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Das Jungfraujoch, ein mit der Bahn erreichbarer Hochgebirgspass, ist ein Ort, an dem sich die Schönheit der Alpen und ihr stetiger Wandel ganz unmittelbar zeigen. Wir stellen dir diesen wundersamen Ort in den Schweizer Alpen vor.

Die Geschichte des Jungfraujochs

Die Geschichte des Jungfraujochs ist untrennbar mit einer kühnen Vision verbunden: Nach 16 Jahren Bauzeit nahm die sogeannte Jungfraubahn 1912 ihren Betrieb auf und bahnte sich als ingenieurtechnische Meisterleistung ihren Weg vorbei der beiden Berggipfel Eiger und Mönch bis hinauf ins ewige Eis. Angestoßen vom Industriellen Adolf Guyer Zeller aus Zürich, galt das Vorhaben lange als ebenso wagemutig wie zukunftsweisend.

historisches Foto der Jungfraubahnen

Foto: Jungfraubahnen

Extreme Arbeitsbedingungen, Sprengungen im massiven Fels und neuartige technische Lösungen machten den Bau zu einem Meilenstein Erschließung alpiner Hochlagen. Von Anfang an war das Jungfraujoch jedoch mehr als ein Ausflugsziel. Es entwickelte sich früh zu einem bedeutenden Ort für Wissenschaft und Forschung, von meteorologischen Messungen bis zur kontinuierlichen Beobachtung der nahen Gletscher. Diese enge Verbindung von Entdeckergeist, Technik und Natur prägt den Charakter des Jungfraujochs bis heute.

Los geht es heute für die meisten Besucher in Grindelwald. Von hier kommt man mit der Gondelbahn Eiger Express zur Station Eigergletscher, wo der Umstieg in die Jungfraubahnen möglich ist. Alternativ können Gäste in Kleine Scheidegg direkt in die Jungfraubahn einsteigen, die hier startet.

Aussicht auf die Gletscher und ein Spaziergang durch den Eispalast

Je höher die Bahn steigt, desto weiter rückt der Alltag in die Ferne. Unten bleibt Grindelwald als kleine Insel der Ruhe zurück, während sich oben eine Welt aus Schnee, Fels und Weite öffnet. Das Panorama des Unesco Weltnaturerbes mit dem Aletschgletscher wirkt roh und eindrucksvoll zugleich.

Ein Besuch der Aussichtsplattform bei der Forschungsstation Sphinx-Observatorium oberhalb des Jungfrauenjoch ist ein Muss – der Blick von hier ist atemberaubend. Vom Jungfraujoch aus zeigt sich die alpine Wasserscheide: Während der Jungfraufirn in den Aletschgletscher übergeht, liegen auf der Nordseite von Eiger und Mönch die Grindelwaldgletscher – zwei Systeme, die vom selben Hochgebirge ausgehen und doch unterschiedliche Wege nehmen.

Eispalast am Jungfraujoch

Foto: David Birri/Jungfraubahnen

Auch sollten Gäste unbedingt den Eispalast besuchen, der tatsächlich ein wenig an Frozen erinnert: Tief im Jungfraufirn, dem obersten Nahrungsstrom des Aletschgletschers, verbirgt sich dieser Eispalast. In den 1930er Jahren von Bergführern von Hand aus dem Eis geformt, ist er bis heute ein lebendiger Ort. Die Skulpturen im Inneren des Gletschers werden immer wieder neu von Künstlern geschaffen und erinnern daran, wie vergänglich und zugleich beständig Eis und Schnee in dieser Höhe sind.

Die »Alpine Sensation Tour«

Wir empfehlen, das Jungfraujoch im Winter im Rahmen der »Alpine Sensation Tour« zu besuchen. Denn so erfahren Gäste allerhand spannende Infos zu den Gletschern, der Geschichte dieses Ortes und vieles mehr. Die Alpine Sensation ist ein begehbarer Erlebnisgang, der zentrale Bereiche des Jungfraujochs miteinander verbindet. Sie führt unter anderem von der Bahnstation zur Sphinx Aussichtsplattform, zum Eispalast und in Richtung Gletscherplateau. Entlang der Route vermitteln Installationen, Lichtinszenierungen und Informationstafeln Wissen über, die Geschichte des Baus der Jungfraubahn, die extreme Arbeit der Bergarbeiter im Fels, die hiesigen Gletscher und die Bedeutung des Jungfraujochs als Forschungsstandort.

Alpine Sensation Tour an den Jungfraubahnen

Foto: David Birri/Jungfraubahnen

Hier geht es zur Website für die »Alpine Sensation Tour«.

Abstecher zur Gletscherschlucht in Grindelwald

Auch sehr schön ist eine Tour zur Gletscherschlucht Grindelwald! Die 300 Meter hohen Felswände wurden vom Grindelwaldgletscher geformt, der vom Jungfraujoch aus zu sehen ist. Bei einer kleinen Wanderung können Gäste so die Kraft des Gletschers hautnah erleben – erst oben im Eis, und schließlich unten im Tal. So nah wie hier kommt man den Bergen selten!

Eine fragile Natur, die berührt

Doch der Grindelwaldgletscher ist, wie viele andere Gletscher auf der Welt, in Gefahr. Sommer für Sommer wird das Eis weniger. Deswegen ist es wichtig, dass der Tourismus am Jungfraujoch nachhaltig gedacht wird. Und Grindelwald Tourismus und die Jungfraubahnen möchten genau das: Besucher inspirieren, auf unsere wunderschöne Natur Acht zu geben!

Jungfraubahn in der Schweiz

Foto: alpinetrail/Shutterstock.com

Wenn das Winterlicht über den Aletschgletscher zieht und das Eis in feinen Schattierungen aufleuchtet, zeigt sich die besondere Kraft dieses Ortes. Der erste Blick aus dem Tunnel, der Weg durch den Eispalast, der Wind auf dem offenen Plateau verbinden die Zeitachsen der Alpen miteinander. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft rücken nah zusammen. Wer hier oben am Jungfraujoch steht, sieht mehr als ein großes Panorama. Es ist der Moment, in dem Landschaft zur Erinnerung wird und Verantwortung spürbar bleibt.


Hier stellen wir dir schöne Wellnesshotels in der Schweiz vor.

Für die besten Fototipps für deine Fahrt mit der Jungfraubahn, einmal hier entlang.