Foto: Omar Eagle
St. Lucia

Geheimtipp St. Lucia: Diese 15 Highlights solltest du nicht verpassen

Die Karibikinsel St. Lucia lockt mit traumhaften Stränden, markanten Gipfeln und einem entspannten Inselleben. reisen-EXCLUSIV-Redakteurin Marie war für uns auf der grünen Insel unterwegs und hat auch ein paar Geheimtipps parat.

Die Insel St. Lucia, oft auch Saint Lucia geschrieben, ist noch ein echter Geheimtipp in der Karibik! Sie gehört zu den Kleinen Antillen, genauer zu den Inseln über dem Winde, und liegt zwischen Martinique im Norden und St. Vincent im Süden. Die Ostküste grenzt an den rauen Atlantik, im Westen lockt das Karibische Meer.

Mit rund 617 Quadratkilometern ist St. Lucia etwas kleiner als Hamburg: Die Insel ist nur etwa 43 Kilometer lang und bis zu 23 Kilometer breit. Trotzdem gibt es hier viel zu entdecken! Diese 15 Highlights solltest du dir in deinem St.-Lucia-Urlaub nicht entgehen lassen.

1. Die Pitons auf St. Lucia erwandern

Die Landschaft auf St. Lucia ist spektakulär: Schroffe Gipfel und dichter Regenwald reichen hier oft bis an die Küste. Wahrzeichen der Insel sind die beiden markanten Berge der Pitons, der »Gros Piton« und der »Petit Piton«. Piton bedeutet auf Französisch Felsspitze, was die beiden Berge sehr gut beschreibt.

Wer Lust auf eine sportliche Herausforderung hat, erklimmt einen der beiden Pitons. Der Gros Piton (knapp 800 Meter) ist dank eines gut angelegten Wanderwegs der einfachere. Der Petit Piton (etwa 740 Meter) erfordert dagegen deutlich mehr Wagemut, denn hier warten teilweise Kletterpassagen. Doch, Achtung: Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit und Hitze sind beide Wanderungen kein leichtes Unterfangen!

Blick auf die Pitons auf St. Lucia

Foto: Saint Lucia Tourism Authority

Übrigens: Nicht zufällig tragen viele Orte auf der Insel französische Namen. St. Lucia wurde abwechselnd von Frankreich und Großbritannien regiert, ganze 14 Mal wechselte die Herrschaft! Das gesprochene Kreol lehnt sich an das Französische an, Amtssprache ist hingegen Englisch.

In diesem Artikel erfährst du alles Wissenswerte über die Pitons auf St. Lucia.

2. Strandtag am Sugar Beach auf St. Lucia

Wer die Pitons lieber aus entspannter Entfernung bewundert, verbringt den Tag am Sugar Beach. Von dieser kleinen Bucht genau zwischen den beiden Gipfeln hast du einen tollen Blick, und das klare Wasser versprüht Karibikfeeling pur. Im Süden von St. Lucia gibt es nur wenige helle Sandstrände, der Sand am Sugar Beach wurde deshalb eigens aufgeschüttet.

Blick auf den Sugar Beach in St. Lucia

Foto: Marie Tysiak

Wer möchte, checkt im gleichnamigen Resort ein. Doch auch Gäste von außerhalb dürfen den Strand besuchen, Liegen stehen in einem Bereich kostenfrei zur Verfügung. Mietwagen müssen oberhalb des Strandes abgestellt werden. Weil der Anstieg zurück zum Auto sehr steil ist, gibt es einen Shuttlebus.

Einmal angekommen, ist der Sugar Beach ein wahrer Traum! Das Wasser glitzert in verschiedenen Blau- und Grüntönen, der Einstieg ist flach. Dazu eine Kokosnuss oder eine frische Piña Colada direkt vom Boot – das Leben kann so schön sein.

Hier verraten wir dir die schönsten Strände auf St. Lucia.

3. Schokolade selbst herstellen bei Hotel Chocolat

Schokoladenliebhaber sind bei Hotel Chocolat goldrichtig! Bei einem Workshop stellen Gäste hier ihre eigene Schokolade her. Zunächst wird der Kakao gemörsert, dann kommen alle nötigen Zutaten und ein paar Aromen nach Wahl hinzu.

Foto: Marie Tysiak

Das macht richtig Spaß, Naschen zwischendurch inklusive. Wer mag, übernachtet auch im zugehörigen Rabot Hotel mit hübschem Infinitypool und Blick auf die Pitons.

