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Japan

Urlaub in Kyoto: So schön ist Japans einstige Hauptstadt

Rote Schreintore, ein goldener Pavillon und Gassen voller alter Holzhäuser: In Kyoto befinden sich einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Japans. Unsere Vorschläge führen zu acht besonderen Orten in der ehemaligen Kaiserstadt – mit Abstechern in Bambushaine, auf einen Lebensmittelmarkt und ans Flussufer.

Mehr als tausend Jahre lang war Kyoto Sitz des japanischen Kaiserhofs. Tempel, Schreine und Gärten prägen die Stadt bis heute. Wer zum ersten Mal in der Stadt ist, sollte eine Auswahl treffen und dabei auch die Viertel zwischen den großen Sehenswürdigkeiten erkunden. Dort warten kleine Geschäfte, Teestuben und immer wieder neue Einblicke in die alte Hauptstadt.

Kiyomizu-dera: Eine Terrasse über der Stadt

Hoch am bewaldeten Hang im Osten Kyotos liegt der Kiyomizu-dera. Seine berühmte Holzterrasse ragt auf mächtigen Stützen über das abschüssige Gelände hinaus. Von hier reicht der Blick über die Stadt. Der Ort ist ein feiner Auftakt, um Kyoto und seine Lage am Rand der Berge kennenzulernen. Die heutige Haupthalle stammt aus dem Jahr 1633; im Inneren wird Kannon verehrt, der Bodhisattva des Mitgefühls. Zum Gelände gehören weitere Hallen, Tore und der Otowa-Wasserfall, dem der Tempel seinen Namen verdankt.

Für den Weg durch das umliegende Higashiyama sollte man sich ebenfalls Zeit lassen. Die Gassen Ninenzaka und Sannenzaka gehören mit ihren Stufen und traditionellen Häuserfronten zu den charakteristischen Ansichten Kyotos. In den Geschäften locken Keramik, Süßigkeiten und Souvenirs. Perfekt für alle, die ein Mitbringel für die Daheimgebliebenen suchen! Besonders passend ist hier ein Blick auf die örtliche Töpfertradition: Kiyomizu-yaki gehört zu den Handwerkskünsten, die sich in der Umgebung der Tempel entwickelten. Zwischen den Ladenbesuchen taucht immer wieder die markante Yasaka-Pagode auf.

Dreistöckige Pagode des Kiyomizu-dera in Kyoto, umgeben von blühenden Kirschbäumen im Abendlicht.

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Fushimi Inari: Durch rote Tore auf den Berg

Im Süden Kyotos führen dicht hintereinander stehende, zinnoberrote Torii den Berg Inari hinauf. Die Tore bilden lange Gänge, deren Farbe sich deutlich vom Grün des Waldes abhebt. Besonders bekannt sind die eng gesetzten Reihen der Senbon Torii.

Großes rotes Torii vor den Schreingebäuden des Fushimi Inari Taisha in Kyoto.

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Doch das Schreingelände reicht weit über diesen häufig fotografierten Abschnitt hinaus. Der gesamte Berg gehört zum heiligen Bezirk des Fushimi Inari Taisha. Wege und Treppen verbinden kleinere Kultstätten und Steine, auf denen Namen von Gottheiten eingraviert sind. Wer weiter hinaufgeht, erlebt den Schrein deshalb auch als Bergwanderung. Der Inariyama erreicht eine Höhe von 233 Metern. Schon unterwegs lohnt es sich, auf die vielen kleinen Verehrungsstätten abseits der großen Torreihen zu achten.

Die Verbindung von Natur und Religion macht den Ort besonders. Die Torii markieren den Übergang zum heiligen Bereich; viele wurden als Ausdruck von Dankbarkeit gestiftet. Das berühmte Fotomotiv ist damit Teil einer bis heute lebendigen religiösen Praxis.

