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Europa

Extreme Hitze in Europa: So ist die Lage in den einzelnen Ländern

Mehr als 40 Grad, trockene Landschaften und hohe Waldbrandgefahr: In mehreren beliebten Urlaubsregionen Europas herrscht derzeit extreme Hitze. Wo Reisende besonders aufmerksam sein sollten, wie sie sich schützen und wann eine kostenlose Stornierung möglich ist.

Europa erlebt einen außergewöhnlich heißen Sommer. Nach mehreren Hitzewellen steigen die Temperaturen in Teilen des Mittelmeerraums erneut über 40 Grad. Zugleich sind Böden und Vegetation vielerorts stark ausgetrocknet. In Spanien und Frankreich kämpfen Einsatzkräfte gegen große Waldbrände, auch aus Italien und Griechenland werden Feuer und extreme Temperaturen gemeldet.

Für Urlauber bedeutet das nun natürlich nicht, dass Reisen nach Südeuropa unmöglich sind. Die Lage kann sich jedoch regional innerhalb weniger Stunden verändern. Wer jetzt ans Mittelmeer fährt oder fliegt, sollte Wetter- und Brandwarnungen nicht nur vor der Abreise prüfen, sondern auch während des Urlaubs verfolgen.

Wo ist es in Europa derzeit besonders heiß?

Besonders belastend bleibt die Situation in Spanien. Die spanische Wetterbehörde AEMET warnte am Donnerstag, 23. Juli, regional vor Höchstwerten bis zu 42 Grad. Im Landesinneren und in Teilen des Mittelmeerraums konnten örtlich sogar 42 bis 44 Grad erreicht werden. Die jüngste Hitzewelle soll zwar zunächst abklingen, bereits zum Beginn der kommenden Woche können die Temperaturen in großen Teilen des Landes aber erneut steigen.

Betroffen sind nicht allein klassische Hitzeregionen wie Andalusien. Auch im Osten Spaniens, im Ebrotal und im Inneren Mallorcas wurden während der Hitzewelle Temperaturen um oder über 40 Grad erwartet. An den Küsten liegen die Messwerte häufig niedriger. Eine hohe Luftfeuchtigkeit und sehr warme Nächte können die Belastung dort trotzdem verstärken.

Zwei Touristinnen schützen sich in Paris mit Prospekten vor der intensiven Sommersonne.

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In Griechenland wurden Höchstwerte von mehr als 40 Grad vorhergesagt. Wegen der Gesundheitsgefahr untersagten die Behörden zeitweise körperliche Arbeit im Freien während der heißesten Stunden. Besonders anstrengend ist die Situation in dicht bebauten Städten wie Athen, wo sich Straßen, Plätze und Gebäude tagsüber stark aufheizen und nachts nur langsam abkühlen.

Auch Sizilien bleibt ein Hitze-Hotspot. Im Landesinneren stiegen die Temperaturen zuletzt über 40 Grad. Gleichzeitig wurden von der Insel Waldbrände gemeldet, die unter anderem landwirtschaftliche Flächen und Olivenhaine zerstörten. Der italienische Wetterdienst rechnet auch in der folgenden Woche in weiten Teilen des Landes mit Temperaturen über dem langjährigen Mittel.

Nicht überall rund um das Mittelmeer herrscht jedoch dieselbe Gefahr. In Teilen des westlichen Balkans wurde die Hitze zuletzt von schweren Gewittern, Hagel und Sturmböen abgelöst. Auch in Kroatien müssen Reisende deshalb neben hohen Temperaturen kurzfristige Unwetterwarnungen beachten.

Wo ist die Waldbrandgefahr besonders hoch?

Besonders angespannt ist die Lage derzeit in Spanien und Frankreich. In der zentralspanischen Provinz Guadalajara verbrannte ein Feuer rund 32.000 Hektar Land. Zahlreiche Orte mussten evakuiert oder zeitweise abgeriegelt werden. AEMET stufte die Waldbrandgefahr in weiten Teilen des spanischen Festlands und auf den Balearen als sehr hoch oder extrem ein. Hitze, trockene Gewitter, Wind und ausgedörrte Vegetation bilden eine gefährliche Kombination.

Ein Löschflugzeug wirft Wasser über einem Waldbrand bei Los Gallardos in der spanischen Provinz Almería ab, während Einsatzkräfte den Brand am Boden bekämpfen.

