Die Region Apulien im Süden Italiens hat sich in den vergangenen Jahren einen Namen als Urlaubsdestination gemacht. Völlig zurecht! Denn hier warten wunderschöne Badebuchten, malerische Dörfer und natürlich reichlich Dolce Vita. In diesem Artikel stellen wir dir die schönsten Orte in Apulien vor.
Bari: Authentisches Hafenflair
Bari ist die Hauptstadt von Apulien. Mit 315.000 Einwohnenden ist sie mit Abstand auch die größte Stadt in der Region. Prägend ist der Hafen – einer der wichtigsten an der Adria mit Verbindungen nach Kroatien, Griechenland und Albanien. Durch den internationalen Flughafen mit günstigen Verbindungen nach Deutschland kommen die meisten Reisenden für einen Urlaub in Apulien hier an. Lohnt es sich, länger in Bari zu bleiben? Wir finden: Wenn du Lust auf Stadt hast, kannst du in Bari am Anfang oder Ende deines Urlaubs ein bis zwei Tage einplanen.

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In Bari findest du vor allem authentisches süditalienisches Flair ohne viele Touristen und mit etwas rauem Vibe. Es gibt eine sehr verwinkelte Altstadt, wo du bedeutende Kirchen wie die Basilika San Nicola oder die Kathedrale San Sabino bestaunen, über hübsche Piazzas schlendern, historische Relikte wie die alte Stadtmauer, das Castello Svevo di Bari oder die Ruine samt Mosaikboden der Kirche Santa Maria del Buon Consiglio erkunden kannst. Unbedingt solltest du die Strada delle Orecchiette, also die Orecchiette-Straße, besuchen. Hier produzieren Frauen auf der Straße frische Pasta – mehr Italien-Vibe geht kaum! In der Neustadt warten weitere architektonische Highlights wie der Jugendstil-Bau des Palazzo Mincuzzi oder das Teatro Petruzzelli.
Unser Highlight in Bari: Der Porto Vecchio ist der alte Hafen der Stadt. Hier kommen die Fischerboote an und verkaufen fangfrisch ihre Ware, die du auch direkt an Ort und Stelle in den Restaurants kosten kannst. Eine tolle Stimmung. Wer mag, kommt nach dem Trubel zum Sonnenuntergang.

Lecce: Die Barockstadt
Lecce liegt im Süden von Apulien im Inland und ist mit knapp 100.000 Einwohnenden im Vergleich zu Bari eher beschaulich. Architekturfans kommen in Lecce voll auf ihre Kosten! Denn während in Apulien sonst eher die weißen Kalkstein-Häuser dominieren, findest du hier Barock vom Feinsten. Kein Wunder, dass Lecce auch das Florenz des Südens genannt wird!
Highlight ist der opulente Dom, am besten solltest du auch mit dem Aufzug auf den Turm fahren, denn so hast du den besten Blick über die Stadt. Auch die reichlich verzierte Basilika Santa Croce lohnt den Besuch. Nicht weit entfernt liegt die Piazza Sant’Oronzo, der Hauptplatz der Stadt, wo mittendrin die Ausgrabung des Römischen Amphitheaters prangt.

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Unser Highlight in Lecce: Lecce ist perfekt zum Bummeln und das Leben genießen! Hier kannst du dich in den verschiedenen Cafés niederlassen, dir eine Leckerei nach der anderen bestellen und einfach die Atmosphäre einsaugen. Denn Lecce ist nicht nur ein richtiger Foodie-Spot, sondern auch eine bekannte Studentenstadt! Unbedingt Pasticciotto leccese probieren, ein mit Pudding gefülltes Teigteilchen und Spezialität der Stadt.
Ostuni: Die weiße Stadt auf dem Hügel
Ostuni strahlt schon von Weitem: eine weiß getünchte Altstadt, die sich wie ein funkelndes Mosaik über drei Hügel legt und in der Nachmittagssonne Apuliens zauberhaft leuchtet! Das Städtchen ist ein Labyrinth aus Gassen, Bögen und kleinen Plätzen, die nach Meer, Kalkstein und Sommer duften.
Wer durch die Altstadt schlendert, entdeckt hinter jeder Biegung ein neues Postkartenmotiv: die eleganten Fassaden rund um die Piazza della Libertà, die verwinkelten Treppen und die beeindruckende Kathedrale von Ostuni, die mit ihrem markanten Rosettenfenster über den Dächern thront. Kleine Boutiquen, Keramikläden und Weinbars verstecken sich in den mittelalterlichen Mauern und machen das Flanieren zum echten Spaß. Aber zugegeben: Ostuni ist auch eine der touristischsten Ortschaften in Apulien, aber dennoch ein Highlight. Und für Foodies ist Ostuni ohnehin ein Fest: Von cremigem Burrata bis zu Orecchiette mit sonnengereiften Tomaten schmeckt alles nach Süditalien pur.

