Wer auf Reisen ist, ist immer auch Gast. Und da gehört es dazu, dass man sich benimmt. Insbesondere die richtige Begrüßung ist immens wichtig für den ersten Eindruck. Als Faustregel gilt: beobachten, was die anderen machen. Und offen für Neues sein.
Österreich: Warum der Handkuss die Hand gar nicht berührt
»Küss die Hand!« Diese Begrüßungstradition aus Österreich kennt wohl jeder. Früher brachten die Habsburger den Brauch aus Spanien nach Österreich. Dort war er Teil des Hofzeremoniells. Und noch heute ist unser Nachbarland für den Handkuss bekannt. Als gesprochenes Wort ist er nicht unüblich, tatsächlich ausgeführt wird der Handkuss allerdings vorrangig zur Wiener Ballsaison. Dabei spannend: Die Lippen des Grüßenden berühren die Hand der Gegrüßten nicht, der Kuss wird also nur angedeutet. Außerhalb solcher traditioneller Umstände kann der Handkuss allerdings auch zu Verwirrungen führen.
China: Das Händeschütteln hat die Verbeugung verdrängt
In China war es einst üblich, sich mit einer leichten Verbeugung zu begrüßen und so seinem Gegenüber Respekt auszusprechen. Allerdings wurde die traditionelle chinesische Verbeugung heute vom klassischen Händeschütteln verdrängt. Weiterhin ist es allerdings üblich, ältere Menschen vor den jüngeren zu begrüßen, ebenso wie sozial höhergestellte Personen. Außerdem wichtig: Wer geschäftlich unterwegs ist, überreicht die eigene Visitenkarte respektvoll mit beiden Händen und nimmt die des Gegenübers auch so an.

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Neuseeland: Beim Hongi berühren sich Nase und Stirn
Was machen die denn da? Das indigene Volk Neuseelands, die Maori, begrüßen sich mit »Hongi«. Zur Begrüßung pressen sie Nase und Stirn aneinander, um den »Ha« (Atem des Lebens) auszutauschen. Dabei sollen die beiden Seelen miteinander in Berührung gebracht werden. Im Alltag wird diese Form der Begrüßung heute teilweise untereinander noch gepflegt. Als Besucher erfährt man den »Hongi« eher in einem zeremoniellen Umfeld. So kommt der Gruß zum Beispiel bei hohem Staatsbesuch zur Anwendung.

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USA: Warum Küsschen zur Begrüßung hier gar nicht ankommen
Ganz so viel Nähe ist hingegen in dem Land der Hollywoodküsse nicht üblich. Die Vorstellung, von Freunden, Bekannten oder gar Fremden ein Küsschen zu bekommen, gefällt den Amerikanern nämlich gar nicht! Stattdessen ist hier eine einfache Umarmung geläufig. Unter jungen US-Amerikanern wird schon mal ein lässiges »What’s up?» in den Raum geworfen. Oder aber es wird sich mit dem guten, alten Handschlag begrüßt. Das kraftvolle Heranziehen des Gegenüber beim Handschlag ist hingegen eine Eigenheit, die vorrangig der amtierende US-Präsident zum Besten gibt…
In den oft so locker wirkenden USA gibt es trotz allem einige Benimmregeln. Hier verraten wir mehr.

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Äthiopien: Drei Küsschen sind hier nur das Minimum
In Äthiopien gehört zur Begrüßungstradition, dass es gar nicht genug Küsschen geben kann! Drei Küsschen mindestens, je nach Innigkeit der Beziehung haben sich sogar bis zu zehn oder mehr Küsschen eingebürgert. Bei formellen Treffen hingegen ist ein leichter Händedruck angebracht.
Thailand: Beim Wai entscheidet die Handhöhe über den Respekt
Im Land des Lächelns hingegen sind Anfassen und Wangenküsschen bei der Begrüßung tabu! Die doch eher konservative thailändische Gesellschaft verneigt sich traditionell mit einem »Wai«. Bei dem buddhistischen Gruß mit den Händen vor der Brust wird sein Gegenüber respektiert. Je höher die Hände vor das Gesicht gehalten werden und je tiefer die Verbeugung ist, desto größer ist der vermittelte Respekt. Traditionell wird der Gruß von der rangniederen oder jüngeren Person begonnen.
Do it like a Thai! Worauf Thailand-Reisende noch achten sollten.

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Emirate: Wenn sich zwei zur Begrüßung die Nasen reiben
In den Vereinigten Arabischen Emiraten liegen Besucher mit einem Handschlag zur Begrüßung nie falsch. Besonders traditionell ist dabei der Gruß »As-salamu alaykum« (Friede sei mit dir), dem üblicherweise ein »Wa alaikum as-salam« (Und mit dir sei Friede) erwidert wird. Achtung: Ein Handschlag zwischen den Geschlechtern ist nicht verboten, aber unüblich. Am besten darauf achten, was das Gegenüber macht.

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Wer längere Zeit in den Emiraten verbracht hat, konnte vielleicht den Chuschm beobachten. Beim traditionellen Gruß reiben zwei Emiratis kurz ihre Nasen aneinander, was Vertrautheit und Respekt zum Ausdruck bringt. Der Gruß ist auch in Saudi-Arabien üblich.
Japan: Wie tief die Verbeugung ausfallen sollte
Eine Begrüßung mit Handschlag ist in Japan eher unüblich und gewissermaßen ein westlicher Import. Stattdessen begrüßen die Japaner sich untereinander mit unterschiedlichen Grußformeln, immer aber mit einer Verbeugung. Am bekanntesten ist hierzulande vermutlich der Gruß Konnichiwa, was sich als Guten Tag übersetzen lässt. Der formelle Gruß ist dementsprechend nur zwischen 11 und 18 Uhr anzuwenden.

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Viel wichtiger ist aber die Verbeugung. Dazu werden die Arme seitlich an den Körper angelegt. Der Rücken bleibt während der Verbeugung durchgestreckt, die Bewegung erfolgt also aus der Hüfte. Nur: Wie weit runter soll es denn sein? Das kommt ganz auf den Anlass und den Stand des Gegenüber an. Grob gesprochen reicht bei Bekannten und Freunden eine leichte Verbeugung. Mit einer Verbeugung bei etwa 15 liegt man im Alltag nie falsch, eine Verbeugung bis zu 30 Grad bleibt hingegen besonderen Würdenträgern vorbehalten. Am besten orientieren Touristen und Gäste sich am Gegenüber. Grundsätzlich gilt: Beide Seiten halten die Verbeugung so lange wie der jeweils andere.
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