Ausgerechnet in der Hauptreisezeit müssen sich Mallorca-Urlauber auf mögliche Verzögerungen am Flughafen Palma einstellen. Der Bodenabfertiger Swissport hat für Ende Juli und Anfang August mehrere Arbeitsniederlegungen angekündigt. Sollte es tatsächlich dazu kommen, könnten vor allem Check-in, Gepäckabfertigung und Boarding ins Stocken geraten. Flugausfälle sind zwar nicht angekündigt, lassen sich derzeit aber auch nicht ausschließen.
Wann wird am Flughafen Palma gestreikt?
Die Arbeitsniederlegungen sind für folgende Tage geplant:
– 28. Juli sowie 1., 4. und 8. August 2026
– Gestreikt werden soll jeweils in zwei Zeitfenstern: 7 bis 12 Uhr und 19 bis 22 Uhr
Damit fallen die Ausstände bewusst in verkehrsreiche Zeiten. Besonders am Morgen starten und landen auf Mallorca zahlreiche Ferienflüge aus Deutschland und anderen europäischen Ländern. Auch nach dem Ende eines oder mehrerer Streiks können sich Verzögerungen noch über mehrere Stunden fortsetzen. Müssen Flugzeuge verspätet abgefertigt werden, kann sich das dann auch auf spätere Flieger übertragen.
Wer streikt auf Mallorca?
Zum Streik aufgerufen hat die Gewerkschaft CCOO für die Beschäftigten von Swissport am Flughafen Palma. Swissport ist einer von mehreren Bodenabfertigern auf Mallorca. Der Arbeitskampf betrifft daher weder alle Mitarbeiter des Flughafens noch automatisch sämtliche Fluggesellschaften.

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Bodenabfertiger übernehmen viele Aufgaben, die Reisende nur teilweise mitbekommen. Dazu zählen je nach Auftrag die Betreuung der Check-in-Schalter, das Boarding, das Sortieren, Be- und Entladen von Gepäck sowie Tätigkeiten auf dem Vorfeld. Verzögerungen in diesen Bereichen können dazu führen, dass ein Flugzeug seinen vorgesehenen Startslot verpasst.
Nicht betroffen sind nach bisherigem Stand die Fluglotsen, die Sicherheitskontrollen und die Flughafenfeuerwehr. Auch Airlines, die ihre Abfertigung selbst organisieren oder einen anderen Dienstleister nutzen, sind nicht unmittelbar Teil des Swissport-Streiks.
Welche Fluggesellschaften könnten betroffen sein?
Nach Angaben von CCOO übernimmt Swissport in Palma Dienstleistungen für internationale Fluggesellschaften wie TUI, Condor, TAP Air Portugal, Air Canada, Etihad Airways und DAT.
Das bedeutet aber nicht, dass jeder Flug dieser Airlines ausfällt oder alle genannten Gesellschaften in sämtlichen Bereichen von Swissport abhängig sind. Abfertigungsverträge können sich je nach Airline, Flug und Dienstleistung unterscheiden. Außerdem können Unternehmen für einzelne Aufgaben Ersatzlösungen organisieren. Reisende sollten deshalb nicht allein anhand des Airline-Namens entscheiden, ob ihr Flug gefährdet ist. Maßgeblich sind die Mitteilungen der ausführenden Fluggesellschaft und der aktuelle Flugstatus.
Welche Folgen sind für Mallorca-Reisende möglich?
Am wahrscheinlichsten sind zunächst längere Wartezeiten. Probleme können vor allem an den Check-in-Schaltern, bei der Gepäckaufgabe, am Gate oder nach der Landung an den Gepäckbändern auftreten. Auch Verspätungen sind möglich, wenn Maschinen nicht rechtzeitig beladen, entladen oder für den nächsten Flug vorbereitet werden. Auswirkungen können zudem Flüge treffen, die außerhalb der eigentlichen Streikzeiten liegen. Gerät ein Flugzeug am Morgen in Verzug, kann sich diese Verspätung durch den gesamten Tagesplan ziehen.

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Ob es tatsächlich zu Annullierungen kommt, lässt sich noch nicht seriös vorhersagen. Bislang haben weder CCOO noch Swissport eine konkrete Zahl gefährdeter Flüge genannt. Auch eine offizielle Liste gestrichener Verbindungen liegt nicht vor.
Gut zu wissen: Der Flughafen wird während der Arbeitsniederlegungen nicht geschlossen.
Wie viele Mitarbeiter müssen trotz Streiks arbeiten?
Das ist noch offen. Bei Streiks in systemrelevanten Bereichen können spanische Behörden sogenannte Mindestdienste festlegen. Sie bestimmen, wie viele Beschäftigte weiterarbeiten müssen, damit ein Grundbetrieb aufrechterhalten wird.
Wie das Portal Mallorca Directo auf seiner Website berichtet, schlug Swissport eine Mindestbesetzung von 99 Prozent vor. Die Gewerkschaft CCOO hält das für unverhältnismäßig und verlangt dem Bericht zufolge eine Quote von 50 Prozent. Die endgültige Festlegung liegt nicht bei Unternehmen oder Gewerkschaft, sondern bei der zuständigen Verwaltung. Solange diese Entscheidung nicht veröffentlicht ist, lässt sich das tatsächliche Ausmaß der streikbedingten Einschränkungen kaum zuverlässig einschätzen. Sehr hohe Mindestdienste könnten die Folgen deutlich begrenzen. Bei einer niedrigeren Besetzung wären dagegen längere Verzögerungen wahrscheinlicher.
Warum streiken die Swissport-Beschäftigten?
Hinter dem Konflikt stehen mehrere Forderungen. CCOO verlangt einen besseren Schutz der Beschäftigten vor extremer Hitze, ausreichend Personal und verlässlichere Arbeitsabläufe. Hinzu kommen Forderungen nach einer einheitlicheren Bezahlung, der korrekten Anwendung des Branchentarifvertrags und einer besseren Vergütung für Tätigkeiten mit größerer Verantwortung.

