Foto: DOCa Rioja
Spanien

Mehr als Wein: Das macht eine Reise in die Rioja so besonders

Die Rioja zählt zu den bekanntesten Weinregionen der Welt. Doch zwischen historischen Städten, moderner Architektur und ausgezeichneten Restaurants gibt es weit mehr zu entdecken als edle Tropfen. Warum sich eine Reise besonders lohnt, zeigt unser Überblick.

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Wer an Rioja denkt, denkt meist zuerst an Wein. Tatsächlich zählt die Region im Norden Spaniens zu den renommiertesten Anbaugebieten der Welt. Doch zwischen den Ausläufern des Kantabrischen Gebirges und dem Fluss Ebro ist längst ein Reiseziel entstanden, das weit über Kellerführungen und Weinproben hinausgeht. Historische Städte, avantgardistische Architektur, ausgezeichnete Gastronomie und spektakuläre Landschaften machen Rioja zu einem der spannendsten Ziele für Genießer.

Besucher nehmen an einer Weinverkostung im Garten des Weinguts Finca Emperatriz in der Rioja teil.

Foto: Ben Etridge / Rioja Wine

Ein Mosaik aus Weinbergen, Bergen und mittelalterlichen Orten

Die Rioja erstreckt sich über rund 100 Kilometer entlang des Ebro und gliedert sich in die drei Anbaugebiete Rioja Alta, Rioja Alavesa und Rioja Oriental. Jedes besitzt seinen eigenen Charakter. Während in der Rioja Alta elegante, lagerfähige Rotweine entstehen, prägen in der Rioja Alavesa kalkhaltige Böden und spektakuläre Ausblicke auf die Sierra de Cantabria das Landschaftsbild. Im wärmeren Osten wachsen zunehmend auch aromatische Weiß- und Roséweine.

Gerade im Herbst zeigt sich die Region von ihrer schönsten Seite. Nach der Weinlese verwandeln sich die Weinberge in ein Mosaik aus Gold-, Orange- und Rottönen. Gleichzeitig laden angenehme Temperaturen zu Wanderungen, Fahrradtouren oder entspannten Rundfahrten durch kleine Winzerdörfer ein.

Architektur als zweites Markenzeichen

In den vergangenen Jahrzehnten haben auch einige der bedeutendsten Architekten der Welt der Rioja ein unverwechselbares Gesicht gegeben. Das wohl bekannteste Bauwerk ist das Hotel und Weingut Marqués de Riscal in Elciego. Frank Gehry schuf mit seinen geschwungenen Titanflächen ein Gebäude, das an das Guggenheim-Museum in Bilbao erinnert und längst selbst zu einer Sehenswürdigkeit geworden ist.

Das von Frank Gehry entworfene Hotel Marqués de Riscal in Elciego erhebt sich zwischen Weinbergen in der Rioja.

Foto: Rioja Wine / Hotel Marqués de Riscal

Ebenso beeindruckend präsentiert sich die Bodega Ysios bei Laguardia. Santiago Calatrava entwarf das markante Wellen-Dach, das die Silhouette der dahinterliegenden Berge aufnimmt. Fast unsichtbar fügt sich dagegen die Bodega Baigorri in die Landschaft ein, deren Produktionsbereiche tief unter der Erde liegen.

Diese Orte gehören auf jede Rioja-Reise

Laguardia zählt zu den schönsten Orten der Region. Die mittelalterliche Stadt ist nahezu autofrei, ihre engen Gassen verlaufen über einem Netz historischer Weinkeller. Von den Stadtmauern eröffnet sich ein weiter Blick über die Weinberge.

Panoramablick auf die mittelalterliche Stadt Laguardia in der Rioja vor der Sierra de Cantabria.

Foto: tokar/Shutterstock.com

Nicht weniger reizvoll ist Haro. Das Städtchen gilt als Weinhauptstadt der Rioja. Im berühmten Barrio de la Estación liegen traditionsreiche Bodegas wie CVNE, Muga oder López de Heredia nur wenige Schritte voneinander entfernt. Ende Juni findet hier zudem die spektakuläre Batalla del Vino statt. Bei der »Weinschlacht« bespritzen sich Tausende Menschen mit Rotwein, bis Kleidung und Straßen tiefrot gefärbt sind.

Die Hauptstadt Logroño lockt dagegen mit ihrer lebendigen Altstadt. Rund um die Calle del Laurel reiht sich eine Tapas-Bar an die nächste. Viele Lokale haben sich auf nur wenige Spezialitäten konzentriert und servieren dazu passende Rioja-Weine.

Zwei Frauen genießen ein Glas Rioja-Wein in einer historischen Altstadt der spanischen Weinregion Rioja.

Foto: JPEG Estudio / Rioja Wine

Kunst, Geschichte und Unesco-Welterbe

Wein ist in der Rioja auch eng mit Kultur verbunden. Das Vivanco Museum für Weinkultur in Briones gehört zu den bedeutendsten Weinmuseen Europas. Es zeigt historische Weinpressen, archäologische Funde und Werke von Pablo Picasso, Joaquín Sorolla, Eduardo Chillida und Andy Warhol.

