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Vergiss alles, was du über Massentourismus am Krüger-Park weißt. Von der explosionsartigen Kunstszene in Kapstadt bis hin zu revolutionären Meeresschutz-Projekten in Gansbaai, wir zeigen dir die Trends, die deine Reise nach Südafrika in diesem Jahr wirklich unvergesslich machen.

Südafrika (hier geht es zu unserem Reise-Archiv) wird unterschätzt. Natürlich nicht als Safari-Destination. Die kennt nun wirklich jeder, sogar ohne jemals selbst dort gewesen zu sein. Sondern als Ort, an dem sich gerade kulturell, gesellschaftlich und kreativ eine Menge tut. Wer nur die Klassiker abfährt, bekommt ein schönes, aber unvollständiges Bild. Die interessanteren Geschichten passieren anderswo: in privaten Küchen, auf Meeresforschungsbooten, in Ateliers ohne Öffnungszeiten. Hier sind vier Orte und Angebote, die so in keinem Reisekatalog zu finden sind. Zum Glück!

Blick auf Kapstadt im rosaroten Sonnenuntergang mit Sicht auf Strand und Tafelberg

Foto: Ryan Warneke / Shutterstock.com

Wo kannst du in Kapstadt Künstler und Kreative abseits der touristischen Galerien treffen?

Die Kunstszene Kapstadts ist lebendig, eigen und für Außenstehende schwer zu knacken – es sei denn, jemand öffnet die richtigen Türen. Jacky Lourens, Gründerin von »Get The Picture« (hier geht es zur Website) tut genau das. Nach Jahren in Film und Medien hat sie aus ihrem Berufsleben ein Reiseangebot gemacht: mit individuellen Begegnungen mit Kreativen, die nicht in Stadtführungen auftauchen, Künstler in Ateliers, die keine Galerie brauchen, Filmemachern, die über gesellschaftliche Realitäten berichten und Designer, deren Wurzeln tief in lokaler Kultur stecken. Kapstadt hat nach dem Ende der Apartheid eine kreative Energie entwickelt, die sich bis heute nicht erschöpft hat. Wer dabei ist, erlebt, wie in dieser Stadt gedacht, produziert und erzählt wird. Und bekommt dabei unweigerlich das Gefühl, dass hier noch lange nicht alles gesagt ist.

Streetart auf türkisem Haus in Kapstadt, Portrait eines Mannes im Warhol-Stil.

Foto: Nicola Messana Photos / Shutterstock.com

Hier kannst Haie und Wale beobachten und gleichzeitig den Meeresschutz unterstützen

Vor der Küste bei Gansbaai lässt sich beobachten, was das Meer alles zu bieten hat. Wale, Haie, Robben, Delfine, Pinguine natürlich. Die Region gilt als eine der artenreichsten Meeresregionen der Welt, steht aber unter erheblichem Druck durch Überfischung und Klimawandel. »Marine Dynamics« (hier geht es zur Website) hat daraus kein reines Spektakel gemacht, sondern ein nachhaltiges und schlaues Modell: Was Gäste zahlen, landet direkt in laufenden Schutzprojekten, wie dem »African Penguin & Seabird Sanctuary« (hier geht es zur Website) oder dem »Dyer Island Conservation Trust« (hier geht es zur Website). Gäste wählen zwischen Käfigtauchen mit Haien, Whale Watching und vielem mehr. Und das Ecotourismus-Projekt wirkt. Der Afrikanische Pinguin gilt als stark gefährdet, ohne externe Finanzierung wäre ein Großteil der Schutzarbeit schlicht nicht möglich. Das ist Reisen mit gutem Gewissen, spektakuläre Tierbeobachtungen inklusive.

Ein Wal taucht vor der Küste in Gansbaai, Südafrika aus dem Wasser auf, im Hintergrund sieht man den Strand und Berge.

Foto: Ocean Eloy / Shutterstock.com

Welche authentischen Kochtouren und Fooderlebnisse gibt es in Soweto und Südafrika?

