Aufregung an den beiden Flughäfen der polnischen Hauptstadt Warschau: Nach Hinweisen auf mögliche Sprengsätze an Bord zweier Passagiermaschinen rückten am Dienstagvormittag Sicherheitskräfte und Spezialisten für Sprengstoffentschärfung aus. Der Flughafen Warschau-Modlin musste den Betrieb vorübergehend komplett einstellen. Auch am deutlich größeren Chopin-Flughafen kam es zu Einschränkungen.
LOT-Maschine aus London nach Modlin umgeleitet
Betroffen war zunächst Flug LO286 der polnischen Fluggesellschaft LOT von London-Heathrow nach Warschau. An Bord der Boeing 737 MAX befanden sich 181 Menschen. Nach Angaben des Flughafens Warschau-Modlin wurde um 9.54 Uhr Bombenalarm ausgelöst. Nur sieben Minuten später landete die Maschine auf dem rund 35 Kilometer nordwestlich der polnischen Hauptstadt gelegenen Flughafen. Die Boeing wurde auf eine gesonderte Abstellposition geleitet. Sicherheitskräfte untersuchten das Flugzeug, während der Flughafen vorübergehend geschlossen blieb. Die Passagiere konnten die Maschine verlassen und wurden in die Ankunftshalle gebracht.

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Auch am Chopin-Flughafen Bombenalarm
Fast zeitgleich mussten Sicherheitskräfte am Warschauer Chopin-Flughafen eingreifen. Dort war gegen 9.30 Uhr eine Maschine der skandinavischen Fluggesellschaft SAS aus Kopenhagen mit rund 60 Menschen an Bord gelandet. Auch hier gab es Hinweise auf einen möglichen Sprengsatz. Nach Angaben des Flughafensprechers Piotr Rudzki war zunächst unklar, in welchem Flugzeug sich angeblich explosives Material befinden sollte. Spezialkräfte kontrollierten deshalb die SAS-Maschine und das Gepäck. Eine Start- und Landebahn wurde vorsorglich geschlossen. Über die zweite Bahn konnte der Flugverkehr jedoch weitgehend regulär weiterlaufen.
Entwarnung: Flughafen Warschau-Modlin wieder geöffnet
Inzwischen ist der Bombenalarm aufgehoben. Nach Angaben des Flughafens Modlin wurde der Flugbetrieb bereits um 11.50 Uhr wieder aufgenommen. Um 12.21 Uhr hoben die Behörden den Alarm offiziell auf. Ganz ohne Folgen blieb der Zwischenfall nicht. Ein Flug aus Edinburgh musste zunächst nach Posen ausweichen und erreichte Modlin erst um 12.49 Uhr. Eine Maschine nach Teneriffa startete mit knapp einer Stunde Verspätung.
Auch am Chopin-Flughafen wurde der Sicherheitseinsatz inzwischen beendet. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde in den betroffenen Flugzeugen kein Sprengstoff gefunden. Wer von oder nach Warschau fliegt, sollte dennoch vorsorglich den aktuellen Flugstatus bei seiner Fluggesellschaft prüfen.
Bombendrohungen auch in Italien, Spanien und Bulgarien
Neben den beiden Vorfällen in Warschau wurden am Dienstag auch Bombendrohungen gegenüber Passagiermaschinen in Spanien, Italien und Bulgarien gemeldet, berichtet u.a. Spiegel online auf seiner Website. Am Flughafen Rom-Fiumicino wurden zwei Ryanair-Flugzeuge aus Dublin und Lissabon kontrolliert. Die Maschine aus Lissabon wurde von italienischen Kampfjets begleitet. Auch eine Ryanair-Maschine aus Manchester wurde nach ihrer Landung im spanischen Murcia untersucht.
In Sofia lösten weitere Drohungen Sicherheitsmaßnahmen aus. Bereits am Montag hatte eine Bombendrohung eine Wizz-Air-Maschine auf dem Weg von London nach Sofia zur Zwischenlandung in Budapest gezwungen. Bei den Kontrollen wurde kein Sprengstoff gefunden. Ob die Drohungen miteinander zusammenhängen, ist bislang unklar.