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Nur wenige Minuten entfernt liegen einige der schönsten Strände Apuliens – kristallklares Wasser, feiner Sand, duftende Macchia. Wer Natur liebt, findet im Parco Naturale delle Dune Costiere ein Mosaik aus Olivenhainen, Dünenlandschaften und stillen Lagunen.
Unser Highlight in Ostuni: Von außen mag der Duomo di Santa Maria Assunta unscheinbar wirken, doch innen warten wunderschöne Fresken!

Alberobello: Das Trulli-Dorf
Trullo nennt man das runde, weiße Haus mit spitzem Steindach, das für Apulien typisch ist, die Mehrzahl ist Trulli. Überall in Apulien finden sich solche Häuser am Straßenrand, einst waren sie Unterkunft armer Leute, doch heute finden sich in ihnen oft einzigartige Airbnbs, Souvenirshops oder sie sind tatsächlich noch bewohnt!
Die Hauptstadt der Trulli ist Alberobello, das aus einem mediterranen Märchen entsprungen scheint. Die Trulli ziehen sich in ganzen Straßenzügen die Hügel hinauf und verleihen dem Unesco-Welterbe sein unverwechselbares Gesicht. Wer durch die Gassen des Viertels Rione Monti schlendert, entdeckt kleine Werkstätten, Weinläden und Dachterrassen mit Blick über das Trulli-Meer.

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Besonders schön ist auch das Viertel Aia Piccola. Hier zeigt sich Alberobello von seiner ursprünglichen Seite: weiße Wände, steinerne Bögen und das Gefühl, dass die Zeit ein wenig langsamer vergeht. Wer höher hinaufsteigt, erreicht die Trullo-Kirche Sant’Antonio, deren außergewöhnliche Architektur wirklich besonders ist. Und natürlich darf ein Besuch in einer der traditionellen Trattorien nicht fehlen: Orecchiette mit Cime di Rapa oder knusprige Focaccia schmecken nach Apulien pur.
Unser Highlight in Alberobello: Alberobello ist sehr touristisch – dementsprechend trubelig ist es hier. Wer etwas Ruhe sucht, der findet auf dem Dach der Bar »Veni,Vidi, Mangi« einen unprätentiösen Ort mit tollem Blick und leckerem sowie preiswertem Aperol Spritz! Hier kommst du zum Restaurant auf der Webseite von »Restaurant Guru«.
Polignano a Mare: Klippenstadt am Meer
Polignano a Mare ist einfach wunderschön! Die Altstadt aus weißem Kalkstein thront dramatisch auf Felsen über der Adria! An jeder Ecke öffnet sich ein neuer Blick aufs Meer. Enge Gassen führen zu kleinen Balkonen, von denen es nach Salz und Sonne duftet. Und unterhalb der Stadt liegt die bekannte Bucht Lama Monachile – ein schmaler Strand zwischen steilen Klippen, der zum Baden in dieser Kulisse einlädt. Aber Achtung: Besonders im Sommer schieben sich hier die Touristenmassen durch die Gassen und am Strand ist jeder Zentimeter belegt.

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Die Altstadt ist ein Labyrinth aus Bögen, Treppen und kleinen Plätzen, auf denen Zitate italienischer Dichter an Wänden und Stufen prangen. Polignano begeistert zudem Gourmets: In Höhlenrestaurants unter den Felsen oder einfachen Trattorien schmecken Fisch, Pasta und Olivenöl gleich doppelt gut. Wer Abenteuer sucht, wagt eine Bootsfahrt entlang der eindrucksvollen Grotten oder sogar eine Klippensprung-Tour – das Meer zeigt sich in all seinen Farben.
Highlight in Polignano a Mare: Etwas nördlich des berühmten Strandes Lama Monachile warten kleine Naturbecken auf eine Abkühlung! Auf dem Weg dorthin kommst du auch am Aussichtspunkt Scogliera del Lungomare Modugno vorbei.
Monopoli: Apuliens Hafenromantik
Nein, die Stadt hat nichts mit dem berühmten Gesellschaftsspiel zu tun. Monopoli ist wie Bari eine Hafenstadt. Allerdings ist Monopoli mit 50.000 Einwohnenden wesentlich kleiner und wir finden: Hier kannst du hervorragend entspannen! Am alten Fischerhafen schaukeln kleine Holzboote, und zwischen Netzen und bunten Fassaden duftet es nach Salz, Zitrone und frischem Fisch. Die Altstadt ist ein Labyrinth aus weiß getünchten Häusern, schmalen Gassen und versteckten Innenhöfen, die zum Beispiel zur beeindruckenden Basilica Cattedrale di Maria Santissima della Madia führen.

