Die besten Beobachtungsplätze liegen in den sechs Nationalparks des Landes: Hohe Tauern, Kalkalpen, Gesäuse, Donau-Auen, Neusiedler See – Seewinkel und Thayatal. Wer Wildtiere garantiert sehen möchte, besucht zusätzlich einen der Wildparks und Zoos, die sich auf heimische Arten spezialisiert haben.
Steinbock: Das Comeback des Alpenkönigs
Im 18. Jahrhundert war der Alpensteinbock aus Österreich verschwunden, alpenweit überlebten Anfang des 19. Jahrhunderts nur rund 100 Tiere im italienischen Gran Paradiso. 1924 gelang im Salzburger Blühnbachtal die erste erfolgreiche Wiederansiedlung in Österreich. Heute leben im Land wieder rund 4.400 Steinböcke. Gute Chancen auf eine Sichtung bietet der Nationalpark Hohe Tauern, der sich über Kärnten, Salzburg und Tirol erstreckt. Mit 1.856 Quadratkilometern ist er das größte Schutzgebiet der Alpen, rund um den Großglockner mit 3.798 Metern. Hier lebt etwa die Hälfte aller in Österreich heimischen Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien.

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Murmeltier: Erst der Pfiff, dann das Tier
Murmeltiere hört man meist, bevor man sie sieht. Sobald ein Wanderer näher kommt, warnt ein schriller Pfiff die Kolonie. Am aktivsten sind die Tiere am Morgen und am Abend. Von Ende September bis April verschlafen sie den Winter in ihren Bauen, bis zu sieben Monate lang. In den Hohen Tauern gelten Täler wie das Habachtal als gute Beobachtungsplätze, im Sommer führen Ranger dorthin.
Bartgeier: Rückkehr des größten Vogels der Alpen
Im Rauriser Krumltal ließen Naturschützer 1986 die ersten vier jungen Bartgeier frei. Es war der Auftakt zur Wiederansiedlung in den gesamten Alpen. 2025 brüteten in Österreich elf Paare, fünf davon in den Hohen Tauern und sechs in Nordtirol. Insgesamt kreisen wieder rund 30 bis 35 Bartgeier über Österreichs Bergen. Für Jugendliche bietet der Nationalpark Hohe Tauern in Osttirol ein Junior-Ranger-Programm an, bei dem Bartgeier, Steinadler und Steinböcke auf dem Programm stehen.

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Rothirsch: Hirschbrunft in den Kalkalpen
Im Nationalpark Kalkalpen in Oberösterreich führen Ranger durch das Revier der Rothirsche. Die Tour »Im Tal des Rotwildes« läuft von Mai bis August, im Herbst lässt sich bei der »Hirschlos’n« das Röhren der Hirsche erleben. Die Touren buchen Gruppen bei einem eigenen Ranger, ein halber Tag kostet 230 Euro, ein ganzer 330 Euro. Dieser Link führt auf die Seite des Nationalparks Kalkalpen.

Nationalpark Kalkalpen/ Sieghartsleitner
Luchs: Selten, scheu und bedroht
Seit 2011 wildert der Nationalpark Kalkalpen Luchse aus, zuletzt im Januar 2025 den Kuder Janus. Der Bestand bleibt trotzdem klein: Derzeit sind im Nationalpark nur vier Luchse nachgewiesen, drei davon zwischen 12 und 14 Jahre alt. Österreichweit leben rund 30 Tiere. Kalkalpen, Gesäuse und das Wildnisgebiet Dürrenstein planen deshalb, 20 Karpatenluchse anzusiedeln. Einen Luchs in freier Wildbahn zu sehen, ist ein großer Glücksfall. Die Rangertour »Im Reich des Luchses« zeigt zumindest seine Spuren.

