Warum Surinam? Ganz einfach: Surinam ist ein Naturparadies. Das Land gehört zu den grünsten auf dem ganzen Erdball, der größte Teil der Landesfläche besteht aus urwüchsigem Regenwald.Text: Markus Grenz

Aber das ist noch nicht alles: Surinam verfügt außerdem, gemessen an der Einwohnerzahl, zu den größten Wasserreservoiren der Erde. Dabei ist es in touristischer Hinsicht ein totales Entwicklungsland und steht ganz am Anfang. Die vielen negativen Folgen ungezügelter Entwicklung im Bereich des Fremdenverkehrs sind hier oftmals noch nicht zu finden und sollen es auch nicht werden. Schritt für Schritt bemüht man sich hier um einen Eco-Tourismus, der die Natur schont und gerade die Einheimischen profitieren lässt. Die Unterbringungen genügen zum Teil internationalen Standards und auch wenn dies nicht der Fall ist, finden genügsame Seelen viele gemütliche Plätze, an denen man sich durch aus wohl fühlen kann.

Dschungel in Surinam

Markus Grenz

Mit zwei, zum Unesco-Weltkulturerbe gehörigen Stätten, der historischen Altstadt Paramaribos und dem zentralsurinamesischen Naturreservat verfügt es über zwei große Highlights. Darüber hinaus ist Surinam ein sehr günstiges Land. Die weiter unten aufgeführten Hotelpreise fallen im Vergleich mit den Lebensunterhaltskosten aus dem Rahmen und sind dem internationalen Standard der Unterkünfte geschuldet.

Nicht einfach, aber machbar

Je nach Wunsch des Individualitäts-Grades, haben Surinam-Besucher bei der Organisation der Reise verschiedene Möglichkeiten. Stets im Kopf behalten sollte man dabei, dass Surinam ein infrastrukturell wenig entwickeltes Land ist. Je weiter man in den Süden reist, desto ursprünglicher wird die Landschaft. Straßen sind nur zum Teil vorhanden, das Transportmittel ist das Boot oder das Flugzeug.

Boot in Surinam

Markus Grenz

Abenteuerlustige können dies komplett im Alleingang organisieren oder sich die Arbeit abnehmen lassen.

In Deutschland gibt es so gut wie keine Anbieter, die Surinam im Programm haben. Lobenswerte Ausnahme ist der Veranstalter REISEN MIT SINNEN mit Sitz in Dortmund. Hier gibt es z.B. die 19-tägige Natur- und Erlebnisreise »Faszination Regenwald«, bei der es bis ganz weit in den Süden, nach Kasikasima geht. Auf der 16-tägigen Reise »Schatzkammer der Erde« gibt es Einblicke in die Lebensweise der Marron und eine Kajak-Fahrt durch den Dschungel. REISEN MIT SINNEN. Pardon/Heider Touristik GmbH. Erfurter Straße 23. 44143 Dortmund, Tel. 0231 58 97 92 13. Kontakt per E-Mail an lateinamerika@reisenmitsinnen.de .

Ankommen und wohlfühlen

Anreise. Von Deutschland aus gibt es keine Direktflüge nach Surinam. Die staatliche Suriname Air bietet täglich außer dienstags und donnerstags einen Direktflug von Amsterdam in die Hauptstadt Paramaribo an.

Unterkunft. Eines der populärsten Ziele für Overnight-Trips von Paramaribo aus ist das rund 85 Straßenkilometer südlich gelegene Bergendal (Berg en Dal) Eco-Resort und Adventure Center (siehe auch Sehenswürdigkeiten). Die luxuriösen Anlagen befinden sich auf dem Grund und Boden der ehemaligen Zucker- und Holzplantage. Gerne wird die Adresse auch genutzt als Einstimmung auf die noch ursprünglicheren Teile des Landes, die Grundstücke fungierten in der Kolonial-Vergangenheit als letzte Außenposten vor der Wildnis. Das Resort verbindet das wilde Setting der Natur mit gehobener Unterbringung, Pool, Bar und Business-Center. Die Übernachtungspreise beginnen bei rund 140 Euro pro Person pro Doppelzimmer. Bergendal Eco & Cultural Riverresort. Tel. +597 47 50 50 (Head Office). Adresse (nur Booking Office): Bergendal Eco & Cultural Riverresort. Domineestraat 39. Paramaribo. Surinam.

