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Vulkan besteigen: Was vor dem Aufstieg unbedingt zu beachten ist

Unter uns, da ist was los. An manchen Stellen auf unserem Planeten rumort und brodelt es gewaltig, und immer mal wieder bricht sich flüssiges Gestein eine Bahn. Ja, Vulkane faszinieren und ziehen uns trotz, oder gerade aufgrund der Gefahr an. Wie gefährlich aber ist eine Wanderung auf einem Vulkan wirklich? Und was sollte vor dem Aufstieg beachtet werden?

Bitte nicht nachmachen. | Foto: Jonatan Pie

Die wichtigste Frage vorab: Kann man einen aktiven Vulkan besteigen? Ja, aber nur wenn lokale Behörden und Parkverwaltungen den Zugang ausdrücklich erlauben. Bei aktiven Vulkanen können sich Gefahren durch Gase, Asche, Steinschlag, Wetter oder neue Eruptionen kurzfristig verändern. Maßgeblich sind offizielle Warnungen und Sperrungen am Reisetag.

Sich in die Nähe eines aktiven Vulkans zu begeben, ihn mitunter sogar zu besteigen, birgt immer ein gewisses Risiko. Denn: Nicht alle Eruptionen sind vorauszusagen. Giftige Gase können austreten, die Erde kann beben oder Lava- und Rauchexplosionen können plötzlich die Hölle auf Erden hervorrufen. Wer sich richtig vorbereitet, kann die Risiken allerdings weitestgehend minimieren.

Ein symmetrischer Vulkankegel im Abendlicht spiegelt sich in einem flachen Bergsee, davor Büschel von trockenem Tussockgras.

Foto: David Billings

Warnstufen und Sperrungen: Warum die Behörden das letzte Wort haben

Alle aktiven Vulkane werden nach Grad der Aktivität eingestuft. Wird ein Vulkan von einem Level aufs nächste hochgestuft, ist zunächst einmal Vorsicht geboten. Auch wenn das absolut nicht bedeutet, dass der Vulkan auch tatsächlich ausbrechen wird. Grundsätzlich gilt: Vorab bei den jeweiligen regionalen Behörden informieren. Wenn von der Besteigung eines Vulkans abgeraten wird oder der Zugang sogar verboten ist, dann hat man das als Tourist hinzunehmen. Ja, im Einzelfall schade, aber Sicherheit geht hier eben vor. Eine gute Ersteinschätzung liefert das Smithsonian Global Volcanism Program unter volcano.si.edu.

Allein oder mit Guide: Wann Begleitung zwingend nötig ist

Steht die Entscheidung fest, einen der Feuergiganten zu erklimmen, gibt es davor noch ein paar Dinge zu beachten. Lässt sich der Vulkan individuell besteigen oder ist die Begleitung durch einen Guide zwingend erforderlich? Generell gilt: Gegenden, in denen hohe vulkanische Aktivität stattfindet, sollten besser mit einem erfahrenen Führer besucht werden. Denn dieser kann mögliche Anzeichen eines Ausbruchs sofort erkennen und einordnen.

Wanderer und Träger steigen über ein Geröllfeld am Mount Rinjani auf Lombok ab, im Hintergrund öffnet sich der Blick über die Kraterwand auf das Tiefland und das Meer.

Foto: Farizun Amrod Saad / Shutterstock

Wer auf jeden Fall in Begleitung auf einen Vulkan steigen möchte, sollte die Tourenanbieter genau unter die Lupe nehmen und einen seriösen wählen. Im Zweifel lieber ein bisschen tiefer in die Tasche greifen. Sehr hilfreich sind auch Erfahrungsberichte online, in denen Besucher von dem jeweiligen Vulkan und ihrer Erfahrung berichten.

So oder so gilt es, die tagesaktuelle Lage zu prüfen. Wie sind die Straßen und Wege beschaffen, wie lauten die Auflagen der örtlichen Parkverwaltung? Was sagt die Wettervorhersage, ist mit plötzlichen Wetterumschwüngen zu rechnen? Im Grunde alles Fragen wie auch bei einer »normalen« Wanderung, nur nochmal etwas ernster.

