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Lust auf eine Zeitreise? Kein Problem in unseren Breitengraden ist der nächste Trutzbau nie weit. Die Anzahl schöner Burgen in Europa ist wahrhaftig gigantisch. Falls du dich nicht entscheiden kannst, wirf doch einfach einen Blick auf unsere zehn Lieblinge zwischen Schottland, Rumänien und Portugal.

1. Burg Eltz und das Mittelrheintal – Deutschland

Fangen wir mal in Deutschland an – dem Burgenland Europas. Alleine am oberen Mittelrhein in Rheinland-Pfalz befinden sich auf 67 Kilometer rund um den Ausblick an der Loreley 40 Burgen und Schlösser. Sie sind teils dramatisch an den Hängen des Rheins gebaut. Das fand auch die Unesco rekordverdächtig und setzte das mittelrheinische Burgenland (von Koblenz bis Bingen) auf die Liste des Weltkulturerbes. Nicht weit davon entfernt in einem Seitenarm der Mosel liegt eine der bekanntesten Burgen Deutschlands am Elzbach: die Burg Eltz, ein absoluter Instagram-Star. Die Burg thront gigantisch auf einem Felskopf zwischen dichtem Laubwald. Seit ihrer Errichtung im 12. Jahrhundert befindet sich die Burg in 34. Generation nach wie vor im Besitz der Familie Eltz, die den Trutzbau mit viel Liebe und Hingabe über die Jahrhunderte pflegt und restauriert. In den Sommermonaten lassen sich die Burg und die dortigen Ausstellungen besichtigen.

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Von einer bewaldeten Anhöhe geht der Blick in ein grünes Tal, in dessen Mitte sich Burg Eltz erhebt. Von links scheint die Sonne ins Bild und erzeugt einen Linseneffekt.

Foto: Dominik Ketz/Rheinland-Pfalz Tourismus GmbH

Persönlicher Tipp: Die 7. Etappe des Rheinsteiges führt von St. Goarshausen nach Kaub in den Hängen am Rhein entlang und passiert dabei auch den berühmten Loreley-Felsen. Die Tagesetappe umfasst knackige 22 Kilometer und zwei Aufstiege, doch die unglaublichen Blicke über den Rhein mit seinen grandiosen Burgen entbehren allemal für die Anstrengung. Eine detaillierte Tourenbeschreibung gibt’s auf der Website des Rheinsteigs.


Was hat es eigentlich mit dem Mythos der Loreley auf sich? Das hat unser Reporter Frank zusammengefasst.


Von einer Anhöhe aus zieht sich der Mittelrhein in einer S-Schleife durch das Rheintal. Auf dem Rhein ist ein Frachtschiff unterwegs. Am Hang zur Rechten thront über einer kleinen Stadt eine gut erhaltene Burg. Alles ist sommerlich grün.

Foto: Alice D./Shutterstock.com

2. Château Comtal in Carcassonne – Frankreich

Carcassone in Südfrankreich ist berühmt für seine Festung. Das Château auf der Anhöhe ist nämlich eine der am besten erhaltenen Festungsanlagen Europas. Wer durch die komplett erhaltene Stadtmauer schreitet, macht gefühlt einen Zeitsprung ins Mittelalter. Die gesamte Mittelalterstadt samt Burg sind erhalten geblieben, seit 1997 zählen sie zum Unesco-Weltkulturerbe. Und in diesen Mauern wurde Geschichte geschrieben: Im 13. Jahrhundert war Carcassone bereits Inquisitionsstadt und später Zentrum der Katharer-Bewegung; eine christliche Störumg im Mittelalter, die von der römischen Kirche verfolgt wurde. Heute wohnen in der historischen Altstadt nur noch gut 200 Menschen hier, dafür kommen täglich viele Touristen, um sich diese tolle Burg und Stadt anzusehen.

Luftaufnahme der Festungsstadt Carcassonne in Südfrankreich; die breite Doppelmauer zeigt zum Betrachter, in der Stadt selbst sind die Kathedrale und die alte Burg gut im Sonnenuntergang zu sehen.