Inmitten des Brokopondo-Stausees liegen die beiden kleinen Inselchen, die sich Paradise Islands nennen. Auf den Hot-Spots für u.a. Angler erleben die Besucher absolute Abgeschiedenheit. Außer Relaxen, Kajak-Fahren oder Fischen gibt es hier wenig zu tun. Eine Insel ist nur für Gruppen in der Stärke von sechs bis acht Personen vorgesehen. Gruppen werden nie untereinander gemischt. Die Verpflegung muss separat organisiert werden. Hierbei helfen die Eigentümer oder lokale Reiseveranstalter, wie auch bei der Anreise per Boot. Die Unterkunft ist basic und zum Teil in Schlafsälen in separierten Schlafstellen, die Atmosphäre der Insel aber außergewöhnlich. Eine Übernachtung kostet ab rund 60 Euro pro Person. Tel. +597 53 02 03 oder +597 88 080 30. Infos gibt es im Internet nur auf der Facebook-Seite.

Außerdem arrangiert die Agentur Orange von Paramaribo aus Mehrtages-Trips nach Paradise-Islands.

Nächtigen am Fluss und auf der Plantage

Die Danpaati-River-Lodge liegt auf einer kleinen Insel im Dschungel inmitten des Surinam-Rivers. Insel und Resort befinden sich im Eigentum der Bewohner des Dorfes Dan, das gegenüber der Insel liegt. Besuche des Dorfes durch die Gäste sind willkommen und eine einmalige Gelegenheit, die Lebensweise der Marron kennenzulernen.

Dorf in Surinam

Markus Grenz

Von der Lodge aus sind organisierte Fluss- und Dschungelausflüge möglich. Eine Übernachtung kostet ab 78 Euro pro Nacht pro Person im Doppelzimmer. Tel. +597 47 11 13 oder mobil +597 81 097 27. E-Mail an reservations@danpaati.com. Postadresse Booking-Office: Prinsessestraat 37. Paramaribo. Surinam.

Das Resort Frederiksdorp Plantage ist, wie der Name schon sagt, ebenfalls eine ehemalige Plantage, die mit allen Annehmlichkeiten ausgestatte wurde. Sie liegt im Norden des Landes nahe der Atlantikküste, vis-a-vis der Stadt Nieuw Amsterdam und bietet viel Gastfreundschaft und gute Betreuung. Wer möchte, der kann hier auch verschiedene Touren buchen. Ein Gespräch mit Inhaber Sireno Zelmen über eine seiner geführten Dschungeltouren lohnt sich, denn die Ausflüge des Sohnes niederländischer und amerindischer Eltern haben es in sich.

Grashüpfer in Surinam

Markus Grenz

Ein Doppelzimmer kostet pro Nacht ab rund 144 Euro pro Person. Resort Frederiksdorp Plantage, Nieu Amsterdam, Prinsessestraat 37, Nieuw Amsterdam, Tel. +597 42 29 59, Email an info@plantagefrederiksdorp.com.

21 Sprachen werden im Land gesprochen

Sprache & Bevölkerung. Die Bevölkerung Surinams ist sehr stark ethnisch gemischt. Das hängt mit verschiedenen Migrations- und Verschleppungswellen zusammen. Die Nachfahren ehemaliger Sklaven sind die Creole und die Marron, beide Gruppen untereinander noch einmal in verschiedene Splittergruppen zerfallend. Daneben stellen die Inder und die Indonesier die größten Gruppen. Zu ihnen kommen noch die Urbevölkerung der indigenen Amerindians, die Nachfahren der niederländischen Kolonisten, Chinesen und andere.

