In der Karibik gibt es Inseln, da schaukeln mehr Boote im Hafen als das Eiland Hotelbetten zählt. Denn tatsächlich gibt es in der Karibik noch Orte, die kaum jemand kennt! Wir stellen sechs solcher Geheimtipps vor – von Saba bis Nevis. 

Jede dieser karibischen Inseln erzählt ihre eigene Geschichte: Die eine lockt mit spektakulären Tauchrevieren, die nächsten mit Rumdestillerien, Segelhäfen oder Vulkanlandschaften. Gemeinsam ist ihnen, dass sie sich ihren Charakter bewahrt haben und Besucher herzlich willkommen heißen, anstatt sie abzufertigen.

1. Saba: Eine der unbekanntesten Tauchbasen der Karibik

Im Anflug wird es still in der Kabine, denn die Landebahn unten sieht viel zu kurz aus für ein Flugzeug. Wer hier aufsetzt, beginnt den Urlaub gefühlt mit einer Mutprobe. Der zwölfminütige Flug startet in St. Maarten, der bekanntesten Transitinsel der östlichen Karibik. Saba dagegen ist das genaue Gegenteil.

Luftaufnahme der Juancho E. Yrausquin-Landebahn auf Saba, umgeben vom Atlantik auf einer Halbinsel aus grünen Hügeln

Foto: Wangkun Jia/Shutterstock.com

Die niederländische Insel in den Kleinen Antillen besteht vor allem aus einem einzigen Vulkankegel, der steil aus dem Atlantik wächst. Rund 2.000 Menschen leben hier, und dreißig Tauchplätze säumen den geschützten Marinepark. Regenwald-Trails führen hinauf zum Mount Scenery, dem höchsten Punkt der Insel, während abends kleine Guesthouses mit Meerblick warten.

 Panoramaaufnahme der Karibikinsel Saba vom Wasser aus: steile Felshänge, grüner Vulkankegel mit vereinzelten Häusern, tiefblauer Atlantik im Vordergrund

Foto: JohnHancockPhoto/Shutterstock.com

Wer Boutique statt Resort sucht und tagsüber lieber taucht oder wandert als am Pool liegt, findet hier genau das.

Übernachten

  • Das legendäre Scout’s Place wurde inzwischen als The Scenery Hotel neu eröffnet, mit zeitgemäßem Boutique-Update.
  • Wer es rustikaler und nachhaltiger mag, ist dagegen seit Jahrzehnten in den El Momo Cottages gut aufgehoben: einfache Häuschen, Meerblick, kaum Schnickschnack.

2. Anegada: Dreihundert Einwohner, endloser Strand und mehr Hummer als Hotelbetten

Während sich die meisten Inseln der British Virgin Islands aus dem Meer stemmen, liegt Anegada flach im Wasser. Sie ragt kaum höher auf als das Korallenriff, das sie umgibt.

 Luftaufnahme aus großer Höhe zeigt Anegada als flachen, länglichen Streifen Land, umgeben vom türkisfarbenen Korallenriff und dem tiefblauen Atlantik

Foto: EQRoy/Shutterstock.com

Die BVI sind eine britische Inselgruppe nordöstlich von Puerto Rico und gelten als eines der teuersten Segelreviere der Karibik. Anegada ist dabei die nördlichste und einzige Koralleninsel der Gruppe. Von der Hauptinsel Tortola aus führen ein kleiner Zubringerflug oder ein Boot nach Anegada, wo rund 300 Menschen leben. Am Strand kommen Hummer direkt aus dem Meer auf den Tisch, und Flamingos ziehen durch die Salinas im Inselinneren. Das Riff lockt außerdem Kitesurfer und Schnorchler aus aller Welt.

Eine Gruppe rosafarbener Flamingos läuft durch das flache türkisblaue Wasser vor der Küste Anegadas in der Karibik

Foto: Fianna Fluess/Shutterstock.com

Paare und Freundesgruppen, die Ruhe und gutes Essen höher gewichten als ein volles Programm, nehmen den Preisaufschlag gerne in Kauf.

