In Wales leben rund 3,1 Millionen Menschen, auf einer Fläche, die fast genau so groß ist wie Hessen. Dazu kommen rund neun Millionen Schafe, also etwa drei pro Einwohner. Entsprechend viel Platz bleibt für Natur.
Wandern auf dem Wales Coast Path
Seit 2012 führt der Wales Coast Path auf rund 1.400 Kilometern an der gesamten Küste entlang, von Chepstow im Süden bis Queensferry im Norden. Er gilt als erster Weg der Welt, der die komplette Küste eines Landes erschließt. Unterwegs wechseln sich schroffe Klippen, einsame Buchten und weite Felder ab.
Niemand muss die ganze Strecke laufen, denn schon kurze Etappen lohnen sich. Auf der Halbinsel Gower etwa führt der Weg in rund drei Stunden von Rhossili nach Port Eynon. Unterwegs liegen das Knave Promontory Fort, eine Befestigung aus der Eisenzeit, und die Höhle Goat’s Hole. Dort fanden Forscher die »Red Lady of Paviland«, ein rund 33.000 Jahre altes Skelett. Die Höhle ist allerdings nur bei Ebbe erreichbar, deshalb vorher unbedingt den Gezeitenkalender prüfen. Dieser Link führt auf die Seite des Wales Coast Path.

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Nationalpark Eryri (Snowdonia)
Seit 2022 nutzt die Parkverwaltung nur noch die walisischen Namen: Aus Snowdonia wurde Eryri, aus dem Snowdon Yr Wyddfa. Mit 1.085 Metern ist er der höchste Berg von Wales. Der Nationalpark rund um den Gipfel umfasst rund 2.130 Quadratkilometer mit Bergketten, Seen, Wäldern und Wasserfällen. Hier trainierte 1953 auch das Team von Edmund Hillary für die Erstbesteigung des Mount Everest. Bis heute erinnert der »Everest Room« im Pen-y-Gwryd Hotel daran.
Wer den Gipfel ohne Aufstieg erleben will, nimmt die Snowdon Mountain Railway. Die Zahnradbahn fährt seit 1896 von Llanberis aus bergauf, bis ganz oben meist von Mai bis Oktober.

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Zipline und Trampolin im Schieferbergwerk
Im Norden von Eryri prägt der Schiefer die Landschaft. Seit 2021 gehört die Schieferlandschaft von Nordwestwales zum UNESCO-Welterbe. Heute nutzen die alten Steinbrüche auch Abenteurer. Im Penrhyn-Steinbruch saust man auf der Velocity 2 mit bis zu 160 Kilometern pro Stunde über einen Bergsee. Laut Visit Wales ist sie die schnellste Zipline der Welt und die längste Europas.
Unter der Erde geht es weiter. In einem viktorianischen Schieferbergwerk in Blaenau Ffestiniog spannt sich Bounce Below durch eine riesige Höhle: Trampoline, Rutschen und Tunnel aus Netzen, bunt beleuchtet. Dieser Link führt auf die Seite von Zip World.
Portmeirion: ein italienisches Dorf in Wales
Am Rand von Eryri liegt Portmeirion, ein Dorf, das aussieht, als hätte jemand ein Stück Italien an die walisische Küste versetzt. Der Architekt Clough Williams-Ellis baute es zwischen 1925 und 1975 nach seinen eigenen Vorstellungen. In den 1960er-Jahren diente es als Kulisse für die Kultserie »The Prisoner«. Für den Besuch zahlen Gäste Eintritt.

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Burgen in Wales: Conwy und Cardiff
Wer Burgen liebt, ist in Wales richtig. Laut Visit Wales stehen hier über 600, mehr pro Quadratmeile als in jedem anderen Land Europas. Die bekanntesten ließ König Edward I. im 13. Jahrhundert im Norden bauen: Conwy, Caernarfon, Beaumaris und Harlech gehören seit 1986 zum UNESCO-Welterbe.
Besonders eindrucksvoll ist Conwy. Hier umschließt die mittelalterliche Stadtmauer bis heute die Altstadt, und auf ihr lässt sich ein großes Stück entlanglaufen. Unten am Hafen steht außerdem das kleinste Haus Großbritanniens, nur 1,8 Meter breit.
Im Süden liegt Cardiff Castle mitten in der Hauptstadt. Hinter den mittelalterlichen Mauern versteckt sich ein prunkvolles neugotisches Herrenhaus. Fans erkennen die Burg aus mehreren Folgen von »Doctor Who«. Dieser Link führt auf die Seite von Cardiff Castle.

