Der Reschensee im Oberen Vinschgau liegt dort, wo Südtirol, Österreich und die Schweiz sich die Landkarte teilen. Mit Haidersee, den Seitentälern Langtaufers und Schlinig sowie den umliegenden Bergen bringt die Region reichlich Auswahl für alle, die Natur und Kulinarik gern in einem Aufwasch erledigen. Im Herbst zeigt sie sich dabei von einer besonders klaren Seite: Die Luft verliert ihren Sommerdunst, die Fernsicht gewinnt und auf den Almen beginnt die letzte und auch stimmungsvollste Phase der Saison.
Rescher Alm: Wandern mit Aussicht auf Käseknödel
Auf rund 2.000 Metern liegt die Rescher Alm, erreichbar über eine Wanderung, die auch für Wandermuffel machbar ist. Der Weg führt durch lichte Waldhänge und über Wiesen, immer wieder mit Blick auf den Reschensee. Oben warten hausgemachte Nudelspezialitäten, regionale Produkte, Käseknödel und Apfelstrudel auf alle, die den Aufstieg nicht nur wegen der Aussicht gemacht haben.
Wer den Berggipfel Piz Lad erklommen hat, kann die Rescher Alm ebenfalls als Ziel ansteuern. Und auch die etwas ambitionierteren Touren, die vom Dreiländerstein zurück nach Reschen führen, kommen ebenfalls direkt an der Alm vorbei. Alpines Panorama und kulinarische Pause in einem, effizienter geht Genuss kaum.
Laatscher Alm: Käse, aber als Heimat
Im Arundatal, auf 2.049 Metern, bewirtschaftet Familie Ladurner die Laatscher Alm. Die Milchkühe gehören hier zum sommerlichen Almleben fest dazu und aus ihrer Milch entsteht der Käse gleich vor Ort, ohne Umwege über Kühlketten oder Lieferanten.
Wer wissen möchte, wie regionale Lebensmittel tatsächlich entstehen, muss dafür also nur den knapp zweistündigen Forstweg oberhalb von Schleis in Kauf nehmen. Für Geübte gibt es steilere Abkürzungen, für alle anderen bleibt der gemütliche Weg. Die Alm ist zudem Teil des 360-Grad-Rundwanderwegs und hat von Mitte Mai bis Anfang Oktober geöffnet. Danach übernimmt wieder die Stille.
Almabtrieb und Schofschoad: Der Bergsommer räumt das Feld
Mit dem Herbst endet auf den Almen naturgemäß auch der Bergsommer, und die Tiere treten den Rückweg ins Tal an. Beim traditionellen Almabtrieb kehren sie nach den Sommermonaten in ihre Ställe zurück.
Als Schofschoad wird der Abtrieb der Schafe bezeichnet, die anschließend wieder ihren jeweiligen Besitzern zugeordne werden. Der Brauch ist eng mit der Almwirtschaft im Oberen Vinschgau verknüpft und zeigt, wie lebendig bäuerliche Traditionen hier bis heute geblieben sind, ganz ohne Museumscharakter.
Palabiratage in Glurns: Eine Birne bekommt ihren großen Auftritt
Wer die Genusssaison kulinarisch ausklingen lassen möchte, findet auch in Glurns die passende Gelegenheit. Im Mittelpunkt steht die Vinschger Palabirne, eine alte regionale Birnensorte, die hier traditionell kultiviert wird. Und offenbar genug Fans hat, um ein eigenes Programm zu füllen.
Im Jahr 2026 finden die Palabiratage vom 5. bis 20. September statt, mit »Glurns Kocht« und dem Landwirtschafts-Filmfestival »Terra Culta« als Highlights. Den Abschluss bildet am 20. September der Palabirasunnta (Palabirnen-Sonntag, eine Art Erntedankfest), danach hat auch die Birne ihren Auftritt für dieses Jahr hinter sich.
Weitere Informationen gibt es hier: www.reschensee.com.







