Unsere Kolumnistin Ala Zander lässt uns jede Ausgabe an ihren Jetset-Reisen teilhaben. Die Inhaberin einer großen Lifestyle-PR-Agentur ist eine unermüdliche Weltenbummlerin. Ihre nächste Reise führt sie ins traumhafte Marokko. Vorher berichtet sie uns aber über ihr momentanes Lieblingsreiseziel Griechenland.

Vor zehn Jahren hätte ich auf die Frage, wohin ich am liebsten reise, vermutlich ohne zu zögern geantwortet: Italien, Spanien und Kalifornien. Heute sieht das anders aus. Nach Kalifornien wandere ich eines Tages ja eh aus, aber bis dahin werde ich so viel Zeit wie möglich in Griechenland verbringen. Denn ich mag die Griechen sehr. Einmal abgesehen von 3.054 meist wunderschönen Inseln, haben sie nämlich vor allem: Smartness und Lebensfreude.

Lebensfroh und stilbewusst

Man kann dem Land und seinem schwierigen Verhältnis zur Korruption viel vorwerfen, der Grieche an sich kann da jedoch ähnlich wenig für, wie die Italiener für ihren Berlusconi, der das ehemals so florierende Land bravourös in den Ruin getrieben hat.

In zehn Jahren Griechenland-Reiserei habe ich bisher nur feine Menschen kennengelernt. Großzügig, fleißig, hilfsbereit, gut aussehend, dazu hervorragendes Essen – und mit einem beeindruckenden Geschmack, was die Gestaltung ihrer Häuser angeht. Dabei ist den meisten das Wort »Interior-Design« gar kein Begriff, und dennoch findet sich selbst in der kleinsten Taverne oder dem günstigsten Hotel oftmals mehr Stil als an vermeintlichen Hipster-Orten.

Sonne satt am Pool im Parilia Hotel auf Paros

Ala Zander

Design Hotel an der Naoussa Bay

In diesem Sommer besuchte ich zum ersten Mal die Kykladen-Insel Paros, knapp 200 Quadratkilometer groß und seit vielen Jahren ein beliebtes Reiseziel. Nicht so gehypt wie Mykonos und kein Honeymoon-Magnet wie Santorini, dafür aber mit vielen weißen Stränden und ein paar schicken neuen Hotels. In eines davon checkte ich im Juli ein, nachdem mich ein »Design Hotels«-Newsletter neugierig gemacht hatte – denn die stellen in der Regel nur echt gelungene Neueröffnungen vor. Der Name »Parilio« leitet sich vom griechischen Wort für »Insel« (paros) und von dem Wort für »Sonne« ab. Als »parilio« bezeichnet man außerdem eine »helle, sonnenähnliche optische Illusion«.

Warme Naturfarben dominieren das Tnerior im parilio Designhotel auf Paros, griechenland

Ala Zander

Und so erscheint einem das strahlend weiße, würfelförmige Anwesen auch, in dem der Athener Stararchitekt Stamos Hondrodimos 33 Design-Suiten untergebracht hat, in denen man sich wie im eigenen Luxus-Apartment fühlt. Man nehme viel Holz, viel Stein, viele Stoffe in Naturtönen, einen Jacuzzi auf der privaten Terrasse – den Rest erledigt die atemberaubende Aussicht auf das tiefblaue Meer und die malerische Naoussa Bay.

Klein, aber fein

Das »Parilio« ist kein großes Hotel, und dennoch erscheint es einem weitläufig, man begegnet irgendwie kaum jemandem, selbst wenn alle 33 Suiten ausgebucht sind. Die größte Wahrscheinlichkeit andere Hotelgäste anzutreffen, hat man an dem spektakulären, langen Pool oder in dem mit Designklassikern eingerichtetem Frühstücksraum. Unnötig zu erwähnen, dass auch das Frühstück selbst völlig durchdesignt wirkt und einen mit griechischen Delikatessen schon morgens zur Völlerei verleitet.

Fitnessverrückt, wie ich bin, muss ein Hotel für mich auch ein ordentliches Gym haben. Und ein Spa. Beides bietet das »Parilio« selbstverständlich auch. Meine »Deep Tissue«-Massage bekam ich von einem derart begnadeten Inder, den ich am liebsten vom Fleck weg geheiratet hätte.

Durchgestylter Frühstücksraum im Parilia-Designhotel auf Paros

Ala Zander

Home sweet Parilio

Man fühlt sich glücklich im »Parilio«. Aufgehoben und zu Hause. Das mag am hervorragend geschulten Personal liegen, das typisch griechisch immer gut gelaunt zur Stelle ist und dabei stets herzlich und authentisch bleibt.

Oder es liegt am Eigentümer-Pärchen Antonis Eliopoulos und seiner nach Supermodel aussehenden Ehefrau Kalia, die mittlerweile seit 20 Jahren so verliebt ineinander sind, dass selbst ich wieder an echte Liebe glaube. Und die diese Passion und Leidenschaft auch auf ihre Hotels und Mitarbeiter übertragen. Ich selbst habe mich zwar im »Parilio« nicht in einen Griechen verliebt, dafür aber in eine neue Traum-Destination, in die ich garantiert im nächsten Sommer wieder einchecken werde.

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