Suriname zählt zu den waldreichsten Ländern der Welt. Fast alle Reisenden beginnen in der Hauptstadt Paramaribo und fahren von dort per Boot oder Kleinflugzeug ins Landesinnere.
Paramaribo: Holzhäuser, Moschee und Synagoge
Knapp die Hälfte der rund 640.000 Einwohner lebt in Paramaribo. Die historische Innenstadt mit ihren weißen Holzhäusern aus der niederländischen Kolonialzeit ist seit 2002 UNESCO-Welterbe. Ihr bekanntester Bau ist die Kathedrale St. Peter und Paul von 1885. Sie gilt als größtes Holzgebäude Südamerikas und als höchste Holzkathedrale der Welt.

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In der Keizerstraat stehen die Synagoge Neve Shalom und die Moschee Keizerstraat direkt nebeneinander, ein Bild, das viele Surinamer gern als Sinnbild für ihr Land zeigen. Weitere Ziele sind Fort Zeelandia an der Uferpromenade Waterkant, der Unabhängigkeitsplatz Onafhankelijkheidsplein, der Palmentuin und der Zentralmarkt.
Unterwegs im Regenwald von Suriname
Das Herz des Landes ist das Central Suriname Nature Reserve. Das Schutzgebiet umfasst 1,6 Millionen Hektar Regenwald und ist seit 2000 UNESCO-Welterbe. Hier leben Jaguare, Tapire, Riesengürteltiere, Riesenotter, Faultiere, acht Primatenarten und rund 400 Vogelarten. Ein Ziel sind die Stromschnellen von Raleighvallen am Fluss Coppename. Von dort führt ein Pfad auf den Voltzberg, einen 245 Meter hohen Granitdom mit Blick über das Blätterdach. Die meisten Besucher fliegen mit dem Kleinflugzeug zur Piste bei Raleighvallen und fahren das letzte Stück mit dem Boot.

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Leichter erreichbar ist der Brownsberg-Naturpark, rund 130 Kilometer südlich von Paramaribo. Er liegt auf einem 500 Meter hohen Plateau über dem Brokopondo-Stausee und eignet sich für einen Tagesausflug.
Für mehrere Tage im Wald bieten sich die Lodges am Oberlauf des Suriname-Flusses an. Die Straße endet im Dorf Atjoni, von dort geht es im Einbaum, dem Korjaal, weiter flussaufwärts. Der Oberlauf ist Siedlungsgebiet der Saamaka, der größten Maroon-Gruppe des Landes. Viele Lodges liegen in direkter Nachbarschaft ihrer Dörfer. Wer ein Dorf besuchen möchte, geht in Begleitung und fragt, bevor er fotografiert.
Suriname am Meer: Schildkröten statt Badestrand
Wer in Suriname Urlaub am Meer sucht, muss umdenken. Die Atlantikküste besteht überwiegend aus Mangroven und Schlick, Badestrände gibt es nur an wenigen Stellen, etwa bei Galibi, Matapica und Braamspunt. Dafür legen genau dort Meeresschildkröten ihre Eier ab: Lederschildkröten, grüne Meeresschildkröten, Oliv-Bastardschildkröten und echte Karettschildkröten. Die Saison läuft von Februar bis August, am meisten los ist zwischen März und Juli.