4. ATV-Tour im Osten von St. Lucia

Wer das Landesinnere von St. Lucia abenteuerlich und abseits ausgetretener Pfade erkunden möchte, dem sei der »Irie Valley Ride« mit Eastern Exotic ATV Tours ans Herz gelegt. ATV steht für »All Terrain Vehicle«, und ein geländegängiges Fahrzeug brauchst du hier auch: Durch Bananenplantagen geht es ins Hinterland und über Offroad-Strecken einmal quer durch das Tal.

ATV Tour auf St. Lucia

Foto: Marie Tysiak

Unterwegs durchquerst du authentische Dörfer, schaust Einheimischen beim Brotbacken über die Schulter und stoppst bei einem Rastafari, der oberhalb des Dorfes nach strengen Glaubenssätzen lebt. Die Tour gibt tiefe Einblicke in die Kultur der Insel und verspricht reichlich Adrenalin. Wer mag, fährt einfach als Beifahrer mit.

5. Hoteltipp und Architektur-Highlight: Jade Mountain Resort auf St. Lucia

Unweit des Fischerortes Soufrière liegt das exklusivste Hotel der Insel: das Jade Mountain Resort. Das Fünf-Sterne-Luxushotel ist eine Ikone der Karibik-Hotellerie, entworfen vom Architekten und Visionär Nick Troubetzkoy.

Die 30 Sanctuaries sind zu einer Seite hin komplett offen, eine vierte Wand gibt es nicht. So blickst du oft direkt auf die Pitons, ein eigener Infinitypool gehört dazu. Ein völlig neues Raumerlebnis! Nicht nur die Zimmer sind besonders, das gesamte Konzept wirkt wie aus einer anderen Welt.

Infinity-Pool im Jade Mountain Resort, St. Lucia

Foto: Jade Mountain Resort

Wer mag, speist auf der Dachterrasse mit Blick übers Meer. Am Hotelstrand liegt zudem einer der besten Schnorchelspots der Insel, mit etwas Glück entdeckst du hier Meeresschildkröten.

Hier stellen wir dir die schönsten Luxushotels auf St. Lucia einmal genauer vor.

6. Segeltour in die Marigot Bay auf St. Lucia

Die Marigot Bay ist auf drei Seiten von dichtem Grün gesäumt, eine palmenbestandene Sandbank reicht ins türkisblaue Wasser. Segelboote fahren hier ein und aus. Die exklusivste Adresse der Bucht ist das Zoëtry Marigot Bay Hotel, das auch Tagesgäste zum Lunch empfängt.

Segelboot in der Marigot Bay in St. Lucia

Foto: Marie Tysiak

Wer mag, reist stilecht mit dem Segelboot in die Marina an. Sowohl von Castries als auch von Soufrière ist die Fahrt entlang der Küste kurz und beeindruckend.

7. Marktbummel in Castries, der Hauptstadt von St. Lucia

Die Hauptstadt Castries liegt im dichter besiedelten Norden von St. Lucia. Ihre lohnendste Sehenswürdigkeit ist der Castries Market, den National Geographic auf Platz drei der besten Märkte der Welt gewählt hat. Neben reichlich frischem Gemüse, Fisch und Fleisch finden Besucher hier eine tolle Auswahl an Kleidern, Gewürzen und allerhand Souvenirs. Geöffnet ist der Markt montags bis samstags, jeweils bis in den Nachmittag.

Mann verkauft Zitronen auf dem Markt in Castries auf St. Lucia

Foto: Marie Tysiak

8. Besuch beim Balenbouche Estate

Wer das Balenbouche Estate bei Laborie an der Südküste von St. Lucia besucht, tritt in eine andere Zeit. Die frühe Abendsonne taucht das weitläufige Gelände der ehemaligen Zuckerrohrplantage in warmes Gold, mächtige Banyanbäume werfen lange Schatten. Mittendrin wuselt Uta Lawaetz, die Seele dieses außergewöhnlichen Ortes.

Balenbouche Estate von oben

Foto: Marie Tysiak

Die gebürtige Deutsche lebt seit über 40 Jahren auf dem Balenbouche Estate. Mit ihren beiden Töchtern baute sie das heute noch 30 Hektar große Anwesen zu einem Bed & Breakfast um, das Gäste aus aller Welt anzieht. Auch Yoga-Retreats und andere Veranstaltungen finden hier statt. Uta freut sich zudem über Tagesgäste und führt mit Leidenschaft über das Gelände.

9. Bummel durch Soufrière

Soufrière liegt wie hingetupft an der Westküste von St. Lucia: im Rücken die berühmten Pitons, vor sich das Karibische Meer. Die kleine Stadt mit rund 8.000 Einwohnern gilt als eine der ältesten Siedlungen der Insel und war einst ihr wirtschaftliches Zentrum. Heute ist sie das Tor zur wildesten Ecke der Insel, und schon die Straße hierher verlangt Reisenden einiges ab.

