Wer in die USA reist, füllt bisher meist routiniert den ESTA-Antrag aus und denkt dann nur noch an Reisepass, Rückflug und die richtige Schlange am Airport. Doch die visumfreie Einreise könnte bald deutlich mehr Fragen aufwerfen: von Social-Media-Profilen über alte Telefonnummern bis hin zu zusätzlichen Datenfeldern. Was nach Bürokratie klingt, kann im Zweifel darüber entscheiden, ob der ESTA-Antrag durchgeht und die Einreise in die USA reibungslos über die Bühne geht.
Social Media könnte Pflicht werden
Bei Reisen in die USA über ESTA (visumfreie Einreise) könnten Social-Media-Angaben zum festen Teil des Antrags werden. Heißt: Profile beziehungsweise Handles bei Plattformen und Netzwerken wären nicht mehr optional, sondern ein Pflichtfeld.
Ohne Social Media droht: ESTA abgelehnt
Wenn Social-Media-Felder verpflichtend werden, kann ein Antrag ohne diese Angaben als »unvollständig« gelten. Und unvollständig kann im Zweifel auch »abgelehnt« heißen.
Rückblick-Pflicht: Social-Media-Aktivität der letzten fünf Jahre
Laut einer Meldung bei der »tagesschau« (hier geht es zur Meldung) geht es nicht nur um »Hast du Instagram?«, sondern um Aktivitäten beziehungsweise Angaben aus den vergangenen fünf Jahren. Bedeutet praktisch: alte Accounts, frühere Namen, Zweitprofile nicht vergessen.

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Telefonnummern der vergangenen fünf Jahre bereithalten
Zusätzlich zu Social Media könnten Telefonnummern abgefragt werden, die in den vergangenen fünf Jahren genutzt wurden. Wer öfter SIM-Karten wechselt oder beruflich mehrere Nummern hatte: einmal kurz innerlich seufzen und dann sammeln.
E-Mail-Adressen der vergangenen zehn Jahre: ja, zehn
E-Mail-Adressen sollen laut Vorschlag für einen Zeitraum von zehn Jahren angegeben werden. Das ist die Kategorie »Ach stimmt, die Uni-Adresse!« und »RIP, alte GMX«.
IP-Adressen: könnten ebenfalls Thema werden
Auch IP-Adressen werden als mögliches Datenfeld genannt. Das ist für viele schwierig, weil IPs selten notiert werden und ehrlich gesagt viele Menschen nicht einmal wissen, was genau das ist. Falls das wirklich kommt, wird es spannend, wie das in der Praxis abgefragt und belegt werden soll.
Fotos: Metadaten könnten ausgewertet werden
Bei elektronisch eingereichten Fotos könnten Metadaten relevant werden. Also die versteckten Info-Schnipsel im Bildfile, je nach Gerät und Datei. Klingt nach Nerd-Kram, landet aber plötzlich im Reisedrama.
Biometrie: mehr als nur ein Foto
Genannt werden biometrische Daten, darunter Gesichtsmerkmale, Fingerabdrücke sowie DNA- und Iris-Daten. Das ist ein großer Sprung, und genau deshalb läuft dazu auch Kritik von Datenschutz- und Bürgerrechtsgruppen.

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Familienangaben könnten umfangreicher werden
Künftig könnten die Behörden auch Infos zu Familienangehörigen verlangen: Namen, Telefonnummern, Geburtsdaten, Geburtsorte und Wohnsitze. Das ist die Sorte Frage, bei der sofort jemand in der Familiengruppe »Wie heisst Oma mit zweitem Namen?« tippt.
Betroffen wären Reisende aus Ländern im Visa Waiver Program – darunter viele europäische Staaten. Auch Länder wie Großbritannien, Australien, Israel, Japan und Südkorea. Und Deutschland natürlich.
Datenschutz-Debatte: Warum das überhaupt passiert
Kritiker warnen vor tiefen Eingriffen in die Privatsphäre, weil Social Media politische Ansichten, Kontakte und Lifestyle sichtbar macht. Die US-Behörde argumentiert mit Sicherheitsinteressen und damit, Risiken wie Terrorismus oder Spionage besser zu erkennen. Bereits im Frühjahr hatten auch deutsche Reisende mehrfach Probleme bei der Einreise.
Praktischer Tipp: Schon jetzt eine »ESTA-Liste« anlegen
Falls diese Pflichtfelder kommen, hilft ein Mini-Spickzettel:
- Social Handles/Profilnamen (auch ältere)
- alte Telefonnummern
- alte E-Mail-Adressen
- wichtige Familienbasisdaten
Klingt unromantisch. Spart aber Stress, wenn’s ernst wird.