Dementsprechend vielfältig ist auch das Sprachengemisch, rund 21 verschiedene Sprachen sollen im Land gesprochen werden. Doch davor sollte man keinesfalls bange sein. Die Amtssprache ist Niederländisch, es ist die Muttersprache von rund 60 Prozent der Bevölkerung. Die meisten anderen Einheimischen beherrschen sie als Fremdsprache. Englisch ist weit verbreitet und auch mit Deutsch kann man sich, zumindest bei den niederländischen Nachfahren in der Tourismusbranche verständigen.

Zu jeder Zeit besuchenswert

Klima. Surinam ist ein äquatoriales Land, liegt relativ niedrig über dem Meeresspiegel und hat kaum Höhenunterschiede. Das Klima ist heiß, sonnig und tropisch feucht, zumeist mit mehr als 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Die Temperaturen sind im Laufe des Jahres ziemlich konstant bei einem Maximum von rund 30 Grad. Dies wird in vielen Arealen aber durch Flüsse oder Seen abgemildert. Regen ist das ganze Jahr über ein Thema, doch auch in den Regenzeiten vom späten April bis August und November bis Februar handelt es sich zumeist um überfallartige Regenschauer, die schnell vorüber sind. Neben leichter Sommerkleidung ist es immer angebracht, ausreichend wasserabweisende Kleidung und wasserdichte Beutel in den Koffer zu packen.

Reisezeit. Surinam kann in jeder Zeit des Jahres gut besucht werden. Es liegt nahe dem Äquator und weist keine großen Temperaturschwankungen auf. In der Hauptstadt Paramaribo variiert die Durchschnittstemperatur beispielsweise zwischen 27 und 29 Grad. Dennoch kann man bestimmte Zeiten empfehlen: Die relative trockene Zeit von Februar und März sowie August bis November bietet sich an. Naturenthusiasten kommen gerne in der Zeit zwischen dem späten Februar bis Mai, dann gibt es am meisten zu sehen.

Was man gesehen haben sollte

Im Grund genommen stößt man überall im Land auf Dschungel, selbst in der Hauptstadt Paramaribo. 75 Prozent des Landes ist unentwickelt. Natur ist das Thema für Touristen. Unterwegs sind die Besucher auf Straßen, die jedoch immer weniger ausgebaut sind, desto tiefer man in den Süden vorstößt. Dann sind Boote oder Flugzeuge die Transportmitte. Zahlreiche Agenturen vor Ort bieten Trips an, u.a. die weit vernetzte Agentur Orange in Paramaribo.

Die Hauptstad Paramaribo im Norden des Landes, unweit des Atlantiks, ist das Bevölkerungszentrum und Drehkreuz für Reisen ins Land. Die »Stadt des Regenbogens« verfügt selbst über eine historische Altstadt, die seit 2002 unter dem Schutz der Unesco steht.

Paramaribo Justizpalast

Markus Grenz

Die zahlreichen und zum größten Teil weißen Kolonialbauten aus Holz im Hafendistrikt sind etwas Besonderes. Nicht verpassen darf man die Waterkant, die ganz in der Nähe des Präsidentenpalastes (Unabhängigkeitsplatz) liegt. Am besten erkunden die Besucher Paramaribo mit dem Fahrrad.

Geschäfte in Paramaribo

Markus Grenz

Hier gibt es zahlreiche Anbieter (z.B. direkt an der Waterkant: Cardy Adventures & Bike Rental. Cornelis Jongbawstraat 31. Paramaribo. Tel. +597 42 25 18). Radtour-Routen durch die Stadt gibt es im Internet.

Die größten Sehenswürdigkeiten in Paramaribo sind zudem die ganz aus Holz gebaute Saint Peter and Paul Cathedral, die auf das Jahr 1883 zurückgeht. Das Fort Zeelandia liegt direkt am Hafen und beherbergt heute ein Museum.

Ursprünglicher geht kaum

Im Norden des Landes, im Distrikt Commewijne, liegt die ehemalige Plantage Peperpot. Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts wurde sie betrieben als Kakao- und Kaffeeplantage. Hier wurde jetzt eine Route für Spaziergänger angelegt, die mitten durch den Dschungel führt. Diese können die Besucher zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen. Hier haben viele Vogelarten ihr Habitat.

