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Europa

Extreme Hitze in Europa: So ist die Lage in den einzelnen Ländern

Mehr als 40 Grad, ausgetrocknete Landschaften und erhöhte Waldbrandgefahr: In mehreren beliebten Urlaubsregionen Europas hält die extreme Wetterlage an. Wo Reisende besonders aufmerksam sein sollten, wie sie sich schützen und wann eine kostenlose Stornierung möglich ist.

Europa erlebt einen außergewöhnlich heißen Sommer. Nach mehreren Hitzewellen erreichen die Temperaturen im Mittelmeerraum erneut Werte von über 40 Grad. Gleichzeitig sind viele Regionen durch Trockenheit und ausbleibende Niederschläge besonders anfällig für Waldbrände. In Spanien und Frankreich kämpfen Einsatzkräfte weiterhin gegen Feuer, auch in Griechenland haben sich die Bedingungen zuletzt deutlich verschärft. Besonders betroffen sind unter anderem Regionen in Westattika rund um Porto Germeno sowie weitere Gebiete mit hoher Waldbrandgefahr.

Für Urlauber bedeutet die aktuelle Lage nicht, dass Reisen nach Südeuropa nun automatisch abgesagt werden müssen. Viele Ferienregionen sind weiterhin erreichbar und der Alltag läuft dort normal weiter. Allerdings kann sich die Situation regional innerhalb kurzer Zeit verändern. Wer jetzt ans Mittelmeer reist, sollte Wetter- und Brandwarnungen nicht nur vor der Abreise prüfen, sondern auch während des Urlaubs verfolgen.

Wo ist es in Europa derzeit besonders heiß?

Besonders angespannt bleibt die Lage in Spanien. Die spanische Wetterbehörde AEMET warnt auch weiterhin vor hohen Temperaturen in mehreren Regionen des Landes. Vor allem im Landesinneren, im Süden sowie im Osten Spaniens können die Werte erneut deutlich über die 40-Grad-Marke steigen.

Betroffen sind nicht nur klassische Hitzeregionen wie Andalusien. Auch das Ebro-Tal, Teile der Mittelmeerküste und das Inselinnere der Balearen können stark aufgeheizt sein. An den Küsten liegen die Temperaturen häufig niedriger, doch hohe Luftfeuchtigkeit und warme Nächte können die Belastung für Urlauber verstärken. Besonders ältere Menschen, Kinder und Personen mit gesundheitlichen Vorbelastungen sollten die Mittagshitze meiden und ausreichend trinken.

Zwei Touristinnen schützen sich in Paris mit Prospekten vor der intensiven Sommersonne.

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Auch Griechenland zählt weiterhin zu den stark von der Hitze betroffenen Ländern. In mehreren Regionen wurden Temperaturen von über 40 Grad gemessen oder erwartet. Wegen der hohen Belastung gelten zeitweise Einschränkungen für Arbeiten im Freien während der heißesten Tagesstunden. Besonders in Städten wie Athen verstärkt der sogenannte Wärmeinseleffekt die Belastung: Beton, Asphalt und Gebäude speichern die Hitze und geben sie auch nachts nur langsam wieder ab.

Auch Italien erlebt weiterhin eine Hitzebelastung. Besonders in Teilen Siziliens und Süditaliens können die Temperaturen deutlich über 40 Grad steigen.

Wo ist die Waldbrandgefahr besonders hoch?

Besonders angespannt war die Lage zuletzt in Teilen Spaniens und Frankreichs. In Spanien waren vor allem Regionen im Westen und Nordwesten sowie im Landesinneren betroffen. Große Brände gab es unter anderem in der Umgebung von Madrid sowie in den Provinzen Ávila und Toledo. Auch in Kastilien und León, Kastilien-La Mancha, Extremadura und Katalonien mussten Einsatzkräfte gegen Feuer kämpfen. Einige der besonders großen Brände konnten inzwischen eingedämmt werden. Feuerwehrleute aus NRW reisen deshalb bereits nach nur wenigen Tagen im Einsatz wieder ab, berichtet der WDR auf seiner Website. Die spanische Wetterbehörde AEMET warnt in vielen Regionen vor einer hohen bis extremen Waldbrandgefahr.

Für Urlauber sind vor allem Regionen interessant, die häufig bereist werden: In Katalonien können etwa die Costa Brava und das Hinterland betroffen sein, in Valencia die Gebiete entlang der Mittelmeerküste. Auch auf den Balearen, darunter Mallorca, bleibt die Brandgefahr in trockenen Sommerphasen erhöht.

Ein Löschflugzeug wirft Wasser über einem Waldbrand bei Los Gallardos in der spanischen Provinz Almería ab, während Einsatzkräfte den Brand am Boden bekämpfen.