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Gegenüber von Paramaribo liegt der Bezirk Commewijne mit seinen ehemaligen Plantagen, auf denen versklavte Menschen Zwangsarbeit leisten mussten. Bootstouren ab Leonsberg führen zur Mündung der Flüsse, wo sich oft Delfine zeigen. Die frühere Kaffeeplantage Peperpot bei Meerzorg ist heute ein Naturpark mit Rad- und Wanderwegen, Fahrräder gibt es am Eingang zu leihen.
Kulturen und Feste in Suriname
Keine Bevölkerungsgruppe stellt in Suriname die Mehrheit. Lange bevor Europäer das Land in Besitz nahmen, lebten hier indigene Völker, darunter Kaliña, Lokono, Trio und Wayana. Heute machen sie knapp vier Prozent der Bevölkerung aus. Für die Plantagenwirtschaft der niederländischen Kolonie verschleppten europäische Sklavenhändler, darunter die niederländische Westindische Compagnie, Menschen aus West- und Zentralafrika nach Suriname. Viele flohen in den Regenwald und gründeten dort eigene Gemeinschaften. Ihre Nachfahren, die Maroons, leben bis heute in sechs Gruppen vor allem entlang der Flüsse. Im 18. Jahrhundert erkämpften sie sich Friedensverträge mit der Kolonialregierung.
Am 1. Juli 1863 schafften die Niederlande die Sklaverei in Suriname ab. Freiheit bedeutete das noch nicht: Die Befreiten mussten weitere zehn Jahre unter staatlicher Aufsicht auf den Plantagen arbeiten. Der 1. Juli ist als Keti Koti, »zerbrochene Ketten«, bis heute Feiertag. Ab 1873 holten die Plantagenbesitzer Kontraktarbeiter aus Indien und später aus Java ins Land, die unter ausbeuterischen Bedingungen arbeiten mussten. Chinesische Arbeiter waren schon vorher gekommen.

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Diese Geschichte prägt den Festkalender. Gefeiert werden hinduistische, muslimische, christliche, chinesische und indigene Feste. Neujahr feiert Suriname gleich zweimal: Zum westlichen Jahreswechsel findet das große Straßenfest Owru Yari statt, dazu kommt das chinesische Neujahr. Im Herbst erleuchten zu Divali, dem hinduistischen Lichterfest, unzählige Öllämpchen die Häuser.
Essen in Suriname
Die Küche spiegelt die Herkunft der Bevölkerung wider. Roti mit Curry stammt aus der hindustanischen Küche, Pom ist ein Ofengericht aus der Wurzelknolle Pomtajer und Huhn, das zu jedem kreolischen Fest gehört. Aus der javanischen Küche kommt die Suppe Saoto. Die einfachen javanischen Garküchen, die Warungs, im Viertel Blauwgrond in Paramaribo sind eine gute Adresse für einen ersten Eindruck.

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Ist ein Urlaub in Suriname gefährlich?
Das Auswärtige Amt weist auf Taschendiebstähle und bewaffnete Raubüberfälle in Paramaribo und Umgebung hin. Reisende sollten nachts den Palmentuin meiden und auf der Straße kein Geld tauschen. Wer ins Landesinnere reist, ist meist mit einer Lodge oder einem lokalen Veranstalter unterwegs, der Transfers und Bootsfahrten organisiert. Vor der Reise lohnt ein Blick in die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.
Gesundheitlich empfiehlt das Auswärtige Amt Impfungen gegen Gelbfieber und Hepatitis A. Seit Januar 2026 gibt es einen Ausbruch von Chikungunya, einer durch Mücken übertragenen Viruserkrankung. Guter Mückenschutz gehört deshalb ins Gepäck.
Einreise, Anreise und beste Reisezeit
Reisende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz brauchen kein Visum, müssen aber vorab online eine E-Touristenkarte beantragen. Dazu kommen ein Reisepass, der noch mindestens sechs Monate gültig ist, und ein Rückflugticket. Zusätzlich verlangen die Behörden seit November 2024 eine digitale Ankunftsmeldung.
Direktflüge nach Paramaribo starten in Amsterdam: KLM fliegt an fünf Tagen pro Woche, Surinam Airways an drei. Der Flughafen Johan Adolf Pengel liegt bei Zanderij, rund 45 Kilometer südlich der Hauptstadt.

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Die beste Reisezeit für Suriname sind die beiden Trockenzeiten: die große von Mitte August bis Anfang Dezember und die kleine von Februar bis April. Wer Schildkröten beobachten will, plant die Reise zwischen März und Juli. reisen EXCLUSIV empfiehlt dafür das Frühjahr, wenn die kleine Trockenzeit und die Schildkrötensaison zusammenfallen.

