Foto: Austin Elder
Australien

Westaustralien Highlights: Fünf Erlebnisse, die bleiben

Kängurus, die am weißesten Strand Australiens in der Sonne dösen. Schluchten aus Gestein, das 2,5 Milliarden Jahre alt ist. Walhaie, die gemächlich neben einem durchs Wasser ziehen. Westaustralien ist das Australien der großen Momente. Fünf Erlebnisse, für die sich die lange Anreise lohnt.

Kängurus am Strand und Quokkas auf Rottnest Island

Wer von einem Foto mit Kängurus träumt, findet in Westaustralien zwei Hotspots: den Cape Le Grand Nationalpark an der Südküste und Rottnest Island direkt vor den Toren der Hauptstadt Perth. Der Sandstrand der Lucky Bay bei Esperance gilt als der weißeste Australiens, so fein, dass er unter den Füßen quietscht. Kein Wunder, dass auch die Kängurus hier gern zum Sonnenbad vorbeischauen.

Känguru am Strand der Lucky Bay in Westaustralien

John Crux/Shutterstock.com

Übernachten könnt ihr auf dem Lucky Bay Campground im Nationalpark. Im Frühling und Sommer parkt das Lucky Bean Café, ein Kaffee-Van, direkt auf dem Sand. Mit einem »Kangaccino« in der Hand lassen sich die Kängurus besonders entspannt beobachten. Füttern ist tabu, und ein wenig Abstand tut beiden Seiten gut.

Auch in der Nähe von Perth mangelt es nicht an tierischen Fotomotiven. Rottnest Island, auf Noongar Wadjemup, ist dank des Social-Media-Trends #quokkaselfie weltberühmt. Quokkas sind kleine Kurzschwanzkängurus, die hier in freier Wildbahn leben, und sie gaben der Insel ihren Namen: Der niederländische Seefahrer Willem de Vlamingh hielt sie 1696 für Ratten und taufte die Insel »Rotte nest«, Rattennest.

Quokka auf Rottnest Island

Christine Mendoza

Heute ist die Insel eines der beliebtesten Ausflugsziele Westaustraliens, und die neugierigen Quokkas sind die Stars. Für das Selfie gilt eine klare Regel: Fotografieren ja, anfassen und füttern nein. Wer es trotzdem tut, zahlt auf der Stelle ein Bußgeld.

 

Schluchten im Karijini und die Bungle Bungles

Zu den eindrucksvollsten Landschaften Westaustraliens gehören die Schluchten im Karijini Nationalpark in der Pilbara und die Felskuppeln der Bungle Bungle Range im Purnululu Nationalpark in der Kimberley-Region. Das Gestein im Karijini ist bis zu 2,5 Milliarden Jahre alt. Karijini ist der Name, den die Banyjima der Hamersley Range gegeben haben, er bedeutet »hügeliger Ort«. Gemeinsam mit den Yinhawangka und Kurrama leben sie seit mehr als 30.000 Jahren in dieser Region. Tief in die roten, steil aufragenden Schluchten führen die Canyoning-Touren von Spacechameleon Adventure Co: In kleinen Gruppen klettert ihr, seilt euch ab und kommt an Stellen, die sonst gesperrt sind, etwa in der Hancock, Weano, Knox oder Joffre Gorge. Welche Schluchten gerade zugänglich sind und wo Baden erlaubt ist, zeigen die aktuellen Park Alerts der Parkverwaltung.

Felsschlucht mit Naturpool und Wasserfall im Karijini Nationalpark

ronnybas frimages/Shutterstock.com

Die Bungle Bungle Range ist für die Kija und Jaru seit Jahrtausenden ein vertrauter Ort. Der Rest der Welt erfuhr erst 1983 von ihr, als ein Filmteam die Felsen aus der Luft filmte. Seit 2003 gehört der Purnululu Nationalpark zum UNESCO-Weltnaturerbe. Die rot, orange und schwarz gebänderten Sandsteinkuppeln erinnern an Bienenkörbe und sind rund 350 Millionen Jahre alt. Den besten Überblick verschafft ein Hubschrauberrundflug. Wer sie lieber zu Fuß erkundet, kann das in Begleitung eines Aboriginal Guides tun.

Unterwegs mit Aboriginal Guides

Die Kultur der Aboriginal People gehört zu den ältesten ununterbrochen gelebten Kulturen der Erde, ihre Geschichte reicht mehr als 50.000 Jahre zurück. In Westaustralien führen Aboriginal Guides an der Küste, in den Städten und im Outback durch ihr Land, und die Erlebnisse sind so unterschiedlich wie die Landschaften. Auf der Dampier-Halbinsel in der Kimberley-Region nimmt euch Brian Lee, ein Bardi-Mann aus Djarindjin, im eigenen Allradwagen mit zum Hunters Creek, zum traditionellen Speerfischen oder zum Fang von Mangrovenkrabben. Auch Brendan Chaquebor, den alle nur Bundy nennen, ist Bardi-Elder in Djarindjin. Mit seiner Familie zeigt er euch das Buschland als »Supermarkt der Natur« und erklärt, welche Pflanzen und Früchte seine Gemeinschaft bis heute nutzt.