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In Frankreich konzentrierte sich die Brandlage zuletzt vor allem auf den Südwesten und Süden des Landes. Besonders betroffen war die Gironde rund um Bordeaux, wo eines der größten Feuer der vergangenen Wochen wütete. Auch im Département Var in der Provence sowie weiteren Mittelmeerregionen mussten Behörden wegen der hohen Brandgefahr Einschränkungen verhängen. Mehrere große Feuer konnten inzwischen unter Kontrolle gebracht werden, die Gefahr bleibt wegen trockener Vegetation und hoher Temperaturen jedoch bestehen.

Auch beliebte Mittelmeerziele wie Griechenland, Italien und Zypern müssen mit kurzfristigen Bränden rechnen. Auf Sizilien sorgten zuletzt mehrere Brände für Einsätze der Feuerwehr, unter anderem im Raum Palermo und in der Umgebung von Carini. Die trockene Vegetation und starke Winde erschwerten die Löscharbeiten. Gleichzeitig gilt für die Insel weiterhin eine hohe Brandgefahr, während die Temperaturen in vielen Regionen deutlich über 35 Grad steigen können.

Auch Sardinien, Kalabrien und Apulien meldeten zuletzt Brände. In Kalabrien waren unter anderem Gebiete rund um den Nationalpark Pollino betroffen, wo Feuer in schwer zugänglichem Gelände bekämpft wurden. Auf Sardinien und in Apulien mussten Einsatzkräfte ebenfalls gegen einzelne Brandherde vorgehen. Einige Feuer konnten inzwischen eingedämmt werden, dennoch bleibt die Gefahr in vielen trockenen Landschaften bestehen.

Was sollten Reisende bei Waldbrandgefahr beachten?

Wer mit dem Mietwagen unterwegs ist, sollte Fahrzeuge niemals auf trockenem Gras oder Gestrüpp abstellen. Heiße Fahrzeugteile können die Vegetation entzünden. Zigaretten, Glasflaschen und offenes Feuer gehören ebenfalls nicht in trockene Naturgebiete. Grillverbote und gesperrte Wanderwege sollten unbedingt beachtet werden.

Taucht Rauch am Horizont auf, ist ein Ausflug in die betreffende Richtung gar keine gute Idee. Das gilt auch dann, wenn Navigationsdienste die Straße noch als geöffnet anzeigen. Lokale Polizei, Feuerwehr und Zivilschutz können Strecken kurzfristig sperren. Durch dichten Rauch zu fahren ist gefährlich, weil Sicht und Orientierung innerhalb weniger Augenblicke verloren gehen können.

Bei einer Evakuierungsaufforderung sollten Urlauber nicht zunächst packen, fotografieren oder die Flammen beobachten. Wichtig sind Ausweisdokumente, Medikamente, Mobiltelefon, Ladegerät und Wasser. Anschließend gilt es, den Anweisungen der Behörden zu folgen. Der europaweite Notruf ist die 112. Standortdaten und der Name der Unterkunft sollten im Smartphone und zusätzlich offline gespeichert sein.

Wie verhält man sich bei mehr als 40 Grad richtig?

Temperaturen jenseits der 40-Grad-Marke verlangen einen anderen Tagesablauf. Längere Stadtbesichtigungen, Wanderungen und Sport gehören in die frühen Morgenstunden. Zwischen spätem Vormittag und frühem Abend sollten Reisende möglichst Schatten oder klimatisierte Innenräume aufsuchen.

Regelmäßiges Trinken ist wichtiger als eine pauschale Literangabe. Der Bedarf hängt von Alter, Gesundheit und körperlicher Aktivität ab. Wasser sollte über den Tag verteilt getrunken werden, nicht erst dann, wenn starker Durst entsteht. Wer sehr stark schwitzt, verliert außerdem Salze. Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen sollten ihre Trinkmenge jedoch nicht eigenständig stark erhöhen, sondern medizinischen Rat beachten.

Reisende füllen an einem öffentlichen Trinkbrunnen Wasserflaschen auf, um sich während einer Hitzewelle mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen.

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Besonders gefährdet sind ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere sowie Säuglinge und kleine Kinder. Auch gesunde Erwachsene können einen Hitzekollaps oder Hitzschlag erleiden. Warnsignale sind unter anderem starke Erschöpfung, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und Verwirrtheit. Heiße, gerötete und trockene Haut, Bewusstseinsstörungen oder Bewusstlosigkeit können auf einen lebensbedrohlichen Hitzschlag hinweisen. Dann muss sofort medizinische Hilfe gerufen werden.