Foto: Marie Tysiak

Wer durch Soufrières enge Gassen schlendert, spürt die Geschichte in jeder bunten Holzfassade. Der Marktplatz ist laut und riecht nach frischem Fisch. Soufrière ist rau, authentisch und weit weg vom Hochglanz-Tourismus, genau das macht die Stadt so besonders. Ein kleiner Bummel lohnt sich!

10. Lunch im »Naked Fisherman«

Ganz im Norden von St. Lucia lockt das »Naked Fisherman Restaurant« als ganz besonderer Ort. Die kleine Smugglers Cove davor erfüllt jeden Karibiktraum, und das Essen auf dem Teller ist einfach köstlich. Plane hier unbedingt etwas Zeit ein, denn dieser Strand lädt zum Verweilen ein, versprochen! Highlight: eine kleine Hängematte über dem Meer.

Hängematte über dem Meer an der Smugglers Cove auf St. Lucia

Foto: Marie Tysiak

11. Pigeon Island und Reduit Beach

Pigeon Island ist keine Insel mehr. Seit den 1970er-Jahren verbindet eine Landzunge mit Hotels das einstige Eiland mit der Hauptinsel. So lässt sich das Nationaldenkmal ganz einfach besuchen.

Auf einem Hügel thronen die Ruinen des britischen Fort Rodney. Sie erzählen von der Zeit, als England und Frankreich um die Vorherrschaft in der Karibik kämpften. Von oben schweift der Blick über den Saint-Lucia-Kanal bis zur Nachbarinsel Martinique, ein Panorama, das Admiral Rodney einst strategisch gegen seine Gegner nutzte. Unten am Wasser laden zwei kleine Sandstrände zum Pausieren ein, ein Museum gibt Einblick in die wechselvolle Vergangenheit des Ortes.

Pigeon Island auf St. Lucia

Foto: Leonid Andronov/Shutterstock.com

Nur wenige Minuten entfernt liegt der Reduit Beach in der Rodney Bay, einer der beliebtesten Strände von St. Lucia. Er eignet sich perfekt, um den Ausflug nach Pigeon Island mit einem entspannten Badenachmittag zu verbinden.

12. Sulphur Springs: Schlammbad im Vulkan

Ein paar Minuten südlich von Soufrière öffnet sich die Landschaft plötzlich zu einer unwirklichen Szenerie: die Sulphur Springs, ein geothermales Feld im Krater eines längst erloschenen Vulkans. Dampf steigt in dichten Schwaden aus der Erde, graue Schlammtöpfe blubbern leise vor sich hin, und der beißende Geruch von Schwefel liegt in der Luft. Nicht umsonst gilt der Ort als »Drive-in-Vulkan«: Eine Straße führt bis dicht an das brodelnde Herz heran.

Foto: Marie Tysiak

Nur wenige Schritte weiter wird es überraschend entspannend. In natürlichen Becken sammelt sich warmes, mineralreiches Wasser. Hier reiben sich Besucher mit dem Vulkanschlamm ein und nehmen anschließend ein Bad im heißen Wasser, ein natürliches Spa für Haut und Geist.

Tipp: Trage am besten dunkle Badekleidung und lege vorher allen Silberschmuck ab.

13. Zipline auf dem Morne Coubaril Estate

Südlich von Soufrière liegt das Morne Coubaril Estate. Die historische Plantage gibt Einblicke in das frühere Leben auf St. Lucia, von der Zuckerrohrverarbeitung bis zum Kakaoanbau. Heute verbindet der Ort Geschichte mit Erlebnissen wie Führungen, Ziplining und lokaler Handwerkskunst.

Zipline am Morne Coubaril Estate in St.Lucia

Foto: Marie Tysiak

Action-Fans sollten unbedingt die Zipline-Tour buchen und mit reichlich Tempo von Mangobaum zu Banyanbaum durch die Baumkronen des Regenwaldes sausen. Schwindelfreiheit vorausgesetzt!

14. E-Bike-Tour mit Pelican Tours

Amy Stephens ist Anfang dreißig, im Fischerdorf Anse-la-Raye an der Westküste von St. Lucia aufgewachsen und hat dort kürzlich den nachhaltigen Tourenanbieter Pelican Tours gegründet. Sie möchte Besuchern die wunderschöne Natur ihrer Heimatinsel sanft näherbringen.

