Du hast Lust, das echte Lissabon kennenzulernen? Dann lass den Praça do Comércio, die Baixa und die Tuktuk-Touren hinter dir und erlebe mit unseren Geheimtipps für Lissabon die portugiesische Hauptstadt in einem ganz anderen Licht. Nur eines sei vorweg gesagt: Lissabon ist eine sehr internationale Stadt. Viele Ausländer leben und lieben die Stadt und haben in den letzten Jahren ihren Wohnsitz hierher verlegt. Wundere dich nicht, wenn du auch an diesen Orten sehr viel Englisch hörst.
Geheimtipp Lissabon 1: Sonnenuntergang am Miradouro do Monte Agudo
Während sich an den bekannten Aussichtspunkten wie Senhora do Monte oder Santa Luzia die Touristen drängen, geht es nur wenige Gehminuten entfernt deutlich entspannter zu. Der Miradouro do Monte Agudo liegt zwischen Graça und Anjos, versteckt hinter einer Schule. Und wer nicht weiß, dass es ihn gibt, läuft schlicht daran vorbei. Hier treffen sich vor allem Leute aus der Nachbarschaft, um nach Feierabend den Tag ausklingen zu lassen.

Foto: Marie Tysiak
Herzstück ist der kleine Kiosk Simo’s. Drink holen, in den Liegestuhl sinken und zusehen, wie die Sonne über der Stadt untergeht. Der Blick reicht über den Norden und den gesamten Westen Lissabons. Auf der Karte stehen Naturweine, Caipirinhas und als Klassiker die Tosta Mista. An manchen Abenden wird es hier richtig lebendig: Bei Vinyl-DJ-Sets laufen Samba, Funk, Cumbia und Disco, dazu gibt es Live-Auftritte, alles vor der Kulisse des Sonnenuntergangs.
Maries Tipp: Der Aufstieg ist steil, aber er lohnt sich. Am besten eine Stunde vor Sonnenuntergang kommen, um sich einen der begehrten Liegestühle zu sichern.
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Geheimtipp Lissabon 2: Pensão Amor – Madam’s Lodge
Die Bar Pensão Amor in der Rua Nova do Carvalho, besser bekannt als »Pink Street«, kennen viele Lissabon-Fans. Was die wenigsten wissen: Ein paar Stockwerke höher gibt es eine Übernachtungsgelegenheit. Seit 2023 verwandelt die Pensão Amor – Madam’s Lodge die oberen Etagen des Hauses in ein Adults-only-Hotel. Und spielt mit der schillernden Vergangenheit des Gebäudes. Wo sich früher im Hafenviertel Cais do Sodré Seeleute, Schriftsteller, Fado-Sänger, Künstler und angeblich sogar Spione die Klinke in die Hand gaben, warten heute 22 Zimmer, von denen keines dem anderen gleicht.

Foto: Pensão Amor
Hinter jeder Tür steckt eine eigene Geschichte. Regisseur und Drehbuchautor Roger Mor hat für jedes Zimmer eine Figur erfunden, deren Spuren die Gäste während ihres Aufenthalts selbst entdecken: Dokumente, Objekte, kleine Botschaften und historische Anspielungen, die auf aufwendigen Recherchen zur Geschichte des Hauses und des Viertels beruhen. Die Illustrationen stammen vom bekannten portugiesischen Zeichner Nuno Saraiva und verleihen dem Ganzen einen verspielten Touch zwischen Realität und Fiktion. Das Schönste daran: Der Abend kann unten in den plüschigen Lounges der Bar bei Cocktails, Musik, Themenpartys, Poesie oder Theater beginnen und endet ganz ohne Taxi ein paar Treppen weiter oben. Im November 2026 feiert die Pensão Amor übrigens ihr 15-jähriges Jubiläum; ein guter Anlass für einen Besuch.
Maries Tipp: Wer lieber nur hineinschnuppern möchte, kommt einfach auf einen Drink in die Bar, schaut sich eine Burlesque-Show an und lässt das verruchte Flair des alten Hafenviertels auf sich wirken.

Foto: Pensão Amor
Geheimtipp Lissabon 3: Fábrica Braço de Prata in Marvilla
Wer in Lissabon abseits der Touristenpfade unterwegs sein will, sollte sich auf den Weg in den Osten der Stadt machen. Im ehemaligen Industrieviertel Marvila versteckt sich mit der Fábrica Braço de Prata ein unprätentiöser Ort, den Kulturliebhaber sofort mögen werden. Wo früher Waffen produziert wurden, pulsiert heute ein Kulturzentrum, wie es in der Stadt kaum ein zweites Mal zu finden ist.








