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»Dinner mit Aussicht« klingt nach Terrassentisch und Meerblick. Doch es geht auch anders, schwindelerregend anders. Zwischen Andengipfeln, Alpenhorizont, Wolkenkratzerschluchten und tropischen Baumkronen haben diese Restaurants das Fine Dining in die Vertikale verlegt. Das Ergebnis: Mahlzeiten, die man nicht nur schmeckt, sondern auch spürt. Fünf Restaurants in großer Höhe, die mit Aussicht und Küche beeindrucken. 

3.570 Meter Höhe: Mil Centro, Cusco, Peru

Hoch über dem Heiligen Tal der Inka, auf Augenhöhe mit Kondoren und Wolken, liegt eines der außergewöhnlichsten Restaurants Südamerikas. Das MIL Centro von Starküchenchef Virgilio Martínez schmiegt sich an die archäologischen Terrassen von Moray – als wäre es schon immer Teil dieser Landschaft gewesen.

Mil Centro in Cusco: Ein Ausblick, der den Atem verschlägt. Ein Dinner, dass ewig im Gedächtnis bleibt.

Foto: Gustavo Vlvanco

Das Degustationsmenü ist eine Reise durch die Höhenstufen der Anden: alte Kartoffelsorten, fermentierter Mais, Wildkräuter und Forelle aus Gletscherseen erzählen auf jedem Teller von Landschaft, Tradition und Geschichte. Essen als Archäologie – und das auf 3.570 Metern. Guten Appetit und tief Luft holen nicht vergessen.

Bis zu 2.500 Meter Höhe: CuliAir Skydining, Niederlande

Über den grünen Polderlandschaften der Niederlande hebt ein Heißluftballon lautlos vom Boden ab – und mit ihm ein Restaurant, das es so kein zweites Mal gibt. An Bord: ein elegant gedeckter Tisch, wenige Gäste und Spitzenköchin Angélique Schmeinck, die den Himmel kurzerhand zu ihrer Küche erklärt.

Dinner mit Aussicht im Heißluftballon

Foto: CuliAir

Während der Ballon sanft aufsteigt, verwandelt sich seine Hitze in einen riesigen Umluftofen. Dort oben, zwischen Himmel und Horizont, garen Hummer mit Limette, Wolfsbarsch mit Safran oder eine Mousse aus weißer Schokolade mit Passionsfrucht. Jeder Gang entsteht in der Thermik des Ballons – ein kulinarisches Experiment, das erstaunlich gut funktioniert.

Eine feste Adresse hat dieses Restaurant nicht. Es schwebt einfach über Felder, Flüsse und Dörfer hinweg. Startpunkte wechseln je nach Wetter und Saison – nur eines bleibt gleich: Wer hier speist, bekommt keinen Fensterplatz. Sondern gleich den ganzen Himmel.

2.344 Meter Höhe: The Japanese at Gütsch, Andermatt, Schweiz

Nur per Seilbahn zu erreichen, hoch über dem Alpenort Andermatt, wartet auf dem Gütschberg eine kulinarische Überraschung der besonderen Art: japanische Küche vor alpinem Panorama. Was wie ein Widerspruch klingt, entpuppt sich als hinreißende Begegnung zweier Welten.

Restaurants mit spektakulärer Aussicht: The Japanese by The Chedi Andermatt

Foto: Valentin Luthiger Fotografie

Während die Abendsonne die Gipfel in Orange und Rosa taucht, wechseln Sushi, Wagyu-Rind und kunstvolle Kaiseki-Gänge auf dem Tisch, mit einer Präzision, die zu dieser stillen, klaren Bergwelt hervorragend passt. Dabei setzt die Küche auf klassische Techniken und hochwertige Zutaten. Fernost trifft Schweiz in 2.344 Metern Höhe. Was für ein Erlebnis!

Dinner mit Aussicht im The Japanese by The Chedi Andermatt

Foto: The Japanese at Gütsch by The Chedi Andermatt

556 Meter Höhe: Heavenly Jin, Shanghai Tower, China

Wer in den Fahrstuhl des Shanghai Towers steigt und ihn erst auf Etage 120 wieder verlässt, den erwartet kein gewöhnliches Restaurant, sondern eine schwindelerregende kulinarische Begegnung. Rund 556 Meter über den Straßen der Megacity schimmert die Skyline Shanghais wie eine Science-Fiction-Kulisse.

Restaurant im Wolkenkratzer: heavenly Jin im Shanghai Tower

Foto: J Hotel Shanghai Tower

Dazu serviert das Heavenly Jin klassische chinesische Küche modern interpretiert: Kunstfertig gefaltete Dim Sum, knusprige Peking-Ente und gedämpfter Fisch mit Ingwer. Draußen funkelt das größte Lichtermeer der Welt – drinnen i(s)st man mittendrin und doch weit, weit oben. Das steht sinnbildlich für die servierten Gerichte.

Fine-Dining-Restaurants in großer Höhe: Heavenly Jin im Shanghai Tower

Foto: J Hotel Shanghai Tower

 6 Meter Höhe: Flying Sauces, Soneva Fushi, Malediven

Zugegeben: Sechs Meter ist keine Höhe, die absolute Schwindelfreiheit erfordert. Was die Flying Sauces auf Soneva Fushi jedoch so unvergesslich macht, ist das sanfte, schwebende Gefühl, wenn man dort Platz nimmt. Zwischen üppigen Baumkronen hängen geflochtene Bambusplattformen wie stille Nester über dem Dschungelboden.

Dinner mit Ausblick: Im Soneva Kiri speist man umgeben von Baumwipfeln

Foto: Soneva Fushi

Das Küchenteam serviert leichte Gourmetküche mit asiatischen und mediterranen Einflüssen. Auf den Tellern landen etwa fangfrischer Fisch aus dem Indischen Ozean, Hummer, aromatische Currys oder vegetarische Gerichte mit exotischen Früchten und Kräutern aus dem hauseigenen Garten. Ein besonderes Detail: Die Speisen gelangen über ein Seilzugsystem direkt zur Plattform – fast wie ein kulinarischer Flugservice.

Und das Schönste: Hier braucht man wirklich keine starken Nerven, nur ganz viel Appetit.