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Deutschland

Wild Swimming: Diese Naturbadestellen zeigen Deutschlands schönste Seite

Deutschland steckt voller Seen, Flüsse und Naturpools, die an heißen Tagen für eine erfrischende Auszeit sorgen. Buchautor Hansjörg Ransmayr hat einige der schönsten Badestellen des Landes entdeckt und zeigt, wo Schwimmen zum echten Naturerlebnis wird. Wir stellen seine schönsten Tipps für Wild Swimming in Deutschland vor.

Die Sonne zeigt sich dieser Tage wieder häufiger, die Temperaturen klettern vielerorts auf hochsommerliche Werte und die Lust auf eine Abkühlung wächst. Passender könnte der Zeitpunkt kaum sein, um Deutschlands schönste Naturbadestellen zu entdecken. Einen ganzen Sommer lang war Hansjörg Ransmayr dafür quer durchs Land unterwegs. Er folgte Flüssen, entdeckte versteckte Bergseen, schwamm an einsamen Ostseestränden und fand Naturbadestellen, die selbst viele Einheimische kaum kennen. Seine schönsten Tipps stellen wir hier vor.

Maasholm/Ostseestrand Oehe, Schleswig-Holstein

Ein feiner, flach abfallender Sandstrand, vergleichsweise wenig Trubel und der freie Blick über die Ostsee machen diese Naturbadestelle bei Maasholm zu einem Geheimtipp. Mächtige Bäume auf der Deichkrone spenden an heißen Tagen angenehmen Schatten, ein kleines Bistro in Strandnähe sorgt für die passende Stärkung. Wer dem Deich Richtung Osten folgt, erreicht die Seevogelschutzstation Oehe-Schleimünde und eines der schönsten Naturgebiete an der Schlei. Besonders idyllisch badet es sich dort, wo der Weg auf den Deich trifft. (GPS: 54.709548, 10.001789)

Schwimmer in der Ostsee bei Oehe.

Foto: Hansjörg Ransmayr

Föhr/Nieblumer Strand, Schleswig-Holstein

Wer auf Föhr einen ruhigeren Strand sucht, wird zwischen Nieblum und Goting fündig. Der rund sechs Kilometer lange, feinsandige Strand ist deutlich weniger besucht als der Hauptstrand in Wyk. Je weiter es Richtung Westen geht, desto ursprünglicher wirkt die Küste. Weite Dünen, viel Platz und der Blick auf das offene Wattenmeer vermitteln fast das Gefühl, am Ende der Insel angekommen zu sein. Vom großen Fahrradparkplatz in Nieblum führt ein gut ausgebauter Bohlenweg bis an den Strand, sodass der Zugang auch mit Kinderwagen gut möglich ist. An windigen Tagen lohnt es sich, den Platz etwas abseits der Wasserkante zu wählen, wo die Dünen häufig besseren Schutz bieten. (GPS: 54.680908, 8.481766)

Gotinger Kliff auf Insel Föhr.

Foto: Hansjörg Ransmayr

Boitzenburg/Krienkowsee, Brandenburg

Dichte Laubwälder umschließen die Seen rund um Boitzenburg und verleihen der Landschaft eine fast unberührte Atmosphäre. Das Wasser ist außergewöhnlich klar, statt Straßenlärm sind hier meist nur Vogelstimmen und das Rascheln der Bäume zu hören. Häuser oder Motorboote sucht man vergeblich. Vom Rastplatz führt ein schmaler Pfad hinunter ans Ufer. Wer die Straße noch etwa 500 Meter weiterfährt, erreicht die Badestelle am Schumellensee. Sie ist leichter zugänglich, dafür aber meist etwas belebter. (GPS: 53.253979, 13.581997)

Krienkower See

Foto: Hansjörg Ransmayr

Berkenbrück/Spree, Brandenburg

Die heutige Badestelle entstand beim Bau des Oder-Spree-Kanals Ende der 1920er-Jahre. Damals wurde die schiffbare Spree begradigt und ein neuer Seitenarm geschaffen, der sich bis heute seinen naturnahen Charakter bewahrt hat. Dank der meist nur geringen Strömung lädt das klare Wasser zum Baden ein, während dichte Ufervegetation und die grüne Spreeinsel für eine fast unberührte Atmosphäre sorgen. Mit etwas Glück lassen sich Eisvögel, Reiher oder andere Wasservögel beobachten. Ein Holzsteg erleichtert den Einstieg ins Wasser und schafft zugleich einen geschützten Bereich, der sich auch für Familien mit Kindern eignet. (GPS: GPS: 52.347492, 14.149332)