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Die Hitze spielt am Flughafen Palma seit Längerem eine Rolle. Beschäftigte arbeiten teilweise auf dem Vorfeld, zwischen laufenden Maschinen und auf stark aufgeheizten Flächen. CCOO hatte bereits vor dem Streik vor fehlenden Schattenplätzen, unzureichenden Trinkmöglichkeiten und problematischen Temperaturen gewarnt. Die Gewerkschaft erklärt zugleich, weiterhin zu Verhandlungen bereit zu sein. Damit ist ein kurzfristiger Kompromiss vor dem ersten Streiktag möglich.
Was sollten Urlauber mit einem Flug an den Streiktagen tun?
Wer am 28. Juli oder am 1., 4. beziehungsweise 8. August über Palma fliegt, sollte den Flugstatus bereits einige Tage vorher und noch einmal unmittelbar vor der Fahrt zum Flughafen prüfen. Maßgeblich sind die App oder Webseite der Airline und die offiziellen Fluginformationen von Aena. Kontaktdaten in der Buchung sollten aktuell sein, damit die Fluggesellschaft Änderungen per E-Mail oder SMS mitteilen kann. Reisende sollten Nachrichten der Airline speichern und bei Verspätungen Belege für notwendige Ausgaben aufbewahren.
Wer Gepäck aufgibt, sollte mehr Zeit als üblich einplanen. Handgepäck kann das Risiko langer Wartezeiten an der Gepäckaufgabe reduzieren, sofern Tarif, Größe und Inhalt dies zulassen. Sehr knapp geplante Anschlüsse, Fährfahrten oder Bahnverbindungen nach der Landung bergen an den Streiktagen ein erhöhtes Risiko.
Eine pauschale Empfehlung, bereits viele Stunden früher am Flughafen zu erscheinen, ist jedoch nicht sinnvoll. Die Fluggesellschaft kann die Gepäckaufgabe erst zu festgelegten Zeiten öffnen. Entscheidend sind daher die konkreten Hinweise der Airline.
Kann man den Flug wegen des angekündigten Streiks kostenlos stornieren?
Die bloße Streikankündigung berechtigt Reisende normalerweise nicht dazu, einen weiterhin planmäßig angebotenen Flug kostenlos zu stornieren. Wer selbst nicht fliegen möchte, ist zunächst an die Tarifbedingungen seiner Buchung gebunden.
Anders sieht es aus, wenn die Airline den Flug streicht. Dann haben Passagiere unabhängig vom Grund der Annullierung grundsätzlich die Wahl zwischen der Erstattung des Ticketpreises und einer anderweitigen Beförderung zum Ziel. Muss auf einen Ersatzflug gewartet werden, bestehen zudem Betreuungsansprüche, etwa auf Essen und Getränke sowie bei Bedarf eine Hotelübernachtung.

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Gibt es bei einer Verspätung eine Entschädigung?
Das hängt vom Einzelfall ab. Bei einer Ankunftsverspätung von mindestens drei Stunden kann nach der europäischen Fluggastrechteverordnung grundsätzlich eine Ausgleichszahlung fällig werden.
Ein Streik bei einem externen Bodenabfertiger kann jedoch als außergewöhnlicher Umstand gelten. Dann kann die Airline von der pauschalen Entschädigung befreit sein. Dafür muss sie nachweisen, dass der Streik tatsächlich Ursache der Verspätung oder Annullierung war und sich die Störung trotz aller zumutbaren Maßnahmen nicht vermeiden ließ.
Das bedeutet nicht, dass sämtliche Ansprüche entfallen. Das Recht auf Betreuung, Erstattung oder Ersatzbeförderung besteht auch bei außergewöhnlichen Umständen. Reisende sollten sich daher nicht mit einem pauschalen Hinweis auf den Streik abweisen lassen.
Was gilt für Pauschalreisende?
Bei einer Pauschalreise bleibt zunächst der Reiseveranstalter Ansprechpartner, wenn der gebuchte Transport oder andere wesentliche Reiseleistungen nicht wie vereinbart erbracht werden. Reisende sollten den Veranstalter über etwaige Probleme informieren und eine Lösung verlangen.
Eine angekündigte mögliche Verspätung genügt jedoch nicht automatisch für eine kostenlose Stornierung der gesamten Reise. Entscheidend ist, ob die Reise tatsächlich erheblich beeinträchtigt wird. Wird lediglich der Hinflug verschoben, kann je nach Dauer und Auswirkung eher eine Minderung als ein vollständiger Rücktritt infrage kommen. Die europarechtlichen Ansprüche gegen die ausführende Airline und mögliche Ansprüche aus dem Pauschalreiserecht müssen jeweils getrennt geprüft werden.
Wird der Streik noch abgesagt?
Das ist möglich. Zwischen einer Streikankündigung und dem ersten Arbeitskampf liegen noch mehrere Tage. Die Gewerkschaft hat erklärt, für weitere Verhandlungen offen zu sein. Eine Einigung oder Verschiebung ist daher nicht ausgeschlossen.
Bislang liegen jedoch keine Informationen darüber vor, dass die vier Streiktage abgesagt wurden. Reisende sollten deshalb zunächst davon ausgehen, dass die Arbeitsniederlegungen wie angekündigt stattfinden, und den Stand bis zum Abflug regelmäßig überprüfen.