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National Museum Cardiff
Gleich in der Nähe liegt das National Museum Cardiff, eines von sieben Museen des Verbunds Amgueddfa Cymru. Es zeigt Kunst und Naturgeschichte, und der Eintritt ist frei. Ein Höhepunkt ist die Sammlung der Davies-Schwestern mit Werken der Impressionisten, laut Museum eine der besten in Europa. Dieser Link führt auf die Seite des Museums.
Aberystwyth und Devil’s Bridge
An der Küste von Mittelwales liegt Aberystwyth, die größte Stadt der Region. Die historische Promenade erinnert an die Zeit als Seebad, die Ruinen der Burg an eine bewegte Geschichte. Außerdem ist die Stadt ein Zentrum der walisischen Sprache. Für Leben sorgen die Studierenden der Universität, die 1872 als erste in Wales gegründet wurde.
Den besten Blick auf Stadt und Bucht gibt es vom Constitution Hill. Hinauf fährt die Cliff Railway, die längste elektrische Standseilbahn Großbritanniens.

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Danach lohnt ein Ausflug ins Hinterland. Die historische Dampfeisenbahn Vale of Rheidol Railway fährt seit 1902 von Aberystwyth nach Devil’s Bridge (Pontarfynach). Dort stürzt der Mynach in fünf Stufen rund 90 Meter tief hinab und mündet in den Rheidol. Über die Schlucht führen drei Brücken, die über die Jahrhunderte übereinander gebaut wurden.

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Bannau Brycheiniog (Brecon Beacons) und Mittelwales
Ruhiger als an der Küste wird es in den Bergen. Powys ist die am dünnsten besiedelte Region von Wales, und in den Cambrian Mountains begegnet man oft stundenlang niemandem. Weiter südlich liegt der Nationalpark Bannau Brycheiniog, der bis 2023 Brecon Beacons hieß. Seit 2013 ist er ein International Dark Sky Reserve, nachts zeigt sich die Milchstraße hier besonders klar.
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Nur rund fünf Kilometer von Llanidloes entfernt liegt der Stausee Llyn Clywedog, eine Straße führt einmal rund um das Wasser. Wer mehr Zeit hat, wandert den Glyndŵr’s Way. Der 217 Kilometer lange Fernwanderweg ist nach dem Nationalhelden Owain Glyndŵr benannt und führt in rund neun Tagen durch Moore, Wälder und Hügelland.

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Anglesey und der längste Ortsname Europas
Im Nordwesten liegt Anglesey, auf Walisisch Ynys Môn, die größte Insel von Wales. Ein Großteil ihrer Küste steht als Area of Outstanding Natural Beauty unter Schutz. Zu den schönsten Orten gehören die Gezeiteninsel Llanddwyn, der Leuchtturm South Stack über einer Seevogelkolonie und Beaumaris Castle, eine der UNESCO-Burgen von Edward I.
Berühmt ist Anglesey aber vor allem für ein Dorf: Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch. Den Namen erfanden die Bewohner in den 1860er-Jahren, damit ihr Bahnhof den längsten Namen Großbritanniens bekommt. Er gilt als längster Ortsname Europas. Bis heute halten Besucher hier, um das Bahnhofsschild zu fotografieren, am besten im Panoramamodus.

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Bog Snorkelling in Llanwrtyd Wells
Zum Schluss etwas für Liebhaber skurriler Sportarten. 1976 entstand im Pub der Kleinstadt Llanwrtyd Wells die Idee zum Bog Snorkelling: Die Teilnehmer schnorcheln dabei um die Wette durch einen Graben im Moor. Seit 1985 gibt es eine Weltmeisterschaft. Sie findet jedes Jahr am letzten Augustwochenende statt, 2026 feierte sie ihr 40. Jubiläum.

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Wales: Infos für die Reise
Anreise: Direktflüge aus Deutschland nach Cardiff gibt es nicht. Für Südwales eignet sich Bristol, für Nord- und Mittelwales Manchester oder Birmingham, die ab mehreren deutschen Flughäfen angeflogen werden. Vor Ort ist ein Mietwagen die beste Wahl.
Einreise: Seit April 2025 brauchen EU-Bürger für Großbritannien eine elektronische Einreisegenehmigung (ETA). Sie kostet 16 Pfund und gilt zwei Jahre.


