Mehr als sechs Millionen Ziegelsteine. Man muss sich diese Zahl einmal vorstellen. Bei der Gestaltung des neuen Cape Town EDITION haben die Architekten jedenfalls keine halben Sachen gemacht. Das Ergebnis ist ein Gebäude, das eher an die alten Lagerhäuser eines Handelshafens erinnert als an ein internationales Luxushotel. Rund 1,1 Milliarden südafrikanische Rand, umgerechnet gut 50 Millionen Euro, soll der Bau nach Recherchen des südafrikanischen Wirtschaftsportals Moneyweb gekostet haben. Damit gehört das Projekt zu den bedeutendsten Hotelinvestitionen Südafrikas seit dem Bauboom rund um die Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Am 27. Oktober 2026 hat Marriott nun die offizielle Eröffnung des Cape Town EDITION bekannt gegeben und das Hotel hat seinen Betrieb aufgenommen. Es ist das erste Hotel der Lifestyle-Luxusmarke auf dem afrikanischen Kontinent.

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Zwischen Tafelberg und Superyachten entsteht ein neues Stück Waterfront
Wo liegt’s? Das Cape Town EDITION steht am Quay 7 im Stadtteil Granger Bay, unmittelbar an Kapstadts berühmter Victoria & Alfred Waterfront. Das Hotel blickt auf den historischen Arbeitshafen, die neue Superyacht-Marina und den Tafelberg. Die genaue Adresse lautet 7 East Pier Road. Vom internationalen Flughafen sind es rund 20,5 Kilometer.
142 Zimmer und ein Penthouse mit 240 Quadratmetern
Wie viele Zimmer? Das Cape Town EDITION verfügt über 142 Zimmer, darunter laut Marriott 27 Suiten. Zum Projekt gehören außerdem sechs private Luxusresidenzen mit Flächen zwischen 354 und 524 Quadratmetern. Diese sind allerdings als eigenständige Eigentumswohnungen konzipiert.

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Backstein, afrikanische Kunst und eine Treppe namens »The Drum«
Was verspricht das Interieur? Für das architektonische Konzept zeichnet das international Designbüro Neri&Hu verantwortlich. Das in Shanghai ansässige Studio arbeitete mit lokalen Partnern zusammen, darunter dem Kapstädter Architekturbüro StudioMAS. Ihr gemeinsamer Ansatz nimmt die industrielle Geschichte des Hafens auf, ohne sie nostalgisch nachzubauen. Die lang gezogene Gebäudestruktur mit ihren geneigten Dachflächen erinnert an frühere Lagerhäuser. Besonders auffällig ist die Fassade, deren wechselnde Muster der Oberfläche eine ungewöhnliche Plastizität verleihen. Der große gestalterische Auftritt wartet allerdings im Inneren.
Dort befindet sich »The Drum«, ein hoher, zylindrischer Raum, der nach oben offen ist. Eine spiralförmige Treppe führt zu einer Aussichtsplattform, von der Besucher den Hafen, den Atlantik und den Tafelberg überblicken können. Das Konzept erinnert an eine begehbare architektonische Skulptur. Zugleich schafft es einen Ort, der ausdrücklich nicht nur Hotelgästen vorbehalten sein soll.
Auch bei der Möblierung legten die Gestalter Wert auf afrikanisches Handwerk. Das Unternehmen Shuttleworth Weaving aus KwaZulu-Natal fertigte eigens entworfene Textilien und Teppiche. Über die Initiative Design Network Africa wurden weitere Arbeiten von Kunsthandwerkern des Kontinents eingebunden. Dazu gehören traditionelle Zulu-Gefäße, sogenannte Ukhamba, ebenso wie mundgeblasenes Recyclingglas aus Eswatini. Besonders spannend ist die Kunstsammlung, die von der Kapstädter Galerie Southern Guild zusammengestellt wurde. Sie vereint Werke etablierter und aufstrebender afrikanischer Künstler. In der Punch Room hängen beispielsweise Schwarz-Weiß-Porträts von Zanele Muholi, einer international bekannten südafrikanischen Fotokünstlerin, die sich in ihrer Arbeit mit Identität und gesellschaftlicher Sichtbarkeit beschäftigt.

