-Betten mit hochwertiger Bettwäsche, ein kleiner Holzofen und eine Terrasse, die bis zum Horizont reicht. Duschen und WCs sind in einem eigenen kleinen Haus, lassen aber auch an Luxus nichts vermissen. Eine Feuerstelle ist in den Boden eingelassen, drumherum die klassischen Adirondack-Stühle – nun braucht es nur noch einen langen Stock, um Marshmallows über der Flamme zu rösten.

Wer es noch ein bisschen exquisiter mag, bucht das Bridezilla-Zelt. Darin ist nicht nur das Bett ein Kingsize, sondern es gibt auch eine tiefe Kupferwanne mit freiem Blick in den umliegenden Wald mit seinen Wombats und Wallabys

Marshmallows und Lagerfeuer – Hanna Morris

Bay of Fires Bush Retreat

Sandige Füße und Salz im Haar gehören zum Dresscode im Bay of Fires Bush Retreat im Nordosten der Insel.

Das Boutique-Glam-Camp ist ein herrlicher Ausgangspunkt, um die Bay of Fires und die Binalong Bay mit ihren kilometerlangen Stränden zu erkunden, zu einer Wanderung oder einer Mountainbiketour zu starten.

Zurück im Camp warten ein warmes Feuer, gemütliche Gartenstühle, ein leckeres Essen und phantastische Geschichten auf müde Wanderer – und Camphund Bo freut sich auch über ein paar Streicheleinheiten.

Komfortables Campen am Strand in gemütlichen Zelten, Duschen und ein Koch, der immer wieder an seiner Räucherstation gefunden werden kann – im Bay of Fires Bush Retreat mangelt es an nichts. Und wem nach Kochen ist, der stellt sich selbst in die Küche. Oder bereitet das Abendessen, ganz Bush-style, über dem Feuer zu.

Lisa Kuilenburg

Wington's Glamping

Sunset Boulevard heißt bezeichnenderweise die Straße, die zum Wington‘s Glamping  im Norden der Insel führt.

In den Zelten und der Umgebung scheint man ein bisschen aus der Zeit gefallen, sie erinnern an die üppig ausstaffierten Safari-Filme der 1930-er Jahre. Grand Touring auch im Inneren: Perserteppiche, Schrankkoffer und das Flair der guten alten Zeit schaffen eine ganz besondere Atmosphäre. Doch neben den Fell-Überwürfen und Holzöfen gibt es auch ganz moderne Teile in den großzügig bemessenen Zelten: Bose-Lautsprecher und gemütliche Queensize-Betten zum Beispiel.

Wenn es dunkel wird, wird das Zelt zur Leinwand, auf die Filme projiziert werden können. Dann bleibt nur noch, sich vor den Holzofen zu kuscheln und an süßen Schokoladentrüffeln zu knabbern. Neben ihrer Abenteuerlust brauchen Gäste hier nur für ihre Mahlzeiten zu sorgen und gemütliche Kleidung mitzubringen, um in der Nacht den Sternenhimmel zu betrachten. Und am Morgen kann man eine Badehose gut gebrauchen, um mit dem Kajak eine Runde auf dem Tamar River zu drehen. 

Abenteuer pur- eine Kajak-Tour – Dudarev Mikhail/Shutterstock.com

Truffle Lodge

Wer in der Truffle Lodge übernachtet, sieht ebenfalls in der Früh als erstes einen Fluss – doch dieser Boutique-Glamping Retreat liegt am Derwent in der Nähe der Hauptstadt Hobart und unweit einer der ersten Trüffelplantagen Australiens.

Jedes Zelt im Safari-Style ist mit einem Kingsize-Bett, einer freistehenden Badewanne aus Holz und einer Regendusche ausgestattet. Auf dem Weg zum Kajak kann es leicht passieren, dass einem ein Schnabeltier über den Weg läuft. Buschluxus bedeutet in der Eco-Lodge, am Abend an der Feuerstelle zu sitzen und mit anderen Reisenden richtig gute Gespräche zu führen – oder eine Schallplatte aufzulegen und ein bisschen nostalgisch zu werden. 

Wundervoller Luxus in der Truffle Lodge

Southwest Wilderness Camp

Viel einsamer wird’s auch in Tasmanien nicht als im Southwest Wilderness Camp. Keine Straßen, keine Geschäfte, keine Zeichen von Zivilisation – wer hierher kommt, der ist tatsächlich allein auf weiter Flur.

Mit sich und den paar Mitreisenden, die mit dem Flugzeug erst von Hobart aus in die verlassene alte Bergbausiedlung Melaleuca gebracht werden. Von dort aus geht es per Boot weiter zum Camp im Regenwald, am Ufer des Bathurst Harbour.

Die Hütten sind aus Segeltuch – klein, aber fein. Und es gibt eine Menge zu entdecken: man kann durch die Natur wandern und auf Berge steigen, nach Port Davey fahren und die alten »Huon-Pine«- Wälder entlang des Old River in Augenschein nehmen – denn »Lagarostrobus franklinii« ist ein Baum, den es nur an diesem Ende der Welt gibt. Sonst nirgends.

Und wer von soviel Nichts angemessen beeindruckt ist, den erwartet im Camp noch eine Überraschung. Denn allabendlich kochen die Gastgeber hier schmackhafte Dinner mit frischen Produkten aus Tasmanien. 

Dinner unter Sternen – Rawpixel.com/Shutterstock.com

Scamander Sanctuary Holiday Park

Im Scamander Sanctuary Holiday Park werden Glamper vom sanften Rauschen der Wellen am Steels Beach im Nordosten Tasmaniens geweckt.  Schwimmen, Surfen, Paddleboarding – hier kriegt der Frühsport eine ganz neue (nasse) Dimension.

Auch hier sind die Zelte mehr als gemütlich eingerichtet, es gibt sogar eine Mikrowelle und eine Kaffeemaschine neben dem Bett. Wer kochen will, kann das in der Gemeinschaftsküche des Holiday Park tun.

Vom Camp aus braucht man rund eine Stunde zur Bay of Fires und ist noch schneller in Bicheno, wo jeden Abend kleine Pinguine an Land watscheln.

Ab und an kommt ein Pinguin zu Besuch – Chi Kueng Renault Wong