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Beinfreiheit im Flugzeug: So viel Sitzabstand bieten die Airlines wirklich

Endlich Urlaub. Nur noch in den Flieger, und dann endlich Erholung. Aber was, wenn zwischen dem Abflug und dem Urlaubsglück noch einige Stunden in angespannter Sitzhaltung stehen? Augen zu und durch? Wir klären auf, welche Airlines wie viel Sitzabstand bieten und worauf Passagiere noch achten sollten.

Für viele Flugreisende sind ein günstiger Flugpreis und eine nicht all zu lange Flugzeit entscheidend, wenn es darum geht, in den Urlaub zu fliegen. Für möglichst wenig Geld möglichst schnell am Urlaubsort sein, das ist bei vielen der größte Wunsch. Andere dagegen möchten möglichst komfortabel verreisen. Wenn es schon nicht der VIP-Service am Flughafen oder ein Sitz in der Business Class sein kann, dann doch bitte ein möglichst komfortabler Sitzplatz und ausreichend Beinfreiheit in der »Holzklasse«. Diesen Wunsch haben – nicht ganz unverständlich – besonders Reisende, die groß gewachsen sind.

Ein Passagier in rotem Shirt sitzt am Fensterplatz eines Flugzeugs, die Arme auf den Armlehnen. Vor ihm ist der Abstand zur nächsten Sitzreihe mit hochgeklapptem Tabletttisch zu sehen.

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Von Ryanair bis Japan Airlines: So viel Platz bietet die Economy wirklich

Die schlechte Nachricht: Sehr große Unterschiede gibt es bei den Airlines in Sachen Sitzabstand nicht. Bei fast allen beträgt der Sitzabstand in der Economy-Klasse zwischen 70 und 85 Zentimeter. Bei Airlines, die vornehmlich oder nur in Europa fliegen, sind die Unterschiede noch geringer.

Hier ein paar Beispiele: Beim Charter- und Ferienflieger TUIfly sind die Standardsitze mit einem Abstand von etwa 74 Zentimetern ausgestattet. Einen Ticken enger ist es bei Eurowings: Dort sind 73 Zentimeter Standard. Die Muttergesellschaft Lufthansa nutzt auf Kurz- und Mittelstrecken (z. B. Airbus A320/A321) Slimline-Sitze, die einen Sitzabstand von etwa 76 bis 79 Zentimeter bieten. Auf der Lufthansa-Langstrecke ist der Abstand je nach Flugzeugtyp zwischen 78 und 81 Zentimeter. Die seit 2024 ausgerollten Allegris-Kabinen in immer mehr Lufthansa-Fliegern bieten etwa 79 Zentimeter, auf den eigens ausgewiesenen »Extra Legroom«-Plätzen sogar etwa 86 Zentimeter. Last but not least die Billigflieger Easyjet und Ryanair: Hier muss man sich teils mit 71 Zentimeter (Ryanair) und etwa 73 Zentimeter (Easyjet) begnügen.

Sitzplatz-Reihen bei Easyjet

Foto: Easyjet

Mehr Platz, um die Beine auszustrecken, haben Passagiere, die auf der Langstrecke im Ausland unterwegs sind. Emirates etwa bietet 81 Zentimeter, ebenso Thai Airways. American Airlines gehört mit einem Sitzabstand von etwa 79 Zentimeter zum Durchschnitt US-amerikanischer Airlines.

In der Economy-Klasse bieten Fluggesellschaften wie Japan Airlines (JAL) und All Nippon Airways (ANA) derzeit den meisten Platz, mit einem Sitzabstand von bis zu 86 Zentimetern auf Langstreckenflügen, was durch innovative Sitze wie die »Sky Wider«-Serie von JAL ermöglicht wird.

Premium Economy: Was der Aufpreis bringt und was er kostet

Einigen Passagieren reicht das aber nicht. Daher bieten viele Fluggesellschaften neben der normalen Economy-Class auch eine weitere Sitzkategorie mit mehr Beinfreiheit an. Oft etikettiert mit dem Zusatz »Economy Plus« oder »Premium Economy Class«. Bei TUIfly etwa gibt es Komfort-Sitze mit 79 Zentimetern und XL-Sitze mit 97 Zentimetern Abstand zum Vordersitz. Tickets in dieser Buchungsklasse sind natürlich teurer als der Basic-Tarif der Economy-Klasse. Passagiere können ergo selbst entscheiden, ob sie gegen einen Aufpreis mehr Beinfreiheit wünschen. Für reine Extra-Legroom-Sitze in Economy sind es meist zehn bis 100 Euro pro Flug (nicht pro Ticket). Wer sich für Economy Plus oder Premium Economy entscheidet, zahlt je nach Airline und Flugroute locker ein paar Hundert Euro mehr. Manch einer dürfte da der Verlockung nicht widerstehen, doch gleich den Sitz in der Luxus-Business-Class zu wählen …

Sitzplatz in einem A321 der Lufthansa

Foto: Kai Pilger

Dennoch: Die Premium Economy Class erfreut sich bei einigen Passagieren durchaus großer Beliebtheit. Denn die Vorzüge sind nicht von der Hand zu weisen. Neben mehr Beinfreiheit – oft 96 bis 109 Zentimeter – gibt es meist einen separaten Check-In oder eine höhere Meilengutschrift. Außerdem wird die Sonderklasse oft mit weiteren Annehmlichkeiten aufgewertet: mehr Freigepäck, zuweilen sogar Lounge-Nutzung und bessere Menüs an Bord. Beispielsweise bieten Lufthansa oder British Airways auf Langstrecken bis zu zwei Gepäckstücke und Premium-Menüs.

Ein Problem aber haben Passagiere, besonders jene, die nicht oft fliegen: Fehlende Standards sowie unterschiedliche Preismodelle erschweren den Vergleich der verschiedenen Premium-Economy-Tarife. Der Aufpreis liegt je nach Airline und Route bei 200 bis 800 Euro pro Strecke. So bleibt einem nichts anderes übrig, als sich durch die Website der Wunsch-Airline zu klicken, um genau zu erfahren, welche Extras man denn erwarten darf. Vergleichsportale wie Kayak (hier lang zur Website) oder Skyscanner (hier lang zur Website) helfen, aber für Details zu Sitzabstand oder Service bleibt die Airline-Website entscheidend.

Häufige Fragen

Wie finde ich den Sitzabstand bei einer Airline heraus?
Auf Seiten wie SeatGuru, FlightRadar24 oder direkt bei der Airline unter „Bordservice" oder „Flugzeugflotte". Dort stehen oft Sitzabstand (Pitch) und Sitzbreite pro Modell.
Welchen Vorteil bietet eine Premium-Economy-Buchung?
Mehr Beinfreiheit (ca. 94–107 cm statt 76–81 cm), breitere Sitze, bessere Verpflegung, mehr Gepäck und oft priorisiertes Boarding. Ideal für Langstrecken ohne Business-Preis.
Frank Störbrauck
Brasilien ist sein Ding. Hier feiert Frank gerne ausgelassene Strandpartys bis tief in die warme Nacht. Klar, die Copacabana ist dafür in aller Munde, ihn zieht es allerdings viel lieber nach Salvador, wo die Strände nicht weniger traumhaft sind. Pluspunkt dort: Die Partys sind kleiner und mit den Locals kommt man schneller ins Gespräch.