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Hotelbrand! Was tun? Hand aufs Herz: Wer liest im Hotel schon den Evakuierungsplan hinter der Zimmertür? Meistens landet der Koffer in der Ecke und der Fokus liegt auf der Minibar oder dem Ausblick. Doch wenn nachts der Alarm schrillt, wird das fremde Hotelzimmer ohne Plan zur tödlichen Falle. Mit diesen Profi-Hacks bereitest du dich in Sekunden vor – damit du im Ernstfall nicht nur rennst, sondern rettest.

Die »Blinde Treppen-Zählung«

Direkt nach dem Einwerfen des Gepäcks machst du einen kurzen Spaziergang auf dem Flur. Zähle die Türen von deinem Zimmer bis zum Notausgang. Warum? Weil Brandrauch so dicht sein kann wie schwarze Wandfarbe. Wenn du nichts mehr siehst, musst du dich an der Wand entlangtasten. Wer weiß, dass nach der siebten Tür links die Rettung wartet, behält die Nerven.

Rauchentwicklung im Hotelzimmer

Foto: ella Verlag I Gemini

Das Schuh-Depot am Bettpfosten

Lass deine Schuhe nicht irgendwo im Flur oder im Schrank stehen. Im Brandfall zählt jede Sekunde, und Barfußlaufen über Glassplitter oder erhitzte Böden beendet deine Flucht, bevor sie begonnen hat. Platziere ein festes Paar Schuhe direkt neben deinem Bettpfosten. Du musst sie im Tiefschlaf mit einem Griff finden können – auch wenn das Zimmer bereits voller Qualm steht.

Die Zimmerkarte als Rettungsanker

Deine Zimmerkarte ist bei der Flucht genauso wichtig wie dein Handy. Wenn du feststellst, dass der Korridor bereits eine Sackgasse aus Feuer und Rauch ist, musst du sofort zurück in dein Zimmer, um dich dort zu verbarrikadieren. Ohne Karte stehst du vor verschlossener Tür im giftigen Rauch.

Pro-Tipp: Klemm beim Rausgehen ein Stück Stoff oder Papier in die Türfalle. Wenn die Hitze die Elektronik des Schlosses grillt, kommst du so trotzdem wieder rein.

Mit dem Handrücken die Türklinke checken

Foto: ella Verlag I Gemini

Der Handrücken-Check

Bevor du die Zimmertür zum Flur öffnest: Fasse die Klinke und das Türblatt mit dem Handrücken an. Ist es heiß? Dann brennt es direkt davor. Bleib drin, dichte die Türschlitze mit nassen Handtüchern ab und mach dich am Fenster bemerkbar. Ist die Tür kühl? Öffne sie nur einen Spalt – sei bereit, sie sofort wieder zuzuschlagen, falls dir Druck oder Hitze entgegenkommen.  Und Du weißt ja: Niemals bei einem Brand in den Aufzug!

Geh auf die Knie

Rauch steigt nach oben und mit ihm die tödlichen Gase. Die letzte Handbreit Luft über dem Boden ist dein Überlebensraum. Wenn es qualmt, wird nicht gerannt, sondern gekrochen. Es sieht vielleicht nicht elegant aus, aber es hält deine Lunge frei von Brandgasen, die dich sonst nach zwei Atemzügen schachmatt setzen.

Rauch im Hotelflur

Foto: ella Verlag I Gemini

Vergiss den Rollkoffer

Es klingt hart, aber: Lass dein Zeug liegen. Wer im Notfall noch nach dem Laptop sucht oder den Koffer hinter sich herzieht, blockiert Fluchtwege und verliert wertvolle Zeit. Nimm nur das mit, was du am Körper trägst. Ja, Pyjama reicht! Greife nach deinem Handy, der Zimmerkarte bzw Schlüssel und ziehe deine  Schuhe an. Bleib ruhig, aber lass dein Hab und Gut im Zimmer zurück. Dein Leben ist nicht ersetzbar, dein Kleiderschrank schon.

Wenn die Tür zur Hölle führt: Dein Rückzugsort wird zur Festung

Der Alarm erklingt, dein erster Gedanke ist raus, aber manchmal ist der Fluchtweg durch den Korridor zu riskant. Wenn du die Tür mit dem Handrücken-Check als zu heiß empfunden hast, wird dein Hotelzimmer zu deiner vorübergehenden Sicherheitszone. Aber keine Panik, auch hier gibt es Strategien: Schnapp dir Handtücher oder sogar die Bettlaken, mach sie nass und stopfe damit alle Ritzen der Tür und des Türrahmens aus.

Mann am Fenster im Haus winkt, weil es brennt

Foto: ella Verlag I Gemini

Jede Minute, die du den giftigen Rauch draußen hältst, ist eine gewonnene Minute. Ruf sofort die Rezeption oder den Notruf an und gib deine genaue Zimmernummer durch. Dann begib dich zum Fenster (nur öffnen, wenn kein Rauch von außen hereinkommt!) und mach dich bemerkbar – winke mit einem hellen Tuch oder sogar einem Laken, damit die Retter am Boden oder in der Luft dich schnell orten können. Du bist nicht allein!