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Gefährliche Würfelquallen: Wo Urlauber auf Seewespen treffen können

Der Tod eines 13-Jährigen in Thailand nach einem Stich einer Würfelqualle zeigt, wie gefährlich die Meerestiere sein können. Doch wo kommen die sogenannten Seewespen überhaupt vor? Welche Urlaubsziele sind betroffen und wie können sich Reisende schützen? 

Ein Badeurlaub in tropischen Gewässern verspricht türkisblaues Wasser, Korallenriffe und weiße Sandstrände. Doch in einigen Regionen des Indopazifiks lebt eines der giftigsten Meerestiere überhaupt: die Würfelqualle, besser bekannt als Seewespe. Das zeigt ein aktueller Fall im Golf von Thailand: Dort ist ein 13-jähriger Junge nach dem Stich einer hochgiftigen Seewespe gestorben, wie die Bild-Zeitung auf ihrer Website berichtet.

Die gute Nachricht: Begegnungen mit Seewespen sind selten. Wer Warnhinweise beachtet und einige Vorsichtsmaßnahmen kennt, kann das Risiko deutlich reduzieren.

Warum Seewespen so gefährlich sind

Seewespen gehören zu den Würfelquallen (Cubozoa). Anders als viele andere Quallen schwimmen sie aktiv und besitzen bis zu mehrere Meter lange Tentakel mit Millionen Nesselzellen.

Schachtelqualle (Chironex fleckeri) im flachen Küstenwasser.

Foto: John Carnemolla / Shutterstock.com

Ihr Gift zählt zu den stärksten tierischen Giften überhaupt. Schon wenige Sekunden nach einem Stich treten meist starke Schmerzen auf. In schweren Fällen kann das Gift Herz, Kreislauf und Atmung innerhalb kurzer Zeit so stark beeinträchtigen, dass Lebensgefahr besteht.

Wo gibt es Seewespen?

Australien

Die bekannteste Heimat der Seewespe ist Nordaustralien. Besonders an den Küsten von Queensland und dem Northern Territory beginnt jedes Jahr die sogenannte Stinger Season, die meist von Oktober beziehungsweise November bis Mai dauert. Viele Strände werden dann mit Schutznetzen gesichert, Rettungsschwimmer halten Essig für Notfälle bereit und vielerorts wird das Tragen spezieller Ganzkörperanzüge empfohlen.

Thailand

Auch Thailand gehört zu den Regionen, in denen Würfelquallen vorkommen. Besonders aus dem Golf von Thailand wurden in den vergangenen Jahren mehrere schwere und auch tödliche Unfälle gemeldet. Betroffen waren unter anderem Strände auf Koh Samui und Koh Phangan. Nach dem jüngsten Todesfall haben die Behörden ihre Warnungen verschärft und zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen angeordnet. Entlang gefährdeter Strände wurden Essig-Notfallstationen eingerichtet.

Seewespen und andere hochgiftige Würfelquallen leben außerdem in Teilen von

  • Malaysia
  • Indonesien
  • den Philippinen
  • Vietnam
  • Kambodscha
  • Papua-Neuguinea
  • Südjapan (Okinawa)

Das Risiko ist allerdings je nach Region, Jahreszeit und Art sehr unterschiedlich.

Wie groß ist die Gefahr wirklich?

Trotz ihrer Berühmtheit sind Seewespen keine alltägliche Gefahr für Urlauber. Millionen Menschen baden jedes Jahr in tropischen Gewässern, ohne jemals einer Würfelqualle zu begegnen. Besonders aufmerksam sollten Reisende jedoch Warnschilder, Flaggen oder Hinweise von Rettungsschwimmern beachten. Werden Quallen gesichtet, sperren viele Strände einzelne Badebereiche vorübergehend.

So schützt du dich

Wer in tropischen Regionen badet, kann sein Risiko deutlich senken:

  • Warnhinweise am Strand beachten.
  • Nur an bewachten Stränden baden.
  • Während der Quallensaison möglichst Schutzanzüge (Stinger Suits) tragen.
  • Nach starken Winden oder Stürmen besonders vorsichtig sein.
  • Niemals Quallen oder Tentakel am Strand berühren – auch abgestorbene Tiere können noch Nesseln auslösen.
Urlauber vor Seewesen-Warnhinweisschild in Airlie Beach, Australien

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Erste Hilfe nach einem Stich

Kommt es dennoch zu einem Stich, zählt jede Minute. Die Behörden in Australien und Thailand empfehlen:

  • Sofort das Wasser verlassen.
  • Rettungsdienst oder Rettungsschwimmer alarmieren.
  • Falls verfügbar, die betroffene Stelle mindestens 30 Sekunden mit Haushaltsessig spülen.
  • Kein Süßwasser, keinen Alkohol und keine Hausmittel verwenden.
  • Nicht über die Haut reiben.
  • Bei Atem- oder Herzstillstand sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen.

Häufige Fragen

Ist die Seewespe das giftigste Meerestier?
Die Seewespe zählt zu den giftigsten Meerestieren der Welt. Ihr Gift kann Herz, Kreislauf und Nervensystem innerhalb kurzer Zeit schwer schädigen. Fachleute bezeichnen sie häufig als das giftigste Nesseltier. Allerdings gibt es auch andere hochgiftige Meerestiere wie den Blaugeringelten Kraken oder den Steinfisch. Welche Art als »giftigste« gilt, hängt davon ab, ob die Giftmenge, die Giftwirkung oder die Zahl der Todesfälle betrachtet wird.
Wie viele tödliche Vorfälle gab es in den letzten Jahren?
Tödliche Stiche sind insgesamt selten. In Australien, wo die Schachtelqualle am besten erforscht ist, wurden seit Ende des 19. Jahrhunderts mindestens rund 70 Todesfälle dokumentiert. In Thailand registrierten die Behörden seit 1999 mehr als ein Dutzend Todesfälle durch Würfelquallen, darunter sowohl Einheimische als auch Urlauber. Weltweit existiert keine vollständige Statistik, da viele Länder keine einheitliche Erfassung führen.
Kann ich sie mit bloßem Auge im Wasser erkennen?
Nur schwer. Seewespen besitzen einen nahezu durchsichtigen, leicht bläulich schimmernden Schirm und können im klaren Wasser fast unsichtbar wirken. Besonders bei Sonnenschein oder Wellengang sind sie oft erst aus nächster Nähe zu erkennen. Deshalb sollten Urlauber in betroffenen Regionen niemals darauf vertrauen, eine Seewespe rechtzeitig zu sehen. Deutlich wichtiger sind Warnhinweise am Strand, Informationen der Rettungsschwimmer und lokale Badeempfehlungen.
Frank Störbrauck
Brasilien ist sein Ding. Hier feiert Frank gerne ausgelassene Strandpartys bis tief in die warme Nacht. Klar, die Copacabana ist dafür in aller Munde, ihn zieht es allerdings viel lieber nach Salvador, wo die Strände nicht weniger traumhaft sind. Pluspunkt dort: Die Partys sind kleiner und mit den Locals kommt man schneller ins Gespräch.