Affe im Dschungel von Surinam

Vincent van Zalinge

Auch Totenkopfäffchen und Kapuzineraffen kann man mit ein bisschen Geduld in den Bäumen erspähen. Selbst Rieseneidechsen können den Weg kreuzen.

Das Bergendal (Berg en Dal) Adventure Center ist Teil des Bergendal Eco Resort (siehe Unterkunft) und liegt rund einen Kilometer entfernt von den Unterkünften. Hier entspannen die Besucher auf einem geschützten Sandstrand, paddeln mit der Luftmatratze oder spielen Beach-Volleyball. Eine der größten Attraktionen ist die Zip-Lining-Anlage, auf der man insgesamt 90 Minuten hoch in den Baumwipfeln von Plattform zu Plattform rast. Oder man bucht eine der Schiffs- oder Kanutouren. Wer es ruhiger mag und sich für die Kolonialgeschichte interessiert, der besucht das angrenzende Musterdorf, das einen Eindruck von den harten Lebensbedingungen der ehemaligen Sklaven vermittelt. Zum Rundgang gehört auch ein Marsch auf den benachbarten Hügel, den sich der Dschungel längst zurückgeholt hat. Von dem aus gibt es nicht nur eine tolle Aussicht. Hier befinden sich u.a. auch viele Gräber ehemaliger Sklaven, deren Geschichte der Guide erzählt.

Bei knurrendem Magen dorthin

Das Garden of Eden in Paramaribo bietet einen Mix aus asiatischer Küche mit vielen thailändischen Speisen. Es ist geeignet für Vegetarier und Veganer und bietet auch Gluten freie Speisen. (Virolstraat, Tel. 597 49 94 48).

Lokale Küche und viele kreolische Gerichte gibt es im De Gadri in Paramaribo. (Zeelandiaweg 1, Tel. 597 42 08 66).

Indonesische Küche findet man im Sarinah in Paramaribo. Auch Vegetarier können hier ihr Glück machen (Verlengde Gemenelandsweg 187, Tel. 597 43 06 61 49 20 45 53 16 45).

So ißt Surinam: kleiner Exkurs

Entgegen aller Erwartungen ist das Naturparadies Surinam keines für Vegetarier. Die Pflanzenwelt hat leider keinen ebenso vielfältigen Speiseplan für Pflanzenfresser hervorgebracht. Vegetarier und schon gar Veganer sollten in Restaurants das Gespräch suchen.

Dennoch: So vielfältig wie die Bevölkerung, ist auch die Küche Surinams. Nationalgericht sind jedoch definitiv und typisch Süd- und Mittelamerika, die braunen Bohnen, hier gerne mit Salzfleisch geschmort, und dann serviert mit Reis.

Wer die Niederlande einmal besucht hat, der wird durch die stark indonesisch geprägte Küche mit Nasi- oder Bamigoreng (indonesische(r) gebratene(r) Nudel und Reis) daran erinnert. Auch die Rijstafel, scharf gewürztes Fleisch mit Gemüse, serviert mit Reis, muss nicht lange gesucht werden.

Wie schmeckt der Döner Surinams?

Spannender ist da schon die kreolisch beeinflusste Küche. Pom etwa besteht aus pürierter Tayerwurzel und Geflügel. Pastei, Hühnerpastete mit Geflügel. Das ist so etwas wie der »Döner Surinams«, nur viel weniger schwer. Auch kreolische Erdnusssuppe ist mindestens einen Versuch wert.

Ein absolutes Muss ist gebackene Banane mit pikanter Erdnuss-Sauce. Weit verbreitet ist auch die Cassaba (auch Maniok oder Yucca) aus der im Land u.a. Brot hergestellt wird. Ein Tipp: Die Flüssigkeit, die beim Auspressen der geschabten Knollen entsteht und eigentlich giftig ist, wird gerade bei den Amerindians und auch manchmal den Marrons zu einer wohlschmeckende Suppe (Peppersoup) weiterverarbeitet. Wer die genießen will, der muss jedoch zumeist nachfragen. Neben Cassaba-Brot sind auch Bananenchips weit verbreitet.