Übernachten

  • Anegada-Kenner checken im Anegada Beach Club ein, barfuß, aber mit eindeutigem Luxusanspruch.

3. Marie-Galante: Gibt es in der Karibik noch Inseln, die wirklich unberührt sind?

Ein Teil der EU liegt mitten in der Karibik. Guadeloupe ist ein französisches Überseegebiet und gehört rechtlich zu Frankreich wie ein ganz normaler Landesteil. Zum Guadeloupe-Archipel gehören mehrere Nebeninseln, darunter Marie-Galante, das vom Flughafen Pointe-à-Pitre rund fünfzig Minuten mit der Fähre entfernt liegt. Rund 12.000 Menschen leben auf dieser relativ unbekannten Karibikinsel, die von oben tatsächlich wie eine große runde Galette aussieht. Zuckerrohrfelder und drei aktive Rum-Destillerien prägen das Inselbild.

Weitläufiges Zuckerrohrfeld auf Marie-Galante mit Palmen im Hintergrund, das landwirtschaftliche Erbe der französischen Karibikinsel

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Auf Marie-Galante gilt der Euro, das Preisniveau entspricht dabei etwa dem einer französischen Provinzstadt. Wer Zeit als Luxus begreift, ist deshalb auf Marie-Galante richtig.

Übernachten

  • Das Kawann Beach Hotel gilt als eine der etabliertesten Adressen an der Bucht von Folle Anse: einfache Zimmer im kreolischen Stil, ein tropischer Garten und der Strand direkt vor der Tür.
Historische Steinwindmühle auf Marie-Galante, Guadeloupe, umgeben von lila Bougainvillea-Blüten unter blauem Karibik-Himmel

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4. Bequia: Die Insel, bei der Segler plötzlich sesshaft werden

»Beckway« spricht man es aus, nicht »Beh-quia«, was schon verrät, dass diese Insel ihre eigenen Regeln hat. Bequia ist die zweitgrößte der Grenadinen, einer Kette kleiner Inseln zwischen Grenada im Süden und St. Vincent im Norden. Fähren und Inselhüpfer verbinden Bequia mit Barbados, St. Lucia und St. Vincent.

Blick auf die Admiralty Bay von Bequia in den Grenadinen mit zahlreichen Segelyachten im türkisblauen Wasser, umgeben von grünen Hügeln

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In der Admiralty Bay liegen Yachten aus aller Welt, und kolonial inspirierte Häuser stehen unter Palmen. In den Restaurants am Wasser zählt frischer Fisch mehr als internationale Auszeichnungen. Paare und Honeymooner, die nach einem Segeltag oder Inselhopping eine ruhige Basis mit echtem Insel-Flair suchen, sind hier richtig.

Übernachten

  • Das Bequia Beach Hotel und das Plantation House Hotel setzen auf großzügige Suiten und Villen, beide mit Blick aufs Wasser und ohne Massentourismus.
Buntes Holzhaus mit dem Schriftzug »Destinations Bequia« am Hafen von Port Elizabeth, Bequia, Grenadinen

Foto: Ruediger Ettl/Shutterstock.com

5. Îles des Saintes: Croissant, Traumbucht und Rum, eben die Karibik auf Französisch

Wie Marie-Galante gehören die Îles des Saintes zum Guadeloupe-Archipel, also zu Frankreich, und sind vom Süden Guadeloupes in zwanzig Minuten mit der Fähre erreichbar. Die Gruppe besteht aus mehreren kleinen Eilanden, von denen zwei bewohnt sind. Die belebteste ist Terre-de-Haut: mit pastellfarbenen Häusern, einer geschwungenen Bucht mit türkisblauem Wasser, Croissants am Morgen und Rum am Abend.

