reisen EXCLUSIV Audio - Höre Dir diesen Artikel an
0:00
0:00

Das Ritual im Hotel: Handtuch auf den Boden – bitte neu. Aufgehängt heißt klar: Ich benutzt es noch. Eine kleine, aber bewusste Entscheidung. Chefredakteurin Jenny reflektiert in ihrer Kolumne, warum wir das auch Zuhause mehr tun sollten. 

In dieser Kolumne von Chefredakteurin Jennifer Latuperisa-Andresen wird nichts beschönigt, dafür viel beobachtet, ausprobiert und eingeordnet. Persönlich, pointiert und mit einem Augenzwinkern. Hier kommst du zu ihrem Instagram-Account.

 

 

 

 

Ich stehe also da, im noblen Marmor-Hotelbad und frage mich: Wie oft wechsle ich eigentlich zu Hause mein Handtuch? Ich befuürchte: viel zu oft. Denn hier im Hotel habe ich es schon wieder achtlos fallen gelassen, so als waäre mir die Polkappenschmelze egal. Ist sie aber nicht. Dennoch war ich unbedacht, habe es nicht zwischen die Stahlstreben der Heizung geklemmt.

Das Handtuch-Wechseln im Hotel

Es ist ein gewohntes Ritual im Hotel: Handtuch auf dem Boden – bitte frisch! Handtuch aufgehängt oder eingeklemmt – ich benutze es noch. Karte auf dem Bett – Bettwäsche nicht wechseln. Eigentlich simpel. Lieb wäre mir trotzdem das Knistergefühl frisch aufgezogener, dampfgeglätteter Laken. Ein kleiner Luxus, den ich nicht brauche, aber genieße. Doch wichtiger ist mir, nicht unnötig Wasser zu verschwenden oder Tenside ins Grundwasser zu spülen. Der Planet soll bitte fit bleiben.

zwei Handtücher hängen über einer Badewanne

Foto: the blowup

Und genau da frage ich mich: Wenn das in Hotels so mühelos klappt, warum fällt es uns so schwer, ähnliche Routinen in unser Alltagsleben zu holen? Das Handtuch im Bad wird zum Symbol: für Verantwortung, für die kleine Geste, die im Großen zählt. Wir müssen nicht alle sofort zu radikalen Weltrettern werden. Aber wir könnten uns an den simplen Hotelregeln orientieren: weniger verschwenden, öfter innehalten, bewusst handeln.

Vielleicht ist es genau das: nicht der große Wurf, sondern das kleine Ritual, das uns zeigt, wie wir leben wollen.