Der 17-jährige Alex McKee aus Irland war erst seit wenigen Tagen mit seiner Familie auf der griechischen Kykladeninsel Kimolos, als es zu dem tödlichen Unfall kam. Am 9. August 2026 ging der Jugendliche in einem mehr als 50 Jahre alten Ferienhaus duschen. Als er den Duschkopf berührte, erlitt er offenbar einen schweren Stromschlag. Die Obduktion bestätigte später einen Stromschlag als Todesursache, berichtet u.a. der SPIEGEL auf seiner Website.
Auch seine Mutter bemerkte nach Medienberichten elektrische Spannung, als sie ihren Sohn im Badezimmer fand und ihm helfen wollte. Ein Arzt auf der Insel riet ihr, sofort die Stromversorgung des Hauses abzuschalten. Die griechische Polizei hat das Gebäude inzwischen abgesperrt und untersucht die Elektroinstallation. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen der Warmwasserbereiter sowie die Frage, ob im Sicherungskasten eine wichtige Schutzeinrichtung fehlte.
Besonders brisant: Erst 2024 war für die elektrische Anlage des Hauses eine sogenannte Licensed Electrician Certification beziehungsweise YDE ausgestellt worden. Ein zugelassener Elektriker hat also bestätigt, dass die Elektroinstallation den technischen Vorschriften entspricht und sicher betrieben werden kann. Ob bei der Kontrolle Fehler übersehen wurden oder die Anlage später verändert wurde, müssen nun die Ermittlungen klären.
Stromschläge unter der Dusche sind kein griechisches Problem
Aus dem Todesfall lässt sich nicht ableiten, dass Duschen in Griechenland generell gefährlich sind. Das Risiko betrifft grundsätzlich jedes Land, wenn elektrische Geräte im Badezimmer defekt oder unsachgemäß installiert sind.
In einigen beliebten Urlaubsländern kommen allerdings Warmwassersysteme zum Einsatz, die deutschen Reisenden ungewohnt erscheinen. Besonders verbreitet sind elektrische Durchlauferhitzer unmittelbar an oder über der Dusche. Dabei wird das Wasser erst beim Duschen elektrisch erhitzt. Bei korrekter Installation sind solche Systeme grundsätzlich sicher. Problematisch wird es, wenn Erdung, Verkabelung oder Fehlerstromschutz mangelhaft sind.
Brasilien: Strom fließt direkt in den Duschkopf
Besonders auffällig sind für viele Brasilien-Urlauber die dort verbreiteten elektrischen Duschen. Der »chuveiro elétrico« gehört in brasilianischen Haushalten zum Alltag. Anders als in Deutschland kommt das warme Wasser häufig nicht aus einer zentralen Warmwasseranlage. Im Duschkopf befindet sich ein elektrisches Heizelement, das das durchströmende Wasser unmittelbar erwärmt.

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Solche Geräte arbeiten mit erheblicher elektrischer Leistung. Der brasilianische Hersteller Lorenzetti nennt bei seinen üblichen Modellen Leistungen zwischen 3.200 und 7.500 Watt. Das Prinzip wirkt aus europäischer Perspektive zunächst gewöhnungsbedürftig, bedeutet aber nicht, dass von einem korrekt installierten elektrischen Duschkopf automatisch eine Gefahr ausgeht.
Entscheidend ist die Elektroinstallation. Lorenzetti weist ausdrücklich darauf hin, dass das Erdungskabel entsprechend der brasilianischen Norm NBR 5410 angeschlossen werden muss. Installation und Erdung sollten von qualifizierten Fachleuten vorgenommen werden. Der Hersteller warnt außerdem davor, einen normalen Stecker oder eine Steckdose für den Anschluss zu verwenden. Auch brasilianische Energieversorger warnen vor unsachgemäß installierten Duschen. Kleine Stromschläge, verschmorte Kabel oder Brandgeruch sind demnach Hinweise auf einen Defekt, der sofort behoben werden sollte.
Für Urlauber ist deshalb wichtig: Ein Kribbeln beim Berühren des Duschkopfes oder Wasserhahns ist keine normale Begleiterscheinung einer brasilianischen Elektrodusche. In diesem Fall sollte die Dusche nicht weiter benutzt und der Ferienwohnungsvermieter oder das Hotel informiert werden.
Bali: Deutscher stirbt nach Stromschlag im Badezimmer
Wie real die Gefahr fehlerhafter Installationen sein kann, zeigt ein weiterer Todesfall aus diesem Jahr. Ende Mai 2026 starb ein 53-jähriger Deutscher in Sanur auf Bali vermutlich durch einen Stromschlag im Badezimmer.
Seine Frau fand ihn regungslos auf dem Boden. Als Nachbarn zu Hilfe kamen, bemerkte einer von ihnen beim Berühren des metallischen Duschschlauchs ebenfalls einen Stromschlag. Die Polizei entdeckte Brandverletzungen am Körper des Deutschen sowie Hautreste am Duschschlauch. Nach ersten Ermittlungen wurde ein Kurzschluss beziehungsweise Defekt des elektrischen Warmwasserbereiters als Ursache vermutet.
Auch in Indonesien sind elektrische Warmwasserbereiter weit verbreitet. Eine wissenschaftliche Untersuchung zur Sicherheit solcher Geräte unterscheidet zwischen Speichersystemen und Durchlauferhitzern. Als wichtigste Ursachen für Stromunfälle nennen die Autoren fehlerhafte Installationen einschließlich mangelhafter Erdung und Verkabelung sowie technische Defekte der Geräte.
Eine zentrale Schutzfunktion übernimmt dabei ein Fehlerstromschutzschalter. Er soll die Stromzufuhr innerhalb kürzester Zeit unterbrechen, sobald Strom auf einem unerwünschten Weg abfließt. Voraussetzung dafür sind allerdings eine fachgerechte Installation und eine funktionierende Erdung.
Elektrische Dusche ist nicht automatisch eine gefährliche Dusche
Gerade in Brasilien, Indonesien und anderen Ländern Lateinamerikas oder Südostasiens sollten Reisende nicht allein wegen eines elektrischen Duschkopfes oder eines unmittelbar daneben montierten Warmwasserbereiters misstrauisch werden. Entscheidend ist der Zustand der Installation.
Moderne Geräte verfügen über verschiedene Schutzmechanismen. Gefährlich können dagegen alte Geräte, beschädigte Kabel, fehlende Erdung oder improvisierte Reparaturen werden. Feuchtigkeit verschärft das Risiko, weil nasse Haut den elektrischen Widerstand des menschlichen Körpers verringert. Das Problem ist deshalb weniger die Art der Warmwasserbereitung als eine Installation, bei der vorgeschriebene Schutzmaßnahmen fehlen oder nicht funktionieren.