Natürlich finden Besucher auch viel Abwechslung in der chinesischen und Hindustani-Küche. Ein lecker Snack für zwischendurch sind die Reisbrote mit Knoblauchstückchen aus dem chinesischen Supermarkt.

Wer tiefer in Dschungel-Gebiete vorstößt, sollte auch einmal den Bodido probieren, ein heißes Erdnussgetränk mit der Konsistenz dickflüssigen Kakaos. Lecker ist der Saft der Ambarelle-Frucht, der stark an Kaktusfrucht erinnert.

Mitbringsel! Hängematte!

Trinkgeld. Normalerweise werden auf die Hotelrechnungen bereits 10 bis 15 Prozent Trinkgeld aufgeschlagen. Wo dies nicht passiert (oder in Restaurants), ist ein Trinkgeld von rund 10 Prozent üblich. Allerdings: Surinam ist ein armes Land, über jeden Cent darüber werden sich die Empfänger freuen.

Souvenirs. Surinam ist kein Land, in dem Shopping-Freude sich grenzenlos ausleben können. Die lokalen Produkte beschränken sich auf ein Minimum, das meiste wird importiert. Die wenigen Surinam-Produkte sind Holzschnitzereien, die sich bei den Marrons entwickelt hat. Sie geht zurück auf die Zeiten der Verfolgung, in denen die Schnitzarbeiten zu den wenigen Möglichkeiten gehörten, untereinander zu kommunizieren. Darüber hinaus gibt es in Surinam hergestellte Produkte aus Baumwolle, etwa die beliebten Hängematten. Daneben wird in Surinam auch Gold abgebaut, das aber zum größten Teil exportiert wird. Doch auf eine Auswahl von Produkten stößt man trotzdem. Wie so oft in äquatorialen Ländern und Ländern der Südhalbkugel: Die Kunsthandwerkergilde der Calabasse-Schnitzer ist sehr kreativ.

Entspannte Freizeitvergnügen

René Tossari gehört zu den bekanntesten Künstlern des Landes und war lange Mitglied einer Künstler-Community in Amsterdam. Auf dem Gelände der ehemaligen Peperpot Plantage im Norden des Landes hat er sich ein Domizil geschaffen, das den Begriff Künstlerhaus voll und ganz verdient. Hier gibt er Unterricht und organisiert Workshops. Kontakt per E-Mail an rdtossari@gmail.com.

Wellness. Wellness und Spa sind im Grunde überhaupt kein Thema in Surinam. Eine feine Ausnahme macht da das Houttuyn Wellness River Resort nur rund 15 Autominuten von der Hauptstadt Paramaribo entfernt. Die netten Eigentümer sind niederländisch-surinamesischer Herkunft und haben europäische Standards an das Ufer des Surinam-Rivers geholt. Die moderne Anlage verfügt über Wellness-Club, Sauna, Dampfbad, Jacuzzi, Restaurant und Pools. Übernachtungsmöglichkeiten sind in Planung. Das Angebot erstreckt sich über Marron-, Amerindian-, Indonesien- und China-Wellness. Der Flughafen ist nicht weit und so bieten die Betreiber ein praktisches Angebot zum Stop-over mit Shuttle-Service vor dem Flug nach Hause.

Persönlicher Tipp: Singvogel-Wettbewerb

Regelmäßig finden die Singing Bird Competions sonntags ab 7.45 Uhr auf dem Unabhängigkeitsplatz in Paramaribo statt. Am besten, man fragt im Hotel nach.

Die Märkte in Paramaribo sind eine Schau. Alle befinden sich im nördlichen Teil der Stadt. Der berühmteste ist der Flee-Markets, der zurzeit von Diktatur und Wirtschaftsembargo in den 1980er Jahren entstand. Hier gibt es gebrauchte Kleidung, Elektronik, Gemüse und alles was das Herz begehrt am Straßenrand. Der Chinesen-Markt könnte genauso aus dem Land der Mitte nach Südamerika versetzt worden sein. Etwas kleiner ist der Indonesier-Markt, auf dem es leckere Kaimann-Snacks mit exotischen Sößchen gibt. Die Tiere werden extra für die Lederindustrie gezüchtet und schmecken ein wenig nach zartem Hühnchen.