Foto: Alexey Fedorenko/Shutterstock.com

3. Schloss Bran – Rumänien

Touristen wird das Schloss Bran in Transylvanien als »Draculaschloss« verkauft – und tatsächlich hat es erstaunliche Ähnlichkeit mit dem Schloss, das der Vampir Dracula in Bram Stokers Roman in Transsylvanien bewohnt. Aber sicher ist: Wer sich traut, kann in einem Luxusapartment im Schlossturm nächtigen, aktuell befindet sich das Schloss in Privatbesitz. Lediglich die Besichtigung des süßen Schlosses, das im 14. Jahrhundert als Grenzburg errichtet wurde, lohnt schon. Zu deutsch »Törzburg« genannt, gehört es bei jedem Rumänienbesuch auf die Must-see-Liste! Führaufsteher werden beim Besuch belohnt, denn das Schloss ist klein und verwinkelt und erstickt nachmittags vor Besuchern!

Drohnenaufnahme einer Spornburg in Rumänien, dem Schloss Bran. Hinter der Burg liegt ein verwinkeltes Tal, über einem grünen Hügel am Horizont geht die Sonne unter.

Foto: fogcatcher/Shutterstock.com

4. Eilean Donan Castle – Schottland

In den westlichen Highlands thront die Burg Eilean Donan wie im Bilderbuch: Dort, wo drei Lochs zusammenkommen, steht am Ufer auf einem Inselchen das kleine und rustikale Gebäude, angestrahlt vom mystisches Licht Schottlands. Zu erreichen ist die Burg aus dem 13. Jahrhundert nur über eine kleine Fußbrücke. Das Castle hatte bereits zahlreiche Auftritte in Film und Fernsehen und zählt zu einem der bekanntesten Wahrzeichen Schottlands. Es ist aber auch wunderschön!

Übrigens: Im »Fife Arms« in den Highlands kommen Besucher standesgemäß unter. Redakteurin Jasmin konnte das bereits testen.

In einem schottischen See liegt eine kleine Insel, darauf ein altes, hohes Schloss. Schloss und See liegen im roten Licht der Abendsonne, auf der stillen Wasseroberfläche spiegelt sich das Bild.

Foto: Tomas Marek/Shutterstock.com

5. Neuschwanstein – Deutschland

Okay – jeder kennt dieses Schloss. Gerade deshalb muss dieses Schmuckstück erähnt werden: das Schloss Neuschwanstein im bayerischen Allgäu. Benannt zu Ehren Richard Wagners, ließ der bayerische König Ludwig II. sich auf einem Felsen sein Traumschloss errichten. Es sollte ein reines Wohnschloss und sein Rückzugsort werden. Doch nur wenige Monate nach seinem Einzug in das Schloss und noch vor dessen endgültiger Fertigstellung ertrank Ludwig II. unter bis heute ungeklärten Umständen im Starnberger See. Dafür erfreuen sich heute unzählige Touristen über den Anblick des stolzen Bauwerks, das angeblich Walt Disney zu seinem Disney-Schloss inspiriert haben soll.

Persönlicher Tipp: Es ist eines der bekanntesten Schlösser der Welt. Deswegen ist leider zu jeder Jahreszeit mit einem Besucheransturm zu rechnen. Das Schloss selbst kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Am beeindruckendsten ist der Blick auf das Schloss von der Marienbrücke aus – hier ist allerdings Schwindelfreiheit von Vorteil. Wer den Massen etwas entkommen mag, kann auch die Tegelberg-Seilbahn auf den gleichnamigen Gipfel nehmen und dabei den Blick auf die Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau genießen.

Übrigens: Seit Juli 2025 zählt Schloss Neuschwanstein zum Unesco-Welterbe. Unsere Kollegen bei funky GERMANY haben einen Blick auf die anderen Welterbestätten im Süden Bayerns geworfen.

Blick auf Schloss Neuschwanstein in Bayern

Foto: DaLiu/Shutterstock.com

6. Alcázar von Segovia – Spanien

An dieser Burg haben viele Herrscher mitgewerkelt. Im 11. Jahrhundert begann man den Bau der Alcazar in Segovia, über die Jahrhunderte erweiterten die Könige, die hier wohnten, stets ihre Residenz. So sind manche Wehrtürme eckig, andere rund – zwölf sind es an der Zahl. Das Gesamtkunstwerk ist grandios! Meisterhaft thront es auf einem Hügel über der Stadt und leuchtet in der untergehenden Sonne. Der Blick von hier oben ist gigantisch, aber auch die opulenten Innenräumen sind einen Besuch wert.