Nur rund 40 Kilometer südlich von Logroño liegt außerdem das Kloster San Millán de la Cogolla. Die Unesco-Welterbestätte gilt als Wiege der spanischen Sprache. Hier entstanden im 10. Jahrhundert die Glosas Emilianenses, die ältesten bekannten Schriftzeugnisse in spanischer Sprache.

Genuss weit über den Wein hinaus

Auch kulinarisch genießt die Rioja einen ausgezeichneten Ruf. Typisch sind Lamm aus dem Holzofen, Paprika aus den Gemüsegärten entlang des Ebro, Wildpilze und hochwertige Wurstwaren. Im Frühjahr stehen Spargel und Artischocken auf vielen Speisekarten, im Herbst bestimmen Pilze und Wildgerichte die Küche.

Mehrere Restaurants der Region wurden mit Michelin-Sternen ausgezeichnet. Gleichzeitig lebt die Rioja von ihrer unkomplizierten Genusskultur. Statt mehrgängiger Menüs stehen vielerorts kleine Pintxos und ein Glas Wein im Mittelpunkt.

Patatas a la Riojana mit Chorizo in einer Schüssel, ein traditionelles Gericht aus der spanischen Region Rioja.

Foto: Studioimagen73 / Shutterstock.com

Besondere Erlebnisse in der Rioja

– Wer die Region im September besucht, erlebt mit den Fiestas de San Mateo in Logroño eines der wichtigsten Weinfeste Spaniens. Höhepunkte sind das traditionelle Traubenstampfen, die Segnung des ersten Mostes sowie Umzüge, Konzerte und Folklore.

– Im November veranstaltet die Bodega Izadi den Genussmonat »eNoviembre«. Wein wird dabei mit Schokolade, Käse oder Foie gras kombiniert.

– Romantisch wird es bei der Bodega Valdelana. Beim preisgekrönten »Star Pairing« treffen Weinverkostung und Astronomie aufeinander. Zwischen den Weinbergen werden ausgewählte Weine mit Sternbildern kombiniert.

– Familien können bei den Bodegas Lecea selbst aktiv werden. Beim traditionellen Traubenstampfen dürfen auch Kinder barfuß in die Bottiche steigen und erleben, wie früher Wein hergestellt wurde.

Weitere Informationen über den Wein der Region gibt es auf der Website des Kontrollrats Consejo Regulador de la Denominación de Origen Calificada (D.O.Ca) Rioja.

Häufige Fragen

Wann ist die beste Reisezeit für die Rioja?
Die Rioja ist ein ganzjähriges Reiseziel, besonders beliebt sind jedoch Frühling und Herbst. Im Herbst beginnt die Weinlese, zahlreiche Weinfeste finden statt und die Weinberge leuchten in kräftigen Gelb-, Orange- und Rottönen.
Braucht man in der Rioja einen Mietwagen?
Für eine Rundreise empfiehlt sich ein Mietwagen, da viele Weingüter, Dörfer und Aussichtspunkte außerhalb der Städte liegen. Wer sich ausschließlich in Logroño oder Haro aufhält, kann auch Bus und Bahn nutzen.
Kann man Weingüter spontan besuchen oder sollte man reservieren?
Einige Bodegas empfangen Gäste ohne Voranmeldung, für Führungen, Weinproben oder besondere Erlebnisse ist eine Reservierung jedoch meist sinnvoll. Besonders an Wochenenden und während der Weinlese im Herbst empfiehlt sich frühzeitiges Buchen, viele Weingüter bieten dies online an.
Welche Weine sind typisch für die Rioja?
Die Region ist vor allem für Rotweine aus Tempranillo bekannt, oft kombiniert mit Garnacha, Graciano oder Mazuelo. Auf den Etiketten weisen Crianza, Reserva und Gran Reserva auf die jeweilige Reifezeit hin. Zunehmend entstehen auch hochwertige Weißweine aus Viura sowie Roséweine.
Kann man eine Reise in die Rioja mit Bilbao oder San Sebastián verbinden?
Ja. Bilbao liegt nur etwa anderthalb Autostunden entfernt und eignet sich dank guter Flugverbindungen ideal als Ausgangspunkt. Viele Reisende verbinden Wein und Kulinarik so mit einem Besuch der baskischen Atlantikküste, zu der auch San Sebastián gehört.
Frank Störbrauck
Brasilien ist sein Ding. Hier feiert Frank gerne ausgelassene Strandpartys bis tief in die warme Nacht. Klar, die Copacabana ist dafür in aller Munde, ihn zieht es allerdings viel lieber nach Salvador, wo die Strände nicht weniger traumhaft sind. Pluspunkt dort: Die Partys sind kleiner und mit den Locals kommt man schneller ins Gespräch.