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Diese Warnzeichen können auch Urlauber erkennen
Ob eine Elektroinstallation technisch einwandfrei ist, können die meisten Reisende natürlich nicht beurteilen. Einige offensichtliche Warnzeichen sollten allerdings misstrauisch machen. Besonders kritisch sind frei liegende Kabel oder Verbindungen unmittelbar an der Dusche. Auch mit Isolierband zusammengehaltene Leitungen, beschädigte Gehäuse, Korrosion, verschmorte Kabel und Brandgeruch sind Gründe, die Dusche nicht zu benutzen.
Das gilt ebenso, wenn beim Berühren von Duschkopf, Wasserhahn oder anderen Metallteilen auch nur ein leichtes Kribbeln zu spüren ist. Brasilianische Sicherheitshinweise nennen kleine Stromschläge ausdrücklich als Warnsignal für Probleme mit der Installation beziehungsweise Erdung. Misstrauisch sollten Urlauber außerdem werden, wenn während des Duschens regelmäßig Sicherungen auslösen oder elektrische Anschlüsse offensichtlich provisorisch ausgeführt wurden. Im Zweifel sollte man die Dusche nicht benutzen und Hotel, Vermieter oder Reiseveranstalter informieren.
Vorsicht beim Temperaturregler elektrischer Duschen
Eine Besonderheit sollten Brasilien-Reisende kennen. Bei klassischen elektrischen Duschen lässt sich die Heizleistung häufig direkt am Gerät einstellen. Bei entsprechenden Modellen sollte die Temperaturstufe nicht während des laufenden Betriebs verändert werden. Hersteller und brasilianische Energieversorger empfehlen, zunächst den Wasserfluss zu stoppen beziehungsweise das Gerät auszuschalten und erst anschließend die Einstellung zu verändern. Bei elektronisch geregelten Modellen kann das anders sein.
Für Reisende gilt daher eine einfache Regel: Ist die Funktionsweise einer elektrischen Dusche unbekannt, besser nicht während des Duschens an Schaltern oder Reglern am Gerät hantieren.
Stromschlag unter der Dusche: Das sollten Ersthelfer beachten
Der Fall auf Kimolos zeigt noch eine weitere Gefahr. Wer einen Menschen regungslos unter einer möglicherweise stromführenden Dusche findet, sollte ihn nicht sofort anfassen. Solange die Stromquelle nicht abgeschaltet ist, kann auch der Helfer einen Stromschlag erleiden. Das Deutsche Rote Kreuz empfiehlt bei Haushaltsunfällen deshalb zunächst, die Stromzufuhr zu unterbrechen, beispielsweise über die Sicherung oder den Hauptschalter. Erst danach kann dem Betroffenen gefahrlos geholfen werden.

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Anschließend sollte sofort der Rettungsdienst alarmiert werden. Ist die Person bewusstlos und atmet nicht normal, muss nach Unterbrechung der Stromzufuhr mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden. Dass diese Vorsicht lebenswichtig ist, zeigen gleich beide aktuellen Fälle. Auf Kimolos spürte die Mutter des 17-Jährigen nach eigenen Angaben ebenfalls elektrische Spannung. Auf Bali bekam ein Helfer einen Stromschlag, als er den metallischen Duschschlauch berührte.