Die mächtige Burg Alcazar von Segovia thront auf einem Felsvorsprung. Im Hintergrund ist die Stadt sichtbar, links am Horizont geht die Sonne unter.

Foto: Sonqquan Deng/Shutterstock.com

7. Wasserburg Trakai – Litauen

Der Sage nach baute einst Fürst Kestutis diese wunderschöne Wasserburg für seine Frau Birute, die das Wasser in ihrer Heimat Palanga an der Ostsee vermisste. Auf einer kleinen Insel inmitten einer Seenlandschaft in Litauen thront die Burg Trakai auf dem See Galvé und ist nur über eine schmale Brücke zu erreichen. Lange war sie Hauptsitz des Fürstentums, heute beinhaltet die wunderschöne rote Burg aus dem 14. Jahrhundert ein Museum.

Wasserburg Trakai in einem See in Litauen

Foto: asta.sabonyte/Shutterstock.com

8. Leeds Castle – England

Leeds Castle ist zweifelsohne eines der schönsten Schlösser Englands. Nicht zu verwechseln mit der Stadt Leeds, liegt das Castle im beschaulichen Maidstone östlich von London in der bezaubernden Landschaft von Kent. Seit dem 9. Jahrhundert wohnten hier unzählige Könige und Herrscher, die die Anlage erweiterten. Heute prangt auf der kleinen Insel eine stattliche Festung, die als Erholungszentrum bekannt ist. Eine tolle, alte Bibliothek gilt es zu besichtigen, außerdem locken ein Golfplatz, ein Labyrinth und das einzige Hundehalsband-Museum der Welt.

Inmitten eines kleinen Sees in einer wohlgepflegten Parklandschaft liegt eine längliche Burg mit mehreren Wohnbauten auf einer Insel. Ein Teil der Burg ragt sogar direkt aus dem Wasser. Aufgenommen mit einer Drohne.

Foto: Oszibusz/Shutterstock.com

9. Palacio Nacional da Pena–Portugal 

Der Nationalpalast von Pena erinnert an ein Märchenschloss. Das Schloss von 1840 thront über der Stadt Sintra bei Lissabon auf einem Felsmassiv. Ferdinand II. hatte sich in die Gegend verliebt und kurzerhand auf den Ruinen eines alten Männerklosters sein Herrenhaus mit zahlreichen Türmen und Zinnen errichten lassen. Viele andere Herrscher ließen sich später von diesem Wohnsitz inspirieren – so auch Ludwig zum Bau von Schloss Neuschwanstein. Heute ist der Palast Unesco-Weltkulturerbe und ein beliebtes Ausflugsziel. Der Blick von oben ist gigantisch.

Ein historistisches, gelbes Märchenschloss thront auf einem bewaldeten Felsvorsprung unter blauem Himmel.

Foto: DaLiu/Shutterstock.com

10. Burg Karlstein – Tschechien

1348 erbaute der römisch-deutsche König Karl IV. in der Nähe von Karlstein eine Burg, die ihresgleichen sucht. Die Türme schmiegen sich auf verschiedenen Höhen in die Hügel, aber auch von Innen ist die Burg ein Schmuckstück: Die gotische Kapelle ist übersät mit Gemälden, die die »Himmlische Armee« darstellen. Der Prunk kommt nicht von ungefähr, denn die Burg wurde als Lager für die gewaltige Reliquiensammlung des Kaisers angelegt. Diese befinden sich mittlerweile in Prag – aber alleine für die imposante Burg, die im 19. Jahrhundert aufwändig renoviert wurde, lohnt der Besuch allemal!

Auf einer Waldanhöhe steht eine gut erhaltene Burg, mittig ein Wohngebäude und rechts ein mächtiger Bergfried. Dahinter Wald bis zum Horizont, der in das rote Licht der Abendsonne getaucht ist.

Foto: Ondrej_Novotny_92/Shutterstock.com

Fun Fact: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Schloss und einer Burg ist? Im Englischen wird der Begriff gleich verwendet, doch im Deutschen meint eine Burg eine mittelalterliche Festung, in der Adelige wohnten, die aber gleichzeitig als Schutz und Zufluchtsort für die Bevölkerung diente. Die meisten Burgen entstanden zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert. Schlösser wurden später gebaut, ab dem 15. Jahrhundert, und waren hauptsächlich prunkvoller Wohnsitz der Adeligen. Manchmal wurden dann auch Burgen zu Schlössern umgebaut.