Ein Aufenthalt in Paramaribo führt häufig in die Saint Peter and Paul Cathedral. Wer am Samstag kommt, der trifft häufig auf gläubige Damen, die die eindrucksvolle Kirche für den Sonntags-Gottesdienst schmücken.

Nur 28 Kilometer entfernt von Paramaribo wähnt man sich fast an der holländischen Nordseeküste. Domburg in Surinam ist ein schönes Ausflugsziel mit kleinen Restaurants und Kinderspielplatz am Surinam-River.

Wenn es in die Abgelegenheit des Dschungels verschlagen hat, der sollte Gelegenheiten suchen, den Sternenhimmel in all seiner Schönheit zu genießen. Eine Alternative sind die nächtlichen Kaimann-Touren, auf denen die Tiere zwar nur als graue Einbäume auf dem Wasser zu erkennen sind, wenn überhaupt, die aber durch das Sternenlicht und den düsteren Dschungel eine einmalige Atmosphäre haben.

Besser nicht: Ungefragt knipsen

Wie so häufig in der Karibik oder in Süd- und Mittelamerika, verstehen die Nachfahren der afrikanischen Sklaven überhaupt keinen Spaß, wenn sie fotografiert werden. Hier sollte man sehr diskret vorgehen und vor allem die Betroffenen vorher fragen, sonst kann es sehr unangenehm werden.

Bootstour in Surinam

Markus Grenz

Auf Bootstouren durch den Dschungel sollte man beim Zücken der Kamera nicht vergessen, dass die Einheimischen, die sich oder ihre Wäsche im Fluss waschen, sich gerade in ihrem Badezimmer befinden.

Bricht man nicht gerade mit einer Expedition in den Dschungel auf, dann wird man dessen piekende, beißende oder brennende Seite wahrscheinlich gar nicht erst kennenlernen. Dennoch sollte man definitiv bei jedem Schritt auch wenig Obacht walten lassen. Die schwarzen Bullett-Ants beispielsweise, große Dschungel-Ameisen, können fest zubeißen. Ihr Stich ist sehr schmerzhaft. Das Gift ist erst nach 48 Stunden wieder abgebaut.

In und über Surinam schmökern

Reiseführer. Das Angebot an deutschsprachigen Reiseführern für Surinam ist ausgesprochen übersichtlich. Es gibt nur eine einzige deutschsprachige Veröffentlichung, die sich einzig mit dem Land beschäftigt: Conrad, Bernhard. Suriname und das Weltkulturerbe Paramaribo. Aragon. 2011. 39,80 Euro. ISBN-10 3895350923.

Exzellent ist der englischsprachige und gut verständliche: Briggs, Phillip. Suriname. Bradt Travel Guides. 2015. 13,99 Euro. ISBn-10 1841629103.

Literatur. Einen packenden Bericht über die Flutung der Landschaft für den Bau des Brokopondo-Stausees legte der Amerikaner John Walsh im Jahr 1967 vor. Um die monströsen Schäden an Flora und Fauna zumindest abzuschwächen, wurde er von der internationalen Gemeinschaft mit der Operation Gwamba betraut. Gemeinsam mit den verdrängten Marrons kämpfte er gegen die Umweltzerstörung an. Während das Wasser immer höher stieg, hatte er es mit Vampir-Fledermäusen, Piranhas und vielem mehr zu tun. Sehr spannend. Walsh, John. Time is short and the water rises. Tower. 1967. Ab 7,95 US-Dollar. ISBN-10 0191341967.

Infos. Die Suriname Tourism Foundation unterhält keine Außenstellen in Deutschland. Information gibt es in englischer Sprache im Internet. Erreichen können Interessierte das Büro mit Sitz in der Hauptstadt Paramaribo per E-Mail an info@surinametourism.sr .

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