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USA

USA-Knigge: Diese Benimmregeln und Besonderheiten sollten Reisende kennen

Trinkgeld, Nationalparks, Einreise oder Bezahlen: Wer in die USA reist, sollte einige Besonderheiten kennen. Denn vieles hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Diese Tipps helfen dabei, typische Fehler zu vermeiden.

Die USA sind eines der beliebtesten Fernreiseziele der Deutschen. Ob Roadtrip durch den Westen, Shopping in New York oder Strandurlaub in Florida: Vieles wirkt vertraut und doch ist im Alltag einiges anders als zu Hause. Besonders in den vergangenen Jahren hat sich die Reisekultur spürbar verändert. Kartenzahlung ist fast überall selbstverständlich, Trinkgeld wird inzwischen an Orten erwartet, an denen früher niemand daran dachte, und selbst für einige Nationalparks reicht es nicht mehr, einfach spontan vorbeizufahren.

Damit der Urlaub nicht schon bei der Einreise oder an der Restaurantkasse mit einem unangenehmen Überraschungsmoment beginnt, lohnt es sich, die wichtigsten Besonderheiten zu kennen.

Fragen bei der Einreise in die USA

Für touristische Reisen benötigen deutsche Staatsangehörige in der Regel eine gültige ESTA-Genehmigung oder – je nach Reisezweck – ein Visum. Das sollte lange vor dem Abflug erledigt sein. Ohne gültige Einreisegenehmigung lassen Airlines Passagiere meist gar nicht erst an Bord.

Die eigentliche Einreise verläuft für die meisten Urlauber deutlich unspektakulärer als ihr Ruf vermuten lässt. Die Beamten der Grenzbehörde fragen häufig nach dem Reisezweck, der Aufenthaltsdauer oder der ersten Unterkunft. Wer Hotelbuchung, Rückflugticket und Reiseplan griffbereit hat, macht sich das Leben leichter.

Auch wenn die Atmosphäre manchmal kühl wirkt: Freundlichkeit zahlt sich aus. Kurze, sachliche Antworten kommen meist besser an als lange Erklärungen. Fingerabdrücke und ein Foto gehören inzwischen ebenso selbstverständlich zum Verfahren wie die Kontrolle des Reisepasses.

Wichtig zu wissen: Die US-Behörden dürfen elektronische Geräte kontrollieren. Das geschieht zwar nur in wenigen Fällen, ist rechtlich aber möglich. Deshalb empfiehlt es sich, Smartphone oder Laptop nicht mit sensiblen Daten zu überladen und während der Einreise kooperativ zu bleiben.

Flugzeug landet auf dem Airport in Los Angeles

Foto: Upal Patel

Keine Bomben-Scherze am Flughafen! No way!

Was in Deutschland vielleicht noch als schlechter Scherz durchgeht, kann in den USA ernste Folgen haben. Bemerkungen über Bomben, Waffen oder Sprengstoff haben am Flughafen nichts verloren – weder gegenüber Mitreisenden noch gegenüber Sicherheitskräften. Auch ironische Aussagen in sozialen Netzwerken oder lautstarke Witze in der Warteschlange können unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen. Die amerikanischen Sicherheitsbehörden reagieren bei diesem Thema äußerst sensibel.

Bargeld? Braucht heute kaum noch jemand

Während früher viele Urlauber mit dicken Dollarbündeln unterwegs waren, läuft heute fast alles digital. Kreditkarten werden praktisch überall akzeptiert, vom Café über den Nationalpark bis zum Parkautomaten. Auch Apple Pay und Google Pay funktionieren inzwischen in den meisten Geschäften problemlos. Auch kleine Beträge werden häufig kontaktlos bezahlt. Manche Restaurants oder Cafés akzeptieren sogar ausschließlich Kartenzahlung. Bargeld dabeizuhaben schadet zwar nie, nötig ist es aber oft nicht mehr.

Wichtig ist allerdings eine echte Kreditkarte. Viele Hotels blockieren beim Check-in einen Kautionsbetrag für mögliche Zusatzkosten. Mit Debitkarten funktioniert das nicht immer reibungslos.

