Shanghai ist eine Stadt der Superlative. Sowohl was ihre Einwohneranzahl als auch ihre Größe und Attraktionen anbelangt. Sie ist in einem ständigen Wandel begriffen. Jeder Besuch in der Megastadt wird andere Eindrücke und Erlebnisse offenbaren als der vorangegangene. Text: Cordelia Neumetzger

Visa, Kosten, Formalitäten. Das Gute zuerst – wer sich nicht länger als drei Tage in Shanghai, respektive China aufhält, braucht kein Visum. Ansonsten ist ein Visum obligatorisch und maximal 50 Tage im Voraus zu beantragen. Wer ohne gültiges Visum in China landet, muss das Land gleich wieder verlassen. Bei der Einreise werden keine Visa ausgestellt. Das Touristenvisum kostet 20 Euro in Bar (!) und muss persönlich (!) beantragt werden. Das geht in der Konsularabteilung der VR China in Berlin und in den Generalkonsulate der VR China in Frankfurt a.M., Hamburg und München.

Das Antragsformular lässt sich hier herunterladen. Die Bearbeitung des Visumsantrages dauert etwa 14 Tage. Ein Expressvisum, das noch am selben Tag ausgestellt wird, kostet 50 Euro. Weitere Informationen zu China und den Visa-Formalitäten erteilt das Auswärtige Amt oder die chinesische Botschaft.

Visum für Einreise nach China

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Mit Air China, Lufthansa oder China East nach Shanghai

Anreise. Vom Flughafen Frankfurt (FRA) aus gibt es täglich Direktflüge nach Shanghai. Air China fliegt beide städtischen Flughäfen an: den Shanghai International Hongqiao (SHA) und den Pudong (PVG). Die Lufthansa fliegt ebenfalls nach PVG. Außerdem operiert auch die Fluggesellschaft China East von FRA nach PVG. Nicht nur im aufgegebenen Gepäck, sondern auch im Handgepäck sind bei der Ein- und Ausreise mit dem Flugzeug Feuerzeuge und Streichhölzer verboten.

Shanghai Pudong Airport Terminal

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Shanghai hat den größten Hafen der Welt. Was läge also näher, als Shanghai nicht auch per Schiff zu besuchen? Veranstalter wie MSC Kreuzfahrten oder AIDA haben einen Halt in Shanghai im Rahmen ihrer Asien-Kreuzfahrten im Angebot.

Klima und Reisezeit. Auch in Shanghai gibt es vier Jahreszeiten, die den europäischen entsprechen. Die Winter können sehr kalt und auch schneereich sein. In den Sommermonaten hingegen herrscht schwül-warmes Wetter mit viel Regen vor. Für einen Besuch in der Metropole eigenen sich daher am besten die Frühlingsmonate März bis Mai oder der Herbst von September bis November mit Durchschnittstemperaturen um die 15 Grad Celsius. Während die Herbstmonate eher niederschlagsfrei sind, sollte man im Frühling jedoch besser einen Regenschutz im Gepäck haben. Den Frühling macht auch die Pfirsichblüte sehr attraktiv. In den Herbstmonaten kommen Krabben-Liebhaber kulinarisch auf ihre Kosten.

Menschen bei Regen unterwegs in Shanghai

Nuno Alberto

Spezieller Dialekt in Shanghai

Sprache. Selbst für andere Chinesen ist es mit der Sprache in Shanghai nicht immer so einfach. Denn hier wird ein spezieller Shanghai-Dialekt gesprochen, das sog. »Shanghaiisch«, das die Mandarin sprechenden Landsleuten genauso wenig verstehen wie wohl die meisten Europäer. Mandarin ist allerdings in Shanghai die offizielle Amtssprache. Unter den jüngeren Chinesen gibt es in Shanghai mittlerweile auch viele, die Englisch sprechen und sonst bei der Kommunikation weiterhelfen können. Hilfreich ist es allemal, sich wichtige Begriffe und Adressen und deren Aussprache im Vorhinein zu notieren. Ansonsten bleibt oft nicht viel mehr übrig, als sich auf die vorab installierte Übersetzungs-App seines Handys zu verlassen …

Währung. Die Landeswährung Chinas ist der Renmimbi Yuan (RMB oder CNY). Ein Euro entsprechen etwa 7,7 RMB. 1 RMB = 12 Euro. Am besten immer Yuan und Kreditkarten dabei haben, denn aufgrund der vielfachen Internetsperre ist das Bezahlen mit Onlinebezahldiensten nicht möglich. Mit den gängigen Kreditkarten lässt sich an den Bankautomaten in Shanghai Bargeld abheben.     

W-Lan. Gratis W-Lan gibt es eigentlich in allen Cafés und Shopping Malls. Der chinesische Staat kontrolliert jedoch den Zugang zum Internet. Daher ist auch der Zugang zu vielen bei uns üblichen Online-Diensten und Social-Media-Apps wie Google, Facebook, Twitter, Whatsapp oder Instagram blockiert. Die Blockade mithilfe  von VPN-Diensten zu umgehen, ist verboten. Theoretisch. Iphone-Nutzer können bei der Orientierung jedoch auch auf iPhone-Maps zurück greifen, die in Shanghai recht gute Ergebnisse bringen.