Luftbild der Îles des Saintes mit dem Pain-de-Sucre-Felsen, roten Ziegeldächern und Yachten im türkisblauen Wasser der Karibik

Foto: Iryna Shpulak/Shutterstock.com

Abends öffnen außerdem Bistros und Brasserien auf der Uferpromenade. Wer tagsüber badet und schnorchelt und abends bei gutem Wein und Seafood auf die Bucht schaut, bekommt hier beides.

Übernachten

  • Rund um den Strand Pain-de-Sucre liegen einige der stilvollsten kleinen Häuser von Terre-de-Haut. Der Name geht auf den markanten zuckerhutförmigen Felsen am Wasser zurück, und die Auswahl reicht von Villen mit Panoramablick bis zu kleinen Boutique-Adressen.
Panoramablick über Terre-de-Haut, Îles des Saintes, mit roten Ziegeldächern, grünen Hügeln und Segelbooten in der türkisblauen Bucht

Foto: Iryna Shpulak/Shutterstock.com

6. Nevis: Was passiert, wenn ein Four Seasons auf einer Insel landet, die die Zeit vergessen hat?

Im 17. und 18. Jahrhundert war diese kleine Insel in den Kleinen Antillen eines der produktivsten Zuckeranbaugebiete der Karibik. Heute stehen die historischen Plantagenanwesen noch, viele davon als Boutique-Hotels. Über allem liegt die Vulkansilhouette des Nevis Peak.

Historisches Steingebäude eines ehemaligen Plantagenhotels auf Nevis mit rotem Dach, gesäumt von Blumen, mit dem Nevis Peak im Hintergrund

Foto: Eleanor Scriven/Shutterstock.com

Nevis bildet zusammen mit St. Kitts einen kleinen Inselstaat östlich von Puerto Rico. Ein Langstreckenflug via London, Amsterdam oder Miami führt nach St. Kitts, und von dort geht es per Boot oder Inlandsflug weiter. Unter Insidern und einem diskreten Luxuspublikum hat die Insel längst einen Namen, ohne dass der große Tourismus je angekommen wäre.

Wer Ruhe und Geschichte sucht, findet auf Nevis beides.

Übernachten

  • Das Montpelier Plantation Inn und das Golden Rock Inn stehen für Boutique-Luxus mit Plantagencharakter. Wer dagegen ein internationales Fünf-Sterne-Haus vorzieht, wählt das Four Seasons, das sich diskret ins Grün fügt.

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Häufige Fragen

Lassen sich mehrere dieser Inseln auf einer Reise verbinden?

Am besten gelingt das über die gemeinsamen Drehkreuze. Saba liegt nur einen Kurzflug von St. Maarten entfernt, während Marie-Galante und die Îles des Saintes beide zu Guadeloupe gehören und sich gut kombinieren lassen.

Wann ist die beste Reisezeit?

Die trockene Hauptsaison reicht von Dezember bis April, und in diesen Monaten bleibt das Wetter am stabilsten. Von Juni bis November ist dagegen Hurrikansaison, weshalb viele kleine Unterkünfte zeitweise schließen.

Braucht man auf Saba einen Tauchschein?

Für die Tauchplätze im Marinepark ist ein Tauchschein nötig, doch die örtlichen Basen bieten auch Kurse für Anfänger an. Wer nur schnorchelt, kommt ohne Schein aus.

Wie reist man zwischen den Inseln weiter?

Meist führt der Weg über das nächstgelegene größere Drehkreuz, etwa Tortola für Anegada oder St. Kitts für Nevis. Von dort verbinden kleine Inlandsflüge oder Fähren die Nebeninseln.

Welche Insel eignet sich für einen ersten Besuch?

Wer Komfort schätzt, startet auf Nevis, weil dort die Infrastruktur am ausgebautesten ist. Saba und Anegada richten sich dagegen eher an Reisende, die Abgeschiedenheit suchen.


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