Die wichtigste Frage vorab: Kann man einen aktiven Vulkan besteigen? Ja, aber nur wenn lokale Behörden und Parkverwaltungen den Zugang ausdrücklich erlauben. Bei aktiven Vulkanen können sich Gefahren durch Gase, Asche, Steinschlag, Wetter oder neue Eruptionen kurzfristig verändern. Maßgeblich sind offizielle Warnungen und Sperrungen am Reisetag.
Sich in die Nähe eines aktiven Vulkans zu begeben, ihn mitunter sogar zu besteigen, birgt immer ein gewisses Risiko. Denn: Nicht alle Eruptionen sind vorauszusagen. Giftige Gase können austreten, die Erde kann beben oder Lava- und Rauchexplosionen können plötzlich die Hölle auf Erden hervorrufen. Wer sich richtig vorbereitet, kann die Risiken allerdings weitestgehend minimieren.

Foto: David Billings
Warnstufen und Sperrungen: Warum die Behörden das letzte Wort haben
Alle aktiven Vulkane werden nach Grad der Aktivität eingestuft. Wird ein Vulkan von einem Level aufs nächste hochgestuft, ist zunächst einmal Vorsicht geboten. Auch wenn das absolut nicht bedeutet, dass der Vulkan auch tatsächlich ausbrechen wird. Grundsätzlich gilt: Vorab bei den jeweiligen regionalen Behörden informieren. Wenn von der Besteigung eines Vulkans abgeraten wird oder der Zugang sogar verboten ist, dann hat man das als Tourist hinzunehmen. Ja, im Einzelfall schade, aber Sicherheit geht hier eben vor. Eine gute Ersteinschätzung liefert das Smithsonian Global Volcanism Program unter volcano.si.edu.
Allein oder mit Guide: Wann Begleitung zwingend nötig ist
Steht die Entscheidung fest, einen der Feuergiganten zu erklimmen, gibt es davor noch ein paar Dinge zu beachten. Lässt sich der Vulkan individuell besteigen oder ist die Begleitung durch einen Guide zwingend erforderlich? Generell gilt: Gegenden, in denen hohe vulkanische Aktivität stattfindet, sollten besser mit einem erfahrenen Führer besucht werden. Denn dieser kann mögliche Anzeichen eines Ausbruchs sofort erkennen und einordnen.

Foto: Farizun Amrod Saad / Shutterstock
Wer auf jeden Fall in Begleitung auf einen Vulkan steigen möchte, sollte die Tourenanbieter genau unter die Lupe nehmen und einen seriösen wählen. Im Zweifel lieber ein bisschen tiefer in die Tasche greifen. Sehr hilfreich sind auch Erfahrungsberichte online, in denen Besucher von dem jeweiligen Vulkan und ihrer Erfahrung berichten.
So oder so gilt es, die tagesaktuelle Lage zu prüfen. Wie sind die Straßen und Wege beschaffen, wie lauten die Auflagen der örtlichen Parkverwaltung? Was sagt die Wettervorhersage, ist mit plötzlichen Wetterumschwüngen zu rechnen? Im Grunde alles Fragen wie auch bei einer »normalen« Wanderung, nur nochmal etwas ernster.
Die richtige Ausrüstung: Von festen Schuhen bis zur Atemmaske
Und wie bei einer Wanderung steht und fällt auch viel mit der entsprechenden Ausrüstung. Festes Schuhwerk ist sowieso Pflicht, außerdem sollten, je nach Region, wetterfeste Schichten mit ins Gepäck, Stichwort »Zwiebellook«. Genug Wasser gehört in den Rucksack, ebenso ein vollgeladenes Handy, gegebenenfalls eine Powerbank und vielleicht sogar eine richtige, echte Papierkarte, die auch ohne Akku funktioniert.
Wiederum andere Vulkane erfordern ein spezielles Equipment, in manchen Höhen ist sogar eine Atemmaske empfehlenswert. Wie bei anderen sportlichen Unternehmungen gilt es auch, die eigene Belastbarkeit nicht zu überschätzen, insbesondere, wenn es um die Höhenluft geht. Etwa auf den Chimborazo, Ecuador, auf 6.263 Metern. Wer an seine Grenze kommt, bricht die Tour lieber vorzeitig ab. Das gilt auch dann, wenn der Abstieg durch amtliche Warnungen oder Wetterverschlechterungen nötig wird.

Foto: paha1205 / Shutterstock
Was die Forschung heute weiß, und was noch nicht
Vulkanforscher auf der ganzen Welt arbeiten mit Hochdruck daran, die Vulkane unserer Erde zu erforschen. Wie verändern sich die unterirdischen Erschütterungen? Treten bestimmte Gase erstaunlich häufig auf? Wie verhalten sich die Magnetfelder? All diese Daten fließen in die Analyse und Einschätzung ein. Doch ein Vulkan ist sehr komplex – ähnlich dem menschlichen Körpers.
Noch wissen wir nur einen Bruchteil der komplizierten Zusammenhänge dieser Feuerkegel. Als beispielsweise der Mount St. Helens in den USA 1980 ausbrach, war vorher nicht klar, dass Vulkane nicht nur nach oben ausbrechen, sondern auch Asche und Schutt zur Seite ausspucken. Die Forschung an den hitzigen Riesen ist also brandaktuell. Und die Faszination dieser spannenden Feuerkegel wird so schnell nicht abebben.

Foto: By Topo