Hotel-Tipps für Shanghai

Übernachtung. Interncontinental Shanghai Wonderland, Chen Hua Road No. 5888, Sonjiang District, Shanghai 201619, Mainland China. Tel., +86 21 6766 1888. Im Jahr 2018 in einen ehemaligen Steinbruch hineingebaut ist dieses Luxushotel wirklich einzigartig. Ein Großteil der Suiten und Executive-Zimmer befindet sich unter der Erdoberfläche. Bis 88 Meter tief ist das Hotel in den Boden gebaut. Zwei Hoteletagen befinden sich gar auf Höhe des künstlich angelegten Sees und haben somit einen Blick hinein in die Unterwasserwelt. Das Luxushotel ist etwa 40 Minuten von Downtown Shanghai entfernt und bietet alle Annehmlichkeiten eines Hauses seiner Klasse.

Gästezimmer im InterContinental Shanghai

IHG

Mansion Hotel, No. 82 Xinle Road, Xuhui District, Shanghai, China. Tel., +86  20 8600 9099.  Dieses kleine, feine Boutiquehotel im Herzen Shanghais war einst das Club-Haus des mächtigsten Syndicats-Chefs Chinas, Du Yue-Sheng. Der Pariser Architekt Lafayette konzipierte es im Jahr 1932 und bis heute strahlt es Pariser Flair aus. Die Inneneinrichtung und das Ambiente harmonieren perfekt mit der Architektur und als Gast fühlt man sich in die »Goldenen Jahre« des »alten« Shanghais zurück versetzt.

In dieser Stadt der Superlativen gibt es selbstverständlich unglaublich viele Hotels. Hier findet sich eine vielfältige und gute Auswahl diverser, eher kleinerer Hotels in der City.

Essen. Kein Besuch in Shanghai, ohne wenigstens einmal in einer original kleinen Garküche traditionelles Essen gegessen oder Selbstgemachtes von einem der Straßenverkäufer gekostet zu haben. Die sogenannten Mom-and-Pop-Shops mit traditionellem Essen werden jedoch immer seltener, da viele Locals mittlerweile auf Fast Food oder das Convenience Essen aus den Supermärkten schwören. An internationalen Restaurants jedweder Geschmacksrichtung mangelt es selbstverständlich auch nicht.

Zeitunterschied. Während unserer Sommerzeit ist Shanghai uns um sechs Stunden voraus. Haben wir die Uhr für die Winterzeit um eine Stunde zurückgestellt, so sind es sieben Stunden Zeitunterschied.

Sehenswürdigkeiten in der Stadt

Sehenswürdigkeiten. Shanghai ist riesig! Und das Angebot an Sehenswürdigkeiten ebenso. Neben den hier genannten, fast obligatorischen Must-See gibt es noch viel mehr zu entdecken – mit Zeit und Geduld. Denn höchstens in den sehr frühen Morgenstunden oder mitten in der Nacht wird es ein wenig leerer in dieser Stadt, die 24/7 pulsiert.

»The Bund« ist Mittelpunkt und Wahrzeichen Shanghais. Entlang schlängeln sich die vielen Kolonialbauten und die Skyline Shanghais. Leider ist er zu keiner Tages- und Nachtzeit menschenleer.

Der Shanghai Tower mit über 632 Metern ist das höchste Gebäude Chinas. Der Aufzug – natürlich der schnellste der Welt – bringt einen mit 65km/h jedoch ganz fix zur Aussichtsplattform im 118. Stock.

Besucher im Shanghai Tower

Eriksson Luo

Und noch ein Turm! Der Oriental Pearl Tower im modernen Finanzdistrikt Pudong ist 468 Meter hoch. Drei verschiedene Ebenen (Kugeln) bieten verschiedene Perspektiven über die City.

Am Small East Gate beginnt die Altstadt mit wunderschönen Tempeln und Pagoden. Die meisten nehmen ein kleines Eintrittsgeld, sind dafür aber auch für jedermann von morgens bis zum späteren Nachmittag zu besichtigen. Der Longhua Tempel mit der 40 Meter hohen Pagode davor ist der größte Tempel der Stadt.

Shopping in allen Preiskategorien

Shopping. Es gibt sicher nichts, was es in Shanghai nicht zu kaufen gibt – ob nun im Original oder als Fake. Preislich können die Unterschiede so riesig wie das Angebot sein. Doch Feilschen ist ausdrücklich erwünscht.

Die Nanjing Road ist wahrscheinlich die größte und bekannteste Shoppingmeile Chinas. Unbedingt viel Zeit für den »Einkaufsbummel« einplanen und ab und zu eine Pause einlegen. Ab Sonnenuntergang wird es hier richtig voll, und überall leuchtet bunte Reklame. Die East Nanjing Road ist eine Fußgängerzone, die West Nanjing Road eine voller Boutiquen und Shopping Malls.