Kinkaku-ji: Gold am Spiegelteich

Der Goldene Pavillon im Norden Kyotos gehört zu den Wahrzeichen der Stadt. Sein goldverzierter Bau steht unmittelbar am Kyōkochi, dem Spiegelteich. Kleine Inseln, Felsen und Kiefern rahmen die Ansicht. Bei ruhigem Wasser erscheint der Pavillon ein zweites Mal auf der Oberfläche.

Goldener Pavillon des Kinkaku-ji in Kyoto am Teich, eingerahmt von Kiefern und Gartenpflanzen.

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Ursprünglich gehörte die Anlage zum Altersruhesitz des Shōguns Ashikaga Yoshimitsu. Nach dessen Tod wurde sie in einen Zen-Tempel umgewandelt. Der heute sichtbare Pavillon ist ein Wiederaufbau von 1955: Sein Vorgänger war fünf Jahre zuvor durch Brandstiftung zerstört worden. Nach dem bekannten Blick über den Teich führt der Rundgang weiter durch den Garten. Dabei verändern sich Perspektive und Abstand zum Gebäude. Auch ein Teehaus gehört zur Anlage. Es lohnt sich deshalb durchaus, nach den ersten Schnappschüssen weiterzugehen und sich ein bisschen umzuschauen.

Ryōan-ji: 15 Steine und viele Fragen

Ebenfalls im Nordwesten liegt der Ryōan-ji, dessen berühmter Steingarten sich gut als Ergänzung zum Goldenen Pavillon eignet. Hinter einer niedrigen Mauer liegen fünfzehn Steine in Gruppen auf einer hellen, geharkten Fläche. Von der Veranda aus betrachtet, rücken ihre Formen und die Zwischenräume in den Mittelpunkt.

Zwei Besucher betrachten den Steingarten des Ryōan-ji in Kyoto, hinter dessen Mauer rotes und goldenes Herbstlaub leuchtet.

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Was der Garten darstellen soll und wer ihn entworfen hat, ist nicht bis heute nicht wirklich geklärt. Besucher können sich deshalb Zeit für ihre eigene Betrachtung nehmen: Welche Gruppen treten hervor? Wie verändern sich die Größenverhältnisse, wenn man den Sitzplatz wechselt? Zum Tempel gehört außerdem ein weitläufigeres Gelände mit Bäumen und einem Teich. Nach dem Blick auf Kies und Stein bietet der Spaziergang dort ein chilliger Abschluss des Besuchs.

Arashiyama: Bambushaine und Gartenkunst

Im Westen Kyotos öffnet sich die Stadt zu einer Landschaft aus Fluss und bewaldeten Bergen. Arashiyama ist vor allem für seinen Bambushain bekannt. Hohe Halme säumen den Weg und bilden ein dichtes grünes Dach. Der Spaziergang ist ein eindrucksvoller Teil des Ausflugs, doch die Umgebung bietet genug für einen längeren Aufenthalt. Unbedingt ansehen sollte man sich den  Tenryū-ji. Das ist ein im 14. Jahrhundert gegründeter Zen-Tempel. Sein Garten gehört zu den bedeutendsten Anlagen Kyotos. Rund um den Teich verbinden sich Steine, Pflanzen und die dahinter liegenden Berge zu einer traumhaften Szenerie.

Besucherin mit Hut blickt im Bambushain von Arashiyama in Kyoto zu den hohen grünen Halmen hinauf.

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Anschließend führt der Weg zur Togetsukyō-Brücke. Vom Flussufer aus lässt sich die Weite der Landschaft besonders gut sehen. Im Frühjahr setzen Kirschblüten, im Herbst die verfärbten Berghänge Akzente. Tempelgarten, Bambusweg und Fluss ergänzen sich hier so zu einem schönen Ausflug ins Grüne.