Aboriginal People in Australien

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An der Gibb River Road führen Bunuba-Guides durch die Windjana Gorge und den Tunnel Creek und erzählen die Geschichte von Jandamarra, der Ende des 19. Jahrhunderts für die Freiheit und das Land seines Volkes kämpfte. In der Pilbara zeigt Clinton Walker von Ngurrangga Tours, der von den Ngarluma und Yindjibarndi abstammt, die Felsgravuren seiner Vorfahren und erzählt Geschichten aus dem Dreaming, oft Traumzeit genannt, die die Landschaften im Millstream-Chichester Nationalpark erklären. In der Shark Bay paddelt ihr mit Darren »Capes« Capewell von Wula Gura Nyinda im Kajak an der Küste des François Peron Nationalparks entlang und erfahrt, welche spirituelle Verbindung sein Volk zu diesem Landstrich hat. Capes steht seit 2025 an der Spitze von WAITOC, dem Dachverband für Aboriginal-Tourismus in Westaustralien.

Unter dem Sternenhimmel schlafen

Im Outback funkeln die Sterne besonders hell. Die Klarheit, mit der sich die Milchstraße am Nachthimmel abzeichnet, lässt selbst Vielreisende staunen. Nur mit dem Kreuz des Südens über sich im »Swag« einzuschlafen, dem australischen Schlafsack mit integrierter Matratze, gehört zu den schönsten Erfahrungen einer Reise nach Westaustralien. Mehr als 100 Nationalparks gibt es hier, viele davon mit einfachen Campingplätzen, oft nur Stellplätze und eine Buschtoilette. Andere bieten deutlich mehr Komfort.

Camping unter dem Sternenhimmel in Westaustralien

Huib Scholten

Wer nach Sternschnuppen Ausschau halten will, ohne auf Komfort zu verzichten, ist beim Glamping richtig. Die Safarizelte in den Wilderness Camps haben bequeme Betten und eigene Bäder, gegessen wird unter freiem Himmel. Besonders schöne Sternennächte erlebt ihr im Karijini Eco Retreat, in der Bungle Bungle Wilderness Lodge mitten im Purnululu Nationalpark und im Sal Salis Ningaloo Reef, dessen 16 Safarizelte von März bis Oktober in den Dünen des Cape Range Nationalparks stehen.

 

Mit Delfinen und Walhaien schwimmen

Einmal mit Delfinen schwimmen? An der Küste Westaustraliens klappt das mit wilden Tieren in ihrem natürlichen Lebensraum. In der geschützten Koombana Bay in Bunbury startet das Dolphin Discovery Centre von November bis April zu Schwimmtouren. Im Shoalwater Islands Marine Park bei Rockingham südlich von Perth laufen die Touren von September bis Anfang Juni.

Die Delfine tauchen direkt unter euch hindurch oder ziehen eine Armlänge entfernt vorbei, ob und wie nah sie kommen, entscheiden sie selbst. Bootstouren zur Delfinbeobachtung starten außerdem ab Mandurah. In Monkey Mia in der Shark Bay, rund 850 Kilometer nördlich von Perth, kommen wilde Delfine seit mehr als 50 Jahren bis ins flache Wasser am Strand. Jeden Morgen dürfen einige wenige, von den Rangern ausgewählte Besucher ihnen einen Fisch reichen.

Buckelwal springt vor der Küste Westaustraliens aus dem Wasser

Chris G. Walker/Shutterstock.com

 

Für Chefredakteurin Jenny gehört das Schwimmen mit Walhaien zu den eindrucksvollsten Erlebnissen in Westaustralien. Etwa von März bis Juli, wenn nach der Korallenblüte das Plankton reichlich ist, ziehen die Walhaie am Ningaloo Reef entlang. Mehr als Schnorchel, Maske und Flossen braucht ihr nicht, um neben den sanften Riesen herzuschwimmen. Die harmlosen Planktonfresser können bis zu 18 Meter lang werden. Zum Kopf und Körper gilt ein Abstand von drei Metern, zur Schwanzflosse von vier Metern.

Mehr Inspiration für eine Reise nach Westaustralien gibt es bei Tourism Western Australia.

Louisa Latuperisa
Louisa hat Philosophie und Ethnologie studiert, zwei Fächer, die einem das Fragen nicht mehr abgewöhnen. Genau deshalb zieht es sie in die Türkei und in die Berge, wo sich Menschen, Mythen und Höhenmeter wunderbar hinterfragen lassen. Neuem öffnet sie sich sofort, jedem Text dagegen erst nach gründlicher Prüfung. Als härteste Kritikerin der Redaktion zerlegt sie jede Behauptung, bis nur noch das Wahre übrig bleibt.