»Tlhari Travel« (hier geht es zur Website) arbeitet nach dem Prinzip, dass echtes Kennenlernen über den Magen geht. In ländlichen Gegenden des Nordens kochen Gäste mit Familien der Venda und Tsonga, zwei der vielen Kulturen Südafrikas, die im Reisetourismus kaum vorkommen, obwohl ihre Traditionen, Sprachen und Küchen eine eigene Welt bilden. Gekocht wird gemeinsam, ohne Programm und ohne Moderation. Und mit ein bisschen Glück kannst du am Ende des Abends ein paar Brocken einer Sprache, die du vorher noch nie gehört hattest. Die Touren werden von Tlhari Travel auf Anfrage individuell zusammengestellt.

Dasselbe Prinzip funktioniert auch in Soweto, jenem Township südwestlich von Johannesburg, das während der Apartheid als Sammelgebiet für die schwarze Bevölkerung angelegt wurde und heute eines der lebendigsten Stadtquartiere des Landes ist. Eigene Gastronomie, Kulturszene und Geschichte, hier ist man zurecht selbstbewusst. Was dabei entsteht, lässt sich schwer in eine Kategorie stecken. Zum Glück muss es das auch nicht. Einfach anfragen (ebenfalls bei »Tlhari Travel«) und erleben.

Lachende Frau auf einem Streetfood-Festival in Soweto, Südafrika.

Foto: Sunshine Seeds / Shutterstock.com

Welche Alternativen Nationalparks gibt es zur Krüger-Nationalpark?

Südlich des Krüger-Nationalparks liegt ein privates Wildschutzgebiet, das denselben Tieren Raum gibt – nur ohne den Konvoi aus Jeeps zur Hauptbesuchszeit. Die Rede ist vom Marloth Park, und hier findet sich die »La Kruger Lifestyle Lodge« (hier geht es zur Website). Sie ist bewusst klein gehalten, das Team persönlich, die Atmosphäre mehr Wohnzimmer mit Buschblick. Giraffen und Zebras sind keine Attraktion, die angesteuert wird, sondern Nachbarn, die einfach vorbeikommen. Für ihr Nachhaltigkeitskonzept hat die Lodge internationale Auszeichnungen bekommen. Wichtiger ist hier aber vielleicht: Hier läuft die Safari nicht nach Stundenplan.

Savanne im Sonnenuntergang, eine Giraffe im braunen Licht, umgeben von zwei Bäumen.

Foto: Al Sarori / Shutterstock.com

Häufige Fragen

Wann ist die beste Reisezeit für Südafrika?

Die beste Reisezeit hängt von der Region und dem Reiseziel ab. Für Kapstadt und die Gartenroute empfiehlt sich der südafrikanische Sommer von November bis März. Für Safaris im Krüger-Nationalpark sind die trockenen Wintermonate Mai bis September ideal, da das Gras niedriger ist und Tiere sich leichter beobachten lassen.

Wie lange sollte ich für einen Urlaub in Südafrika planen?

Mindestens zwei Wochen sind empfehlenswert, um Kapstadt, die Gartenroute und eine Safari zu kombinieren. Wer auch Durban, das Weinland oder den Addo-Elefanten-Nationalpark besuchen möchte, sollte aber schon drei Wochen einplanen.

Was sind die besten Viertel in Kapstadt?

Die Waterfront bietet Restaurants und Hafenflair, De Waterkant ist bunt und lebendig, Gardens und Oranjezicht punkten mit Charme und guter Lage. Das Bo-Kaap mit seinen farbenfrohen Häusern ist kulturell besonders sehenswert. Aber Kapstadt ist groß und natürlich gibt es noch viel mehr zu sehen. Wir haben da natürlich noch etwas vorbereitet (hier geht es zum Beitrag).

Wo kann ich in Südafrika Wale beobachten?

Hermanus an der Overberg-Küste gilt als einer der besten Walbeobachtungsplätze der Welt. Von Juni bis Dezember sind dort Südliche Glattwale zu sehen, oft sogar direkt von der Klippe aus. Auch in De Kelders und entlang der Gartenroute gibt es gute Sichtungsmöglichkeiten. Falls dir noch mehr Tipps möchtest: Hier haben wir sechs weitere Tipps (hier geht es zum Beitrag) für dich!