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Mitten in der sanften Hügellandschaft von Wiltshire steht ein Monument, das seit Jahrtausenden Fragen aufwirft: Stonehenge in England. Ein Kreis aus gewaltigen Steinen, der zugleich archäologisches Meisterwerk, Kultstätte und perfekter Stoff für Mythen ist.

Was ist Stonehenge eigentlich?

Kurz gesagt: ein prähistorischer Steinkreis. Archäologen gehen davon aus, dass die Anlage zwischen 3.000 und 2.000 v. Chr. entstand. Die ältesten Teile könnten also über 5.000 Jahre alt sein! (Ähnlich alt wie die Cheops-Pyramide in Ägypten.)

Die riesigen Sandsteine – sogenannte Sarsensteine aus der Region – wiegen bis zu 25 Tonnen pro Stein. Einige der kleineren, bläulich schimmernden Steine stammen sogar aus Wales, rund 200 Kilometer entfernt. Wie genau die Menschen der Jungsteinzeit diese Brocken transportierten, bleibt bis heute ein kleines Wunder der Ingenieurskunst.

Woher kommt der Name Stonehenge?

Der Name geht auf das Altenglische zurück. In mittelalterlichen Quellen taucht das Monument zunächst unter Schreibweisen wie »Stanheng« oder »Stanhenc« auf. »Stān« bedeutete damals »Stein», während »hencg« vermutlich etwas wie Galgen oder aufgehängter Balken bezeichnete.

Die Bezeichnung passt erstaunlich gut zur Konstruktion: Zwei aufrechte Steine tragen einen waagerechten Deckstein – fast wie ein steinerner Galgen. Über die Jahrhunderte wandelte sich die Schreibweise, bis schließlich der heute bekannte Name Stonehenge entstand.

Stonehenge von oben

Foto: Alzay/Shutterstock.com

Und wozu das Ganze?

Darüber wird seit Jahrhunderten spekuliert. Eine Theorie sieht Stonehenge als astronomischen Kalender. Tatsächlich steht der Steinkreis exakt in Verbindung mit der Sommersonnenwende: Am längsten Tag des Jahres geht die Sonne genau über einem bestimmten Stein auf. Andere Forschende vermuten eine Kultstätte oder einen Ort für Rituale und Begräbnisse.

Romantischer – und deutlich mystischer – sind die Geschichten über Druiden, Zauberkräfte oder sogar Außerirdische. Klar, mit einem wissenschaftlichen Angang kommt man bei diesen Theorien nicht weit, aber ein bisschen Geheimnis steht Stonehenge ganz gut.

Wie kann ich Stonehenge besuchen?

Besuchen lässt sich das Monument natürlich auch heute noch. Früher durften Gäste direkt zwischen den Steinen spazieren. Heute schützt eine Absperrung die Anlage. Besucher bewegen sich auf einem Rundweg um den Steinkreis herum und betrachten das Monument aus etwas Entfernung. Es gibt jedoch Ausnahmen: Zu bestimmten Zeiten im Jahr, etwa bei Sonnenaufgangs- oder Sonnenuntergangs-Touren, darf eine kleine Gruppe näher an die Steine heran.

Sommersonnenwende an Stonehenge

Foto: John Kotlowski/Shutterstock.com

Highlight: Sommersonnenwende rund um Stonehenge

Eine besondere Atmosphäre herrscht rund um die Sommersonnenwende im Juni und die Wintersonnenwende im Dezember. Dann versammeln sich Tausende Menschen – von spirituell Interessierten über Neugierige bis zu modernen Druiden – um den Sonnenaufgang zu feiern.

Für diese Tage wird der Zugang tatsächlich geöffnet, sodass Besucher zwischen den Steinen stehen dürfen. Ein ziemlich magischer Moment, auch ohne Zauberei.

Wo liegt Stonehenge?

Stonehenge liegt im Süden Englands, etwa 13 Kilometer nördlich der Stadt Salisbury und rund zwei Stunden westlich von London. Die einfachste Anreise: mit dem Zug von London Waterloo nach Salisbury und von dort mit einem Shuttlebus direkt zum Besucherzentrum. Wer mit dem Auto unterwegs ist, erreicht die Anlage über die A303.

Und dann steht man dort plötzlich vor diesen riesigen Steinen, die schon Jahrtausende Wind, Regen und neugierige Menschen überstanden haben. Stonehenge liefert keine endgültigen Antworten – aber genau das macht den Ort so faszinierend.

Auf der Website von English Heritage findest du alle Infos für deinen Besuch wie Öffnungszeiten, Preise und Online-Tickets.

Steine von Stonehenge in England

Foto: Inja Pavlic