Gion: Holzhäuser, Teehäuser und ein Schrein

Gion sollte man am besten zu Fuß erkunden. Das Viertel entwickelte sich in der Nähe des Yasaka-Schreins und ist für seine traditionellen Teehäuser und Restaurants bekannt. Entlang der Hanamikoji und in den umliegenden Straßen stehen historische Holzgebäude neben Bars, Cafés und kleinen Geschäften. Bei einem Spaziergang lohnt der Blick auf die Fassaden: Holzgitter, zurückgesetzte Eingänge und schmale Hausfronten geben den Straßen ihr charakteristisches Aussehen. Viele Gebäude gehören zur Tradition der Machiya, jener Stadthäuser, in denen Wohnen und Arbeiten eng verbunden waren.

Abendliche Hanamikoji in Kyotos Gion-Viertel mit leuchtenden Laternen, traditionellen Holzfassaden und Passanten.

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Gion ist außerdem ein Arbeits- und Lebensort von Geiko und Maiko, den erfahrenen Unterhaltungskünstlerinnen und ihren Auszubildenden. Begegnungen auf der Straße verlangen entsprechend Rücksicht; insbesondere dürfen Maiko nicht einfach ohne Erlaubnis fotografiert werden. Der Yasaka-Schrein bietet einen passenden weiteren Halt im Viertel.

Nishiki-Markt: Kyoto einmal durchprobieren

Auf dem Nishiki-Markt rückt die Küche der Stadt in den Fokus. Rund 400 Meter lang zieht sich die Marktstraße durch die Innenstadt. Verkauft werden unter anderem Fisch, Gemüse, getrocknete Lebensmittel, fertige Beilagen und Yuba – die feine Haut, die sich beim Erhitzen von Sojamilch bildet. Zwischen den Auslagen lassen sich Zutaten entdecken, die sich auch vielerorts auf den Speisekarten in den Restaurants der Stadt finden.

Besucher zwischen den Geschäften des Nishiki-Markts in Kyoto unter einem bunten Glasdach.

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Dazu kommen gerollte Omeletts, eingelegtes Gemüse und verschiedene kleine Speisen. Ein Rundgang bietet damit Gelegenheit, Kyotos Küche in kleinen Häppchen kennenzulernen. Gegessen wird jeweils am Geschäft oder im dafür vorgesehenen Bereich. Daran sollte man sich auch halten, denn die Marktgemeinschaft bittet ausdrücklich darum, beim Essen nicht weiterzugehen.

Meeresfrüchtespieße und Muscheln in Schalen an einem Stand auf dem Nishiki-Markt in Kyoto.

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Für eine Pause passt anschließend eine Schale Matcha mit einer japanischen Süßigkeit. Kyoto ist für seine Kyo-gashi bekannt: kunstvoll gestaltete Wagashi, deren Formen und Farben häufig auf Jahreszeiten oder besondere Anlässe anspielen.

Ginkaku-ji und der Philosophenweg

Im Nordosten wartet der Ginkaku-ji, der Silberne Pavillon. Sein Holzbau fügt sich in eine Gartenanlage ein, in der helle Sandflächen, Teiche und bepflanzte Hänge zusammenkommen. Besonders auffallend sind die geformte Sandfläche Ginshadan und der daneben aufragende Kegelstumpf Kōgetsudai. Der Rundweg führt durch unterschiedliche Gartenbereiche und den Hang hinauf. Von oben ergibt sich ein Überblick über die Anlage. Der Kontrast zwischen Architektur, Sandformen und Grün macht den Besuch reizvoll.

In der Nähe beginnt der Philosophenweg, ein Spazierweg entlang eines Kanals. Seinen Namen verdankt er dem Philosophen Nishida Kitarō, der hier spazieren gegangen sein soll. Kirschbäume begleiten das Wasser; zur Blütezeit gehört der Weg zu den beliebten Zielen der Stadt. Unterwegs bieten Cafés und Abzweigungen zu kleineren Tempeln Anlass, den Spaziergang zu verlängern.

Steinplattenweg und schmaler Kanal unter blühenden Kirschbäumen am Philosophenweg in Kyoto.

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Nach all den Tempeln und Gärten bleibt vielleicht noch Zeit für den Abstecher zum Fluss Kamogawa. An seinen Ufern wird gelaufen, geradelt und gepicknickt. Hier lässt sich ein Besichtigungstag mit einem Spaziergang am Wasser ausklingen lassen, während Kyoto ringsum seinen ganz gewöhnlichen Alltag fortsetzt.