Wild Swimming in Deutschland: Schwimmer in Berkenbrück

Foto: Hansjörg Ransmayr

Bischofswerda/Steinbruch Bolbritz, Sachsen

Rund um Bischofswerda erinnern mehrere ehemalige Steinbrüche an den einstigen Granitabbau. Einer der schönsten liegt versteckt im Wald am Fuße des Klosterbergs. Der Steinbruch Bolbritz beeindruckt mit seinem klaren Wasser und den steilen Felswänden. Obwohl das Baden hier offiziell nicht erlaubt ist und auf eigene Gefahr erfolgt, war der See bereits zu DDR-Zeiten ein beliebter Treffpunkt der FKK-Szene. Wer den abgelegenen Ort dennoch aufsucht, sollte besonders vorsichtig sein: Das Ufer ist stellenweise steil, rutschig und fällt an einigen Stellen abrupt ins tiefe Wasser ab. Der Zugang ist zudem nicht ausgeschildert und erfordert etwas Orientierungssinn. (GPS: 51.132949, 14.239354)

Steinbruch Bolbritz, Sachsen

Foto: Hansjörg Ransmayr

Windeck/Sieg, Nordrhein-Westfalen

Am Wasserwanderrastplatz Dreisel lässt sich die Sieg von ihrer schönsten Seite erleben. Meist gibt es direkt am Wohnmobil- und Wanderparkplatz eine Parkmöglichkeit. Von dort sind es nur wenige Schritte bis ans Flussufer, wo klares Wasser, Kiesbänke und eine naturnahe Flusslandschaft zum Verweilen einladen. Mit etwas Glück lassen sich Graureiher, Eisvögel oder andere Wasservögel beobachten. Weitere reizvolle Badestellen liegen am nur wenige Kilometer entfernten Siegwasserfall in Schladern, dem mit rund 84 Metern breitesten Wasserfall Nordrhein-Westfalens. (GPS: 50.796705, 7.576369)

Wild Swimming in Deutschland: Schwimmer in Sieg bei Windeck.

Foto: Hansjörg Ransmayr

Laurenburg/Lahn, Rheinland-Pfalz

Die Lahn zählt zu den beliebtesten Flüssen für Wasserwanderer, Kanufahrer und Angler. Kein Wunder also, dass sich entlang ihres Ufers immer wieder naturnahe Plätze zum Baden finden. Einer davon liegt bei Laurenburg, wo sich die Lahn ruhig durch das Tal zwischen Taunus und Westerwald schlängelt. Wer hier ins Wasser geht, sollte sich jedoch bewusst sein, dass das Baden auf eigene Verantwortung erfolgt. Strömung, Wasserstand und Wasserqualität können je nach Witterung und Jahreszeit stark variieren und sollten vor dem Sprung ins Wasser stets geprüft werden. An warmen Sommertagen bietet die Badestelle dennoch eine schöne Möglichkeit, sich mitten in der Natur zu erfrischen. (GPS: 50.3291137, 7.932827)

Lahn bei Laurenburg.

Foto: Hansjörg Ransmayr

Weltenburg/Donau, Bayern

Die Weltenburger Enge zählt zu den spektakulärsten Flusslandschaften Deutschlands. Zwischen dem Kloster Weltenburg und Kelheim hat sich die Donau tief in die Kalkfelsen der Fränkischen Alb eingegraben und eine beeindruckende Schlucht geschaffen. Das rund fünfeinhalb Kilometer lange Naturschutzgebiet begeistert mit steilen Felswänden, dichten Wäldern und außergewöhnlicher Artenvielfalt. Ein besonders reizvoller Badeplatz entsteht bei Niedrigwasser auf einer Sandinsel rund zwei Kilometer flussabwärts des Klosters. Ist dort bereits viel los, finden sich zwischen den Felsen flussabwärts weitere ruhige Plätze zum Verweilen. Wer hier badet, sollte die Strömung und den Wasserstand der Donau jedoch nie unterschätzen. (GPS: 48.898886, 11.829583)

Sandinsel in der Donau.