Die richtige Ausrüstung: Von festen Schuhen bis zur Atemmaske

Und wie bei einer Wanderung steht und fällt auch viel mit der entsprechenden Ausrüstung. Festes Schuhwerk ist sowieso Pflicht, außerdem sollten, je nach Region, wetterfeste Schichten mit ins Gepäck, Stichwort »Zwiebellook«. Genug Wasser gehört in den Rucksack, ebenso ein vollgeladenes Handy, gegebenenfalls eine Powerbank und vielleicht sogar eine richtige, echte Papierkarte, die auch ohne Akku funktioniert.

Wiederum andere Vulkane erfordern ein spezielles Equipment, in manchen Höhen ist sogar eine Atemmaske empfehlenswert. Wie bei anderen sportlichen Unternehmungen gilt es auch, die eigene Belastbarkeit nicht zu überschätzen, insbesondere, wenn es um die Höhenluft geht. Etwa auf den Chimborazo, Ecuador, auf 6.263 Metern. Wer an seine Grenze kommt, bricht die Tour lieber vorzeitig ab. Das gilt auch dann, wenn der Abstieg durch amtliche Warnungen oder Wetterverschlechterungen nötig wird.

Der Vulkan Kljutschewskaja Sopka auf Kamtschatka im Winter. Aus dem Gipfel steigt eine graue Rauchsäule, im Vordergrund stehen zwei Personen auf einem schneebedeckten Felsgrat.

Foto: paha1205 / Shutterstock

Was die Forschung heute weiß, und was noch nicht

Vulkanforscher auf der ganzen Welt arbeiten mit Hochdruck daran, die Vulkane unserer Erde zu erforschen. Wie verändern sich die unterirdischen Erschütterungen? Treten bestimmte Gase erstaunlich häufig auf? Wie verhalten sich die Magnetfelder? All diese Daten fließen in die Analyse und Einschätzung ein. Doch ein Vulkan ist sehr komplex – ähnlich dem menschlichen Körpers.

Noch wissen wir nur einen Bruchteil der komplizierten Zusammenhänge dieser Feuerkegel. Als beispielsweise der Mount St. Helens in den USA 1980 ausbrach, war vorher nicht klar, dass Vulkane nicht nur nach oben ausbrechen, sondern auch Asche und Schutt zur Seite ausspucken. Die Forschung an den hitzigen Riesen ist also brandaktuell. Und die Faszination dieser spannenden Feuerkegel wird so schnell nicht abebben.

Ein Vulkankegel stößt in der Nacht eine Aschewolke aus, über die Flanken laufen glühende Lavaströme. Darüber steht ein tiefblauer Sternenhimmel.

Foto: By Topo

Häufige Fragen

Darf man aktive Vulkane besteigen?
Ja, viele aktive Vulkane sind zugänglich, z. B. Ätna, Stromboli oder Villarrica. Der Status kann sich ändern – immer aktuelle Warnungen und Sperrungen prüfen.
Braucht man einen Guide?
Oft ja, besonders bei technisch anspruchsvollen Touren oder wenn lokale Vorschriften es vorschreiben. Guides kennen sichere Routen und aktuelle Gefahren.
Welche Ausrüstung ist nötig?
Festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung, Stirnlampe, ausreichend Wasser und Snacks. Bei Asche oder Gas: Atemschutzmaske und Schutzbrille mitnehmen.
Marie Tysiak
Ihren ersten Gipfel erklomm Marie im Himalaya in Nepal, weitestgehend ungeplant. Seither sind einige Berge hinzugekommen, besonders Vulkane haben es ihr angetan. Je abenteuerlicher der Aufstieg, je mehr Adrenalin involviert, je zerklüfteter der Weg erscheint, desto besser! Hoch über den Wolken, aus eigener Kraft hinaufgeschleppt, das ist für Marie Urlaub.