Während viele Urlaubsregionen im Sommer unter Hitze leiden, locken die Berge des Trentino mit einer anderen Perspektive auf die warme Jahreszeit. Zwischen Dolomiten und Gardasee warten Orte, die selbst im Hochsommer mit kühlen Temperaturen überraschen.
Während viele Regionen Südeuropas in den Sommermonaten regelmäßig von Hitzeperioden betroffen sind, rücken höher gelegene Reiseziele zunehmend in den Fokus. Für diesen Trend hat sich der Begriff »Coolcation« etabliert. Gemeint sind Urlaubsorte, an denen auch im Hochsommer vergleichsweise angenehme Temperaturen herrschen.
Das Trentino im Norden Italiens gehört zu diesen Regionen. Zwischen den Dolomiten und dem Gardasee liegen zahlreiche Täler, Bergdörfer und Seen, die oft deutlich kühler sind als die Küstengebiete Italiens. Statt Strandurlaub stehen hier Wanderungen, Radtouren, Bergseen und Naturerlebnisse im Mittelpunkt.
Einige Orte eignen sich besonders für Reisende, die Erholung suchen und den heißesten Tagen des Sommers ausweichen möchten.
1. Lavarone
Die Hochebene von Lavarone liegt auf mehr als 1.000 Metern Höhe und gehört zu den klassischen Sommerfrische-Zielen der Region. Mittelpunkt ist der Lago di Lavarone, ein kleiner Bergsee, der im Sommer zum Baden genutzt wird.

Foto: Andrea Contrini / Shutterstock.com
Die Umgebung ist von Wäldern, Almwiesen und Wanderwegen geprägt. Zahlreiche Routen führen zu ehemaligen österreichisch-ungarischen Festungen aus dem Ersten Weltkrieg. Dadurch verbindet die Region Naturerlebnisse mit historischen Spuren einer bewegten Vergangenheit.
Lavarone besteht aus mehreren kleinen Ortsteilen und gilt als vergleichsweise ruhige Alternative zu den stärker besuchten Regionen rund um den Gardasee.
2. Valle del Vanoi
Das Valle del Vanoi liegt im Osten des Trentino zwischen der Lagorai-Kette und dem Massiv der Cima d’Asta. Anders als viele bekannte Täler der Dolomiten ist das Vanoi-Tal bislang vom Massentourismus weitgehend verschont geblieben.
Wälder, Bergbäche und verstreut liegende Dörfer prägen die Landschaft. Besucher kommen zum Wandern, Mountainbiken, Reiten oder Angeln in die Region. Der Hauptort Canal San Bovo dient als Ausgangspunkt für viele Aktivitäten und beherbergt zudem das Ökomuseum des Vanoi-Tals, das sich mit Kultur, Landschaft und traditioneller Lebensweise beschäftigt.

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3. Moena und das Fassatal
Moena liegt auf rund 1.200 Metern Höhe im Fassatal und zählt zu den bekanntesten Orten der ladinisch geprägten Dolomitenregion. Der Ort ist ein Ausgangspunkt für Wanderungen und Bergtouren in den umliegenden Gebirgsgruppen.

Foto: Fabrizio Martinelli / Val di Fassa
Besonders bekannt ist die Region für die sogenannten Enrosadira-Lichtspiele. Bei bestimmten Wetterlagen färben sich die Dolomitengipfel während der Morgen- und Abendstunden rötlich. Dieses Phänomen lässt sich rund um Moena besonders gut beobachten.
Daneben spielt auch die regionale Kultur eine wichtige Rolle. Im Fassatal sind Sprache, Traditionen und Küche der Ladiner bis heute lebendig geblieben.
4. Sant’Antonio di Mavignola
Nur wenige Kilometer von Madonna di Campiglio entfernt liegt Sant’Antonio di Mavignola. Der kleine Ort wird häufig übersehen, obwohl er sich als Ausgangspunkt für Wanderungen in den Brenta-Dolomiten eignet.

Foto: Ronny Kiaulehn / Madonna di Campiglio Dolomiti di Brenta
Historische Bauernhöfe, kleine Kirchen und ehemalige Almen prägen das Ortsbild. Besonders sehenswert ist die Kirche Sant’Antonio Abate, deren Geschichte bis ins Mittelalter zurückreicht. Gleichzeitig bietet die Umgebung Zugang zu zahlreichen Wanderwegen in einer der bekanntesten Berglandschaften Norditaliens.
5. Val di Peio im Nationalpark Stilfserjoch
Das Val di Peio liegt im Nationalpark Stilfserjoch und wird von mehreren Dreitausendern umgeben. Die Region gehört zu den höchstgelegenen Tälern des Trentino.
Wanderer finden hier sowohl einfache Wege entlang des Talbodens als auch anspruchsvolle Hochgebirgstouren. Bekannt ist das Tal außerdem für seine Mineralquellen. Bereits im 19. Jahrhundert entwickelte sich Peio zu einem Kurort. Heute spielen die Thermalbäder und Wellnessangebote weiterhin eine wichtige Rolle für den Tourismus der Region.

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Bergseen statt Mittelmeerstrand
Wer im Sommer Abkühlung sucht, findet im Trentino zahlreiche Badeseen. Zu den bekanntesten zählen der Lago di Tenno, der Lago di Terlago und die Laghi di Lamar. Viele dieser Seen liegen inmitten von Wäldern oder vor alpiner Kulisse und unterscheiden sich deutlich von den großen Ferienorten an Italiens Küsten.

Foto: Santifaller Photography / Garda Trentino
Für Reisende, die im Sommer nicht ausschließlich wegen des Badewetters nach Italien fahren, bietet das Trentino damit eine andere Form des Urlaubs: weniger Strand und Stadt, dafür mehr Berge, Natur und oft angenehmere Temperaturen.
Weitere Informationen gibt es auf der Website Visit Trentino.
Häufige Fragen
Wie erreicht man das Trentino am besten aus Deutschland?
Das Trentino ist mit Auto, Bahn und Flugzeug erreichbar. Viele Urlauber reisen über München und den Brennerpass an, alternativ bieten sich Zugverbindungen über Verona oder Bozen an.
Ist das Trentino auch für Familien mit Kindern geeignet?
Ja. Viele Wanderwege sind familienfreundlich gestaltet, zahlreiche Seen verfügen über Badestellen und die Entfernungen zwischen den Ausflugszielen sind oft überschaubar.
Wann ist die beste Reisezeit für eine Coolcation im Trentino?
Besonders empfehlenswert sind Juni und September, wenn viele Wanderwege schneefrei sind und die Temperaturen meist moderat bleiben. Grundsätzlich gilt der Zeitraum von Juni bis September als beste Reisezeit.
Welche Region im Trentino eignet sich besonders für Wanderurlaub?
Zu den beliebtesten Wanderregionen zählen das Fassatal, das Val di Fiemme, das Val di Sole sowie die Gebiete rund um die Brenta-Dolomiten und den Nationalpark Stilfserjoch.
Kann man im Trentino ohne Auto Urlaub machen?
Viele größere Orte sind mit Bahn und Bus erreichbar, für abgelegene Täler und Bergregionen ist ein Auto allerdings häufig die bequemere Lösung.