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In Südwest- und Südfrankreich mussten ebenfalls Menschen ihre Häuser und Urlaubsorte verlassen. Betroffen waren unter anderem Gebiete in der Gironde nahe beliebter Atlantikstrände sowie das Département Var in der Provence. Dort verhängten Behörden teilweise Verbote für Grillfeuer und Arbeiten mit Verbrennungsmotoren. Derartige Vorschriften gelten nicht als übertriebene Vorsichtsmaßnahme: Nach Angaben der französischen Behörden entstehen neun von zehn Waldbränden durch menschliches Handeln, ob absichtlich oder versehentlich.

Auch auf Sizilien, in Griechenland und auf Zypern können Brände kurzfristig Straßen, Naturgebiete und Ausflugsziele unzugänglich machen. Dabei ist nicht automatisch eine ganze Insel oder Region betroffen. Waldbrandwarnungen sind meist sehr lokal. Entscheidend ist deshalb die Situation am konkreten Urlaubsort und entlang der geplanten Fahrstrecke.

Was sollten Reisende bei Waldbrandgefahr beachten?

Wer mit dem Mietwagen unterwegs ist, sollte Fahrzeuge niemals auf trockenem Gras oder Gestrüpp abstellen. Heiße Fahrzeugteile können die Vegetation entzünden. Zigaretten, Glasflaschen und offenes Feuer gehören ebenfalls nicht in trockene Naturgebiete. Grillverbote und gesperrte Wanderwege sollten unbedingt beachtet werden.

Taucht Rauch am Horizont auf, ist ein Ausflug in die betreffende Richtung gar keine gute Idee. Das gilt auch dann, wenn Navigationsdienste die Straße noch als geöffnet anzeigen. Lokale Polizei, Feuerwehr und Zivilschutz können Strecken kurzfristig sperren. Durch dichten Rauch zu fahren ist gefährlich, weil Sicht und Orientierung innerhalb weniger Augenblicke verloren gehen können.

Bei einer Evakuierungsaufforderung sollten Urlauber nicht zunächst packen, fotografieren oder die Flammen beobachten. Wichtig sind Ausweisdokumente, Medikamente, Mobiltelefon, Ladegerät und Wasser. Anschließend gilt es, den Anweisungen der Behörden zu folgen. Der europaweite Notruf ist die 112. Standortdaten und der Name der Unterkunft sollten im Smartphone und zusätzlich offline gespeichert sein.

Wie verhält man sich bei mehr als 40 Grad richtig?

Temperaturen jenseits der 40-Grad-Marke verlangen einen anderen Tagesablauf. Längere Stadtbesichtigungen, Wanderungen und Sport gehören in die frühen Morgenstunden. Zwischen spätem Vormittag und frühem Abend sollten Reisende möglichst Schatten oder klimatisierte Innenräume aufsuchen.

Regelmäßiges Trinken ist wichtiger als eine pauschale Literangabe. Der Bedarf hängt von Alter, Gesundheit und körperlicher Aktivität ab. Wasser sollte über den Tag verteilt getrunken werden, nicht erst dann, wenn starker Durst entsteht. Wer sehr stark schwitzt, verliert außerdem Salze. Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen sollten ihre Trinkmenge jedoch nicht eigenständig stark erhöhen, sondern medizinischen Rat beachten.

Reisende füllen an einem öffentlichen Trinkbrunnen Wasserflaschen auf, um sich während einer Hitzewelle mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen.

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Besonders gefährdet sind ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere sowie Säuglinge und kleine Kinder. Auch gesunde Erwachsene können einen Hitzekollaps oder Hitzschlag erleiden. Warnsignale sind unter anderem starke Erschöpfung, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Verwirrtheit. Heiße, gerötete und trockene Haut, Bewusstseinsstörungen oder Bewusstlosigkeit können auf einen lebensbedrohlichen Hitzschlag hinweisen. Dann muss sofort medizinische Hilfe gerufen werden.

Ein Auto darf bei Hitze niemals zum Warteplatz werden. Das gilt auch für wenige Minuten und geöffnete Fenster. Kinder, hilfsbedürftige Menschen und Tiere dürfen auf keinem Fall im abgestellten Fahrzeug zurückbleiben. Vor längeren Fahrten gehören ausreichend Wasser, Sonnenschutz und ein geladenes Mobiltelefon ins Auto. Bei Strecken durch dünn besiedelte Gebiete ist es sinnvoll, frühzeitig zu tanken.

Kann man eine Reise wegen Hitze kostenlos stornieren?

Hohe Temperaturen allein berechtigen normalerweise nicht zur kostenlosen Stornierung. Wer eine Reise in eine Region bucht, in der Hitze üblich ist, muss grundsätzlich auch mit sehr heißen Tagen rechnen. Selbst eine Vorhersage von 40 Grad führt nicht automatisch dazu, dass eine Pauschalreise kostenfrei abgesagt werden kann.

