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Der Boardingpass befindet sich auf dem Smartphone, doch kurz bevor es losgeht, gibt der Akku auf. Was passiert, wenn die mobile Bordkarte nicht mehr abrufbar ist? Bei deutschen Airlines wie Lufthansa und Condor lässt sich der Boardingpass kostenfrei am Gate neu ausdrucken. Bei Ryanair wird es teuer, und auch bei der Deutschen Bahn drohen Bearbeitungsgebühren.

Der nächste Urlaub ist schnell gebucht. Flugdaten eingegeben, Preisvergleichssuchmaschinen angeschmissen, und zack, gebucht! Das Ticket landet per E-Mail im Postfach. Zwischen 36 und zwei Stunden vor dem Abflug lässt sich dann der Boardingpass abrufen und in einer digitalen Dokumentenmappe wie dem Android Passwallet oder dem Wallet ablegen. Viele Airlines stellen den Mobile Boarding Pass inzwischen auch direkt in ihrer eigenen App bereit, die sich ohne E-Mail-Suche öffnen lässt und zusätzlich Push-Infos zu Gate- oder Zeitänderungen liefert. Damit lässt sich der Check-in-Schalter lässig umgehen (sofern kein Gepäck aufzugeben ist) und der Weg führt direkt zur Sicherheitskontrolle. Klingt gut, oder?

Boardingpass Apple Wallet

Foto: David Preston

Handy leer, Bordkarte weg: So reagieren Lufthansa, Condor und Co.

Der Boardingpass auf dem Handy hat auch seine Kniffe. Vor allem dann, wenn das Handy seinen Akku-Geist aufgibt oder, noch schlimmer, geklaut oder verloren wurde und man mit »leeren Händen« dasteht. Denn klar ist: Die mobile Bordkarte braucht es mindestens zweimal. Einmal vor der Sicherheitskontrolle und einmal am Gate beim Boarding, also kurz vor Betreten des Flugzeugs. Wer schon an der Sicherheitskontrolle scheitert, muss sich zum Check-in-Schalter der Airline begeben.

Im Falle des Verlusts der mobilen Bordkarte gibt es bei deutschen Airlines zumindest Entwarnung: »Solange vorher eingecheckt wurde, werden keine Kosten für den Ausdruck eines Boarding Passes erhoben«, sagt ein Pressesprecher der Condor. Die Airline weist allerdings darauf hin, dass sich die Regeln einzelner Fluggesellschaften kurzfristig ändern können und ein Blick in die aktuellen Beförderungsbedingungen vor Reiseantritt sinnvoll bleibt.

Mann ist verzeifelt am Gate. Handyakku ist leer und er hat keine Bordkarte mehr.

Foto: KI-generiert / Google Gemini

Auch bei der Lufthansa ist das kein Problem: »Sollte der Passagier keinen Zugriff auf seine digitale Dokumentenmappe haben, kann er sich seinen Boardingpass am Check-in-Schalter, einem Automaten oder aber auch am Gate ausdrucken lassen. Dies ist kostenfrei und erfolgt unter Vorlage der üblichen Buchungsunterlagen«, so Lufthansa-Pressesprecher Jörg Waber gegenüber reisen EXCLUSIV. Etwas mehr Zeitpuffer am Flughafen lohnt sich dennoch, falls die Bordkarte neu gedruckt oder die Buchungsnummer erst im System gesucht werden muss.

Was kostet eine neue Bordkarte bei Ryanair?

Anders als bei den deutschen Airlines kann es bei Ryanair teuer werden, vor allem dann, wenn jemand ohne ausgedruckte oder digitale Bordkarte am Flughafen erscheint. »Passagiere, die ihre Bordkarte vergessen oder verloren haben und bereits am Flughafen sind, müssen dort eine Gebühr für den erneuten Ausdruck der Bordkarte bezahlen, um eine neue Bordkarte zu erhalten«, heißt es etwas holprig auf der Website des Billigfliegers. Ryanair erhebt dafür eine Gebühr pro Strecke. Genaue Höhe und Bedingungen können sich jedoch ändern, ein Blick in die aktuellen Tarifbestimmungen auf der Ryanair-Website vor Abflug ist daher Pflicht.

Bahnticket im Handy, aber der Akku ist leer

Foto: KI-generiert / Google Gemini

Ticket weg in der Deutschen Bahn: Was passiert bei der Kontrolle?

Bei der Deutschen Bahn ist die Angelegenheit nicht ganz so unkompliziert. Wer bei der Kontrolle kein gültiges Ticket vorweisen kann, gilt zunächst als Schwarzfahrer, auch dann, wenn das Ticket tatsächlich gekauft wurde, aber gerade nicht vorgezeigt werden kann. Der Zugbegleiter stellt dann eine sogenannte Fahrpreisnacherhebung aus. Reisende können ihr Ticket oder ihre Buchungsbestätigung nachreichen. Das geht in der Regel in einem DB-Reisezentrum, teils auch online, je nach Produkt und Vertriebsweg. Die Frist zur Nachreichung findet sich auf der Fahrpreisnacherhebung. Auch hier müssen Reisende mit einer Bearbeitungsgebühr rechnen, deren Höhe vom jeweiligen Tarif und Produkt abhängt, häufig aber im unteren zweistelligen Bereich liegt.

Um auf der sicheren Seite zu sein, gehört vorsorglich ein Ausdruck der Bordkarte, des Tickets oder der Buchungsbestätigung ins Handgepäck. Zusätzlich hilft es, Screenshots der Bordkarten zu erstellen und sie, sofern vorhanden, in der Airline-App und im Wallet zu speichern, damit sie auch ohne stabile Internetverbindung schnell verfügbar sind.

HÄUFIGE FRAGEN
Funktioniert ein Screenshot der Bordkarte am Gate?
In den meisten Fällen ja, sofern QR- oder Barcode klar lesbar sind. Ein Screenshot hat jedoch keine automatische Aktualisierung bei Gate- oder Zeitänderungen.
Lässt sich ein Mobile Boarding Pass auf ein zweites Gerät übertragen?
Ja. Die meisten Airline-Apps erlauben den parallelen Login auf einem Tablet oder einem zweiten Smartphone. Alternativ funktioniert auch der erneute Versand per E-Mail über die Buchungsnummer.
Reicht der Personalausweis am Gate, wenn der Boardingpass weg ist?
Nein. Ein Ausweis ersetzt die Bordkarte nicht, hilft dem Bodenpersonal aber bei der schnellen Identifikation und beim Neuausdruck der Bordkarte am Schalter oder Automaten.
Was tun, wenn das Handy im Ausland verloren geht?
Am Flughafen direkt zum Servicecenter der Airline gehen. Dort lässt sich die Bordkarte über Pass und Buchungsnummer rekonstruieren. Vor Reiseantritt empfiehlt sich, die wichtigsten Buchungsdaten zusätzlich offline zu speichern.
Gibt es an Flughäfen Lademöglichkeiten kurz vor dem Gate?
Ja. Die meisten größeren Flughäfen bieten Ladestationen oder USB-Anschlüsse in Wartebereichen, teils auch direkt an den Sitzgruppen am Gate. Eine eigene Powerbank im Handgepäck bleibt aber die zuverlässigste Lösung.