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Entlang der alten Stadtmauer öffnen sich weite Blicke auf die Adria, und nur wenige Schritte weiter wartet der kleine Stadtstrand Cala Porta Vecchia. Monopoli verbindet lässiges Strandleben mit lebendiger Kultur: das Castello Carlo V, barocke Kirchen und sehr authentische Trattorien! Mögen wir!
Unser Highlight in Monopoli: Gelato muss beim Urlaub in Apulien sein – am besten jeden Tag. In der Gelateria Gasperini schmeckt es auf jeden Fall!

Martina Franca, Locorotondo und mehr: Malerische Dörfer in Apulien ohne Touristenmassen
Du suchst nach kleinen, malerischen Dörfern etwas abseits des Trubels? Davon gibt es in Apulien so einige! Martina Franca ist noch recht bekannt (aber auch hübsch!), Ceglie Messapica hingegen noch ein Geheimtipp. Auch Locorotondo, Grottaglie, Nardò oder Otranto (malerisch am Meer) lohnen den Besuch. Einfach bummeln, an der Piazza niederlassen und Dolce Vita pur genießen. Oft lohnt auch der Blick in die lokale Kirche.
Highlight-Ausflüge bei Apulien
Diese beiden Ausflugziele liegen zwar schon in der angrenzenden Region Basilikata, sind aber von Apulien aus schnell erreichbar und absolute Highlights! Wir empfehlen dir unbedingt, bei einem Urlaub in Apulien auch an diesen beiden Orten Halt zu machen.
Matera: Die Höhlenstadt wie aus einer anderen Welt
Wer über den Platz der Neustadt von Matera läuft und an der Piazza Vittorio Veneto die Treppen hinabsteigt, findet plötzlich zu seinen Füßen eine Welt wie aus einem Traum! In dem Tal liegt das berühmte Sassi-Höhlenviertel von Matera. Lange war Matera vergessen, doch heute erstrahlt das Unesco-Welterbe wieder in restauriertem und erstaunlich hippem Glanz. Enge Treppen, Felskirchen und weite Ausblicke über die schroffe Gravina-Schlucht verleihen der Stadt etwas Magisches. Besonders abends, wenn die Höhlenhäuser golden leuchten, zeigt Matera seinen unvergleichlichen Zauber.

Die Höhlenstadt Matera ist wie von einer anderen Welt. I Foto: ermess/Shutterstock.com
Von Bari aus ist es keine Stunde Fahrt und diesen Ort wirst du nie wieder vergessen! Wir empfehlen, auf jeden Fall über Nacht zu bleibenm schließlich gibt es einfach unfassbar viel zu entdecken! Hier erfährst du mehr zur historischen Höhlenstadt Matera, die auch schon Kulturhauptstadt Europas war.
Castelmezzano und Pietrapertosa
Ein bisschen weiter (der Weg führt eine gute Stunde lang durch wunderschöne Landschaften) liegen die beiden Bergdörfer Castelmezzano und Pietrapertosa. Die Gegend wird »Lukanischen Dolomiten« genannt – aufgrund der schroffen Felsen, die hier in den Himmel ragen. Spektakulär schmiegen sich die beiden Bergdörfer in den Stein. Ein wahnsinnig großartiges Fotomotiv und ein Paradies zum Schlendern mit Ausblick. Wer Glück hat, erwischt vielleicht ein Dorffest und kann in die Bergkultur Süditaliens eintauchen. Ein toller Ausflug bei einem Urlaub in Apulien!

Das Bergdorf Castelmezzano im Abendlicht. I Foto: Sean Pavone/Shutterstock.com