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Muscheln aus der Saldanha Bay und Cocktails mit Rooibos
Wo essen und trinken? Gleich fünf gastronomische Bereiche verteilen sich über das Hotel. Verantwortlich für das kulinarische Konzept ist Executive Chef Phil Carmichael, der unter anderem im Berners Tavern des London EDITION gearbeitet hat. An seiner Seite steht der südafrikanische Barkeeper George Hunter, der die Getränkekonzepte mitentwickelt hat.
Das wichtigste Restaurant heißt Shale. Im Mittelpunkt steht eine saisonale Küche, die sich an den Produkten der Kapregion orientiert. Dazu gehören Fisch und Meeresfrüchte aus den Küstengewässern, Fleisch regionaler Erzeuger und Weine aus den nahe gelegenen Anbaugebieten. Fleisch wird teilweise direkt im Haus trocken gereift. Ein Beispiel für Carmichaels Küchenstil sind Muscheln aus der Saldanha Bay, die mit einer Curry-Velouté, Algensalat und geschmortem schwarzem Reis serviert werden. Das Gericht verbindet regionale Zutaten mit internationalen Kochtechniken. Die Weinkarte konzentriert sich überwiegend auf südafrikanische Erzeuger.
Deutlich lockerer geht es im EAVE auf der Dachterrasse zu. Das Restaurant mit Bar liegt neben dem beheizten Pool und bietet weite Ausblicke über Kapstadt. Kleine Gerichte, Cocktails und Weine begleiten hier den Nachmittag und Abend. Nach Sonnenuntergang soll ein Musikprogramm für mehr Leben in der Bude sorgen. Direkt daneben befindet sich die Pool Terrace, die vom Frühstück über leichte Mittagsgerichte bis zum abendlichen Drink geöffnet sein soll.
Im Erdgeschoss empfängt die Lobby Bar Gäste mit Kaffee, Häppchen und Aperitifs. Ein Billardtisch gehört ebenfalls zur Ausstattung. Damit will sich der Bereich ausdrücklich auch als Treffpunkt für Einheimische etablieren.
Von afrikanischer Gegenwartskunst bis zum Sonnenuntergang am Atlantik
Was kann man in der Umgebung unternehmen? Die V&A Waterfront gehört zu den meistbesuchten Gegenden Kapstadts. Restaurants, Geschäfte, Museen und Hafenpromenaden liegen dicht beieinander.

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Für Kunstinteressierte ist das Zeitz Museum of Contemporary Art Africa, kurz Zeitz MOCAA, besonders empfehlenswert. Es befindet sich in einem ehemaligen Getreidesilo, das zu einem spektakulären Museumsgebäude umgebaut wurde. Die Ausstellungen beschäftigen sich mit zeitgenössischer Kunst aus Afrika und der afrikanischen Diaspora.
Ebenfalls lohnend ist The Watershed, eine Markthalle mit zahlreichen unabhängigen Designern, Kunsthandwerkern und kleinen Geschäften. Wer lieber am Wasser unterwegs ist, kann zum Two Oceans Aquarium spazieren oder eine Hafenrundfahrt unternehmen.
Ein architektonischer Blickfang mit Wellness unter dem Meeresspiegel
Highlight des Hotels? Die größte Besonderheit ist die Architektur, insbesondere »The Drum«. Der offene Zylinder mit seiner Wendeltreppe und der Aussichtsplattform verbindet die Geschichte des Arbeitshafens mit einer ungewöhnlichen räumlichen Inszenierung. Er macht das Hotel auch für Architekturinteressierte interessant, die gar nicht dort übernachten. Ein zweites bemerkenswertes Detail befindet sich unterhalb des Meeresspiegels. Dort liegt das Spa mit fünf Behandlungsräumen und einer separaten Suite für Paaranwendungen. Zur Ausstattung gehören Sauna, Dampfbad, Infrarotliegen und spezielle Recovery-Boots zur Regeneration.
Was kostet der Spaß? Das Cape Town EDITION spielt preislich in der obersten Liga. Für die Nacht vom 25. auf den 26. November 2026 etwa weist die offizielle Marriott-Hotelsuche einen Zimmerpreis ab 16.244 südafrikanischen Rand aus. Das sind etwa 875 Euro. Ein Eröffnungsangebot verspricht zudem bis zu 20 Prozent Rabatt bei mindestens zwei Übernachtungen sowie ein Hotelguthaben von 500 Rand. Das Angebot gilt für ausgewählte Aufenthalte zwischen dem 4. November 2026 und dem 31. Januar 2027.


