In Ephesus lebten zur Römerzeit bis zu 200.000 Menschen. Heute werfen die Säulen der Celsus-Bibliothek im Morgenlicht lange Schatten über das Marmorpflaster. Und das meistgetrunkene Bier der Türkei trägt den Namen genau dieser antiken Stadt. Unser Reiseguide zeigt, was einen Besuch an der türkischen Ägäis wert ist.
Die antike Hafenmetropole liegt im Westen der Türkei, nahe der Kleinstadt Selçuk in der Provinz Izmir. Vom Flughafen Izmir Adnan Menderes dauert die Fahrt etwa eine Stunde.

Foto: Mazur Travel/Shutterstock.com
Auf Türkisch heißt das Ausgrabungsareal, das seit 2015 den Titel Unesco-Weltkulturerbe trägt, übrigens Efes. Ja, genau! Wie das Bier.
Ausflug nach Ephesus: So viel Zeit solltest du einplanen
Drei Stunden reichen für die Hauptachse zwischen oberem und unterem Eingang. Für Hanghäuser, Fotostopps und Pausen plant man besser fünf bis sechs Stunden ein. Viele Besucher starten am oberen Eingang und laufen bergab durch die Anlage.

Foto: BearFotos/Shutterstock.com
Ein Tag genügt für Ephesus und einen kurzen Blick auf Selçuk. Mit zwei Tagen kommen Hanghäuser, Artemis-Tempel und das Museum dazu. Ein dritter Tag lässt Raum für das Bergdorf Şirince oder die Ägäisküste bei Kuşadası.
Die wichtigsten Bauwerke
Die Celsus-Bibliothek bildet das Herzstück der Anlage. Die Römer errichteten sie im 2. Jahrhundert als Bibliothek und Grabmal für den Senator Tiberius Iulius Celsus. Die rekonstruierte Fassade mit ihren Säulen und Statuennischen gilt als das Wahrzeichen von Ephesus.
Das Große Theater fasste einst rund 25.000 Zuschauer. Es liegt am Hang des Panayır oberhalb der Arkadischen Straße. Restaurierungsarbeiten schränken den Zugang derzeit zeitweise ein.

Foto: Birol Aydin/Shutterstock.com
Die Kuretenstraße verband das obere Stadttor mit dem Bibliotheksplatz. Säulen, Brunnen und kleine Tempel säumen die Prachtstraße. Unter dem Pflaster verlief schon damals eine Kanalisation.
Die Hanghäuser zeigen den Alltag der städtischen Elite. Mosaiken, Wandmalereien und Marmorverkleidungen schmücken die Wohnräume. Ein Dach schützt die Ausgrabung, der Eintritt kostet separat. Dieser Abstecher gehört zu den Höhepunkten des Besuchs.

Foto: kadagan/Shutterstock.com
Der Hadrian-Tempel überrascht mit fein gearbeiteten Reliefplatten. Trotz seiner geringen Größe zählt er zu den schönsten Bauten an der Kuretenstraße. Das Odeon, nicht zu verwechseln mit dem Theater, diente Ratsversammlungen und kleinen Aufführungen. Die öffentlichen Latrinen und Bäder geben einen Einblick in den Alltag einer römischen Großstadt.
Religiöse Stätten rund um Ephesus
Der Tempel der Artemis galt als eines der sieben Weltwunder der Antike. Heute ragt nur noch eine einzelne Säule aus dem feuchten Gelände. Die historische Bedeutung bleibt dennoch enorm.

Foto: Guillaume Angleraud/Shutterstock.com
Das Haus der Jungfrau Maria (soo sieht es zumindest die Kirche) liegt auf dem Bülbül-Berg oberhalb der Stadt. Pilger aus aller Welt besuchen den Wallfahrtsort. Die Johannesbasilika in Selçuk steht über dem mutmaßlichen Grab des Apostels Johannes. Von der byzantinischen Anlage blieben mächtige Mauern und Säulenreste.
Warum ein Bier den Namen der Stadt trägt
Wer in der Türkei ein Bier bestellt, bekommt fast immer ein Efes. Die Marke trägt den türkischen Namen von Ephesus. Der Getränkekonzern Anadolu Efes gründete seine erste Brauerei 1969 in Izmir, also in derselben Region wie die antike Stadt. Efes Pilsener wurde zum meistgetrunkenen Bier des Landes. So reist der Name der antiken Stadt heute auf Millionen Bierflaschen durch die Türkei.

Foto: Casteling Short/Shutterstock.com
Beste Reisezeit und Öffnungszeiten
Frühjahr und Herbst bieten die angenehmsten Bedingungen. April bis Juni und September bis November verbinden mildes Wetter mit überschaubaren Besucherzahlen. Im Juli und August steigt die Hitze stark, dazu drängen sich die Reisegruppen.
Die Anlage öffnet meist um 8:00 Uhr und schließt gegen 18:00 Uhr. Im Hochsommer bleibt die Anlage teilweise bis 19:00 Uhr geöffnet. Die Kassen schließen rund 30 Minuten vor dem offiziellen Ende.
Der Eintritt in die antike Stadt kostet Anfang 2026 etwa 40 Euro. Die Hanghäuser erfordern ein separates Ticket für rund 15 Euro. Die Kassen nehmen in der Regel nur Türkische Lira.
Anreise nach Ephesus
Der Flughafen Izmir Adnan Menderes ist das wichtigste Tor zur Region. Von dort führen Verbindungen nach Istanbul und in viele europäische Städte. Selçuk erreicht man per Bahn, Bus oder Taxi.
Selçuk eignet sich am besten als Ausgangspunkt für individuelle Besuche. Der Ort bietet Unterkünfte, Restaurants, einen Bahnhof sowie gute Busverbindungen. Von Kuşadası und Izmir aus starten zudem organisierte Touren.
Wo man in Selçuk gut isst
Das »Tat Restaurant« an der Cengiz Topel Caddesi setzt auf türkische Küche, Meze und Grillgerichte. Die Atmosphäre bleibt entspannt und familienfreundlich, vegetarische und vegane Gerichte stehen ebenfalls auf der Karte.

Foto: Ahmed
Das »Kybele Gastro« in der Antony Kallinger Caddesi kombiniert moderne türkische und mediterrane Küche. Eine gute Weinkarte, eine Terrasse und eine Bar machen den Ort zur Adresse für entspannte Abende.
Die »Bella Rooftop« an der St. Jean Caddesi serviert türkische und internationale Gerichte auf einer Dachterrasse. Der Blick über Selçuk macht das Lokal besonders zum Sonnenuntergang attraktiv.
Noch mehr kulinarische Tipps für die türkische Ägäis servieren wir hier.
Praktische Tipps
- Wasser, Sonnenschutz, Hut und feste Schuhe gehören ins Gepäck, denn das Gelände bietet kaum Schatten.
- Ein früher Start ist empfehlenswert. Denn die großen Reisegruppen aus Bussen und Kreuzfahrtschiffen kommen später.
- Ein Audioguide oder eine qualifizierte Führung erschließt die historische Dimension.
- Das Archäologische Museum in Selçuk ordnet die Funde aus Ephesus ein.