Ein Auto darf bei Hitze niemals zum Warteplatz werden. Das gilt auch für wenige Minuten und geöffnete Fenster. Kinder, hilfsbedürftige Menschen und Tiere dürfen auf keinem Fall im abgestellten Fahrzeug zurückbleiben. Vor längeren Fahrten gehören ausreichend Wasser, Sonnenschutz und ein geladenes Mobiltelefon ins Auto. Bei Strecken durch dünn besiedelte Gebiete ist es sinnvoll, frühzeitig zu tanken.

Kann man eine Reise wegen Hitze kostenlos stornieren?

Hohe Temperaturen allein berechtigen normalerweise nicht zur kostenlosen Stornierung. Wer eine Reise in eine Region bucht, in der Hitze üblich ist, muss grundsätzlich auch mit sehr heißen Tagen rechnen. Selbst eine Vorhersage von 40 Grad führt nicht automatisch dazu, dass eine Pauschalreise kostenfrei abgesagt werden kann.

Anders kann es aussehen, wenn am Urlaubsort oder in seiner unmittelbaren Nähe unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände auftreten und die Reise dadurch erheblich beeinträchtigt wird. Das kann etwa der Fall sein, wenn ein großflächiger Waldbrand die Region bedroht, Behörden den Ort evakuieren, die Unterkunft nicht erreichbar ist oder wesentliche Teile einer Rundreise ausfallen. Entscheidend sind nicht dramatische Bilder aus demselben Land, sondern die konkrete Situation am Reiseziel.

Bei einer Pauschalreise sollten Urlauber den Veranstalter kontaktieren, bevor sie selbst stornieren. Sinnvoll ist eine schriftliche Anfrage, in der nach der Durchführung der Reise und möglichen Alternativen gefragt wird. Wer eine individuell gebuchte Unterkunft absagt, obwohl diese erreichbar und nutzbar bleibt, ist meist auf die Kulanz des Anbieters angewiesen. Bei einer Buchung direkt im Ausland kann zudem das Recht des jeweiligen Landes gelten.

Wird ein Flug gestrichen, können Passagiere grundsätzlich zwischen der Erstattung des Ticketpreises und einer Ersatzbeförderung wählen. Das gilt unabhängig davon, ob Waldbrand, Rauch oder eine andere außergewöhnliche Situation zur Annullierung geführt hat. Eine zusätzliche pauschale Entschädigung kann bei außergewöhnlichen Umständen dagegen entfallen.

Hitze in Deutschland nicht so heftig wie Ende Juni

Auch in Deutschland sorgt der Sommer weiterhin für hohe Temperaturen – wenn auch nicht so sehr wie Ende Juni dieses Jahres. Besonders im Südwesten und Westen erreicht die Hitze in diesen Tagen ihren Höhepunkt. Der Deutsche Wetterdienst erwartet regional Werte von mehr als 35 Grad, am Oberrhein sind örtlich auch höhere Temperaturen möglich. Gleichzeitig steigt mit der Hitze die Gewittergefahr: Vor allem nach den heißen Tagen können lokal kräftige Schauer, Starkregen, Hagel und Sturmböen auftreten.

Besonders belastet sind erneut Regionen wie der Oberrhein, Teile Baden-Württembergs, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

Etwas angenehmer bleibt es vielerorts an Nord- und Ostsee. Die Nähe zum Meer sorgt dort meist für niedrigere Höchsttemperaturen als im Binnenland. Allerdings kann auch dort eine hohe Luftfeuchtigkeit die gefühlte Belastung erhöhen. Zudem sind kurzfristige Wetterumschwünge mit Schauern und Gewittern möglich. Viel Regen wird in großen Teilen Deutschlands in den nächsten zwei Wochen allerdings nicht fallen. Bis Mitte August sehe es »ziemlich erschreckend aus“, sagt Meteorologe Dominik Jung in seinem aktuellen Wetter-Update auf Youtube.

Zwei Frauen gehen barfuß am Wassersaum des Strandes von Scharbeutz entlang und tragen ihre Schuhe in der Hand. Im Hintergrund sind weitere Strandgäste zu sehen.

Foto: Oliver Franke / ostsee-schleswig-holstein.de

Stand der aktuellen Wetter- und Brandlage: 3. August 2026.

Frank Störbrauck
Brasilien ist sein Ding. Hier feiert Frank gerne ausgelassene Strandpartys bis tief in die warme Nacht. Klar, die Copacabana ist dafür in aller Munde, ihn zieht es allerdings viel lieber nach Salvador, wo die Strände nicht weniger traumhaft sind. Pluspunkt dort: Die Partys sind kleiner und mit den Locals kommt man schneller ins Gespräch.