Der häufigste USA-Schock: Die Preise stimmen nicht

Fast jeder USA-Neuling erlebt den gleichen Moment. Auf dem Preisschild steht 9,99 Dollar. An der Kasse werden plötzlich 10,82 Dollar fällig. Der Grund heißt Sales Tax.

Anders als in Deutschland sind die meisten Preise in den USA Nettopreise. Erst an der Kasse wird die jeweilige Verkaufssteuer aufgeschlagen. Wie hoch sie ausfällt, hängt vom Bundesstaat und teilweise sogar von der jeweiligen Stadt ab. Während einige Bundesstaaten ganz auf eine Sales Tax verzichten, kommen anderswo acht, neun oder sogar mehr als zehn Prozent hinzu. Wer einkaufen geht, sollte sich deshalb nicht wundern, wenn der Endbetrag höher ausfällt als zunächst erwartet.

Willkommen in der Welt der »Tipflation«

Kaum etwas hat sich in den vergangenen Jahren so verändert wie das Thema Trinkgeld. Früher war die Sache einfach: Im Restaurant gab es 15 bis 20 Prozent, im Taxi ebenfalls ein ordentliches Trinkgeld – fertig. Heute fragt gefühlt jedes Kartenterminal danach.

Gast wählt auf einem digitalen Kartenterminal im Restaurant ein Trinkgeld von bis zu 25 Prozent aus.

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Ob Café, Bäckerei, Eisdiele, Foodtruck oder Selbstbedienungsrestaurant: Nach dem Bezahlen erscheint häufig automatisch die Frage nach dem Trinkgeld. Besonders verbreitet sind Vorschläge von 20, 22 oder sogar 25 Prozent. Dieses Phänomen wird in den USA inzwischen selbst als »Tipflation« bezeichnet. Viele Amerikaner sehen diese Entwicklung kritisch. Denn längst wird auch dort Trinkgeld an Orten erwartet, an denen das früher unüblich war. Urlauber sollten sich davon nicht unter Druck setzen lassen.

Wann Trinkgeld wirklich erwartet wird

Im klassischen Restaurant gehört Trinkgeld nach wie vor zum guten Ton. Das Servicepersonal erhält vielerorts nur ein vergleichsweise geringes Grundgehalt und lebt zu einem erheblichen Teil von den Trinkgeldern. Als Richtwert gelten heute: 18 bis 20 Prozent für guten Service und 20 bis 25 Prozent, wenn der Service außergewöhnlich war.

Ein genauer Blick auf die Rechnung lohnt sich allerdings. Vor allem in touristischen Regionen wird das Trinkgeld häufig bereits automatisch als »Gratuity« oder »Service Charge« berechnet. Wer das übersieht, zahlt schnell doppelt. Bei Uber, Lyft oder klassischen Taxis freuen sich Fahrer ebenfalls über ein Trinkgeld. Gleiches gilt für Hotelmitarbeiter, Gepäckträger oder den Concierge.

Taxi-Schild auf Auto

Foto: Joshua Rodriguez

Anders sieht es beim Coffee Shop oder an der Selbstbedienungstheke aus. Dort ist Trinkgeld zwar willkommen, wird aber deutlich weniger erwartet. Wer hier den vorgeschlagenen Betrag reduziert oder ganz ablehnt, begeht keinen Fauxpas.

Kleine Freundlichkeit, große Wirkung

Amerikaner gelten nicht ohne Grund als ausgesprochen serviceorientiert. Kassierer wünschen einen schönen Tag, Kellner stellen sich mit Namen vor und selbst im Supermarkt entwickelt sich schnell ein kurzer Small Talk. Das wirkt auf deutsche Besucher manchmal ungewohnt, gehört aber einfach zum Alltag. Ein freundliches Lächeln oder ein kurzes »How are you?« bedeutet nicht automatisch, dass ein längeres Gespräch entstehen soll. Meist handelt es sich einfach um eine höfliche Begrüßung.

Wer ebenfalls freundlich reagiert, ein »Thank you« oder »Have a nice day« erwidert, wird schnell merken, dass genau diese lockere Höflichkeit den Alltag in den USA angenehm macht.

