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Europa

Second City Travel: 6 Städte, die den Hauptstädten in nichts nachstehen

Lust auf große Reisen, aber nicht auf große Menschenmengen? Dann ist das Konzept Second City Travel vielleicht das Richtige für dich. Dahinter verbirgt sich die Idee, dass die zweitgrößte Stadt eines Landes der (ja oft größten) Hauptstadt in Sachen Kultur, Kulinarik und Nachtleben oft in nichts nachsteht, dafür aber bei weitem nicht so überlaufen ist.

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Ein paar Beispiele dafür haben wir hier aus den deutschen Nachbarländern zusammengetragen.

1. Aarhus: Warum Dänemarks zweitgrößte Stadt Kopenhagen in nichts nachsteht

Menschen sitzen am Abend auf den Uferstufen des Aarhus å in Dänemark, entlang der Wasserkante reihen sich Cafés mit Sonnenschirmen vor historischen Häuserfassaden.

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In der zweitgrößten Stadt unseres nördlichen Nachbarn Dänemark steckt jede Menge Kunst. Etwa im Kunstmuseum »ARoS« oder in Form einer unendlichen Brücke. In Sachen Architektur muss Aarhus sich ebenfalls nicht vor der großen Schwester Kopenhagen verstecken: Mit dem neuen Stadtteil Ø zeigt die Stadt am Kattegat, wie eine Metropole im 21. Jahrhundert modern und nachhaltig wachsen kann. Und wer auf Fisch und Meeresfrüchte steht, ist hier ohnehin gut aufgehoben.


Warum ein Trip nach Aarhus 2026 fast schon Pflicht ist, verraten wir hier.


2. Graz: Hier schlägt das wahre kulinarische Herz Österreichs

Blick über die Mur in Graz auf die Altstadt mit der Franziskanerkirche und ihrem Zwiebelturm, dahinter der Schlossberg mit dem Uhrturm unter blauem Himmel.

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Österreichische Gemütlichkeit gibt’s nicht nur in Wien, sondern auch in Graz. Und manche sagen sogar, das wahre kulinarische Herz der Alpenrepublik schlägt nicht an der Donau, sondern an der Mur. Neben allerlei hübschen Schlössern, Parks, Kirchen und Brücken ist die Stadt nämlich auch Heimat unzähliger Restaurants, Bistros und Cafés, in denen nicht nur die österreichische Küche neu gedacht und zelebriert wird. Außerdem können Besucher hier vom Schlossberg via Rutsche in Sekunden wieder ins Tal rauschen. Wo gibt’s das sonst?

Foto: Jana Freiberger

Unser Chefredaktionsduo Jenny und Jana hat sich jüngst durch Graz gefuttert.


3. Krakau: Wo Polens Goldenes Zeitalter bis heute nachglänzt

Blick über Krakau im Sommer mit Menschen im Gras sitzend

Foto: Mazur Travel/Shutterstock.com

Heute mag Warschau die Hauptstadt unseres Nachbarlands Polen sein, über viele Jahrhunderte wurde das Land aber aus Krakau regiert. Und so eine Vergangenheit geht an einer Stadt nicht vorbei. Noch heute glänzen in der Metropole an der Weichsel zahlreiche Überbleibsel des »Goldenen Zeitalters« Polens und wollen entdeckt werden. Doch nicht nur Geschichtsfreaks kommen auf ihre Kosten. Als Unistadt kann sich Krakau mit einem vielfältigen Nachtleben schmücken. Und wer von jüdischer Küche nicht genug bekommen kann, sollte unbedingt einen Abstecher ins historisch-jüdische Viertel Kazimierz unternehmen.


Warum unserem Mittelalterfan Konrad in Krakau die Augen übergegangen sind.


4. Antwerpen: Belgiens heimliche Modemetropole ist einen Kofferplatz wert

Grote Markt in Antwerpen am Abend

Foto: Sean Pavone/Shutterstock.com

Okay, jetzt wird’s technisch. Denn von der Einwohnerzahl der eigentlichen Stadt her ist Antwerpen (etwa 560.000 Einwohner) tatsächlich größer als Brüssel (»nur« 190.000 Einwohner). Doch rechnet man den Ballungsraum ein, dann ist die Metropolregion Brüssel mit 1,25 Millionen Einwohnern eben weitaus größer. Für unsere Liste ist Antwerpen also ganz klar die Second City im Nachbarland. Und für einen zünftigen Städtetrip wie gemacht. Klar, lecker belgische Pommes und saftige Waffeln gibt’s hier auch. Das Alleinstellungsmerkmal der Kaufmannsstadt ist aber ihr Status als Modemetropole. Wer hierhin fährt, sollte entweder genug Platz im Koffer mitbringen oder beim Shoppen Disziplin zeigen.