Weitere Informationen zu Sehenswürdigkeiten und Reiseplanung bietet die offizielle Tourismusseite der Stadt Kyoto.


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Häufige Fragen

Wann ist die beste Reisezeit für Kyoto und wie ist das Klima?
April und Mai sowie Oktober und November eignen sich besonders gut, um Kyotos Tempel, Gärten und Viertel zu erkunden. Die Kirschblüte fällt meist auf Ende März bis Anfang April, die herbstliche Laubfärbung erreicht häufig im November ihren Höhepunkt. Was man wissen sollte: Kyotos Sommer sind heiß und schwül; Temperaturen über 35 Grad sind möglich. Von ungefähr Juni bis Mitte Juli bringt die Regenzeit häufige Niederschläge. Im Winter ist es vor allem morgens und abends empfindlich kalt. Schnee kommt vor, bleibt aber selten lange liegen.
Wie reist man aus Deutschland nach Kyoto?
Kyoto selbst hat keinen Verkehrsflughafen. Lufthansa bietet Nonstopflüge von München zum Kansai International Airport bei Osaka an. Die Flugzeit beträgt rund zwölf Stunden. Die Verkehrstage variieren je nach Saison. Vom Flughafen fährt der Haruka-Express ohne Umsteigen zum Hauptbahnhof Kyoto. Die Zugfahrt dauert recht lang, etwa 80 bis 100 Minuten. Dazu kommen die Zeit für Einreise und Gepäckausgabe, die Wartezeit auf den Zug und die Weiterfahrt zum Hotel. Der Flughafentransfer sollte deshalb großzügig eingeplant werden. Wer seine Japanreise dagegen in Tokio beginnt, erreicht Kyoto mit dem Tōkaidō-Shinkansen. Der Nozomi benötigt ab Tokio ungefähr zwei Stunden und zehn Minuten, der Hikari rund zwei Stunden und 50 Minuten.
In welchen Vierteln empfiehlt sich eine Übernachtung in Kyoto?
Für einen ersten Besuch ist die Innenstadt rund um Shijō-Kawaramachi und Shijō-Karasuma eine gute Wahl. Restaurants, Geschäfte und der Nishiki-Markt liegen in der Nähe. Von Kawaramachi lassen sich auch das Kamogawa-Ufer und Gion gut zu Fuß erreichen. Shijō-Karasuma bietet eine praktische U-Bahn-Verbindung zum Hauptbahnhof.
Welche Luxushotels sind in Kyoto empfehlenswert?
Das Park Hyatt Kyoto ist eine besonders passende Adresse für einen Aufenthalt im historischen Higashiyama. Das Hotel liegt an der Ninenzaka und verbindet zeitgenössische Gestaltung mit japanischen Materialien. Die Lage eignet sich für Spaziergänge durch die alten Gassen und Besuche der umliegenden Tempel. Restaurants und ein Spa ergänzen das Angebot. Wer vom Zimmer auf die Yasaka-Pagode schauen möchte, sollte ausdrücklich eine entsprechende Zimmerkategorie buchen. Das Ritz-Carlton liegt am Kamogawa und eignet sich für Reisende, die Stadterkundungen mit Erholung verbinden möchten. Die Lage bietet Zugang zur Innenstadt und Spaziergänge am Fluss. Zum Wellnessangebot gehören ein Spa und ein beheizter, 20 Meter langer Innenpool.
Frank Störbrauck
Brasilien ist sein Ding. Hier feiert Frank gerne ausgelassene Strandpartys bis tief in die warme Nacht. Klar, die Copacabana ist dafür in aller Munde, ihn zieht es allerdings viel lieber nach Salvador, wo die Strände nicht weniger traumhaft sind. Pluspunkt dort: Die Partys sind kleiner und mit den Locals kommt man schneller ins Gespräch.