Anders kann es aussehen, wenn am Urlaubsort oder in seiner unmittelbaren Nähe unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten und die Reise dadurch erheblich beeinträchtigt wird. Das kann etwa der Fall sein, wenn ein großflächiger Waldbrand die Region bedroht, Behörden den Ort evakuieren, die Unterkunft nicht erreichbar ist oder wesentliche Teile einer Rundreise ausfallen. Entscheidend sind nicht dramatische Bilder aus demselben Land, sondern die konkrete Situation am Reiseziel.

Bei einer Pauschalreise sollten Urlauber den Veranstalter kontaktieren, bevor sie selbst stornieren. Sinnvoll ist eine schriftliche Anfrage, in der nach der Durchführung der Reise und möglichen Alternativen gefragt wird. Wer eine individuell gebuchte Unterkunft absagt, obwohl diese erreichbar und nutzbar bleibt, ist meist auf die Kulanz des Anbieters angewiesen. Bei einer Buchung direkt im Ausland kann zudem das Recht des jeweiligen Landes gelten.

Wird ein Flug gestrichen, können Passagiere grundsätzlich zwischen der Erstattung des Ticketpreises und einer Ersatzbeförderung wählen. Das gilt unabhängig davon, ob Waldbrand, Rauch oder eine andere außergewöhnliche Situation zur Annullierung geführt hat. Eine zusätzliche pauschale Entschädigung kann bei außergewöhnlichen Umständen dagegen entfallen.

Neue Hitzewelle in Deutschland immer wahrscheinlicher

Auch in Deutschland deutet sich ab Mitte kommender Woche eine neue hochsommerliche Wetterlage an. Nach den aktuellen Prognosen könnte sich ein stabiles Hochdruckgebiet über Mitteleuropa festsetzen und in vielen Regionen für mehrere Tage Temperaturen von mehr als 30 Grad bringen.

Besonders heiß dürfte es abermals im Südwesten Deutschlands werden. Im Breisgau, am Oberrhein und in der Pfalz sind verbreitet Höchstwerte zwischen 31 und 36 Grad möglich. Auch in den Weinregionen entlang von Mosel, Main und Neckar sowie in weiten Teilen Bayerns stehen mehrere heiße Tage in Folge bevor. In Heidelberg etwa soll es ab Mitte kommender Woche mindestens eine Woche lang um die 35 Grad heiß werden. Hinzu kommen voraussichtlich deutlich wärmere Nächte. Weil mit der Hitze auch die Luftfeuchtigkeit zunimmt und die Taupunkte steigen, bleibt es vielerorts selbst nach Sonnenuntergang schwül. Vor allem sogenannte tropische Nächte mit Tiefstwerten von mindestens 20 Grad können den Urlaubsschlaf erheblich beeinträchtigen.

Angenehmer bleibt es voraussichtlich an den Küsten. An Nord- und Ostsee sorgt der kühlende Einfluss des Meeres meist für Temperaturen zwischen Mitte 20 und knapp 30 Grad. Allerdings kann die hohe Luftfeuchtigkeit die Hitze auch dort als belastend erscheinen lassen.

Zwei Frauen gehen barfuß am Wassersaum des Strandes von Scharbeutz entlang und tragen ihre Schuhe in der Hand. Im Hintergrund sind weitere Strandgäste zu sehen.

Foto: Oliver Franke / ostsee-schleswig-holstein.de

Ob örtlich sogar wie Ende Juni dieses Jahres wieder die 40-Grad-Marke erreicht wird, lässt sich derzeit noch nicht seriös vorhersagen. Die aktuellen Wettermodelle sprechen aber für eine mindestens mehrtägige Hitzewelle in großen Teilen Deutschlands. »Alle führenden Wettermodelle haben die Hitze nächste Woche drin«, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung in seinem aktuellen Wetter-Update auf Youtube. Als Hundstage gilt traditionell die heißeste Phase des Sommers von Ende Juli bis Ende August.

Wer seinen Urlaub im eigenen Land verbringt, sollte deshalb ebenfalls auf ausreichenden Sonnenschutz, genügend Flüssigkeit und die aktuellen Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes achten.

Stand der aktuellen Wetter- und Brandlage: 23. Juli 2026.

Frank Störbrauck
Brasilien ist sein Ding. Hier feiert Frank gerne ausgelassene Strandpartys bis tief in die warme Nacht. Klar, die Copacabana ist dafür in aller Munde, ihn zieht es allerdings viel lieber nach Salvador, wo die Strände nicht weniger traumhaft sind. Pluspunkt dort: Die Partys sind kleiner und mit den Locals kommt man schneller ins Gespräch.