Welche Gründe Antwerpen noch zu unserem Geheimtipp 2026 machen.


5. Göteborg: Von Kiel per Fähre direkt ins Fischparadies Schwedens

Belebte Kopfsteinpflastergasse im Viertel Haga in Göteborg mit Straßencafés und Läden entlang der Häuserzeilen und mehreren Schildern über der Gasse, darunter der Schriftzug Haga, bei sonnigem Wetter.

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Zu Schweden mag es keine direkte Grenze an Land geben. Aber immerhin geht’s mit der Fähre von Kiel aus direkt nach Göteborg. Also sind die Schweden doch irgendwie unsere Nachbarn. Für Fischfans ist die Metropole ein regelrechtes Paradies. Das liegt nicht nur, aber auch an der Lage direkt am Meer. Doch auch für Vegetarier lohnt der Besuch, denn bei einem Bummel durch den größten Hafen Schwedens lässt sich herrlich die Zeit verbringen. Wer auf der Suche nach Mitbringseln ist, macht sich auf den Weg zur Shoppingmeile Kungsportsavenyn. Entspannung wiederum versprechen die unzähligen Schäreninseln im Wasser vor der Stadt, von denen einige direkt per Fähre erreichbar sind.


Garantiert frischen Fisch hat Redakteurin Jana bei ihrem Besuch in Göteborg probiert.


6. Brünn: Tschechiens lebendige Stadt ohne den Trubel von Prag

Szene in der Altstadt von Brünn in Tschechien mit jungen Menschen im Sommer bei Drinks

Foto: TIC BRNO/Pavel Gabzdyl

Jung, modern, vielfältig – Brünn ist als Stadt so lebendig, wie es nur geht. Die zweitgrößte Stadt in Tschechien ist jede Reise wert. Mit gerade einmal 800.000 Besuchern pro Jahr ist Brünn (auf Tschechisch »Brno«) aber bei weitem nicht so überlaufen wie Prag, wo zehnmal so viele Touristen pro Jahr auflaufen. Mit einem Kontrast aus historischer Habsburger Prachtbauten, Bauhaus und Sowjet-Stil präsentiert sich die Stadt als architektonischer Wundermix. Kulinarisch wiederum gibt’s weitaus mehr als Knödel: Die vietnamesische Community in der Stadt mischt die Restaurantszene gehörig auf. Und das Beste: Von Prag aus braucht es mit dem Zug gerade einmal zweieinhalb Stunden, von Wien aus geht’s in unter zwei.


Wie so eine Zugreise von Prag nach Brünn aussieht, verraten wir hier.


 

Häufige Fragen

1. Was ist eine Second City?
Eine Second City ist meist die zweitgrößte oder zweitbekannteste Stadt eines Landes oder einer Region. Der Begriff wird im Tourismus für Städte genutzt, die im Schatten einer dominierenden Metropole stehen und deutlich weniger überlaufen sind.
2. Warum lohnt sich eine Second City als Reiseziel?
Second Cities sind oft günstiger, weniger voll und bieten authentischere Eindrücke als die großen Hotspots. Sie haben eigene Kultur, Küche und Architektur, ermöglichen mehr Kontakt zur lokalen Bevölkerung und entlasten überlastete Metropolen.
3. Was sind Second Cities in Deutschlands Nachbarländern?
Typische Beispiele sind in Frankreich Lyon oder Marseille neben Paris, in Italien Bologna oder Verona neben Rom, in Spanien Valencia oder Sevilla neben Madrid, in Österreich Graz oder Linz neben Wien, in Polen Krakau neben Warschau, in Tschechien Brünn neben Prag und in den Niederlanden Rotterdam neben Amsterdam.
Konrad Bender
Konrad hat Geschichte studiert, das Mittelalter, um genau zu sein. Logisch, dass es ihm die geschichtsträchtigen Orte Europas besonders angetan haben. Egal ob in den historischen Städten Deutschlands, einsam im Norden Norwegens oder wandernd in den Vogesen – überall findet Konrad eine Story, die es zu erzählen lohnt. Hauptsache, nicht am Strand liegen – das ist so gar nicht Konrads Ding.