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Wolf und Braunbär: Die großen Rückkehrer
Der Wolf ist zurück in Österreich: 2025 bestätigten die Behörden 121 Tiere und acht Rudel, vor allem in Kärnten, Osttirol sowie im Grenzgebiet von Nieder- und Oberösterreich. Beim Braunbären sieht es anders aus. Eine feste Population gibt es nicht mehr, nur einzelne männliche Bären wandern immer wieder aus Slowenien nach Kärnten oder bis nach Tirol.
Seeadler, Biber und Sumpfschildkröte: Die Donau-Auen
Zwischen Wien und der slowakischen Grenze schützt der Nationalpark Donau-Auen eine der letzten großen Flussauen Mitteleuropas. Seit 2005 brüten hier wieder Seeadler, derzeit sieben Paare. Auch der Biber ist zurück, nachdem Naturschützer zwischen 1976 und 1982 rund 40 Tiere ausgesetzt hatten. Eine Besonderheit ist die Europäische Sumpfschildkröte: In den Donau-Auen lebt ihre letzte intakte Population in Österreich, inzwischen mit mehr als 2.000 Tieren.
Großtrappe und Graugans: Vogelparadies am Neusiedler See
Im Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel im Burgenland haben Ornithologen über 300 Vogelarten nachgewiesen. Hier brüten mehr als 1.500 Graugans-Paare, das größte Vorkommen Österreichs. Ein noch seltenerer Anblick ist die Großtrappe, die nur noch in wenigen Gebieten im Osten des Landes lebt. Die Hähne wiegen bis zu 17 Kilogramm, die Art zählt zu den schwersten flugfähigen Vögeln der Welt. Um das Jahr 2000 gab es in Österreich nur noch rund 60 Tiere, heute sind es wieder rund 600.

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Wildkatze: Spurensuche im Thayatal
Lange galt die Wildkatze in Österreich als verschwunden. 2007 gelang im Nationalpark Thayatal an der Grenze zu Tschechien der erste genetische Nachweis, seither folgten Dutzende weitere. In freier Wildbahn bekommen Besucher die scheuen Tiere kaum zu Gesicht. Sicher klappt es am Nationalparkhaus in Hardegg: Im Gehege leben die Wildkatzen Frieda und Carlo, Schaufütterung ist um 15.30 Uhr.
Ziesel: Wildtiere am Wiener Stadtrand
Wer Wildtiere sucht, muss nicht in die Berge. In Wien leben mehr als 8.500 Ziesel, die meisten im Nordwesten der Stadt. Am besten lassen sie sich auf der Wiese am ehemaligen Heeresspital in Stammersdorf beobachten. Dort leben rund 600 Tiere, die an Menschen gewöhnt sind und sich aus nächster Nähe beobachten lassen.

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Sakerfalke: Brüten auf dem Strommast
Der seltene Sakerfalke hat in Ostösterreich einen ungewöhnlichen Verbündeten: den Netzbetreiber APG. Seit 2004 hängt das Unternehmen Nistkästen an Hochspannungsmasten, inzwischen sind es 110. 2025 brüteten darin 59 Falkenpaare, seit 2011 sind rund 850 Jungvögel flügge geworden. Das Projekt läuft gemeinsam mit BirdLife und der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Für Schlagzeilen sorgten 2025 außerdem die »Austrian Power Giants«: Entwürfe für Strommasten in Tiergestalt, etwa als Storch für das Burgenland oder als Hirsch für Niederösterreich. Sie gewannen einen Red Dot Design Award, gebaut ist bisher aber keiner.
Alpenzoo und Wildpark: Heimische Tiere aus nächster Nähe
Garantiert zu sehen sind Österreichs Wildtiere im Alpenzoo Innsbruck. Auf 750 Metern liegt er höher als die meisten Zoos Europas und zeigt laut eigener Angabe die größte Sammlung von Alpentieren weltweit: rund 2.000 Tiere aus etwa 150 Arten. Neben Steinböcken, Steinadlern und Fischottern leben hier auch historische Alpenbewohner wie Wisent und Elch. Seit 2024 bewohnen drei Wölfinnen eine neue Anlage. Nach dem Tod der Bärin Martina im September 2026 lebt nur noch der Braunbär Ander im Zoo. Ein Besuch lässt sich gut mit einem Stadtbummel durch Innsbruck verbinden.

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Auf rund 1.100 Metern in den Kitzbüheler Alpen liegt der Wildpark Aurach. Mit rund 40 Hektar ist er Tirols größtes Freigehege. Hier leben Rot-, Dam- und Steinwild, Luchse, Wildkatzen, Schneeeulen und Uhus, dazu Yaks und Bennett-Kängurus. Der Park öffnet ganzjährig von Mittwoch bis Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr, die Wildfütterung beginnt freitags bis sonntags um 14.30 Uhr. Dieser Link führt auf die Seite des Wildparks Aurach.

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