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Wenn Shakira am 2. Mai 2026 in Rio de Janeiro auf die Bühne tritt, wird die Copacabana zum größten Open-Air-Wohnzimmer der Welt. Mehr als zwei Millionen Menschen werden erwartet. Das Konzert hat die Stadt längst in den Ausnahmezustand versetzt.

Madonna, Gaga, Shakira: Rio spielt mit den Gratis-Konzerten in einer eigenen Liga

Madonna war da. Lady Gaga war da. Jetzt kommt Shakira. Und Rio dreht dabei jedes Mal ein bisschen weiter am Rad. Die Dimensionen sprechen für sich: über 1.300 Quadratmeter Bühne, mächtige LED-Installationen, ein Soundsystem, das sich entlang der gesamten Promenade erstreckt – alles größer als beim Vorgängerkonzert. Die offene Atlantikfront macht eine klassische Absperrung zwischen Bühne und Publikum ohnehin unmöglich. Der Strand ist das Konzert.

Das Konzert ist natürlich kein Zufall, sondern Kalkül. Mit der Konzertreihe »Todo mundo no Rio« lockt die Stadt gezielt internationale Superstars an den berühmtesten Strand der Welt. Das Besondere: Es ist kostenlos für alle.

Hotelbetten weg, Flüge ausgebucht, Kasse klingelt

Wer in letzter Zeit noch ein Hotelzimmer in Rio suchte, brauchte entweder Glück oder ein großzügiges Budget. Die Auslastung ist auf Rekordniveau, internationale Flugbuchungen liegen laut in brasilianischen Medien zitierten Branchenzahlen rund 80 Prozent über dem Vorjahreswert. Der wirtschaftliche Effekt ist demnach groß: Die Stadt erwartet Einnahmen von rund 800 Millionen Reais (etwa 138 Millionen Euro), von denen vor allem Restaurants, Hotels und Dienstleister vor Ort profitieren. »Das rechnet sich für alle«, sagte Andreas Wagenknecht vom Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft der Uni Mannheim dem WDR.

So bereitet sich die Stadt auf das Shakira-Konzert vor

Der Abend ist durchgetaktet. Ab Samstagmorgen rollen die ersten Absperrgitter, um 18 Uhr ist die Copacabana offiziell autofrei. Zwei Gast-DJs heizen ab 17:30 Uhr vor dem legendären Luxushotel Copacabana Palace ein, bevor Shakira um 21:45 Uhr für voraussichtlich zwei Stunden übernimmt.

Shakira auf Bühne während 2025 Global Citizen Festival im Central Park's Great Lawn in New York

Foto: lev radin/Shutterstock.com

Für die Sicherheit sorgen fast 500 Polizisten mehr als noch beim Lady-Gaga-Konzert im Vorjahr – mit Streifenwagen, Motorradstaffeln, Beobachtungstürmen, Quads, Versorgungszelten und zahlreichen Fahrzeugen mit Kameras und Gesichtserkennung. Das dürfte auch nötig sein, denn das Thema Kriminalität ist in Brasilien immer noch ein Thema. Auch die US-Botschaft in Brasilien hat sich dazu entschlossen, auf ihrer Website noch ein paar Sicherheitstipps zum Konzert zu veröffentlichen. 

Musikalisch ist von Shakira ein Karriere-Querschnitt zu erwarten: von »Hips Don’t Lie« bis zu Songs des aktuellen Albums. Brasilianische Medien spekulieren heiß über einen Gastauftritt von Brasiliens Superstar Anitta, mit der Shakira zuletzt zusammengearbeitet hat. Bestätigt ist das bisher aber nicht. Auf ihrem Instagram-Account veröffentlichte Shakira bereits eine Story, in der sich vom Hotelbalkon aus entzückt über die vielen Fans zeigt.

Warum Rio de Janeiro das macht

Hinter dem Spektakel steckt eine klare Strategie: Die Stadt Rio de Janeiro setzt auf frei zugängliche Mega-Events als globale Werbefläche. Die Copacabana als natürliche Freilichtbühne ist dabei der entscheidende Vorteil. Schließlich liefert sonst kein Stadion der Welt diese Kulisse. Frühere Konzerte haben gezeigt, dass das Konzept aufgeht: Die Besuchermassen kommen, Medien weltweit berichten, das Stadtimage glänzt.

Mit Shakira setzt Rio nun die Serie fort. Und wer weiß, wer 2027 kommt.