Restaurants: Erst warten, dann Platz nehmen

Wer in Deutschland ein Restaurant betritt, sucht sich häufig einfach einen freien Tisch aus. In den USA solltest du genau das nicht tun. Vor vielen Restaurants hängt der Hinweis »Please wait to be seated«. Das bedeutet: Erst warten, bis dich ein Mitarbeiter einen Tisch zuweist. Gerade in beliebten Restaurants werden die Tische genau eingeteilt. Selbst wenn mehrere Plätze frei wirken, sind sie häufig bereits reserviert oder bestimmten Servicekräften zugeordnet. Wer sich einfach hinsetzt, sorgt schnell für Verwirrung.

In vielen Restaurants ersetzt inzwischen ein QR-Code die klassische Speisekarte. Bestellt wird zwar meist weiterhin beim Servicepersonal, doch Speisen und Getränke schaust du dir auf dem Smartphone an. Wer lieber eine gedruckte Karte möchte, kann selbstverständlich danach fragen. Eine angenehme Besonderheit: Leitungswasser gehört fast überall kostenlos dazu. Bestellt einfach »Tap Water«, wenn dt kein Mineralwasser kaufen möchtest. Bei Softdrinks, Eistee oder Filterkaffee sind kostenlose Nachfüllungen – die Free Refills – in vielen Restaurants nach wie vor üblich.

Leerer Tisch und leere Stühle in Restaurant in Seattle

Foto: Herry Sutanto

Alkohol: Die Regeln sind oft strenger als gedacht

Dass Alkohol erst ab 21 Jahren erlaubt ist, wissen die meisten Reisenden inzwischen. Weniger bekannt ist, dass viele Bundesstaaten deutlich strengere Vorschriften haben als Deutschland. Ein Bier in der Hand beim Spaziergang durch die Innenstadt? In vielen Städten verboten. Ein offener Wein im Auto, obwohl der Fahrer nüchtern bleibt? Ebenfalls problematisch.

Viele Bundesstaaten kennen sogenannte Open Container Laws. Geöffnete Alkoholflaschen dürfen sich häufig nicht im Fahrgastraum befinden. Sie gehören – wenn überhaupt – verschlossen in den Kofferraum. Auch am Strand oder in öffentlichen Parks ist Alkoholkonsum vielerorts untersagt. Die Regeln unterscheiden sich allerdings von Bundesstaat zu Bundesstaat und teilweise sogar von Stadt zu Stadt.

Cannabis ist keine Grauzone

Ein weiterer Irrtum betrifft Cannabis. Zwar haben zahlreiche Bundesstaaten den Besitz oder Konsum legalisiert. Für Touristen bedeutet das aber keineswegs automatisch freie Fahrt. Nationalparks, Flughäfen und andere Einrichtungen des Bundes unterliegen dem Bundesrecht. Dort bleibt Cannabis grundsätzlich verboten.

Auch der Transport zwischen Bundesstaaten kann rechtliche Probleme verursachen – selbst wenn Cannabis in beiden Staaten legal wäre. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, verzichtet während der Reise darauf.

Rauchen wird immer schwieriger

Die Zeiten, in denen man in den USA fast überall rauchen konnte, sind längst vorbei. Heute gelten vielerorts strenge Nichtraucherschutzgesetze. Vor Restaurants, Hotels oder Bürogebäuden musst du häufig mehrere Meter Abstand halten. In manchen Städten und Bundesstaaten ist das Rauchen sogar an Stränden oder in öffentlichen Parks verboten. Seit Ende 2019 gilt außerdem landesweit: Tabakprodukte dürfen erst ab 21 Jahren gekauft werden. Das betrifft auch E-Zigaretten und Vapes.

Frau raucht eine Zigarette

Foto: Giulia Squillace

Autofahren: Diese Regeln überraschen viele Europäer

Das Autofahren gilt in den USA als unkompliziert. Dennoch gibt es einige Besonderheiten. An vielen Kreuzungen darfst du bei Rot rechts abbiegen, nachdem du vollständig angehalten habt – sofern kein entsprechendes Verbotsschild aufgestellt ist. Deutlich ernster nehmen solltest du dagegen Schulbusse. Hält ein gelber Schulbus und klappt das rote Stoppschild aus, müssen Fahrzeuge in vielen Fällen ebenfalls anhalten, teilweise sogar auf der Gegenfahrbahn. Verstöße werden empfindlich bestraft.