Nanjing Road in Shanghai

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Weitere Malls wie die Global Harbour oder die Super Brand Mall finden sich überall in der Stadt.

Die »1930er Straße« gibt einen Einblick auf das alte Shanghai der 30er Jahre. Hier finden sich traditionelle, kleine Läden die fast alles anbieten. Nie vergessen – Antiquitäten dürfen nicht aus China ausgeführt werden! Darum alles was älter als von 1911 ist nur anschauen und nicht kaufen.

Fun Fact am Rande – in Shanghai hat im Juli 2019 die zweite Aldi-Filiale der Stadt eröffnet. Neben lokalen Produkten gibt es tatsächlich auch »typische Aldi-Ware« wie in Deutschland.

Sehr gute öffentliche Verkehrsmittel

Ausflüge. Der öffentliche Nahverkehr in Shanghai bringt einen sehr schnell überall hin.

U-Bahn-Station in Shanghai

Nuno Alberto

So auch in nur einer Stunde per Schnellzug die 200 Kilometer nach Hangzhou, einer weiteren Millionenstadt. Im Vergleich zu Shanghai hingegen ist sie mit »nur« neun Millionen Einwohnern klein. Hangzhou ist voll von wunderschön angelegten Parks und Gärten, Tempeln und alten Gebäuden. Die Gegend rund um den idyllischen Westsee sowie der Kaiserkanal sind gar Unesco-Weltkulturerbe.

Die sogenannten »Watertowns« am Rande der Metropole erinnern mit ihren Kanälen und Brücken ein wenig an ein »Klein Venedig«. Je näher sie an Shanghai gelegen sind, desto touristischer sind sie auch. Daher lohnt es sich, sofern Zeit vorhanden, eines der weiter weg liegenden zu besuchen wie Luzhi, Tongli oder Xitang.

Shanghai Zhujiajiao town

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Trinkgeld. Kulturell bedingt wird Trinkgeld in Shanghai nicht gerne gesehen. Es kommt in China quasi einer Beleidigung gleich! Etwas anders sieht es in den großen Luxushotels internationalen Standards mit internationalem Publikum aus.

Tipp: Einmal mit der Magnetschwebebahn fahren

Persönlicher Tipp. An einer Teezeremonie teilnehmen. Allerdings braucht es dafür auch ein bisschen Geduld, denn die Zeremonie kann gerne mal ein paar Stunden andauern.

Tassen mit Tee in China

五玄土 ORIENTO

Das Künstlerviertel Tanzifang besuchen. Hier wimmelt es von Cafés, Boutiquen und Souvenirläden inmitten kleiner, verwinkelter Gassen.

Einen Drink in der Cloud Bar im Grand Hyatt Hotel nehmen. Dieses befindet sich im 87. Stock des Jinmao Towers. Den tollen Blick gibt es somit umsonst dazu.

Die Magnetschwebebahn (Maglev) benutzen, zum Beispiel um vom Flughafen aus in die City zu kommen. Bei über 300 Kilometer die Stunde dauert die Fahrt nur ein paar Minuten!

Besser nicht …

… militärische Anlagen, die Polizei und Ähnliches fotografieren. Das ist verboten.

… überhaupt mit dem Gesetz in China in Konflikt geraten. Schnell ist der Reisepass eingezogen und somit eine Ausreise aus China unmöglich gemacht. Das harte chinesische Strafrecht (es gibt die Todesstrafe, diese wird auch angewandt) gilt ebenfalls für Touristen.

mit dem Finger auf Chinesen zeigen, das wird als Beleidigung verstanden.

… beim Essen die Stäbchen in den Reis stecken. Denn damit wird der Tod symbolisiert (quasi wie Räucherstäbchen an einem Altar …).

Unterwegs in Shanghai: mit diesen Reiseführern

Reiseführer. Es gibt zahlreiches Informationsmaterial über Shanghai. Da sich die Megametropole jedoch in ständigem Wandel befindet, seien hier nur die zwei Aktuellsten genannt.

Marco Polo »Reiseführer Shanghai, Hangzou, Sozhou: Reisen mit Insidertipps« mit Touren-App und Events & News von Hans Willm Schütte und Sabine Meyer-Zenk, (2018). Marcdumont GmbH & Co KG, Ostfildern.

Reise Know-How Reiseführer »Shanghai (City Trip Plus) mit Hangzou und Suzhou«  mit Stadtplan und Web-App von Jörg Dreckmann, (2019). Reise Know-How Verlag, Peter Rump GmbH, Bielefeld. ISBN 978-3-8317-3304-0

Info. Viele Reiseveranstalter, die ihren Schwerpunkt auf Asien legen, haben auch verschiedene Programme mit Shanghai in ihrem Portfolio. Der Vorteil einer Buchung über den Veranstalter liegt auch darin, dass dieser die Visa-Formalitäten abwickelt.

Sinorama sind erfahrene China-Spezialisten und bieten Gruppen- und Individualreisen an. Bei China Tours können Interessenten ihre Shanghai-Reisen aus diversen Reisebausteinen selbst zusammenstellen.

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