Foto: Hansjörg Ransmayr

Schönau/Obersee, Bayern

Wer im kristallklaren Wasser des Nationalparks Berchtesgaden baden möchte, hat gleich mehrere Möglichkeiten. Schon der Königssee lädt an einigen Stellen zu einer erfrischenden Abkühlung ein. Besonders idyllisch wird es jedoch am Obersee. Vom Anleger Salet, den die Elektroboote ab Schönau ansteuern, führt ein rund zehnminütiger Spaziergang zu dem kleinen Bruder des Königssees. Eingebettet zwischen steilen Felswänden wirkt der Obersee fast unwirklich schön. Wer mag, springt hier ins glasklare Wasser oder wandert weiter zur Fischunkelalm und anschließend zum rund 470 Meter hohen Röthbachfall, dem höchsten Wasserfall Deutschlands. Hansjörg Ransmayr bringt den Zauber dieses Ortes treffend auf den Punkt: »Fast schon kitschig schön hier!« (GPS: 47.519052, 12.981319)

Foto: Hansjörg Ransmayr

Buchtipp: Wild Swimming in Deutschland

 

Lust bekommen, selbst in Deutschlands Naturgewässer einzutauchen? Die hier vorgestellten Badestellen sind nur eine kleine Auswahl. Zwischen Alpen und Nordsee warten unzählige weitere Seen, Flüsse und Küstenabschnitte darauf, entdeckt zu werden. Wer sich abseits der bekannten Strandbäder nach besonderen Naturerlebnissen sehnt, findet vielerorts versteckte Plätze für eine erfrischende Auszeit. Noch mehr Inspiration liefert das Buch »Wild Swimming in Deutschland« von Hansjörg Ransmayr. Darin stellt der Autor zahlreiche weitere Badeorte vor und ergänzt sie um Hintergrundgeschichten, Karten sowie praktische Hinweise zur Anreise und zu den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort. Eine empfehlenswerte Lektüre für alle, die Deutschland vom Wasser aus neu entdecken möchten. Buchtipp: Wild Swimming in Deutschland. Entdecke die aufregendsten Seen, Flüsse, Wasserfälle und Strände Deutschlands von Hansjörg Ransmayr. Haffmans & Tolkemitt Verlag, Klappenbroschur mit zahlreichen Fotos und Karten, 266 Seiten, ISBN 978-3-942048-51-4, 29,95 Euro.

 

Anm. d. Red.: Dieser Artikel erschien erstmals am 3. Juli 2020 und wurde seitdem mehrmals aktualisiert.

Häufige Fragen

Ist Wild Swimming in Deutschland erlaubt?
Grundsätzlich gibt es kein bundesweites Verbot. Ob das Baden erlaubt ist, hängt vom jeweiligen Gewässer sowie von kommunalen Regelungen oder Schutzgebieten ab. In Naturschutzgebieten, Talsperren oder ehemaligen Steinbrüchen gelten häufig Einschränkungen oder Badeverbote.
Worauf sollte man beim Baden in Naturgewässern achten?
Vor dem Sprung ins Wasser sollten Wasserstand, Strömung, Wassertemperatur und Wetter geprüft werden. Unbekannte Gewässer können durch starke Strömungen, plötzlich abfallende Ufer oder Hindernisse unter Wasser gefährlich sein.
Wann ist die beste Zeit für Wild Swimming in Deutschland?
Die beste Zeit liegt meist zwischen Juni und Anfang September. Seen und Flüsse bleiben jedoch vielerorts auch im Hochsommer vergleichsweise kühl. Wer früh morgens oder am Abend badet, erlebt die Natur oft besonders ruhig.
Welche Ausrüstung empfiehlt sich fürs Wild Swimming?
Badeschuhe schützen vor Steinen und Muscheln. Praktisch sind außerdem ein wasserdichter Packsack, ein Mikrofaserhandtuch, Sonnenschutz und ausreichend Trinkwasser. Für längere Touren kann auch Wechselkleidung sinnvoll sein.
Darf man in Nationalparks oder Naturschutzgebieten baden?
Nicht überall. Viele Schutzgebiete unterliegen besonderen Regeln, um Tiere und Pflanzen zu schützen. Deshalb sollten Besucher ausschließlich ausgewiesene Badestellen nutzen und sich vorab über die örtlichen Bestimmungen informieren.
Welche Regionen eignen sich besonders für Wild Swimming in Deutschland?
Zu den beliebtesten Regionen zählen das Berchtesgadener Land, die Mecklenburgische Seenplatte, die Uckermark, das Lahntal, der Spreewald, die Eifel sowie die Küsten von Nord- und Ostsee.
Frank Störbrauck
Brasilien ist sein Ding. Hier feiert Frank gerne ausgelassene Strandpartys bis tief in die warme Nacht. Klar, die Copacabana ist dafür in aller Munde, ihn zieht es allerdings viel lieber nach Salvador, wo die Strände nicht weniger traumhaft sind. Pluspunkt dort: Die Partys sind kleiner und mit den Locals kommt man schneller ins Gespräch.