Mitarbeitende von Pelican Tours auf Saint Lucia mit E-Bikes

Foto: Marie Tysiak

Bei der E-Bike-Tour gleiten Gäste lautlos durch das Dorf und den Hügel hinauf ins Hinterland. Das letzte Stück geht es zu Fuß zu einem Wasserfall mitten im Regenwald. Bald soll auch eine Kanufahrt durch die Mangrovenwälder dazukommen. Unterstützt wird das Projekt von der Community Tourism Agency von St. Lucia. Amy und ihre einheimischen Guides erzählen unterwegs allerhand Spannendes über das Leben und die Natur der Insel.

15. Farm-Tour mit Helen’s Daughters

Helena Thomas hat von ihren Eltern nicht nur Land geerbt, sondern auch das Wissen, wie man es zum Blühen bringt. Auf ihrer Farm »In Bloom Mother Nature’s Way« im Norden von St. Lucia wachsen Zitronen, Paprika, Ingwer, Kräuter und Kakao.

So sieht eine Muskatnuss frisch vom Baum aus. I Foto: Marie Tysiak · Foto: Marie Tysiak

Wer Helena beim Pflücken einer Muskatnuss zuschaut und zum ersten Mal sieht, wie die dunkle Kugel in ihrer roten Hülle aussieht, begreift schnell: Die meisten Menschen wissen erschreckend wenig über ihre Nahrung. Das ändert Helena mit Führungen über ihre Farm.

Möglich gemacht hat das die NGO Helen’s Daughters. Die Initiative macht Bäuerinnen auf St. Lucia durch Weiterbildung und einen eigenen Farmers‘ Market sichtbarer. Größte Geldgeberin ist Rihanna mit ihrer Clara Lionel Foundation. Ein lehrreiches und unterstützenswertes Projekt!

Hier erfährst du mehr zu den frauengeführten nachhaltigen Tourismus-Unternehmen auf St. Lucia.

Häufige Fragen

Wo liegt St. Lucia?
St. Lucia liegt in der östlichen Karibik und gehört zu den Kleinen Antillen, genauer zu den Inseln über dem Winde. Die Insel liegt zwischen Martinique im Norden und St. Vincent im Süden, im Osten grenzt sie an den Atlantik, im Westen an das Karibische Meer.
Wie lange sollte ein Urlaub auf St. Lucia dauern?
Für einen Urlaub auf St. Lucia solltest du dir mindestens zehn Tage, besser zwei Wochen Zeit nehmen. Die Anreise aus Deutschland dauert mit Umstieg meist über zwölf Stunden, und auch der Jetlag will erst einmal überwunden werden. Zwar ist die Insel klein, doch die kurvigen Straßen machen jede Fahrt länger als gedacht. Mit zwei Wochen kannst du die Pitons erwandern, in den Sulphur Springs baden und die schönsten Strände entdecken und hast trotzdem noch genug Zeit, das entspannte Inselleben einfach zu genießen.
Wann ist die beste Reisezeit für St. Lucia?
Die beste Reisezeit für St. Lucia ist die Trockenzeit von Dezember bis April, dann ist es sonnig und angenehm warm bei weniger Niederschlag. Von Juni bis November ist Regenzeit, außerdem fällt in diese Monate die Hurrikansaison. Dafür sind Flüge und Hotels dann oft günstiger.
Wie komme ich nach St. Lucia?
Flüge nach St. Lucia gehen ab Deutschland derzeit nicht direkt, sondern mit Umstieg, zum Beispiel über London mit British Airways oder Virgin Atlantic. Internationale Flüge landen am Hewanorra International Airport bei Vieux Fort im Süden der Insel. Der kleinere Flughafen George F. L. Charles bei Castries wird vor allem von Regionalflügen aus der Karibik angeflogen.
Hat St. Lucia schöne Strände?
Ja, St. Lucia hat viele traumhafte Strände, vor allem an der ruhigeren Westküste am Karibischen Meer. Besonders beliebt sind der Sugar Beach zwischen den Pitons, der Reduit Beach in der Rodney Bay, die Strände der Marigot Bay und die Smugglers Cove im Norden. An der Atlantikküste im Osten ist das Meer dagegen oft rau und eignet sich weniger zum Baden.
Marie Tysiak
Ihren ersten Gipfel erklomm Marie im Himalaya in Nepal, weitestgehend ungeplant. Seither sind einige Berge hinzugekommen, besonders Vulkane haben es ihr angetan. Je abenteuerlicher der Aufstieg, je mehr Adrenalin involviert, je zerklüfteter der Weg erscheint, desto besser! Hoch über den Wolken, aus eigener Kraft hinaufgeschleppt, das ist für Marie Urlaub.