Kommst du in eine Polizeikontrolle, gilt ebenfalls ein anderer Umgang als in Europa. Bleibt ruhig sitzen, lasst die Hände gut sichtbar am Lenkrad und wartet, bis dich der Beamte auffordert, Führerschein oder Fahrzeugpapiere herauszusuchen. Hektische Bewegungen wirken schnell verdächtig.

Nationalparks: Spontan funktioniert nicht mehr alles

Früher konnte man morgens einfach losfahren und den Yosemite oder Arches National Park besuchen. Heute ist das bei einigen Parks nicht mehr selbstverständlich. Für mehrere besonders beliebte Nationalparks oder einzelne Zufahrtsstraßen gelten inzwischen zeitweise Reservierungssysteme. Wer keinen reservierten Zeitslot besitzt, kommt unter Umständen trotz gültigem Nationalpark-Pass nicht hinein.

Yosemite National Park

Foto: Dmitry Sovyak

Auch berühmte Wanderungen werden teilweise verlost. Für den spektakulären Angels Landing Trail im Zion National Park beispielsweise ist eine erfolgreiche Bewerbung in einer Lotterie erforderlich. Vor jeder USA-Reise lohnt deshalb ein Blick auf die offizielle Website des jeweiligen Nationalparks.

Wildtiere sind keine Fotomodels

Kaum etwas sorgt jedes Jahr für so viele Probleme wie der Umgang mit Wildtieren. Bisons im Yellowstone, Elche in den Rocky Mountains oder Schwarzbären entlang der Straßen wirken oft erstaunlich gelassen. Trotzdem bleiben sie Wildtiere.

Die Nationalparkverwaltung schreibt Mindestabstände vor. Gerade Bisons können überraschend schnell angreifen, wenn Menschen ihnen zu nahe kommen. Immer wieder müssen Besucher behandelt werden, weil sie für ein Selfie den Sicherheitsabstand ignoriert haben. Ebenso tabu ist das Füttern von Wildtieren. Es schadet nicht nur den Tieren selbst, sondern kann hohe Geldstrafen nach sich ziehen.

Drohnen bleiben meist am Boden

Viele Reisende möchten spektakuläre Luftaufnahmen der Nationalparks mit nach Hause bringen. In den allermeisten Nationalparks ist das jedoch verboten.

Junger Mann mit Cappy steht auf einem Kornfeld und hält eine Drohne in der Hand

Foto: David Henrichs

Drohnen dürfen dort grundsätzlich weder gestartet noch gelandet werden. Wer dagegen verstößt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. Für beeindruckende Landschaftsfotos braucht es sie ohnehin selten – viele Aussichtspunkte sind auch zu Fuß erreichbar.

Warteschlangen sind heilig

Eine kleine Benimmregel, die viele Europäer unterschätzen: In den USA wird konsequent angestanden. Ob im Café, an der Supermarktkasse oder beim Einsteigen in eine Attraktion – Vordrängeln gilt als ausgesprochen unhöflich. Das Gleiche gilt für das »Saving Spots“, also das Freihalten von Plätzen für eine ganze Gruppe.

Shopping: Erst an der Kasse wird gerechnet

Die USA bleiben ein Paradies für Shoppingfans. Outlet-Center, große Kaufhäuser und Markenstores locken regelmäßig mit hohen Rabatten. Besonders an Feiertagen wie dem Memorial Day, Labor Day oder Black Friday purzeln die Preise. Viele Geschäfte setzen inzwischen auf Self-Checkout-Kassen. Das Bezahlen funktioniert ähnlich wie in Deutschland und ist meist selbsterklärend.

Ein kleiner Unterschied bleibt: Coupons spielen in den USA weiterhin eine deutlich größere Rolle als hierzulande. Viele Händler bieten Rabatte über ihre Apps oder Kundenprogramme an. Wer häufiger einkauft, kann damit durchaus einiges sparen.

Frank Störbrauck
Brasilien ist sein Ding. Hier feiert Frank gerne ausgelassene Strandpartys bis tief in die warme Nacht. Klar, die Copacabana ist dafür in aller Munde, ihn zieht es allerdings viel lieber nach Salvador, wo die Strände nicht weniger traumhaft sind. Pluspunkt dort: Die Partys sind kleiner und mit den Locals kommt man schneller ins Gespräch.