Eine kleine Definitionssache vorab: Im Deutschen bezeichnet ein Kanal streng genommen eine menschengemachte oder zumindest eine vom Menschen begradigte Wasserstraße, wie beispielsweise der Suezkanal. Bei natürlichen Meerengen ist hingegen meist von einer »Straße« die Rede. Einzige Ausnahme: der Ärmelkanal. Die deutsche Bezeichnung leitet sich vom englischen »English Channel« ab. Im Englischen ist die Definition von »Channel« bei Weitem nicht so strikt wie im Deutschen.
1. Straße von Malakka: 250 Schiffe pro Tag und 80 Prozent von Chinas Ölimporten
Die Straße von Malakka – benannt nach der gleichnamigen Stadt in Malaysia – liegt zwischen der malaiischen Halbinsel und der Insel Sumatra. Auf einer Strecke von etwa 930 Kilometern verengt sich das Meer hier und bildet den Übergang vom Indischen Ozean ins Südchinesische Meer. An der engsten Stelle ist die Straße von Malakka immer noch 38 Kilometer breit. Und das ist auch gut so, denn pro Tag schippern hier zwischen 200 und 250 Schiffe entlang. Damit zählt die Straße von Malakka zu den am stärksten befahrenen Wasserstraßen der Welt, insbesondere für China ist die Straße eine wichtige Import- und Exportroute. Fast 80 Prozent der chinesischen Ölimporte werden durch die Meerenge geschifft.

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Reisende, die sich das rege Treiben auf dem Wasser einmal genauer ansehen wollen, finden dazu in Singapur beste Voraussetzungen. Der Stadtstaat liegt am südlichen Ende der Straße von Malakka. Von der Dachterrasse des Marina Bay Sands aus bietet sich ein erstklassiger Ausblick auf die Hunderte von Schiffen, die vor der Küste vor Anker liegen oder die Meerenge passieren. Alternativ buchen Teilzeit-Matrosen sich auf einer Kreuzfahrt ein, eine klassische Route führt von Singapur durch die Straße bis nach Phuket in Thailand.
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2. Panamakanal: Der einzige Kanal, der zwei Ozeane verbindet
Der Panamakanal ist der einzige Kanal der Welt, der zwei Ozeane miteinander verbindet, nämlich den Atlantik und den Pazifik. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1920 erspart der Kanal mehr als 14.000 Schiffen pro Jahr den Umweg um den kompletten südamerikanischen Kontinent. 82 Kilometer ist der Kanal lang und durchtrennt dabei den Isthmus von Panama. Wer hindurch will, muss auf dem Weg ganze fünf Schleusenanlagen passieren. Wahrlich ein Wunderwerk der Technik. 2026 allerdings schränkt eine große Trockenheit den Verkehr im Kanal ein. Statt normalerweise bis zu 40 Schiffen pro Tag ist die Durchfahrtsmenge seit Mitte September 2026 auf 32 Schiffe begrenzt.

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Wer den Panamakanal aus nächster Nähe besichtigen will, hat mehrere Möglichkeiten. Am einfachsten ist es, eines der Besucherzentren an den Mündungen zu besuchen. Eins steht in der Nähe von Panama-Stadt an den Miraflores-Schleusen, das andere auf der Atlantikseite an den Agua-Clara-Schleusen. Alternativ geht es in einer Tagestour mit dem Ausflugsboot von Panama-Stadt aus in den Kanal und wieder zurück. Und die ganz große Tour bieten zahlreiche Reedereien in Form einer Kreuzfahrt an. Eine klassische Route führt von Miami durch den Kanal und dann auf der Pazifikseite bis nach Seattle.
Die spannende Geschichte des Kanals erzählen wir hier.
3. Straße von Hormus: Warum diese Meerenge die Welt in Atem hält
Spätestens seit den US-Angriffen auf den Iran 2026 kennt wohl jeder die Straße von Hormus. Und weiß auch, wie wichtig diese Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman für den internationalen Handel ist. In Friedenszeiten lief hier ein Fünftel der weltweiten Erdöl- und Flüssiggastransporte entlang, gefördert aus den reichen Reserven der Anrainerstaaten, unter anderem Kuwait, Katar, dem Irak, Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Iran und Saudi-Arabien. Ihren Namen hat die Meerenge von der Stadt Hormus, die wohl am nördlichen Ufer der Meerenge lag. Deren Herrscher beschloss um 1300, vor den einfallenden Mongolen mit Sack, Pack und Untertanen auf die der Küste vorgelagerte Insel umzusiedeln, die seither ebenfalls den Namen Hormus trägt.

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War der Persische Golf lange Zeit ein beliebtes Ziel für Kreuzfahrtrouten, scheint er als Reiseziel heute undenkbar. Zu unsicher und unvorhersehbar die diplomatische Großwetterlage. Zahlreiche Kreuzfahrtreedereien haben daher kurzerhand gleich ihren gesamten Saisonplan 2026/27 neu geplant.
Welche Alternativen es gibt, verraten wir hier.
4. Suezkanal: Als ein Containerschiff sechs Tage lang die Welt lahmlegte
Der Suezkanal verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer und führt dabei geradewegs durch Ägypten. Die 1869 unter französischer Ägide fertiggestellte Wasserstraße markiert gleichzeitig die Grenze zwischen Afrika und der Arabischen Halbinsel und somit Asien. Stolze 164 Kilometer maß der Suezkanal bei seiner Eröffnung, durch einen 2009 fertiggestellte Vertiefung sind es mittlerweile gut 193 Kilometer. Anders als der Panamakanal ist der Suezkanal außerdem schleusenlos, die Durchfahrt ist also wesentlich unkomplizierter.
Dass trotzdem etwas schiefgehen kann, zeigte die Ever-Given-Blockade im Frühjahr 2021. Das 400 Meter lange Containerschiff geriet im Kanal in Schieflage und blockierte sechs Tage lang den Kanal. Andere Schiffe wählten als Alternative teilweise den kompletten Weg um Afrika herum. Die Blockade verursachte weltweit Lieferengpässe in zig Industriezweigen und infolgedessen Schäden in Milliardenhöhe.









